Meine Top 7 Alben aller Zeiten: Teil 6&7: Various Artists „To Be Announced“

Ach Leute, es tut mir furchtbar leid, aber ich kann einfach nicht!

Ich habe gerade (und schon seit Stunden) versucht, meinen Beitrag zu Teil 6 fertig zu schreiben, doch es geht nicht! Lasst es mich erklären:

Dieser High-Fidelity-Spruch in diesem Beitrag, also, das war eigentlich gar kein Spruch. Eine lange Zeit habe ich alles, was geht, in eine Top 5 Hitliste gesammelt. Meine Top 5 Musikvideos. Meine Top 5 der geilsten Musiker. Meine Top 5 Songs. etc.pp.
So hatte ich auch sehr, sehr lange nur meine Top 5 Musikalben aller Zeiten. Allerdings hat mich vor kurzem ein schon etwas älteres Album so dermaßen geflasht, dass ich erwägte, diese Liste zu erweitern. Aber ein Album aus meiner Topliste rauswerfen – das ging gar nicht klar! Deshalb musste es einfach „angehängt“ werden.

Dann wollte ich diese Reihe hier starten und dachte: „Ne Reihe mit sechs Artikeln? Was soll denn das bitte sein?! Fünf, okay. Zehn, fast noch besser. Aber sechs? Nee. SIEBEN wäre noch vertretbar. Ne Woche halt. Aber sechs, nein. NIEMALS!“
Das kann man jetzt ein bisschen monkisch finden, aber so funktioniert mein Hirn nunmal ^^

So dachte ich drüber nach, welches Album mich ähnlich geflasht hat, um eines der nun sieben Topalben zu werden und glaubte, eins gefunden zu haben. Also: Beitrag geschrieben, Top 7 angekündigt, alles klar.

Und jetzt? Meine ursprünglichen Top 5 kennt ihr nun schon. Während des Schreibens der Beiträge habe ich mir alle Alben nochmal (und mehrmals) angehört, habe sie auf mich wirken lassen, bin den Pfad der Erinnerung zurück geschlendert.

Und gerade, als ich beim Beitrag zu Teil 6 saß, wurde mir klar, dass das einfach nicht geht. Kein Album abgesehen der fünf, die ich schon vorgestellt habe, hat mich jemals so geflasht wie die bereits genannten. Kein Album, egal wie geil, hat es verdient, mit ihnen in einer Reihe genannt zu werden. Jedenfalls NOCH nicht. Das mag sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch ändern, aber auf diesem Stand bin ich hier und heute. Es wird weiterhin gute Musik und saucoole Alben geben, aber das liegt eben in der Zukunft!

So wurde aus den Top 7 wieder eine Top 5. Sorry. Und so wird es bleiben, bis nicht ein neues Album kommt, das eine solche Leichtigkeit mit sich bringt wie die Americana, so ambitioniert durchgestylt wie Nevermind, so pink und glitzerig aussieht wie die Razorblade Romance, so kompromisslos draufhaut wie die Mezmerize und so treibend ist wie die Our darkest days. MINDESTENS!

Betrachtet es als irreführende Werbung: Sieben angekündigt, fünf sind gekommen. Das kommt beim besten Festival vor. Genauso wie vorzeitiger Abbruch. Tja. Passiert.

Am Ende seien wenigstens noch einige Alben erwähnt, die es nicht in die Liste geschafft haben, aber halt trotzdem sehr empfehlenswert linkinparksind, wie Linkin Parks Hybrid Theory zum Beispiel. Jahrelang lief Linkin Park halt immer so mit, aber ihr letztjähriger grandioser Auftritt auf Rock am Ring haben meine Begeisterung für sie auf ein neues Level gehievt.

riseagainstDann muss Rise Against erwähnt werden. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich die Appeal to Reason oder

riseagainst2

doch The Sufferer and the Witness besser finden soll. Es sind auf beiden Albem so einmalig geile Songs drauf (aber auch der ein oder andere Filler…), daher sind sie einfach BEIDE empfohlen.

paparoachUm mal wieder etwas in die Vergangenheit zu schweifen: Als Papa Roach noch cool waren, war ihr Song Last Resort für mich einfach nur eine Offenbarung und das dazu gehörige Album Infest eines meiner ersten ernsthaften Alben.

tenaciousDDoch warum immer ernsthaft? Tenacious D beehren uns seit Jahren mit ihrer absoluten Liebe zum Rock und genialen Songs. The Pick of Destiny hat einige davon, die von keiner Metalparty mehr wegzudenken sind. Wer einmal kollektiv und pathetisch auf Beelzeboss getanzt hat, will es immer wieder tun!

steelpantherIn die gleiche Kerbe haut Steel Panther mit Feel the Steel. Absolut überrissen, idiotisch, saugut.

 

bloodhoundgangUnd wo wir bei Idioten sind: Ohne die Bloodhound Gang und ihr Album Hooray for Boobies geht bei dem Thema gar nichts!

 

alterbridge

Alter Bridge dagegen haben mit One day remains ebenfalls einfach nur Rock vom Allerfeinsten abgeliefert.
avengedsevenfoldAvenged Sevenfold haben nicht nur mit ihrem selbstbetitelten Album Maßstäbe gesetzt.
metallicaAuch wenn ich mit vielen seit Jahrzehnten im Geschäft befindlichen Metallern nichts viel am Hut habe, gebührt Metallica ewiger Ruhm für ihr Black Album.
badreligionBad Religion hatte mich das erste Mal mit The Process of Believe und mich dann nie mehr los gelassen.
dieärztePunkig sind ja auch die Ärzte mit vielen, vielen Alben, aber am besten gefällt mir doch ihre 13.

 
bulletformyvalentineBullet for my Valentine’s bestes Album ist das The Poison.
mychemicalromanceMy Chemical Romance sind wesentlich jünger, was sie nicht davon abgehalten hat, mit The Black Parade ein Konzeptalbum über den Tod abzuliefern.

 

dragonforcePowermetal der besten Sorte liefern Dragonforce auf Ultra Beatdown ab.
disturbedcoverDisturbed werden ein bisschen rebellisch mit Ten Thousand Fists.

 

serjtankian

Und Serj Tankian war auch allein auf seiner Platte Elect the dead ziemlich geil.

 

 

Und die bereits vorgestellten Bands hatten natürlich auch nicht nur EIN gutes Album. Im Gegenteil.

Boah, was ne Arbeit, die Bilder alle mit Beispielen bei Youtube zu verlinken. Jetzt müsst ihr wenigstens auch klicken ^^

Und ich werde mir jetzt Alkohol in irgendeiner Form genehmigen, womit dann morgen mit einem finalen Kater endlich die Feierlichkeiten zu Rock „Dieses Mal bin ich nicht dabei“ am Ring beendet sind. Ich wollte alle vier Tage betrunken und so sein und das habe ich geschafft \o/

Ich bin also immer noch voll Rock’n Roll.


Weitere Beiträge zur Themenwoche:

Teil 1: HIM – Razorblade Romance

Teil 2: The Offspring – Americana

Teil 3: Nirvana – Nevermind

Teil 4: System of A Down – Mezmerize

Teil 5: Ignite – Our Darkesst Days


Weißt du, was richtig krass ist? Einer wildfremden Person im Internet eine Tasse Kaffee zu spendieren, nur weil dir ihr Beitrag gefallen hat. Das ist Rock’n‘Roll!

Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 5: Ignite „Our darkest Days“

Kommen wir zur vermutlich unbekanntesten Band/dem unbekanntesten Album in dieser Reihe, obwohl dieser Status absolut ungerechtfertigt ist!

Ignite

Tracklist
1. Intro (our darkest days)
2. Bleeding
3. Fear is our Tradition
4. Let it burn
5. Poverty for all
6. My Judgement Day
7. Slowdown
8. Save yourself
9. Are you listening
10. Three years
11. Know your history
12. Strength
13. Sunday bloody Sunday
14. Live for better days

Erstkontakt
Es war das Jahr 2006, ich war 21 und wieder hatte meine beste Freundin ihre Finger im Spiel. Aber als sie mir dieses Album (und damit auch die Band) erstmalig vorspielte, war ich irgendwie etwas unterwältigt. Ich weiß nicht, woran es lag, vielleicht hatte Zoli Téglás‘ durchaus ein wenig gewöhnungsbedürftige Stimme etwas damit zu tun, aber zu Anfang war ich tatsächlich der Ansicht, alle Lieder würden sich gleich anhören. Blasphemie!!
Es dauerte aber nicht lange, bis ich diese Ansicht revidierte. Und das ist gut so, denn sonst hätte ich nicht nur eine Hammerband verpasst, sondern auch einige meiner absoluten Lieblingssongs aller Zeiten!

Highlights
Ich greife mal vor und verrate, dass dieses Album eigentlich keine wirklichen Tiefpunkte hat. Dennoch gibt es natürlich ein paar Lieder die einfach auch im Vergleich zum Rest des Albums völlig überragend sind!

Bleeding ist so eines. Das Intro geht nahtlos darin über und, naja, bei dem Lied gibts wieder mal voll was auf die Fresse! Dazu (Hardcore-)Punkchor – einfach großartig!

Let it burn… ich werde nie verstehen, warum dieser Song nicht zumindest in der Szene zu einem Riesenhit wurde. Er ist sehr eingängig, fast schon poppig, und die Thematik – das Lyrische Ich singt über eine Freundin, die bei einem Autounfall starb – eigentlich doch genau das, was die Emomassen erfreut. Dazu ist er einfach auch hammergeil. Naja, man steckt nicht drin…

Bei Poverty for all wirds mal wieder politisch. Zoli Téglás hat ungarische Wurzeln und ist sehr geschichtsinteressiert. Dieser Song thematisiert den Ungarnaufstand von 1956 und ist einfach nur ein einziger krasser Aufruf zum zivilen Ungehorsam. Ein ganz, ganz großes Lied!

Sunday bloody sunday ist, wie man sich denken kann, ein U2-Cover und als solches genialst. Der alte Stoff, der ja auch schon ziemlich geil war, wird so richtig aufgepimpt. Einer meiner Lieblingscoverhits!

Aber das größte Highlight, vielleicht das beste Lied, das Ignite meiner Meinung nach jemals geschrieben hat, ist einfach Strength. Ich sehe den gesamten Song als eine Art (besseres) Gebet und als solches hat er mich schon oft aus der Scheiße gezogen. Dafür habe ich zu danken.

Tiefpunkte
Ihr kennt es inzwischen schon: Es gibt sie eigentlich nicht! Kein einziger Song, den ich beim Hören des Albums skippen würde.

Dennoch: Are you listening ist etwas langweilig, weil man hier ihre alten Zeiten noch deutlich durchhört, die viel weniger melodisch waren als das neue Zeugs. Meh.

Ähm, und das wars auch eigentlich schon!

Biographisches
Seit 2006 ist dieses Album aus meiner Sammlung nicht mehr wegzudenken und war ab diesem Zeitpunkt einfach immer selbstverständlich dabei. Heißt: Irgendwie fällt mir nichts konkret Biographisches ein!

Höchstens vielleicht der Abschluss des ge-ni-al-en Offspring-Konzertes im Jahre 2008. Meine beste Freundin und ich hatten im Auto übernachtet, wenn man das so sagen kann. Sie hatte zwei Stunden geschlafen, ich gar nicht. Heißt, es war leicht kritisch, in diesem Zustand zurück in die Heimat zu fahren, doch mussten wir beide mittags noch arbeiten gehen, also führte kein Weg daran vorbei. Dieses Album (sowie der nicht auf dem Album vertretenen, aber ebenfalls sehr sensationelle Song Veteran) hielt und wach und damit alive. Auch dafür kann ich einfach nur Danke sagen!

Konzerterfahrung
Leider, leider ist diese nicht vorhanden! Ignite ist keine sonderlich bekannte Band, auch wenn ich das nicht verstehen kann. Musikalisch haben sie exakt die selbe Entwicklung durchgemacht wie Rise Against, dennoch sind Rise Against heute megafamous, aber Ignite nicht. Ich check’s nicht!

Einmal hätte ich sie dennoch fast gesehen, als sie, puh… 2009? mit der Persistence-Tour unterwegs waren. Das kam jedoch nicht zustande. Ein paar Wochen später traf ich aber einen Typen, der genau das Konzert gesehen hatte, das ich besuchen wollte… und der hat meinen Schmerz dann stillen können, indem er einfach den Idioten raushängen ließ.

Ignite sind Hardcore. Das ist kein Kompliment, sondern eine Genrebezeichnung. Manche zählen sie zum Melodic Hardcore, andere zum Hardcore-Punk. Ist ja auch egal. Jedenfalls ist das leider genau die Art Musik, die Violent Dancer anzieht.
ignite2WTF?! – denkt ihr jetzt vielleicht. Der Begriff ist tatsächlich Programm. So schön ich Pogotanzen finde, aber es gibt für mich da einige eindeutige Grenzen. Diese sind überschritten, wenn man sich absichtlich gegenseitig weh tut, dies tatsächlich forciert wird. Genau das tun Violent Dancer. Im Prinzip geht es dabei nur drum, sich gegenseitig kreativ und halbwegs im Takt aufs Maul zu hauen. Männlichkeitswahnsinn komplett auf die Spitze getrieben von irgendwelchen gehirnamputierten Affen!

Eben einer dieser Affe erzählte mir stolz, dass er sich fast die Nase gebrochen hätte und jeder um ihn herum blutüberströmt war. Wow. Aber darüber hinaus fand er den Auftritt von Ignite superlahm. „Der Typ hat zwischen den Liedern dauernd gelabert, ich glaub über den Krieg und so. Das will doch keiner hören!“
Man hofft unwillkürlich, dass beim nächsten Mal vielleicht irgendjemand noch ein bisschen härter zuschlägt und diese menschliche Existenz aus dem Genpool entfernt… Aber lange Rede, kurzer Sinn: Unter diesen Voraussetzungen kann ich wohl leider kein Ignite-Konzert besuchen. Was aber vielleicht auch gar nicht schlimm ist, da Zoli Téglás einfach kein guter Sänger ist. Auf der Platte, mit viel Studioarbeit und allem drum und dran, klingt er noch völlig okay, aber nach allem, was ich gesehen habe, failt er regelmäßig auf jedem Konzert, vor allem bei dem hohen Tönen.

Daher ist das alles in Allem wohl kein besonders großer Verlust.

(okay, das ist noch in Ordnung. Allerdings ist der Song im Vergleich zum Rest auch relativ leicht zu singen und kommt ihm etwas entgegen.)

Was mich das Album lehrte
„Give me strength
to hold my head up high
to spit back in their face…“
– Strength

Trivia
Es gibt immer wieder Gerüchte darüber, dass Zoli Téglás vielleicht ein bisschen zu stolz auf seine Herkunft ist, sprich, ein Nazi.

Ein Punk, der gleichzeitig vehement gegen den Kommunismus, so wie er bisher in der Weltgeschichte verbrochen wurde, eintritt (weil eben seine Familie in Ungarn jahrelang unter der „red bourgeoisie“ gelitten hat) ist ja erst mal eine recht erfrischende Erscheinung. Ich hasse diese Relativierungen der Verbrechen des Sozialismus von links. Dennoch weiß ich leider nicht so ganz, wie ich das einordnen soll. Da ich aber bisher nicht rausfinden konnte, was er eigentlich genau gemacht hat, und seine Songs doch alle eine ganz andere Sprache sprechen, als ihm vorgeworfen wird, neige ich dazu, dies einfach mal so stehen zu lassen. Aber zumindest ist es eine Erwähnung wert.

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Weitere Beiträge zur Themenwoche:

Teil 1: HIM – Razorblade Romance

Teil 2: The Offspring – Americana

Teil 3: Nirvana – Nevermind

Teil 4: System of A Down – Mezmerize

Teil 6: TBA


Weißt du, was richtig krass ist? Einer wildfremden Person im Internet eine Tasse Kaffee zu spendieren, nur weil dir ihr Beitrag gefallen hat. Das ist Rock’n‘Roll!

Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 4: System Of A Down „Mezmerize“

Und endlich dringen wir in die härteren Gefilde meines Musikgeschmacks vor 🙂

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Tracklist
1. Soldier Side
2. B.Y.O.B.
3. Revenga
4. Cigaro
5. Radio/Video
6. This cocaine makes me feel like I’m on this song
7. Violent Pornography
8. Question!
9. Sad statue
10. Old school Hollywood
11. Lost in Hollywood

Erstkontakt
Hier haben wir mal eine Band, die ich schon kannte, bevor ich das Album hörte, das es in meine Liste schaffte!

Ab 16 war ich eigentlich jedes Wochenende in der örtlichen Metaldisco anzutreffen. Was tat sich mir da für eine entzückende neue Welt auf! Viele Bands, deren Songs ich heute noch rauf und runter höre, lernte ich dort zum ersten Mal kennen. So auch SoaD. Ihr Album Toxicity war im selben Jahr erschienen und beinhaltete einige einfach absolut großartige Songs wie Toxicity, Forest und Chop Suey! Alles Songs, auf die sich ultragut tanzen lässt. Und schöne Videos liefen auch wieder bei MTV!

Ich war also schon ein Fan, als 2005 das lang ersehnte Album Mezmerize erschien, nachdem Steal this Album! (der Vorgänger) nicht so wahnsinnig geflasht hat. Und dieses Album schaffte das, was Toxicity, so toll es auch insgesamt ist, nicht vollbringen konnte: Ich fand es von vorne bis hinten einfach nur megageil!

Highlights
Auch hier ist wieder einiges vertreten, was zumindest aus Metalsicht absolut tanzbar ist. Und was tanzbar ist, ist gut!

Es fängt direkt extremst cool an mit B.Y.O.B., das einen netten Kontrast hat zwischen krass metallischen Strophen und einem sanft gesungenen Refrain. Eine Radiotussi, die eine Metalsendung moderiert, nannte diesen mal „poppiger als viele Popsongs“. Das war dann der Moment, wo ich sie zu hassen begann…

Dann Revenga, ein Song, bei dem man sehr, sehr gut seinen gesamten Hass rauslassen kann. Wie könnte ich so etwas NICHT mögen?

Richtig ab gehts bei Radio/Video, bei dem es einige folkloristische Anleihen gibt, die das Lied einfach nur völlig fabulous machen und eindrucksvoll beweisen, warum sich SoaD schlecht in irgendwelche Schubladen stecken lassen. Vor allem der langsame Aufbau vor dem letzten Refrain ist so unglaublich gut. Es erfreut jedes Mal mein Herz, wenn auf einer Metalparty 100 Menschen auf der Tanzfläche erst leise mitwiegen, sich dann steigern und am Schluss jeder komplett eskalierend mitspringt!

Bei Violent Pornography liefert Serj Tankian in meinen Augen (Ohren, chrchr) die schönste gesangliche Leistung ab. Seine Triller und Phrasierungen während des Refrains (irgendwie gibt es zwei verschiedene Refrains oder wie auch immer man das dann nennt… das schafft auch nicht jede Band) MÜSSEN einfach mitgesungenbrüllt werden!
Sad Statue ist dann tatsächlich das: traurig. Oder klingt zumindest so. Ein wahnsinnig pathetischer, dramatischer Song, bei dem einen auf der Tanzfläche echt fast die Tränen kommen. Auch wenn ich wie bei allen SoaD-Songs nicht ganz kapiere, worum es eigentlich geht. Aber das ist okay.

Und dann mag ich einfach auch Old School Hollywood ziemlich gerne (auch wenn man darauf nicht gut tanzen kann). Der Song kommt irgendwie elektronisch daher und deshalb mögen ihn viele nicht. Außerdem gehts um Baseball, was nicht sonderlich spannend ist. Trotzdem!

Tiefpunkte
Lost in Hollywood ist mir entschieden zu soft! Obwohl es dennoch sehr nett ist. Denn auch hier haben wir wieder eigentlich keine wirklichen Tiefpunkte!

An Cigaro ist höchstens schlecht, dass der Song mit dem Rest nicht mithalten kann (auch wenn es eine der besten Textzeilen überhaupt hat: „My cock is much bigger than yours, my cock can walk right to the door“. Ähm, ja.). Für This cocaine makes me feel like I’m on this song gilt das selbe, außerdem lässt sich der Titel so schlecht merken. Man wird doch auch mal auf hohem Niveau meckern dürfen!

An Soldier Side ist nur doof, dass dieser Song auf dem Album Hypnotize (das mit Mezmerize ein Doppelalbum bildet, allerdings fand ich dieses erheblich schwächer) fortgesetzt wird und da viel besser ist.

Biographisches
SoaD wird für mich auf ewig mit mit politischen Aktionismus verbunden sein. Die Toxicity erschien 2001, das Jahr, das angeblich alles verändert hat.
Ich war 16 am 11. September 2001 (und habe das meiste davon verschlafen – wenn meine Kinder mich mal fragen sollten, werde ich lügen) und wie die meisten ziemlich in Schockstarre. Auch wenn ich schon am 13. September nicht mehr kapiert habe warum eigentlich. Warum sind tote Amerikaner so viel wichtiger als tote… irgendwas? Warum muss mich dieses Ereignis mehr schockieren als andere (von Menschen oder der Natur gemachten) Katastrophen, bei denen bis zu 100mal so viele Menschen sterben?

Ich war… skeptisch. Und dann, als ich mir die Berichterstattung zur Vertrauensfrage Gerhard Schröders ansah, auch richtig, richtig angepisst. Ich sah eine ARD-Reporterin, die einen etwas verranzt wirkenden Grünenpolitiker nach seiner Meinung fragte. Er setzte zu einer Antwort an, kritisierte den geplanten Afghanistanfeldzug und sie riss ihm das Mikro weg.

Ich spüre immer noch eine unglaubliche Wut, wenn ich daran denke. Vor allem an das verkniffene Gesicht der Reporterin. Diese blöde Fotze. Sorry. Nein, kein Sorry. Wie war das nochmal mit der vierten Gewalt im Staat? Und warum soll ich nochmal GEZ bezahlen, ihr Arschlöcher?

Ich hatte schon vorher geahnt, dass einige Dinge nicht so ganz in der Reihe laufen. An diesem Tag, durch dieses „Interview“ bekam ich dann meine Bestätigung. Danke, ARD.

Wie ging es also weiter? Ich diskutierte. Ich lief bei Demonstrationen mit. Ich las Michael Moore. Ich lieferte in der Schule ein Kunstprojekt ab, das im Grunde eine einzige flammende Rede gegen amerikanischen Faschismus, Kapitalismus und diesen verschissenen Irakkrieg darstellte (Note: Eins). Und ich hörte System Of A Down, die sich wie kaum eine zweite Band gegen diese ganze Scheiße positioniert hat. Dies bekam mit Boom!, einem Song von Steal this Album!, einen Höhepunkt und setzte sich mit B.Y.O.B. fort. Das steht übrigens für „Bring your own bomb“.

Heute sehe ich viele Dinge etwas differenzierter als mit 16. Oder mit 20, als Mezmerize erschien. Aber einige meiner Grundprämissen werden sich hoffentlich nie ändern. Dazu gehört, dass blood for oil scheiße ist. Krieg sowieso. Und dass man niemals staatlich subventionierten, konservativen Lügenmedien trauen sollte.

System Of A Down lieferten mir den Soundtrack zu dieser wütenden Phase, die ich niemals missen möchte.

Konzerterfahrung
Nachdem Serj Tankian schon solo unterwegs war und es fiese Gerüchte gab, SoaD hätten nicht nur eine kreative Pause eingelegt, sondern sich gar getrennt, kamen sie 2011 endlich zum Ring!!!

Naja. Ich mache es kurz. Das Konzert war an sich in Ordnung – meine Begleitung nicht. Sorry, aber ich kann nun mal nicht abgehen, wenn der Rest der Bagage nicht mitmacht. Wir standen einige Meter hinter dem zweiten Wellenbrecher kurz vor einem Monitor, konnten also alles, was auf der Bühne abging perfekt sehen, aber Party sieht doch anders aus. Aber die Herrschaften waren MÜDE. Grmpf.
Ich ging dann zwar mal auf eigene Faust etwas weiter nach vorne, um mit der Menge zu tanzen, aber ich war wohl zu nüchtern, um die Tatsache zu vergessen, dass ich gerade im Grunde alleine war. Obwohl die Leute in der Menge unglaublich nett waren.

Deshalb wurde dieses Konzert leider nicht zu dem Highlight, das es eigentlich sein sollte.

Was mich das Album lehrte
„Why don’t presidents fight the war
why do we always send the poor?“
– B.Y.O.B.

Trivia
Serj Tankian und Daron Malakian sind beide armenischstämmig und setzen sich sehr dafür ein, dass der Völkermord an den Armeniern endlich ausreichende historische Würdigung erfährt.
War nämlich auch eine riesige Sauerei, auch wenn gewisse Leute dies gerne leugnen. Gut gemacht, Türkei. Du warst auch schon vor letzter Woche nicht unscheiße.

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Weitere Beiträge zur Themenwoche:

Teil 1: HIM – Razorblade Romance

Teil 2: The Offspring – Americana

Teil 3: Nirvana – Nevermind

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Teil 6: TBA


Weißt du, was richtig krass ist? Einer wildfremden Person im Internet eine Tasse Kaffee zu spendieren, nur weil dir ihr Beitrag gefallen hat. Das ist Rock’n‘Roll!

Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 3: Nirvana „Nevermind“

Irgendein ernsthaftes Music-Best-of ohne dieses Schätzchen? Irgend…eines?

Nirvana

Tracklist
1. Smells like Teen Spirit
2. In Bloom
3. Come as you are
4. Breed
5. Lithium
6. Polly
7. Territorial Pissings
8. Drain you
9. Lounge Act
10. Stay away
11. On a Plain
13. Something in the way (+Endless Nameless)

Erstkontakt
Und so begab es sich, dass zwei verwirrte, unglückliche Mädchen mit gekreuzten Beinen vor der Anlage des einen Mädchens saßen und Musik hörten. Dieses Mädchen – meine beste Freundin – spielte dem anderen Mädchen – mir – etwas neues vor. Es war die Live-Version von Smells like Teen Spirit, die auf der From the muddy banks of the Wiskah zu finden ist.
„Wie findeste?“
„Hm, joah… wer isn das?“
„Nirvana. Der Sänger, Kurt Cobain, war ein Junkie und hat sich umgebracht.“
„Cool,“ sagte ich. Und sie nickte verstehend.

Highlights
Smells like Teen Spirit
In Bloom
Come as you are
Breed
Lithium
Polly
Territorial Pissings
Drain you
Lounge Act
Stay away
On a Plain
Something in the way

Tiefpunkte
Bitch, please.

Biographisches
Ich sitze hier und kann kaum in Worte fassen, wie sehr Nirvana mich beeinflusst hat. Als ich Kurt Cobains sanfte Stimme zum ersten Mal hörte, war ich praktisch innerlich abgestorben. Er hat mich ins Leben zurück geholt. Und seitdem weiß ich: Es ist immer noch besser, sich schlecht zu fühlen, als gar nichts zu fühlen.

Ich erinnere mich an meine Abschlussfeier zur Mittleren Reife. Was habe ich geweint. Dabei hatte ich wirklich keinen Grund dazu. Die Realschule war scheiße gewesen. Freunde hatte ich keine. Aber, naja, wenigstens wurde ich nicht allzu sehr gemobbt. Eher übersehen. Es könnte doch SEHR viel schlimmer sein, oder? – dachte ich damals. Deshalb die vielen unnötigen Tränen.
nirvana3Aber ich hatte ja Nirvana. Und kurz vorm Eintritt in die Oberstufe meiner neuen Schule stand fest: Ab jetzt könnt ihr mich alle aber mal sowas von am Arsch lecken. Anpassung, Anerkennung, verzweifelt versuchen, wenigstens nicht in allem so dermaßen hinterher zu hinken? Nä, das gibts jetzt nicht mehr. Nehmt mich so wie ich bin oder fickt euch.

still in my room, still in my heart
still in my room, still in my heart

Ich stiefelte also am ersten Schultag mit Chucks, zerrissenen Levis 501 und einem viel zu großen unlizensierten (und deshalb saucoolen) Kurt-Cobain-Shirt aus Italien in die Klasse – und wurde sofort akzeptiert. Mehr noch, man fand mich cool!!

Meine Familie hasste mich für mein neues Auftreten. Auch verging kein einziger verdammter Tag, an dem ich nicht auf der Straße wegen meiner kaputten Jeans angepöbelt wurde.

Aber ich fühlte mich zum ersten Mal wohl und ging fast jede Woche tanzen. Rückblickend war das vielleicht die beste Zeit meines Lebens.

Konzerterfahrung
Nirvana-Konzerte? Wie, zur Hölle, wie? Kurt Cobain brachte sich um wurde ermordet, als ich gerade neun Jahre alt war. Ich glaube, sollte ich je eine Zeitmaschine erfinden, wäre ein Nirvana-Konzert irgendwann Anfang der Neunziger meine erste Zieladdresse.
Wenigstens gibt es das legendäre Unplugged-Konzert. Ich weiß noch, wie der erste Todestag von Kurt nahte, nachdem ich ihn entdeckt hatte. Traditionell zeigte MTV dann immer das schon erwähnte Konzert, irgendwann spät abends.

Ich saß also an diesem Tag aufgeregt wie ein kleines Mädchen vor dem Fernseher und inhalierte die Musik und die Bilder. Es war so dermaßen traumhaft. Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Kurt sah nie besser aus.

(Is nur der Soundcheck. Hat auch was.)

Was mich das Album lehrte
„It’s okay to eat fish
cause they don’t have any feelings“
– Something in the way

Trivia
Wo soll ich da nur anfangen? Ich tät sagen: Gar nicht. Nächstes Jahr jährt sich Kurts Todestag zum 20. Mal. Da könnt ihr euch jetzt schon auf einen entsprechenden Artikel einstellen, falls es mich dann noch gibt. Da werdet ihr aber sowas von zugeschmissen mit irgendwelchen random facts.
Vielleicht schaffe ich es bis dahin, meine Abneigung gegen Leichenfledderei zu überwinden und endlich seine Tagebücher zu lesen. Doch halt, lasst mich überlegen… nee!

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Weitere Beiträge zur Themenwoche:

Teil 1: HIM – Razorblade Romance

Teil 2: The Offspring – Americana

Teil 4: System of A Down – Mezmerize

Teil 5: Ignite – Our Darkesst Days

Teil 6: TBA


Weißt du, was richtig krass ist? Einer wildfremden Person im Internet eine Tasse Kaffee zu spendieren, nur weil dir ihr Beitrag gefallen hat. Das ist Rock’n‘Roll!

Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 2: The Offspring „Americana“

Erst bei Teil 2 angekommen, doch hier ist es, das Album, auf das ich von all meinen Alben am wenigsten verzichten wollte!

offspring

Tracklist
1. Intro
2. Have you ever
3. Staring at the Sun
4. Pretty Fly (for a white Guy)
5. The Kids aren’t alright
6. Feelings
7. She got issues
8. Walla Walla
9. End of the Line
10. No Brakes
11. Why don’t you get a Job?
12. Americana
13. Pay the Man

Erstbegegnung
Keine 90er-Party ohne Pretty Fly, oder? Es war die Zeit des ersten zaghaften Hip Hop in Deutschland, der Basecaps und Baggypants, und mein älterer Cousin spielte Basketball und war Fan der Phoenix Suns. Da ich ihn cool fand: Ich auch!
Das Musikvideo von Pretty Fly war voll mit all diesen Klischees. Natürlich lustig gemeint. Und daher fand ich es auch lustig!

Der poppige Song war indes gut dazu geeignet, die geneigte junge Zuhörerin auf behutsame, nicht zu krasse Art an die mehr punkigen Richtungen der Musik heran zu führen. Und spätestens, als ich dann das phänomenale Musikvideo zu The kids aren’t alright bei Bravo TV sah (sic…), das heute übrigens immer noch zu einem meiner Lieblingsvideos zählt, war es um mich geschehen. Das Album musste ich haben! Gesagt, getan.

Highlights
Americana ist definitiv das Album, das bei mir am meisten rauf und runter lief. Und läuft, immer noch. Neben The kids aren’t alright, meinem All-Time-Offspring-Favorite, ist schon der Anfang mit Have you ever einfach wahnsinnig grandios. Mit schönen Speed schließt Staring at the sun daran nahtlos an und liefert einfach nur ein bisschen wildes Gekloppe auf den Drums. Dazu Dexter Holland als „Wooo-hooo-Boy“, wie so oft – fucking amazing.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Walla Walla, wobei hier noch ein wenig Punkchor dazu kommt, was eigentlich niemals falsch ist.

Depressiv wird es dann bei End of the line, ein Song, der beweist, dass die Themen Trauer und Tod überhaupt nicht lahm umgesetzt werden müssen. Voller Power, dunklem Bass, ein bisschen Wah-Wah und einem tollen Text.

Kurz vor dem Ende gehts dann noch einmal mit Americana so richtig ab. Nach einem hammerharten Intro gibts bei dem Lied einfach nur so richtig eins aufs Maul! Und das ist GUT SO!!

Tiefpunkte
Diese hat The Offspring leider auf jeder CD, aber hier hält es sich voll in Grenzen. Gar nicht okay geht leider Pay the man, ein über achtminütiges Stück, welches irgendwie indisch daher kommt und schlicht und ergreifend nervt wie Sau. Keine Ahnung, was sie sich dabei gedacht haben!

Dann mochte ich Issues einfach noch nie. Der Song ist so lahm und kommt Dexter Holland leider gar nicht entgegen. Der ist tragischerweise kein wahnsinnig guter Sänger, doch kann man diese Tatsache natürlich etwas ausgleichen… was dieses Lied nicht tut.

Ebenfalls einfach nur höllenlangweilig finde ich Why don’t you get a job?. Und sorry, so schön es ist, auf 90er Partys darauf zu tanzen: Pretty Fly fällt gegen den großen Rest des Albums deutlich ab. Es ist halt diese eine typische Single, die sie auf jedem Album haben und mit der sie in die Charts wollen. Legitim, muss ich aber nicht mögen.

Biographisches
Es begab sich in der 9. Klasse, als ich mein dreiwöchiges Betriebspraktikum absolvierte, dass ich erstmals ein Gefühl für den Begriff Boreout bekommen sollte, dieser Fachausdruck für das Gegenteil von Burnout, der damals, glaube ich, noch überhaupt nicht benutzt offspring2worden ist. Mit anderen Worten: Das Praktikum war schrecklich, denn keine Sau kümmerte sich um mich oder darum, dass ich was zu tun hatte. Trotzdem musste ich jeden Tag antanzen. Drei Wochen lang, acht Stunden täglich tödliche Langeweile, die irgendwie gefüllt werden mussten. Und weil ich so verzweifelt war, nutzte ich tatsächlich einen ganzen verdammten Tag dafür, sämtliche Songtexte der Americana auswendig zu lernen. Heimlich natürlich, das Booklet unter meiner Praktikumsmappe versteckt, während ich im Geiste die Songs mitsummte.

Und in der 10. Klasse tat ich dann ein gutes Werk, indem ich eine Lehrerin (ne andere Englischlehrerin als die von gestern), die eine Lyrics-Übersetzungs-AG anbot (sowas bräuchte man heute dank Internet auch nicht mehr…) davon überzeugte, The Offspring zu behandeln. Sie hielt die Band für niveaulosen Müll, aber als ich ihr ein paar Texte anschleppte, war sie von The kids aren’t alright völlig hingerissen. Wir hörten uns den Song also an und übersetzten ihn, allerdings frage ich mich heute noch, was passiert wäre, wenn sie sich stattdessen für Americana entschieden hätte. Der Text, den ich ihr gab, enthielt nämlich die ganzen vielen „Fuck you“s nicht ^^

Konzerterfahrung
Es dauerte lange, SEHR lange, bis ich mir diesen Traum erfüllen konnte. 2008 war es endlich so weit: Rock am Ring gab The Offspring bekannt. Und ich so: „AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHH!!!!“

Was war ich geil auf diesen Auftritt. Und nichts in der Welt sollte mich davon abhalten, mir meine Lieblingsband anzusehen! Das Ganze musste also minutiös geplant werden. Wir wollten an diesem Tag schon sehr früh hoch zur Centerstage, weil eine gute Band nach der anderen spielte. Um zu gewährleisten, auch wirklich bei The Offspring noch fit zu sein und nicht wegen sowas blöden wie einer Pinkelpause nicht mehr in den A-Block reinzukommen, beschloss ich, an diesem Tag einfach nichts zu trinken (auch kein Wasser! Maximal den Mund wollte ich mir ausspülen…). 1. halt, um nicht pinkeln gehen zu müssen, und 2. um nicht noch vorher abzuscheißen.

Tja, das ging grandios daneben :mrgreen: Schon auf dem Zeltplatz gut angetrunken, füllte ich mir meinen Tetrapak mit einer selbstmörderischen Mischung aus Schwarzbeerwodka und Energydrink (Tetrapaks sind auf dem Festivalgelände erlaubt, dürfen aber eigentlich nicht offen sein beim Einlass. Pro-Tipp: Unten aufklappen, kleine Stelle einritzen, Inhalt rausquetschen, neuen gepimpten Inhalt mit einer dieser großen Spritzen einfüllen, Pappe wieder zuklappen, mit Gaffatape verschließen. So einfach!) und trank alles noch vor dem Konzert.

Ich war sowas von dicht. Aber dennoch ging alles gut. Ich musste zwar zweimal aufs Klo, kam aber beide Male wieder rein (hier ein erneutes „Yeah!“ für meine knapp unter 1,60!! Hab mich einfach unter den Armen von irgendwelchen 2-Meter-Typen durchgequetscht) und erlebte einfach nur das absolut geilste Konzert meines Lebens.

Im selben Jahr durfte ich die Jungs mit meiner besten Freundin dann auch nochmal auf einem eigenständigen Konzert erleben, da sie zusätzlich durch Deutschland tourten.

Tja, und dann waren sie letztes Jahr tatsächlich wieder am Ring… und failten einfach nur komplett. Denn, so geil die beiden ersten Konzerte waren… The Offspring spielen eigentlich keine guten Konzerte. Sie reden zwischendurch nicht, reißen ihr Set runter und spielen auch die Zugaben eher unambitioniert. Ich weiß nicht, ob sie das schon immer so gemacht haben oder dies einfach eine Folge des Alters ist. Sie sind seit fast 30 Jahren im Geschäft, was darf man da noch erwarten? Deshalb werden die Alben wohl leider auch immer schlechter.

(Wir standen direkt vor diesem Megamoshpit ^^)

Was das Album mich lehrte
„When the truth walks away
everybody stay
‚cause the truth about the world is
that crime does pay“
– Have you ever

Trivia
Die Band an sich, also die einzelnen Personen, haben mich irgendwie ja nie interessiert. So von wegen, Frauen hören ja nur Musik, wenn die Bandmitglieder heiß sind. Ähähähä – nein.
Darum hab ich hier leider nix. Nur das vielleicht: Es gibt ne The-Offspring-Chilisoße namens „Gringo Bandito“. Und Dexter Holland ist gar kein Holländer.
Ich weiß… schockierend.

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Weitere Beiträge zur Themenwoche:

Teil 1: HIM – Razorblade Romance

Teil 3: Nirvana – Nevermind

Teil 4: System of A Down – Mezmerize

Teil 5: Ignite – Our Darkesst Days

Teil 6: TBA


Weißt du, was richtig krass ist? Einer wildfremden Person im Internet eine Tasse Kaffee zu spendieren, nur weil dir ihr Beitrag gefallen hat. Das ist Rock’n‘Roll!

Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 1: HIM „Razorblade Romance“

Ich beginne chronologisch (und, naja… mache dann auch die Woche über so weiter ^^) mit meinem nicht liebsten, aber nun mal ersten Album, welches ich auch heute noch liebe, auch wenn viele die Musik für peinlich halten:

HIM

Tracklist
1. I Love You
2. Poison Girl
3. Join Me
4. Right Here in My Arms
5. Gone with the Sin
6. Razorblade Kiss
7. Bury Me Deep Inside Your Heart
8. Heaven Tonight
9. Death is in Love with Us
10. Resurrection
11. One Last Time
12. Sigillum Diaboli

Erstbegegnung
Ich muss 14 gewesen sein und kuckte VIVA oder MTV (ja, das gab es damals noch!), als das Musikvideo zu Join me über den Bildschirm flimmerte. Die damalige Version, die meines Wissens heute kaum noch gesendet wird, nutzte ganz viel grün-roten Laser und war Teil des Soundtracks des (zurecht vergessenen?) Films The 13th Floor.
Mein 14jähriges Ich, noch unerfahren beim Anblick androgyner Körper, war verunsichert. Lippenstift? Glitzerlidschatten? Ist das ein Typ oder ne Frau?

Die Verwirrung dauerte nicht lange, denn was aus diesem zuckersüßen Schnütchen rauskam, war eindeutig eine männliche Stimme. Und meine Fresse, was für eine. Und ich dann so: „Holy shit, so goddamn sexy!!!“ (in Wahrheit wars wohl eher sowas wie „Oooooh, ist der süüüüß!“ – ich war jung, Leute.)

Der Song flashte mich also ganz extrem, und bald darauf hielt ich das gesamte Album mitsamt wunderschönen Cover in den Händen.

Highlights
Das Album startet sofort sehr druckvoll mit I love you, das eine ganze Ecke rockiger ist als Join me. Ein hammergeiler Song, in dem Ville wunderschön rumtrillert und einfach das tut, was er am besten kann. Das selbe gilt für Right here in my arms, wobei das so ein bisschen sehr klischeehaft ist… dennoch toll!

Gone with the Sin ist dagegen natürlich einfach nur megadüster und wird dereinst wohl auf vielen Beerdigungen laufen. Villes Stimme geht hier aber sowas von unter die Haut. Ein Song zum Träumen und sich dunklen Gedanken hingeben.
Ein bisschen härter wird es dann wieder bei Death is in love with us, dessen Refrain mir einfach supergut gefällt.

Aber, so ausgelutscht es auch manche finden mögen: Join me wird für mich immer DAS Lied dieses Albums bleiben. Ich bin seit dieser Platte ein Fan von HIM und habe daher auch alle anderen Alben, auf denen natürlich auch viel geiler Scheiß zu finden ist, daher ist der Song vermutlich nicht wirklich mein absolutes Favorite der Band – trotzdem: Join me behält für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen.

Tiefpunkte
Jedes Album hat doch mindestens einen Song, der einfach nur im Vergleich ziemlich beschissen ist, ne? Nicht so dieses. Kein einziges der restlichen Lieder ist für mich ein richtiger Fail. Zwar finde ich One last time ein gutes Stück zu Lullaby-mäßig und bei Razorblade kiss, Heaven tonight und Bury me deep inside your heart finde ich die Anfänge etwas verkorkst, aber im Großen und Ganzen kann man über keinen einzigen Song wirklich meckern. Das schafft auch kaum jemand!

Biographisches
Ich war klein, leicht beeinflussbar und einfach absolut hingerissen von Ville Valo, dieser geilen Drecksau diesem schönen Mann. Ziemlich schnell prangte ein Poster in Pink mit seinem freien Oberkörper und dunklen Augen, die einem bis in die Seele zu starren schienen, in meinem Zimmer. HIMs Texte waren die ersten, die ich wirklich versuchte zu verstehen, auch wenn ich mit meinem Englisch damals halt erst auf dem Stand einer Neuntklässlerin war und wir noch kein Internet hatten, das ich fragen konnte.

him2Ich bat also meine Englischlehrerin um Hilfe, die bei manchen Textzeilen einfach nur sichtbar schockiert und alarmiert war. Und sie hatte ja Recht, die Gute. Gemacht oder gesagt hat sie allerdings nix. Und das war eine gute Lehre für mein weiteres Leben.

Konzerterfahrung
Ich habe HIM, ach Gottchen… vier Mal live gesehen? Zum ersten Mal auf einem richtigen Konzert, das müsste 2004 oder 2005 gewesen sein. Überhaupt war das eines meiner ersten Konzerte, doch war ich ein wenig enttäuscht: Ville Valo MIT BART!?!? Das hat mir praktisch den Boden unter den Füßen weggezogen.

Danach war HIM noch einige Male auf Rock am Ring. Das schönste Erlebnis hatte ich dabei 2010. Damals hatte ich während Rise Against meine Freunde verloren und saß nass und frierend in der Boxengasse. Rammstein sollte bald spielen, eine Band, die ich wirklich ziemlich hart hasse, doch hatte ich die mir eigentlich ankucken wollen, wennse halt schon mal da sind mit ihren Pyros und so… außerdem wollten alle meine Freunde Rammstein sehen.

Nun waren die aber wie gesagt weg und ich hatte wirklich keine Lust auf diese Ekel, also schlenderte ich über das Festivalgelände, als plötzlich Buried alive by love an mein müdes Ohr drang und mich elektrisierte. Ach, stimmt ja – HIM und Rammstein spielen ja gleichzeitig! Na, dann nix wie hin!

Ich bog um eine Ecke zur Alternastage und blieb erst mal wie angewurzelt stehen. Sich Rammstein ankucken, wennse halt schon mal da sind – auf die Idee sind wohl noch ein paar Leute gekommen. Die Alternastage war LEER. Ein paar hundert Leute, maximal. Vor einem so kleinen Publikum hat HIM sicher seit 10 Jahren nicht mehr gespielt!!

Bestimmt leicht ätzend für die Jungs, supergeil für mich. Ich kam ohne Probleme ganz nach vorne, hatte sogar noch Bewegungsfreiheit und SAH ZUM ERSTEN MAL IN MEINEM LEBEN DIE BÜHNE!!!

Das Konzert war dann auch einfach traumhaft. Eine friedliche, wunderschöne Stimmung, dazu Ville direkt vor mir, seine liebliche, immer noch verdammt sexy Stimme, überhaupt seine hocherotische Ausstrahlung (OMG, ich klinge immer noch wie 14, aber ich find’s voll okay!)… es war fantastisch.

Als es beendet war, ging ich wie auf Wolken zurück zur Centerstage – nur um direkt in Till Lindemanns verschwitzte Psychopathenfresse starren zu müssen. Grmpf.

Was das Album mich lehrte
„This life ain’t worth living“ – Join me

Trivia
Damals, als das Album erschien, gab es natürlich auch immer wieder Berichte über die Band Ville Valo. Und oft war zu lesen, dass er 80 Zigaretten am Tag raucht.
Das hat mich damals absolut fertig gemacht. 80 Zigaretten am Tag, wie macht er das, das ist doch völlig unmöglich!
Heute weiß ich: Och, das geht schon. Hust.

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Weitere Beiträge zur Themenwoche:

Teil 2: The Offspring – Americana

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Teil 4: System of A Down – Mezmerize

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Teil 6: TBA


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