Den/dem Stress weglaufen

„Was sollen wir eigentlich machen nach diesen ganzen Stress, Robin?“
„Dasselbe wie jedes Mal, Robin – wir rennen nach Spanien!“

Ich habe ja öfter Durststrecken auf dem Blog, aber das war die bisher längste. Mit Grund: Die stinkfaule Langzeitstudentin mit Depressionshintergrund hat sich jetzt endlich für die Abschlussprüfungen angemeldet. War auch höchste Zeit, denn wenn ich noch ein Semester gewartet hätte, hätte ich meine Examensarbeit nochmal schreiben müssen, weil dazwischen kein so großer Abstand liegen darf.

Aber was soll das heißen, noch ein Semester warten? Das ist nicht drin, Leute. Obwohl sie niemand leiden kann, übernehmen die Bachlor/Master endgültig den Laden… und wir Altstudierenden werden zunehmend energischer rausgekehrt. Nach diesem Semester hätte ich mich für die Abschlussprüfungen nur mit Härtefallantrag anmelden dürfen – entgegen ganz anders lautender Aussagen in der Vergangenheit. Aber in der Uni-Bürokratie ist es wie in jeder Bürokratie: Da weiß eine Hand nicht, was die andere macht und auf Nachfragen kommt immer nur noch mehr Geschwurbel.

Also anmelden. Dafür musste ich aber erstmal alle Scheine haben. Wofür ich erstmal alle noch fälligen Hausarbeiten schreiben musste. Vier Stück in ca. zwei Monaten, trotz Arbeit, trotz zwischenzeitlicher Grippe des Todes, trotz psychosomatisch bedingter Rückenschmerzen, wegen denen ich insgesamt zweimal zum Hausarzt, einmal zum Röntgen und siebenmal zur Physiotherapie rennen musste.

Und dann die Anmeldung an sich! Es gab Tage, an denen ich fünf Stunden an der Uni war und nur von einem Sekretariat zum nächsten rannte. Dazu korrespondierte ich noch mit einem alten Prof, der die Uni verlassen hat und daher nicht mehr verfügbar war, um zwei alte, nicht mehr auffindbare Scheine neu auszustellen, und schlug mich mit meiner alten Praktikumsstelle rum, von der ich nie eine Bescheinigung bekommen habe, die aber leider keinerlei Unterlagen mehr von mir hatte, die bewiesen, dass ich überhaupt da gewesen war. Das Problem ließ sich nur lösen, weil mein alter Klassenlehrer sich noch an mich und mein Praktikum erinnerte, aber bevor er bereit war, den Beleg auszustellen, zierte er sich gar sehr.

Long story short: Ich habe nun keine Angst mehr vor den Prüfungen, denn die können unmöglich stressiger sein als diese ganze Scheiße!

Ich muss allerdings erst in ein paar Wochen anfangen, mich darauf vorzubereiten. Was liegt da näher, als eben genau das zu machen, was bei mir gegen Stress so gut hilft wie nichts anderes?

Okay, einige mögen einwenden, dass 40km am Tag mit einem fast 10kg schweren Rucksack auf dem Rücken nicht so wirklich in die gängige Vorstellung von „Entspannung“ passt. Aber bei mir ist das so. Nirgendwo kann ich so gut loslassen wie in Spanien. Das Land, die Sonne, das Essen, die Leute, nichts weiter tun müssen als gehen, gehen, gehen… ein Träumchen. Zumindest für mich.

Zehn Tage bin ich weg und danach hoffentlich wieder voll da. Für euch, für meinen zuckersüßen Freund, für mich. Ohne Stress. Weil ich es kann!

Bloggen werde ich darüber nicht, aber ein paar Bilder gibt es auf Twitter zu sehen auf meinem Account oder unter dem Hashtag #robincamino. Viel Spaß! 🙂

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Home is where the heart is I’ve been told…

…SO I GOOO!!!

Liebe Leute, wieder haben es nur meine Twitter-Follower mitgekriegt: Ich bin wieder on the road! Dieses Mal sind es nur 10 Tage, die ich auf dem wunderschönen Küstenweg in Spanien verbringen werde. Heute habe ich meine erste Etappe hinter mich gebracht und darf vermelden: Ich bin fit und supergut drauf! Einer weiteren erfolgreichen Camino-Experience steht also nichts im Wege :3

Leider waren die Tage davor so stressig, dass es mir unmöglich war, mich richtig vorzubereiten oder auch nur drauf zu freuen. Als ich Dienstagmorgen viel… VIEL zu früh zum Flughafen düsen musste (so früh, dass man eigentlich von Montagnacht sprechen müsste 😦 ), war ich sogar kurz davor, das Ganze sausen zu lassen, weil ich eigentlich einfach nur schlafen wollte. Irgendwie hatte ich es nämlich in den fünf Tagen davor geschafft, nicht nur fast 30 Stunden arbeiten zu gehen (natürlich wie immer Spät- bzw. Nachtschicht), sondern mich auch dran zu erinnern, dass ich ja eigentlich noch studiere und eine meiner letzten Hausarbeiten anzufangen und fristgerecht (naja, fast) fertig zu stellen.

Ich sag mal so: Das alles auf einmal ist nichts, was ich nochmal wiederholen wollte!

Aber naja – meine Therapeutin hat gesagt, dass ich mir nicht immer so viel Stress machen soll (und findet ihr Sätze, die mit „Meine Therapeutin hat gesagt…“ beginnen nicht auch irgendwie absurd?). Deshalb habe ich für heute nichts mehr geplant, als mich in eine Badewanne voller Tapas zu schmeißen, für die San Sebastián berühmt ist.

Insgesamt bleiben mir nur 10 Wandertage! Der Anfang war vielversprechend. Allerdings treibt mich grade ein erstklassiges First-World-Problem um, das der Grund ist, warum ich überhaupt blogge (statt, ihr wisst schon… bereits in Tapas zu baden).

Heute bin ich wie gesagt in San Sebastián. Das logische Ziel für morgen wäre Zarautz, einer Stadt mit einem hässlichen Namen und wunderschönen Strand. Auch die Herberge ist sehr nett, allerdings öffnet die erst um 16 Uhr. So wie ich momentan drauf bin, komme ich allerdings schon um 12, 13 Uhr an. Warten ist an sich ja kein Problem, da der Strand nur ein paar Minuten weg ist und ich in der Zeit eigentlich schwimmen gehen könnte, nur ist leider für morgen Regen gemeldet.

Was nun? Eigentlich möchte ich ja auch so viel wie möglich gehen, womit sich die Alternative eröffnet, die Herberge links liegen zu lassen und weiter zu ziehen. Die nächste richtige Möglichkeit zur Einkehr ist dann allerdings wieder erst nach 21 km. 42 km gehen am 2. Tag? So gut es heute geklappt hat… DAS ist schon ne Marke. Sorgen um einen Schlafplatz brauch ich mir zwar keine zu machen, weil in Deba eigentlich immer jeder nen Platz kriegt, aber trotzdem! Da warten ein paar richtig fiese Steigungen, auch wenn die heute schlimmer waren.

Irgendwie tut es mir auch weh, die Herberge in Zarautz sausen zu lassen, weil sie echt schön ist mit megagroßen Garten, der zum abendlichen Verweilen einlädt und eigentlich die erste Möglichkeit darstellt, mal andere Pilger näher kennen zu lernen. Bisher ist das nämlich noch nicht so wirklich passiert, weshalb ich mich nicht richtig wohl fühle. Grade bin ich in einer sehr großen Jugendherberge, in der es so ganz ohne Aufenthaltsraum kaum Chancen dazu gibt und gestern war die Herberge auch schon überfüllt. Letztes Jahr dagegen hatten wir eine richtig gute Pilgergemeinschaft, weshalb es mir wahnsinnig weh getan hat, nach Hause fliegen zu müssen. Andererseits, wenn ich sowieso so viel wie möglich gehen will, ist es dann nicht sogar gut, wenn ich mich nicht allzu sehr an andere Pilger hänge? Sowieso hielt diese Gemeinschaft nur 2, 3 Tage, bis sich jeder in alle Winde zerstreute, wie mir grade bewusst wird. Anscheinend romantisiere ich das in der Erinnerung ein bisschen.

Also, was tun? 21 km und den halben Tag dumm rumsitzen, dafür aber ne megaschöne Herberge haben oder richtig durchpowern, zwei Etappen auf einmal zu machen und dann vielleicht neue Leute kennen zu lernen, bei denen es besser passt?

Schwierig und echt nervig, zumal es nur vom Wetter abhängig ist. Sollte morgen wider Erwarten Badewetter herrschen, bleibe ich mit Freuden in Zarautz, aber wenn es wirklich nieselt, bin ich total überfordert mit dieser Entscheidung. Hach!

Jetzt ist erstmal duschen angesagt, dann Tapas!! Ob ich mich noch öfter melde, weiß ich nicht, aber auf Twitter könnt ihr euch aktuelle Fotos etc. ansehen, denn im Gegensatz zu den letzten Malen bin ich dieses Mal ja smartphonebestückt! Hashtag #RobinCamino! Check it out :3

Zum Schluss die Musik für alle Globetrotter und Wanderfreudigen:

Ich bin zuhause.

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Ich bin dann mal weg – SCHON WIEDER.

Tja, momentan wenig los hier im Blog, was? Das hat einen Grund:

Ab morgen bin ich wieder auf dem Jakobsweg!

Dieses Mal nicht ganz so passend wegen des fehlenden Meeres, aber scheiß drauf!
Dieses Mal nicht ganz so passend wegen des fehlenden Meeres, aber scheiß drauf!

Kann man bescheuert finden (es ist mein viertes Mal!), aber ich freu mich schon wahnsinnig darauf! Letztes Jahr haben ja einige mitbekommen, wie ich mich durch Spanien gekämpft habe, doch musste ich irgendwann aus Zeit- und Equipmentmangel aufhören, live vom Camino zu bloggen.

In diesem Jahr stelle ich mich ganz neuen Herausforderungen auf dem Camino. Bespielsweise werde ich meinen Startort dieses mal per Trampen erreichen. Krasser Scheiß, oder? Das hat meine Mutter auch gesagt. Allerdings war das nicht anerkennend gemeint!

Und dann werde auch noch versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das wird mit Sicherheit kein großes Vergnügen. Allein um zu sehen, wie ich DAS hinkriegen will, ohne Amok zu laufen, lohnt sich der Weg schon!

 
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