Mehr Raum für Antifeministen! Antifeministen brauchen unsere Hilfe!

Ich wurde aufgefordert, eine Linksammlung maskulistischer, maskulinistischer und antifeministischer Internetauftritte zu verlinken und komme diesem Wunsch GERNE nach:

Matzes supitolle Auflistung der hehren Kämpfer gegen die Zersetzung der westlichen Kultur durch die Femnazis und den femizentrisch-faschistischen Staatsapparat

Jetzt denken wahrscheinlich einige „WHUUUT?! Die Tussi ist Feministin, warum verlinkt die ihre Nemesis!?“

Ganz einfach: Ich bin es leid. Ich bin es leid, dass jede blöde Äußerung von Alice Schwarzer am nächsten Tag in allen Gazetten verrissen wird, ich bin es leid, dass in der Uni jeder bei der Erwähnung des Wortes „Feministin“ kichert, ich bin es leid, dass sich aus diesem Grund kaum eine traut, sich Feministin zu nennen, auch wenn es tausend Überschneidungen mit der eigenen Überzeugung gibt, ich bin es leid, mich für jede verbale Bösartigkeit, die sich irgendeine Feministin jemals geleistet hat, rechtfertigen zu müssen, auch wenn sowas nie über MEINE Lippen gekommen wäre, ich bin es leid, als männerhassende Täterin da zu stehen, während die ganzen ach so lammfrommen Antifeministen sich als Verteidiger des Abendlandes profilieren und gleichzeitig rumjammern können, ja so dermaßen von ach so diabolischen Frauen ausgebeutet zu werden.

Der Feminismus ist älter als der Antifeminismus, was logisch ist, denn es kann sich niemand „Anti“ positionieren, wenn es dieses Etwas nicht vorher gegeben hat. Der Maskulismus ist ebenfalls jünger einfach deswegen, weil es bisher in der Weltgeschichte kaum einen Anlass gab, eine männerrechtliche Bewegung zu gründen. Aus dem gleichen Grund gehören jenen beiden Gruppen auch viel weniger Aktivisten an. Womit ich nicht sagen will, dass es nicht durchaus viele Menschen in Deutschland gibt, die der selben Denke anhängen, es aber nicht heraushängen lassen.
Damit sind Feministinnen auch präsenter in der Gesellschaft, was an sich ja schön ist, aber leider dazu führt – und hier kommen wir wieder zu meiner Motivation, eine solche Liste zu verlinken – dass auch viele so richtig dumme feministische Statements eine weitaus größere Verbreitung finden als dies bei so manch unterirdischer maskulistischer Sichtweise der Fall ist.

Dennoch bin und bleibe ich Feministin, denn der Feminismus ist vielschichtig und nur, weil ein paar kranke Tussis davon fantasieren, alle Männer zu kastrieren und sogar schon kleine Jungs hassen, weil männlich, muss mich das in meiner Überzeugung nicht tangieren – denn es ist ja nicht meine, im Gegenteil!

Feministin bin ich, weil ich einige eindeutige Missstände gegen Frauen auch heute noch verorte. Mein größtes Anliegen, mein Hauptaugenmerk und Schwerpunkt sozusagen, sehe bzw. lege ich dabei auf sexueller Gewalt und allem, was damit zusammen hängt. Das nur so nebenbei.

Das heißt jedoch nicht, dass mir sämtliche männerrechtlichen Anliegen am Arsch vorbei gehen, im Gegenteil. Männer waren und sind in vielen Bereichen benachteiligt, wofür ich maßgeblich das verkrustete Rollenverständnis verantwortlich mache, welches mein Feminismus kritisiert und bekämpft. Zwangsläufig entstehen dadurch Überschneidungen zwischen meinem Feminismus und meinem Maskulismus, denn dieser ist auf gar keinen Fall per se schlecht!!

Ich denke, ich habe schon oft genug meinen Willen demonstriert, gegen idiotische Auswüchse des Feminismus anzugehen, genauso, wie ich verständliche Anliegen des Maskulismus jederzeit unterstütze, ohne mich dabei im Geringsten in meinem Feminismus gestört zu fühlen. Denn ich mag Männer und möchte beide Geschlechter in einem respektvollen, liebevollen Umgang miteinander sehen.

Was ich NICHT mag, sind Antifeministen – frauenhassende Arschlöcher, ignorante Scheuklappenträger, die jegliche Benachteiligung gegen Frauen in sämtlichen Epochen der Weltgeschichte leugnen und daher dem Feminismus, egal in welcher Ausprägung, jeden auch noch so zarten Hauch Legitimität absprechen. Männer, die im selben Atemzug den Wunsch einer Frau, Karriere zu machen, verdammen können und gleichzeitig süffisant feststellen, dass Frauen spätestens ab 35 ja eh sämtliche Attraktivität und damit Daseinsberechtigung flöten gegangen ist. Leute wie der gute Matze oben, die meinen, Frauen wären intrigante Ausbeuterinnen, die kein anderes Ziel haben, als sich irgendeinen Kerl mit Kohle zu krallen und sich von ihm ein Nest bauen zu lassen, wo sie ihren fetter werdenden Arsch parken und den Rest ihres Lebens darauf verwenden, ihm aus reinem Kalkül und nur, weil es ihnen einen perversen Spaß bereitet, Männer leiden zu sehen, Zärtlichkeit und Sex vorzuenthalten, während sie andererseits ständig auf der Pirsch nach einem Seitensprung sind, denn Frauen sind ja grundsätzlich untreu und können ein Kind wohl nur lieben, wenn es von einem Mann groß gezogen wird, der unwissentlich nicht der biologische Vater ist.

Klingt bescheuert, findet ihr? Ja, das IST es auch! Es ist misogyner, hasserfüllter und nicht zuletzt menschenfeindlicher Bullshit, dessen ständige Wiederholung zur Spaltung der Gesellschaft und damit zum Unglück BEIDER Geschlechter beiträgt!
Trotzdem es einige Antifeministen gibt, die so oder ähnlich denken, ist immer nur von bescheuerten Feministinnen die Rede, die schon eine geschlechtsspezifische Anrede als Gewalt empfinden und die Farbe Rosa am liebsten aus Gottes Tuschkasten verbannen wollen – weil eine Meinung wie obige eben höchstens im Netz, aber niemals in einer ernsthaften Zeitschrift oder TV-Format kursiert.

„Ach, Internet“, mögen manche jetzt vielleicht denken, „unnötig, sich darüber aufzuregen.“
Tja, aber nur, weil diese Leute im echten Leben vermutlich SO klein mit Hut sind, ändert das leider nichts daran, dass solche Meinungen existieren! Und so lange kaum einer weiß, dass sie es tun, kann ich vollkommen nachvollziehen, warum viele die Augen verdrehen, wenn sie eine Feministin reden hören. Wo augenscheinlich kein Problem, da kein Grund zur Aufregung!

Doch sorry: Es GIBT ein Problem! Und einige davon sind in dieser Linksammlung (sowie in allem, was davor und was danach gelabert wird) gesammelt.

Ich habe nicht jeden Link überprüft. Auch möchte ich, um das nochmals zu betonen, dem Maskulismus nicht die Existenzberechtigung absprechen, da es männerrechtlich gesehen einige eindeutige Baustellen gibt (zu einer liefere ich nächste Woche schon einen lange in Arbeit befindlichen Beitrag – man darf gespannt sein). Ich gehe davon aus, dass viele dieser Links völlig in Ordnung sind und nachvollziehbare Forderungen stellen.

Aber der Antifeminismus ist eben nicht der Maskulismus, sondern höchstens eine ekelhafte Facette davon. Und Links mit solchen Inhalten verbreite ich nur zu gerne. Denn die Abartigkeiten, die Antifeministen von sich geben, sollen gehört und gelesen werden, damit die Menschen sehen, wie nötig der Feminismus auch heute noch ist. Entscheidet bitte selbst, welche Seite zu der einen und welche zu der anderen Gruppe gehört. Spezifizierungen zu einzelnen Links nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen.

Daher danke ich dem armen Matze für seine Hilfe. Er glaubt, eine Verbreitung dieser Links würde praktisch die Welt retten und den abgrundtief bösen Feminismus ausrotten. Ich sage: Sowas kann dem Feminismus nur gut tun.

Vermutlich wird er das nicht einsehen und sich diebisch über die Verlinkung freuen. Es sei ihm gegönnt. Dann ist er glücklich, ich bin glücklich und der Christian, auf dessen Blog diese Liste zu finden ist und der dort einige der bemerkenswertesten Kandidaten für den Titel „Antifeminist des Jahres“ um sich schart, ist vermutlich auch glücklich wegen der Klicks.

Jeder freut sich – ist das nicht schön. So nett können Feministinnen sein.

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