Zum 20. Todestag von Kurt Cobain: 20 maximalpersönliche Facts

„Nevermind“ hat Michael Jackson von Platz 1 der Albumcharts gestoßen? Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl ist heute Frontmann der „Foo Fighters“? Kurt Cobains zweiter Name war Donald und er starb mit 27? Diese little-known-well-known Fun Facts könnt ihr heute vermutlich überall lesen. Ich dagegen biete euch unverschämt narzisstische, völlig selbstzentrierte Facts über mich, die alle irgendwie mit Kurt Cobain zu tun haben. Und das findet ihr sonst nirgends!

1. Ich finde, Kurt Cobain war der schönste Mann der Welt.

2. Kurt Cobain war Linkshänder. Wie ich.

3. Kurt Cobain war Sternzeichen „Fische“. Wie ich.
Kurt Cobain könnte auch Wassermann sein, denn er ist am 20. Februar geboren und aus irgendeinem Grund beginnt bei manchen Horoskopen das Sternzeichen Fische erst am 21. Februar. Das ist mir aber scheißegal. Der Mann war Fische.

4. „Es ist okay, Fische zu essen, weil sie keine Gefühle haben“ war mal mein lustig gemeinter Beitrag zu einer Vegetarismus-Diskussion meiner WG. Mitbewohner Daves Gesichtszüge verhärteten sich daraufhin und es dauerte Minuten, bis er auf Nachfrage endlich damit rausrückte, dass er dieses Statement total scheiße von mir fand. Das er ernst genommen hatte, obwohl er erkannt hatte, dass es sich dabei um ein Songzitat handelte. Der Doofkopf.

5. Ich habe niemals Kurt Cobains Tagebuch gelesen, weil ich das als Leichenfledderei empfinde.

6. Das Video zu „Heart-Shaped Box“ wird für immer einen Platz in meiner Top 5 der besten Musikvideos aller Zeiten haben. Kurt Cobain sieht darin traumhaft aus. Seine Augen stachen nie mehr.

7. Die „Nevermind“ dagegen wird auf ewig in meiner Top 5 Liste der besten Alben aller Zeiten vertreten sein: klick

8. Ich habe, glaubt es oder nicht, tatsächlich Verwandtschaft in Seattle. Ich kenne diese Leute nicht, aber irgendwann werde ich sie besuchen.

9. Meine erprobte Methode, um in der Vergangenheit festzustellen, ob ich es mit echten Nirvana-Fans zu tun habe oder nicht: Ganz genau zuhören, was sie mitgröhlen, wenn „Smells like Teen Spirit“ in der Disco läuft.
„Hello, Hello, Hello, Hello“? – Faker.
„Hello, Hello, Hello, how low“? – that’s right, baby.
„You know you’re right“ eignet sich dazu allerdings auch. Die Bridge geht nicht „Heeeeee-he-he-heeee-he-he-heeeey“. No-ho-ho-hope. Er singt „Pain“. Merkt’s euch.

10. Der Comic „Godspeed“, der sich als Biographie versteht, finde ich leider nur aus visuellen Aspekten lesenswert. Die Zeichnungen rocken (meistens), aber der Rest ist scheiße, vor allem, da nicht mal in Erwägung gezogen wird, dass er keinen Selbstmord begangen hat.

godspeed

 

11. Denn ja, ich glaube an die Mordtheorie. Kurt Cobain hatte zu viel Heroin im Blut, um die Schrotflinte zu bedienen.
Jetzt könnte man einwenden, dass jemand, der so lange süchtig gewesen war, eine genügend hohe Toleranz entwickelt hat. Das wäre ein valides Argument. Stattdessen argumentierte ein Arzt (angeblich als Gutachter von Courtney Love agierend) in dem Bericht, den ich darüber mal gesehen habe, dass es eine volle Minute dauert, bis ein Schuss wirkt und er somit genügend Zeit gehabt hätte, die Waffe abzufeuern, bis die Wirkung eingesetzt hätte.
Das ist falsch. Bei intravenöser Einnahme wirkt Heroin nach wenigen Sekunden. Zudem ist die Vorstellung, dass ein Mensch, der fast sein halbes Leben lang von diversen Drogen abhängig gewesen war und die Wirkung wohl offensichtlich mochte, nach einem gesetzten Schuss hastig aufspringt, um sich den Kopf wegzuballern, bevor ein Effekt spürbar ist, einfach nur hochgradig lächerlich.
Und aus diesem Grund glaube ich an die Mordtheorie. Wer so saublöde Scheinargumente von sich gibt, hat was zu vertuschen.

12. Kurt Cobain rauchte Light-Zigaretten. Ich habe aus diesem Grund auch versucht, Light-Zigaretten zu rauchen. Ging aber nicht. Die sind einfach zu eklig.

13. An seinem 7. Todestag, ich war 16 und unlängst Fan geworden, gab es wie immer viele Berichte auf MTV über Nirvana. Es war das erste Mal, dass ich Filmmaterial über ihn sah, denn Youtube gab es damals noch nicht. Das hat mir einen richtig heftigen Schock versetzt. Bisher hatte ich monatelang nur Bilder gekannt und irgendwie war es total surreal, diesen Menschen plötzlich in Bewegung zu sehen.

14. An seinem 8. Todestag versuchte ich, bei MTV anzurufen, als sie Erfahrungsberichte von Fans live in der Sendung hören wollten. Ich kam auch durch, aber leider wurde ich nicht zurück gerufen. Stattdessen wurde so eine blöde Tussi durchgestellt, die nicht mal die Songs kannte. („Welcher ist denn dein Lieblingssong?“ – „Äh, der da, der eben lief…“)

15. Ich war Grunge mit allem, was dazu gehört: Chucks, Flanellhemd, Levi’s 501. Diese war irgendwann so oft geflickt, dass ich jahrelang in der Schule bekannt war als „Das Mädchen mit der kaputten Hose“.

16. Ich habe jahrelang an seinem Todestag schwarz getragen und bin in die Kirche gegangen, um eine Kerze anzuzünden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm letzteres nicht gefallen hätte.

17. Ich bin stolze Besitzerin dieses Kunstdrucks, der über meinem Bett hängt:
Kurt

18. Ich habe noch kein Nirvana-Cover gehört, das ich nicht als eklatante persönliche Beleidigung empfunden hätte, und halte House-, Techno- oder Dubstep-Remixe für ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zeigt mal etwas gottverdammten Respekt, ihr talentfreien Elektro-Arschlöcher!!

19. Dieses T-Shirt habe ich während meiner Realschul-Abschlussfahrt in Pisa gekauft und liebe es immer noch, auch wenn es schon fast 13 Jahre alt ist:
kurt shirt
Unlizensierte Shirts sind einfach die besten.

20. Kurt Cobain hat mein Leben mehr geprägt, als ich es mit einem blöden Blogartikel auszudrücken vermag. Er hat mich auf so viele Arten gerettet, die niemand verstehen würde, würde ich sie hier ausbreiten, außer höchstens meine BF, die mit mir meine Leidenschaft teilte. Es ist mir scheißegal, wenn das jemand pubertär findet, und es geht mir am Arsch vorbei, wenn sich irgendein Vollidiot darüber lustig machen will. Denn ohne Kurt Cobain hätte es Nirvana nie gegeben und ich wäre ohne Nirvana nicht die, die ich heute bin, falls ich überhaupt noch leben würde. Und darum hat er für alle Zeiten einen Platz in meinem Herzen.

RIP, Kurt (20. 2. 1967 – 5. 4. 1994). Du bist immer noch der Beste.

kurt lacht

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Meine Top 7 Alben aller Zeiten – Teil 3: Nirvana „Nevermind“

Irgendein ernsthaftes Music-Best-of ohne dieses Schätzchen? Irgend…eines?

Nirvana

Tracklist
1. Smells like Teen Spirit
2. In Bloom
3. Come as you are
4. Breed
5. Lithium
6. Polly
7. Territorial Pissings
8. Drain you
9. Lounge Act
10. Stay away
11. On a Plain
13. Something in the way (+Endless Nameless)

Erstkontakt
Und so begab es sich, dass zwei verwirrte, unglückliche Mädchen mit gekreuzten Beinen vor der Anlage des einen Mädchens saßen und Musik hörten. Dieses Mädchen – meine beste Freundin – spielte dem anderen Mädchen – mir – etwas neues vor. Es war die Live-Version von Smells like Teen Spirit, die auf der From the muddy banks of the Wiskah zu finden ist.
„Wie findeste?“
„Hm, joah… wer isn das?“
„Nirvana. Der Sänger, Kurt Cobain, war ein Junkie und hat sich umgebracht.“
„Cool,“ sagte ich. Und sie nickte verstehend.

Highlights
Smells like Teen Spirit
In Bloom
Come as you are
Breed
Lithium
Polly
Territorial Pissings
Drain you
Lounge Act
Stay away
On a Plain
Something in the way

Tiefpunkte
Bitch, please.

Biographisches
Ich sitze hier und kann kaum in Worte fassen, wie sehr Nirvana mich beeinflusst hat. Als ich Kurt Cobains sanfte Stimme zum ersten Mal hörte, war ich praktisch innerlich abgestorben. Er hat mich ins Leben zurück geholt. Und seitdem weiß ich: Es ist immer noch besser, sich schlecht zu fühlen, als gar nichts zu fühlen.

Ich erinnere mich an meine Abschlussfeier zur Mittleren Reife. Was habe ich geweint. Dabei hatte ich wirklich keinen Grund dazu. Die Realschule war scheiße gewesen. Freunde hatte ich keine. Aber, naja, wenigstens wurde ich nicht allzu sehr gemobbt. Eher übersehen. Es könnte doch SEHR viel schlimmer sein, oder? – dachte ich damals. Deshalb die vielen unnötigen Tränen.
nirvana3Aber ich hatte ja Nirvana. Und kurz vorm Eintritt in die Oberstufe meiner neuen Schule stand fest: Ab jetzt könnt ihr mich alle aber mal sowas von am Arsch lecken. Anpassung, Anerkennung, verzweifelt versuchen, wenigstens nicht in allem so dermaßen hinterher zu hinken? Nä, das gibts jetzt nicht mehr. Nehmt mich so wie ich bin oder fickt euch.

still in my room, still in my heart
still in my room, still in my heart

Ich stiefelte also am ersten Schultag mit Chucks, zerrissenen Levis 501 und einem viel zu großen unlizensierten (und deshalb saucoolen) Kurt-Cobain-Shirt aus Italien in die Klasse – und wurde sofort akzeptiert. Mehr noch, man fand mich cool!!

Meine Familie hasste mich für mein neues Auftreten. Auch verging kein einziger verdammter Tag, an dem ich nicht auf der Straße wegen meiner kaputten Jeans angepöbelt wurde.

Aber ich fühlte mich zum ersten Mal wohl und ging fast jede Woche tanzen. Rückblickend war das vielleicht die beste Zeit meines Lebens.

Konzerterfahrung
Nirvana-Konzerte? Wie, zur Hölle, wie? Kurt Cobain brachte sich um wurde ermordet, als ich gerade neun Jahre alt war. Ich glaube, sollte ich je eine Zeitmaschine erfinden, wäre ein Nirvana-Konzert irgendwann Anfang der Neunziger meine erste Zieladdresse.
Wenigstens gibt es das legendäre Unplugged-Konzert. Ich weiß noch, wie der erste Todestag von Kurt nahte, nachdem ich ihn entdeckt hatte. Traditionell zeigte MTV dann immer das schon erwähnte Konzert, irgendwann spät abends.

Ich saß also an diesem Tag aufgeregt wie ein kleines Mädchen vor dem Fernseher und inhalierte die Musik und die Bilder. Es war so dermaßen traumhaft. Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Kurt sah nie besser aus.

(Is nur der Soundcheck. Hat auch was.)

Was mich das Album lehrte
„It’s okay to eat fish
cause they don’t have any feelings“
– Something in the way

Trivia
Wo soll ich da nur anfangen? Ich tät sagen: Gar nicht. Nächstes Jahr jährt sich Kurts Todestag zum 20. Mal. Da könnt ihr euch jetzt schon auf einen entsprechenden Artikel einstellen, falls es mich dann noch gibt. Da werdet ihr aber sowas von zugeschmissen mit irgendwelchen random facts.
Vielleicht schaffe ich es bis dahin, meine Abneigung gegen Leichenfledderei zu überwinden und endlich seine Tagebücher zu lesen. Doch halt, lasst mich überlegen… nee!

nirvana2


Weitere Beiträge zur Themenwoche:

Teil 1: HIM – Razorblade Romance

Teil 2: The Offspring – Americana

Teil 4: System of A Down – Mezmerize

Teil 5: Ignite – Our Darkesst Days

Teil 6: TBA


Weißt du, was richtig krass ist? Einer wildfremden Person im Internet eine Tasse Kaffee zu spendieren, nur weil dir ihr Beitrag gefallen hat. Das ist Rock’n‘Roll!