Der Endgegner im Badezimmer 1: Der ewige Kampf

Dies ist eine überarbeitete Version eines Blogposts, den ich schon vor Jahren auf meinen 1. Blog veröffentlichte und später dann auf diesen Blog rüber zog. Für mich ist er aber sehr wichtig. Aber nicht nur deswegen könnte nichts besser sein, um diese Themenwoche einzuleiten…

Gerne übertreiben Leute und sagen etwas wie „Diese Themen begleiten mich schon fast mein ganzes Leben“. Wenn es um Diät, Übergewicht und Abnehmen geht, stimmt das bei mir aber tatsächlich.

Alles begann bereits in der Grundschule, wahrscheinlich so um die dritte Klasse rum: Ich war speckig und wurde deshalb gehänselt. Es ist schlimm, sowas zu schreiben, vor allem da ich es selbst ganz furchtbar finde, wenn sich schon so kleine Mädchen Gedanken um ihre Figur machen, aber bei mir war es nun mal so. Ich schämte mich unglaublich für mein Aussehen, aber in dem Alter kann man da natürlich nichts dafür, noch kann man dagegen großartig was unternehmen, wenn einem die Familie (vor allem die, die für die lebensmitteltechnische Versorgung zuständig sind) nicht hilft. Im Gegenteil, schon damals bekam ich von meiner Familie blöde Sprüche ab, was auch nicht besonders dazu geeignet war, mein Selbstvertrauen zu steigern.

Ich erinnere mich noch, wie ich in der 4. zu einem Geburstag eingeladen war, der im Schwimmbad stattfinden sollte. Für alle anderen Kinder meiner Klasse war das ein wahnsinniges Highlight, aber mir graute es davor, mich in Badeanzug zu zeigen. Alles Heulen brachte aber nichts – meine Mutter zwang mich trotzdem, hinzugehen -.-

In der weiterführenden Schule ging es dann so weiter. Hier stand Schwimmen sogar zwei Jahre lang auf dem Lehrplan, was ich grauenhaft fand, obwohl ich eigentlich unheimlich gerne schwimme.

In den ersten Sommerferien war ich dann in Kinderkur. Eigentlich war das lediglich als „Urlaub“ deklariert, weil meine Mutter was bei der Krankenkasse drehen konnte, aber nach der dortigen Untersuchung, bei der ich mich ganz nackig machen durfte, wurde ich an den Abnehmertisch gesetzt.
Dort saß ich nun mit lauter erbärmlich fetten Stadtkindern und bekam einen kalorienreduzierten Fraß nach dem anderen vorgesetzt, wovon ich vielleicht 50% essen mochte, der Rest war ekelhaft. Das vom Arzt gesteckte Ziel – 3 Kilo in vier Wochen – erreichte ich zwar, aber wahrscheinlich auch nur deswegen.

Immerhin hatte ich in der Kinderkur erstmals Erfahrung mit Kalorienzählen gemacht und aß von da an bis heute fast kein helles Brot mehr (immerhin). Was meine Eltern aber eher nervig fanden, denn plötzlich mussten sie Körnerbrötchen kaufen…

Je älter ich wurde, desto vehementer wurde ich von meiner Familie auf mein Gewicht reduziert. Die Männer machten sich lustig und die Frauen überschütteten mich mit immer neuen Diätratschlägen, wenn sie sich nicht auch gerade lustig machten. Problem war weiterhin, dass ich mittags immer bei meiner Oma aß und die einen Scheißdreck auf Kalorien gab. Erst mit 14 Jahren konnte ich schließlich durchsetzen, dass ich nach der Schule direkt nach Hause gehen und mir selbst etwas zu essen machen durfte. Wobei ich dann DORT das Problem hatte, dass wir in meinem Dorf keine Einkaufsmöglichkeit haben und meine Mutter sich schlichtweg weigerte, das ganze Zeug zu kaufen, das ich haben wollte.

Bis ich 16 wurde, verwuchs sich einiges an Speck, was ich anhand vieler Bilder nachvollziehen kann, doch damals merkte ich das gar nicht, sondern fühlte mich immer noch zu fett. Ich probierte bis dahin vieles aus, was mir von außen nahegelegt wurde. Nur, und da zeigten sich erste krankhafte Tendenzen: Ich übertrieb maßlos.

Beispielsweise soll ja Apfelessig sehr gut zum Entschlacken sein. Täglich ein Glas Wasser mit einem Schluck Apfelessig soll helfen, die Verdauung anzuregen.
Was tat ich? Ich kniff die Nase zu und trank das Zeug fast pur.
Damals (aber auch schon früher) habe ich auch erste heimliche Erfahrungen mit Abführmitteln gesammelt. Meine Mutter hätte mich umgebracht, wenn sie davon gewusst hätte, und hätte damit vollkommen Recht gehabt. Andererseits bekam ich aber auch immer noch nicht die geringste Unterstützung.

Als ich zur Oberstufe die Schule wechselte, erfand ich meine Persönlichkeit radikal neu. Am ersten Schultag tauchte ich mit Kurt-Cobain-Shirt, Chucks und zerrissenen Levis 501 auf. Meine Mitschüler waren beeindruckt und so fühlte ich mich zum ersten Mal halbwegs wohl.
Zu dieser Zeit wog ich ungefähr 58 Kilo auf 1,58 m. Nicht schlank, aber eben auch nicht fett. Dennoch wollte ich gerne für die erste Klassenfahrt zum Meer in Bikini gut aussehen und hatte damit wieder mal Abnehmpläne.

Nur war dieses Mal irgendein Schalter umgesprungen: Statt Radikalkuren oder idiotischen Diäten wählte ich den gemäßigten Weg und aß einfach nicht mehr so viel. Statt drei Portionen Spaghetti Bolognese nahm ich nur noch eine und aß mich zusätzlich am Salat satt. Aus irgendeinem Grund fiel mir das auch gar nicht so schwer.
Es vergingen, glaube ich, nicht mal drei Tage, bis meine Mutter abends in mein Zimmer kam und eines dieser unangenehmen ernsten Gespräche führen wollte. Warum ich denn so wenig esse, das wäre ja nicht gut, ich würde ja noch wachsen (lol…), blablabla.
Ich saß auf meinem Bett und war fuchsteufelswild. Esse ich zuviel, werde ich ausgelacht, esse ich weniger, muss ich mir direkt so eine Scheiße anhören. Dabei war mein Essverhalten zu dem Zeitpunkt wirklich genau richtig, aber dennoch bekam ich es von allen Seiten drauf.
Immerhin schaffte ich auf diese Weise tatsächlich, 5 Kilo abzunehmen und sah in meinem Bikini nicht schlecht aus. Eigentlich hätte es damit beendet sein können und ich könnte noch heute eine normalgewichtige, zufriedene Frau Anfang 30 sein, aber wieder spielte meine Familie da nicht mit. Denen war mein neuer, grungiger Kleidungsstil ohnehin ein Dorn in Auge. Erst meinten sie gehässig, diese Art Klamotten würden mich fett machen, doch ziemlich schnell schwenkten sie um und sagten, ich SEI fett. Und das mit einem BMI von 21!

Mein noch sehr fragiles neues Selbstbewusstsein kam damit nicht klar und nahm diese Häme ernst, darum bemühte ich mich immer verzweifelter, noch mehr abzunehmen. Ich dachte, wenn ich es mal unter 50 Kilo schaffe, wäre alles gut, aber das ist nun einmal nicht so einfach. Hätte ich weiter gemäßigt gegessen, hätte ich mein ideales Gewicht mühelos halten können, aber da ich ja unbedingt noch weiter Gewicht verlieren wollte, machte ich damit alles kaputt. Fastentagen folgten Tage mit üblen Fressflashs, Tage, an denen ich nichts als Äpfel essen wollte endeten mit einer Pizzaorgie. Mein Körper reagierte mit Gewichtszunahme.

Als ich nach dem Abi weder Studien-, noch Lehrplatz bekam und ich voll in einer Adoleszentenkrise steckte, war mir auch zeitweise mein Gewicht egal. Folgerichtig war ich bald über 60 Kilo.

Die letzten Jahre waren dann geprägt von einigen diätischen Misserfolgen – besonders möchte ich hier die Kohlsuppendiät hervorheben – und weiterer Gewichtszunahme. Allmählich begann sich dann aber dann doch in mir der Gedanke zu manifestieren, dass diese ganzen elenden Crashdiäten einfach nichts bringen und es schlichtweg viel effektiver ist, seine Ernährung umzustellen. Einige Male habe ich das sogar zeitweise geschafft und hatte damit keinen schlechten Erfolg. Also warum nicht wieder?
Doch als ich dies vor ca. 5 Jahren probierte, tat sich überhaupt nichts. Sowieso fielen mir immer mehr Dinge auf, die mir langsam bewusst machten, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Beispielsweise während Rock am Ring: Ich aß und trank so ziemlich dasselbe wie alle meine Freunde während diesen paar Tagen, aber ich war die einzige, die danach 3 oder 4 Kilo schwerer war. Einige nahmen während diesen Festivaltagen sogar ab, nur ich nahm so viel zu!

Ich begann, der Ursache auf den Grund zu gehen und wurde schnell fündig: Schilddrüsenunterfunktion. Das erklärte gleich auch eine ganze Palette anderer Symptome, an denen ich litt. Dennoch wollte mein ursprünglicher Hausarzt nichts festgestellt haben. Ein Jahr lang beobachtete ich mein Gewicht sowie den Rest weiter, bis ich wieder zum Arzt ging, diesmal aber zu einem Spezialisten. Und dieser stellte fest: Jap, Sie haben eine Unterfunktion.

Seit dieser Zeit muss ich deshalb also täglich Tabletten nehmen, aber ich möchte mich nicht beschweren. Zwar habe ich seitdem eigentlich nicht abgenommen, aber das lag nicht an den Tabletten. Ich habe schlicht und ergreifend zu viel gefressen! Vor der Diagnose hätte ich mit den Mengen, die ich in mich reingestopft habe, bestimmt mindestens 10 Kilo zugenommen, aber so ist mein Gewicht sogar konstant geblieben.

Dennoch bin ich wie schon beschrieben nicht gerade glücklich über mein jetziges Gewicht und möchte es nun endlich wieder mit einer Ernährungsumstellung versuchen. Nachdem ich jahrelang gelernt habe, wie viele Kalorien einzelne Lebensmittel haben und wie viele ich zu mir nehmen darf, ist das auch gar kein Problem. Lediglich kostet es Überwindung, täglich einige kleine Mahlzeiten einzubauen, die meinen Stoffwechsel auf Trab halten.

Das Schöne an einer Ernährungsumstellung ist, dass man im Prinzip auf nichts verzichten muss. Bei jeder Form von Diät, sei es nun Atkins, Trennkost oder sonst was, gibt es immer etwas, dem man auf ewig Adieu sagen muss. Ich MÖCHTE aber nicht auf alles verzichten. Nach all den Jahren, in denen ich mich so sehr gehasst habe für alles, was ich gegessen habe, habe ich dennoch nicht den Spaß am Essen verloren, im Gegenteil. Ich koche wahnsinnig gerne. Ein gutes Öl, ein edler Fisch oder ein perfektes Stück Fleisch bringen mich regelrecht zum Träumen. Es ist nichts falsches dran, einen exquisiten Käse zu mögen oder raffiniert eingelegte Oliven – sofern man keine Diät macht.
Diäten verbieten einem alles, was lecker ist. Ich könnte regelmäßig ausrasten, wenn ich höre oder lese: „NATÜRLICH können Sie mit dieser Diät auch mal eine Pizza genießen! Wie wäre denn als Belag hauchdünner Prosciutto, Rucola und gehobelter Parmesan?“
Sorry, aber ICH mag meine Pizza mit Salami und ordentlich Gauda, der auch schmilzt, wenn man ihn heiß macht, also nein Danke!
Was ich sagen will: Eine Ernährungsumstellung erlaubt einem das, was man mag, auch weiter zu essen – halt nur nicht täglich oder gar ausschließlich. Aber damit wird’s natürlich auch wieder zu was Besonderem. Und den Rest der Zeit tut man halt etwas für seinen Vitamin- und Nährstoffhaushalt – was Diäten auch nicht tun.

Auf diesem Stand war ich zumindest vor drei Jahren – aber geändert hat sich in dieser Zeit nichts. Ich war weiterhin unglücklich mit meinem Gewicht und fiel von einer diätischen Enttäuschung in die nächste.

So zumindest bis vor kurzem…!


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Fatshaming und Fatacceptance
Buchtipp
The war is won!
Meine Diät!
Rezepttipp: Der Teig ohne Mehl!
Geheimtipp: Die Nudel ohne Kalorien!
Bonus – das beste Rezept der Welt! (Zum Mitmachen!)

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Fasten, fat positive, „The Biggest Loser“

Mein kleiner Fanartikel über The Biggest Loser ist ja größtenteils negativ aufgenommen worden. Damit habe ich ehrlich gesagt gerechnet, allerdings hat mich die Art der Kritik ziemlich umgehauen.

Ich meine, ich kann vollkommen verstehen, wenn die Serie kritisch gesehen wird, vor allem was den Umgang mit den übergewichtigen Kandidaten angeht. Was ich absolut nicht verstehen kann und auch auf gar keinen Fall unterstützen oder gar gutheißen will: diese leicht verklärte Sicht auf Übergewicht an sich.

Es gibt feministische Strömungen, die haben sich etwas auf die Fahnen geschrieben, was sich fat positive nennt. Den Grundgedanken, sofern ich den richtig verstanden habe, unterstütze ich vollkommen: Kein Mensch sollte aufgrund seines Körpers diskriminiert oder beleidigt werden, vor allem nicht in Hinblick auf ein völlig überzogenes Schönheitsideal, das z.B. dazu führt, dass eine Frau, nennen wir sie mal Britney Spears, in allen Medien als fett bezeichnet werden darf, nur weil sie plötzlich auf elefantöse Größe 36 angeschwollen ist. Größe 36 ist nämlich NORMAL!!
Auch ist es wirklich unübersehbar, dass so eine Häme wirklich hauptsächlich Frauen trifft, und sich sogar megaschlanke Mädchen in aller Öffentlichkeit von einer talentfreien Unsympathin anhören müssen, dass sie immer noch zu fett sind, um Supermodel zu werden.

Nochmal in aller Kürze die Punkte, denen ich zustimme:
– Frauen werden im höchsten Maße auf ihr Äußeres reduziert
– Frauen werden in Bezug auf ihr Gewicht von klein auf verunsichert
– Frauen wird von den Medien etc. ein Körperbild vor Augen gehalten, dass krankhaft und kaum ohne strikte Mangelernährung und exzessiven Sport zu erreichen ist

So weit, so verständlich (finde ich zumindest). Das ist etwas, was man durchaus kritisieren sollte.

Doch hier kommt das große ABER. Es kann ja wohl nicht sein, dass die Kritik an dem einen Extrem (nämlich die Propagierung von Körpern am Rande des Untergewichts oder darüber hinaus als „schön“) in eine Glorifizierung des anderen Extrems umschlägt. Und das fängt schon mit der Bezeichnung dieser Bewegung an: fat positive.

Wir brauchen Kalorien und Fett, um zu überleben. Das wird oft vergessen, gerade, wenn man sein halbes Leben lang versucht, abzunehmen. Darüber hinaus ist aber nichts positives an Fett oder Fettsein. Fettsein schränkt die Bewegungsfreiheit ein, belastet das Herz-Kreislauf-System, verstopft die Arterien, führt zu Diabetes und Bluthochdruck, erschwert das Atmen und ist schlecht für die Kondition. Und nein, damit meine ich NICHT Britney Spears, um das nochmal in aller Deutlichkeit zu sagen! Ich spreche von Menschen, die wirklich krankhaft adipös sind, mit allen negativen Auswirkungen.

Es ist nicht schön, so dick zu sein. Und in aller Regel wird man das auch nicht, wenn man sich halbwegs ordentlich ernährt und keine andere Erkrankung hat, die Übergewicht zur Folge hat (was dann natürlich, sofern möglich, behandelt werden sollte).
Natürlich gibt es auch sehr schlanke Menschen, denen die Zunge auf dem Boden schleift, wenn sie beim 100-Meter-Lauf mitmachen müssen. Auch gibt es Dicke, die keinerlei medizinischen Beeinträchtigungen haben. Aber nur weil Helmut Schmidt mit seinen über Neunzig immer noch fröhlich am Rumquarzen ist, heißt das noch lange nicht, dass Zigaretten gesund sind (und das schreibe ich als Raucherin!).

Und damit wieder zu The Biggest Loser. Sämtliche Kandidaten dort fühlen sich von ihrem teils gewaltigen Übergewicht beeinträchtigt und die meisten SIND auch schon deswegen krank. Interessanterweise sind Bernhard und Markus (Team Orange) am schlimmsten betroffen, obwohl sie lange nicht die Dicksten sind. Markus hatte schon einen Schlaganfall und Bernhard kam auch schon mit dem Notarzt ins Krankenhaus, zudem ist er aufgrund seines Übergewichts unfruchtbar. So kann es gehen! Fair ist das nicht, aber das ändert nichts an der Prämisse: Übergewicht IST NICHT GESUND!

Und daher bin ich nicht fat positive. Fett ist nämlich nicht positiv. In der jetzigen Form erinnert mich fat positive einfach sehr unangenehm an die Pro-Ana-Bewegung, in der vorzugsweise junge Frauen Magersucht (Anorexie, verniedlichend „Ana“) und Bulimie (verniedlichend „Mia“) verherrlichen, nur dass bei fat positive nicht forciert wird, noch mehr zuzunehmen. Toll ist aber beides nicht!! Und die Versuche, mitunter die „Sichtbarkeit alternativer Körperformen“ mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, sind oft mehr als lächerlich und bewirken genau das Gegenteil von Akzeptanz.

Daher hab ich auch keine Lust, mir zu The Biggest Loser dauernd anzuhören, Übergewicht wäre ja gar nicht schlimm oder die Serie würde Magersucht produzieren. Ähm, nee, zur Magersucht fehlen den meisten noch gut 100 Kilo!

So, und damit noch ein bisschen Fangelaber!

In der letzten Folge am Sonntag sind die Kandidaten erstmals nicht mehr im Doppel angetreten, sondern haben sich in zwei Teams aufteilen müssen. Auch musste zum ersten Mal die Person mit dem wenigsten Gewichtsverlust sofort aus dem Camp, ohne dass die Kandidaten sie rauswählen mussten. Das traf leider Janina, was aber abzusehen war. Wie schon gesagt: Frauen nehmen schwerer ab, vor allem ab einem gewissen Alter und wenn ihr Übergewicht nicht so massiv ist.

Dann ist Macho Michael freiwillig gegangen, als es so aussah, als müsste er zusammen mit Sezer gehen, weil beide gleich viele Raus-Stimmen hatten. Das tut mir nicht sonderlich leid. Als er sich in der gleichen Folge weigerte, zur „Strafe“ für den Misserfolg seines Teams einem Mitglied des Gewinnerteams den Rücken zu massieren, weil er das „schwul“ fand, fand ich das nämlich wieder mal ziemlich meh. Sezer dagegen mag ich, obwohl es bei ihm noch nicht so gut klappt, aber ich hoffe, er kann noch ein paar Wochen bleiben! Bahar, seine Frau, ist jedenfalls immer noch gut dabei und schon unter 100 Kilo.

Auch bei meinem Schätzchen Bernhard funktioniert es endlich, nachdem er die ersten Wochen immer nur Ergebnisse eingefahren hat, die ihn offensichtlich enttäuscht haben. Der Knoten ist geplatzt!

Die Zwillinge haben beim Wiegen den Vogel abgeschossen, was aber auch abzusehen war. Weil das auf Twitter zu Verwirrung geführt hat, möchte ich als TBL-Expertin mal etwas klarstellen:

Vorletzten Sonntag war wieder mal „Versuchung“. Einen ganzen Tag lang gab es immer wieder allerlei Schleckerei zu essen und das Team, das am Ende die meisten Kalorien zu sich genommen hat, gewann „Immunität“, konnte also nicht rausfliegen. Und obwohl eigentlich keiner mitgemacht hat (außer Michael, der musste aber nach sechs gewaltsam reingezwängten Energydrinks kotzen und war damit ausgeschieden), sind die Beiden völlig ausgerastet und haben zusammen ca. 10.000 Kalorien in sich reingestopft. Damit hatten sie zwar gewonnen, bekamen aber vom Trainer einen Anschiss!

Auf der Waage hatten beide dann mehrere Kilo zugenommen, konnten aber wie gesagt nicht rausfliegen. Sofern sie nicht den Rest der Woche ähnlich zugeschlagen haben, waren die Gewichtszunahme trotzdem unverhältnismäßig hoch, was viele Leute nicht verstanden haben. Genauso, wie der Gewichtsverlust in der letzten Folge unverhältnismäßig hoch gewesen war.
Es ist ganz einfach: Der Gewichtsverlust jeder Woche wird ausgehend von dem Gewicht, was man in der Woche zuvor gewogen hat, berechnet. Da die beiden ja ohnehin nicht rausfliegen konnten, haben sie sich vorher vermutlich ein paar Liter Wasser reingeknallt, was sich in dem Moment auf der Waage bemerkbar gemacht, aber natürlich langfristig keine Auswirkungen hat, denn Wasser hat bekanntlich keine Kalorien. Damit hatten sie für die nächste Woche selbstverständlich einen gewaltigen Vorteil, da sie mit einem viel höheren Startgewicht angetreten sind, als sie eigentlich tatsächlich hatten.
Das sind Tricks, die in jeder Staffel wieder auftauchen, sobald jemand Immunität hat. Ziemlich unfair, aber vermutlich nicht zu verhindern! Ich hoffe, ich konnte einige erleuchten.

Zum ersten Mal wurden übrigens beim Wiegen bei manchen Kandidaten Vorher/Nachher-Bilder eingeblendet. Der Unterschied ist wow! Und das nach so kurzer Zeit.

Ich fiebere weiterhin mit den Kandidaten mit und werde nebenbei versuchen, auch noch ein bisschen abzunehmen. Wer das als sogenanntes fat shaming versteht, dem kann ich leider immer noch nicht helfen.

 

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Guilty Pleasure: The Biggest Loser

thebiggestloser

Manche Leute kucken Germanys Next Topmodel (was ich keine fünf Minuten aushalte), andere DSDS (was ich durchaus eine Weile sehen kann, aber nicht, ohne zu kotzen) – ich kucke The Biggest Loser!

Manche finden diese Sendung schlimmer als alle Castingshows zusammen, aber ich liebe sie. Ich freue mich über jede neue Staffel und sehe mir jede Folge an!

Die Sendung hat viel Kritik eingesteckt… allein der Name The Biggest Loser wäre schon beleidigend Dicken gegenüber.
Ich finde das so doof. Es ist doch klar, dass der Name bewusst provokativ gemeint ist. So erweckt man Interesse und kriegt Zuschauer. Die Kritiker tun gerade so, als hätten die Macher der Sendung nicht gewusst, wie viel Aufsehen eine solche Betitelung erregen würde. Für wie blöd müssen diese Leute Programmmacher halten?

Die Serie kommt aus den USA und auf englisch wird nun mal das Verb „verlieren“ genauso im Sinne von „scheitern“ gebraucht wie auch für „Gewicht verlieren“. Im Deutschen ist es das gleiche. Ich sehe nicht, warum das despektierlich verstanden werden muss.

Dann wäre die Darstellung der Kandidaten furchtbar: Sie würden vorgeführt, wenn man sie mit all ihren überflüssigen Speck durch Parcours jagt und beim Sport beobachtet.
Dazu kann ich nur sagen: Natürlich kann sich ein Mensch mit 50 Kilo Übergewicht nicht so anmutig bewegen wie ein Mensch mit Normalgewicht. Es gibt schlicht und ergreifend keine Möglichkeit, die Kandidaten auf eine Art und Weise darzustellen, die nicht als lächerlich angesehen werden KANN… sofern man sich denn lächerlich machen WILL. Es gibt leider viel zu viele Menschen, die über Dicke lachen.

Ich tue das nicht. Ich hatte noch nie genug Übergewicht, um für eine solche Sendung in Frage zu kommen, aber Sprüche über meinen Hüftspeck oder meinen dicken Hintern kenne ich zur Genüge (selbst in Zeiten, als weder das eine, noch das andere der Wahrheit entsprach). Daher gilt mein ganzes Mitgefühl Menschen, die aus welchem Grund auch immer irgendwann die Kontrolle über ihr Gewicht verloren haben.

Natürlich muss ich auch manchmal lachen (in der letzten Folge plumpste ein Kandidat in einen Whirlpool, weil er das Gleichgewicht verlor… sorry, aber sowas ist bei JEDEM lustig!), aber dies ist ein Fatalismus, den man sich ab einem gewissen Gewicht nicht mehr entziehen kann. Und es gibt einen Unterschied zwischen bösartigen Humor und gutmütigen Spott!

Ich mag die Serie, weil sie für einige Menschen die letzte Möglichkeit darstellt, wieder zu einem normalen Leben zurück zu finden. Nicht jeder schafft es, aber für einige war die Sendung tatsächlich eine unglaubliche Chance, die sie genutzt haben und heute ein gesundes Gewicht ihr Eigenen nennen können. Und das unterscheidet sie von Castingshows und Scripted Reality, mit der sie auch immer verglichen wird: Man kann einen Gewichtsverlust nicht vortäuschen!

Ein paar Kritikpunkte hätte ich aber schon. Zum einen wären da eben doch viele gescripte Szenen, ob nachgestellt nach echten Vorkommnissen oder inszeniert, die man einfach nur ziemlich albern finden kann. Die Kandidaten sind keine Schauspieler – und das merkt man auch bei solchen Szenen. Aber naja, darüber kann ich noch die Augen rollen und es ignorieren…

Dann finde ich, dass ein viel zu großer Fokus auf den Sport gelegt wird. In dem Camp ist es kein Problem jeden Tag Sport zu machen, die Kandidaten haben ja auch im Grunde nichts anderes zu tun. Aber wenn sie erst wieder in ihr normales Leben zurück gekehrt sind, werden sie das nicht so weiterführen können (das weiß ich spätestens seit meinem Fastenvorhaben, 10 Stunden Sport die Woche zu machen… und ich habe KEINEN Acht-Stunden-Job). Deshalb sollte viel mehr über Ernährung geredet werden, was bestimmt gemacht wird, aber einfach nicht gesendet wird. Gerade die Kandidaten mit gewaltigen Übergewicht haben sich vermutlich jahrelang systematisch überfressen und damit ihren Magen gedehnt… die wissen überhaupt nicht, was normale Portionen sind, wie viel eigentlich genug sein sollte, um satt zu werden.

Desweiteren mag ich die „Versuchung“ nicht. Das ist ein Spiel für die Kandidaten, mit denen sie einen Bonus gewinnen können, um später bei der „Entscheidung“ (bei der sie gewogen werden und die beiden Teams mit dem wenigsten verlorenen Gewicht zittern müssen, rausgewählt zu werden) einen Vorteil zu haben. Das funktioniert, indem sie essen (oder halt nicht, wenn sie da nicht mitmachen wollen… was meistens eine gute Entscheidung ist). Und das gefällt mir gar nicht! Es kann ja wohl nicht das Ziel sein, die Kandidaten darauf zu konditionieren, dass sie vom Fressen Vorteile kriegen.
Wäre ich Kandidatin, würde ich das höchstens machen, wenn das, was an Essen angeboten wird, etwas richtig geiles ist. Auch etwas, was vergessen wird: Essen soll nicht immer nur mit quälenden Verzicht einhergehen, sondern auch Genuss sein. Es heißt zu lernen, bewusst zu genießen. Das geht so leider nicht!

Und am Schluss finde ich die Gewinnkriterien ungerecht. Es gewinnt nämlich derjenige, der prozentual am meisten Gewicht verloren hat.
Das ist aus folgenden Grund unfair: Ein Mann, dessen Idealgewicht bei 80 Kilo liegen würde und 120 Kilo wiegt, kann bzw. sollte höchstens 40 Kilo verlieren, was 33% seines Körpergewichts entspricht. Ein anderer Mann, der 240 Kilo wiegt, kann bzw. sollte dagegen 160 Kilo abnehmen, um auf 80 Kilo zu kommen, was 66% Körpergewicht entspricht. Daher KANN der erste Kandidat im Prinzip gar nicht gewinnen, selbst wenn er sein Idealgewicht erreicht!
Meine Lösung: Man sollte ausrechnen, wie viel Gewicht die Kandidaten von ihrem individuellen Idealgewicht trennt und DAVON die Prozente nehmen. Dann muss der schwerere Kandidat zwar mehr abnehmen, um auf die gleichen Prozente zu kommen wie der leichtere Kandidat, aber das ist ja bei der momentanen Methode genauso. Zudem fällt ein Gewichtsverlust ja auch leichter, je mehr Übergewicht man hat. Ich hoffe, Sat1 liest das und denkt darüber nach!

Das wärs dann aber schon an Kritik!

Die aktuelle Staffel läuft heute zum vierten Mal. Einen richtigen Favoriten hab ich noch nicht. Tendenziell bin ich ja meistens für die Frauen, weil die aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen es meistens schwerer haben, abzunehmen (Männer nehmen leichter ab. Is so.). Aber auch junge Kandidaten erwecken meistens meine Sympathie, vielleicht, weil die näher an meiner Lebenswelt sind.

Team „Limette“ (lol) ist so ein junges Team, ein Zwillingspärchen. Zwar wirken beide wie ziemliche Macker, aber sind mit ihrer frechen Bubihaftigkeit irgendwie doch sympathisch. Leider hat es bei ihnen noch nicht so richtig Klick gemacht, aber ich drücke ihnen die Daumen!

Dann mag ich Team Blau, Sezar und Bahar, ein türkisches Ehepaar. Die beiden sind irgendwie herzig! Und Bahar hat bisher für eine Frau gewaltige Gewichtsverluste eingefahren… ich hoffe, das geht so weiter! Hübsch sind jedenfalls beide. Jetzt fehlt nur noch die richtige Figur.

Team Grün sind Frauen und altersmäßig mir am nächsten. Allein deswegen fiebere ich mit ihnen mit!

Und Team Orange ist das kränkste Team im ganzen Camp (wenn auch lange nicht das schwerste), allein deswegen muss ich ihnen beistehen. Dem Bernhard wünsche ich auch deswegen alles Gute, weil er vor allem abnehmen will, weil er sich mit seiner Frau ein Baby wünscht, was momentan wegen seines Übergewichts nicht geht. Außerdem hat er mir auf Twitter geantwortet, was ihn doppelt sympathisch macht ♥
Bisher hatten sie auf der Waage keinen großen Erfolg, obwohl sie eindeutig motiviert sind. Das tut mir dann wirklich leid. Manchmal will der Körper einfach nicht so wie man selbst. Aber sobald der Knoten platzt, haben sie sehr gute Chancen und die Pfunde werden purzeln! Sie wirken wunderbar bodenständig und haben sich den Erfolg einfach verdient!

Es gibt aber auch in jeder Staffel Leute, die einfach nur unsympathisch sind. Ein solcher ist Michael vom Team Türkis. Als der vorgestellt wurde, war ich sicher, dass der schon mindestens Mitte Vierzig ist. Dann wurde sein Alter eingeblendet und mir fielen fast die Augen raus: Der Typ ist 32, nur vier Jahre älter als ich!
Das allein ist ja keine Schande. Darüber hinaus ist er aber auch noch ein übler Macho.
Was ist schlimmer als ein Macho? Ein Macho zu sein, obwohl man überhaupt nichts an sich hat, worauf man sich was einbilden kann!
So nennt er eine Art Völkerball am Strand, das mit einem großen Sitzball gespielt worden ist, abfällig „Frauensport“. Da könnte ich ja direkt lang und bröckelig kotzen. Was ist daran bitte „Frauensport“? Er muss sowas machen, statt einem Fußball hinterher zu hetzen oder was ähnlich männliches zu tun, weil er für „Männersport“ schlicht und ergreifend zu fett ist.
Dann labert er ständig über seine „Taktik“, mit der er die anderen verwirren will, statt sich einfach mal um seinen eigenen Kram zu kümmern. Tze, einfach nur lächerlich.

Hier könnt ihr euch die Kandidaten nochmal ansehen: Klick
Wobei drei Teams, sprich sechs Leute schon rausgeflogen sind.

Und waaaah, jetzt geht es schon los!! Sonntag, 18 Uhr, Sat1!! Schnell einschalten!!!

Wer mit mir fachsimpeln will, kann das gerne in den Kommentaren tun!

 

Wenn dir das gefallen hat und du mich ein bisschen unterstützen willst, lasse ich mich gerne via Paypal zu einer Tasse Kaffee einladen. Der hat ja auch immerhin keine Kalorien.