Ich bin ein gottverdammtes Genie!!! :D

Die Wochen der seelischen Folter sind vorbei – meine Examensarbeitsnote ist da und es ist eine phänomenale

2,0!!!

coolcoolcool
Und damit bin ich endlich FREI!!!

freude2

Als ich heute mittag müßig die Notenseite checkte – müßig deswegen, weil ich seit zwei Wochen jeden Tag mehrmals reingesehen habe und sich die Panik deswegen irgendwann ein bisschen abgenutzt hatte – dachte ich, ich flieg weg!!! Sofort rannte ich meinen Studentenausweis holen und checkte meine Matrikelnummer ungefähr achtzigmal. Dann rannte ich aus meinem Zimmer.

„Dave! Dave!!!“ brüllte ich.
Dave war arbeiten. Dafür öffnete sich die Badezimmertür und ein völlig irritierter Mitbewohner David starrte mich an, seine Zahnbürste noch im Mund. Ich riss ihn trotzdem in eine Umarmung und verkündete ihm die Botschaft. Und er so:

batman augen

„Hast du die Nummer auch richtig gelesen?“ fragte er verdattert. Denn es ist wahr, Leute – meine geschätzten Mitbewohner trauen mir null zu 😀

Sie hatten das gesamte Massaker ja mitgekriegt. Meine, sagen wir, etwas unkonventionelle Art, mit Stress und Arbeit umzugehen, erweckte bei ihnen offensichtlich den Eindruck, dass meine Examensarbeit ein Megafail wird. Sowieso hab ich ja schon mehrmals das Gefühl gehabt, von beiden für ein bisschen blöd gehalten zu werden. Deshalb war der Highfive, den ich nach Abgabe bekam, auch irgendwie bitter.

Mitbewohner Dave: „Super, dass du das noch geschafft hast.“
Ich: „Hättste nicht gedacht, ne?“
Mitbewohner Dave: „Ganz ehrlich? Nein.“

bitch please

Nach der Abgabe folgten mehrere Wochen Panik und elendes Warten. Irgendwie machte der Umstand, dass der Wisch, der mir die fristgerechte Einreichung bestätigt hatte, offiziell verkündete, die Korrektur würde nur sechs Wochen dauern, alles sogar noch schlimmer!

Dann bekam eine Freundin von mir ihre Note sogar schon nach knapp fünf Wochen. Es war leider nur eine 3,7. Ganz bitter. Wobei ich ihr Thema unglaublich unspannend fand und ich nicht verstehen konnte, weshalb sie das überhaupt gewählt hat.
Sie hatte aber auch in Geschichte geschrieben, weswegen mich diese Nachricht komplett fertig machte. Zwar bei einem anderen Dozent, aber trotzdem… in dem Moment begann ich mich selbst dafür zu hassen, diesen Prüfer gewählt zu haben. Einen Dozenten, der Seminare anbietet, an denen man früher nur bei besonders guter Leistung teilnehmen durfte, während inzwischen nach der Bologna-Reform natürlich jeder reinkommt. Ich muss doch komplett verrückt gewesen sein, dachte ich.

Ich konnte mich selbst überhaupt nicht einschätzen. Aber wie gesagt, die Mitbewohner waren sich meines Misserfolges sicher. Deshalb meinte Mitbewohner Dave einige Wochen nach Abgabe aus heiterem Himmel vergnügt, er würde mir einen Kasten Bier zu kaufen, wenn ich mindestens ne 2 hätte.

Ich: „Aber ich trink doch überhaupt nicht gerne Bier.“
Mitbewohner Dave: „Okay, was dann?“
Ich: „Hm, ne Flasche Rum?“
Mitbewohner Dave: „Pfft, total billig. Dein Ernst?“
An dieser Stelle merkte ich, dass er sich seines Wettsieges SEHR sicher war, also erhöhte ich den Einsatz gnadenlos: „Okay, ne Flasche Glenfiddich dann.“
Mitbewohner Dave: „Hehe, alles klar.“
Ich: „Aber wie meinst du das genau, was besseres als ne 2… meinst du von 1,0 bis 2,0 oder alles unter 3,0?“

Dave antwortete nicht. Er lachte. Mitbewohner David lachte auch. Und Daves Freundin.

An dieser Stelle merkte ich, dass sie allein die Vorstellung, ich könnte etwas besseres als ne 3,0 kriegen, für absolut lächerlich hielten.

rudy sarkastisch2

Mitbewohner Dave bekam dann auch seine Note. Ne 1,7. Super, würden manche sagen. Aber auch wenn er sich dazu nicht äußerte, merkte man deutlich, dass er innerlich kochte. Ich habe noch nie einen Menschen erlebt, der so unglaublich viel für die Uni arbeitet. Dementsprechend erfolgsverwöhnt ist er auch. Und nur deswegen wird ihn meine Note sowas von ärgern. Er hat so viel länger daran gearbeitet als ich und ist nun nur unwesentlich besser. Tja. Keks?

Vielleicht, weil er selbst von sich mehr erwartet hätte, meinte er nachdem er von seiner Note erfahren hatte zu mir, dass meine Arbeit ja allein schon wegen den ganzen Tippfehlern unmöglich etwas besseres als ne 3 sein könnte. Ich hielt das für Quatsch. Ich hab ja nicht in Germanistik geschrieben, wo jeder noch so kleine Fehler dem Prüfer einen halben Herzinfarkt beschert hätte. Zwar wird in jedem Fach die Rechtschreibung und die äußere Form mitbewertet, aber vermutlich nur in Form von Punkten. Macht man zu viele Fehler, kriegt man halt keine Punkte dafür und geht… keine Ahnung, vielleicht 0,3 Notenpunkte nach unten? Viel mehr schätze ich nicht.

Jedenfalls saß ich deswegen seit zwei Wochen auf glühenden Kohlen und wartete ständig auf ein Ergebnis. Die Uniseite zu checken war jeden Tag das erste, was ich morgens tat, wenn ich aus dem Bett kroch. Problem dabei war, dass ich meine Matrikelnummer nicht auswendig kann. Das führte letzte Woche oder so zu einem völligen Kollaps. Für ein paar Sekunden habe ich doch tatsächlich geglaubt, ich hätte mit einer 4,3 die bisher schlechteste Note von allen abgeliefert. Wie scheiße wäre das bitte gewesen?! Ich wusste nicht mal, dass das überhaupt möglich ist. Ich dachte, alles über 4,0 wäre automatisch durchgefallen. Natürlich war ich nach diesem Schock hellwach mit einem Puls von 180!!
Am selben Tag später der nächste Schock: Dieses Mal stimmten sogar die ersten drei Zahlen mit meiner Matrikelnummer überein. Eine 1,7!!! Das wäre natürlich ein Traum gewesen. Aber auch dieser Schock ging vorüber und ich musste weiter warten.

Die Analyse meiner Reaktionen hatte mir allerdings gezeigt, dass ich eine gute Note für wahrscheinlicher hielt als eine schlechte. Auch wenn ich mir das selbst irgendwie nicht eingestehen wollte. Verdammte Sozialisation, die jeden Anflug von Stolz mit einem herrischen „Sei nicht so arrogant!“ im Keim erstickt hatte!

Ab Donnerstag war ich dann auf einem Festival (Bericht folgt irgendwann). Freitags wollte ich meine Note checken, aber niemand hatte Internet, also rief ich Mitbewohner David an.
„Willst du das wirklich jetzt wissen? Willst du nicht lieber das Wochenende genießen?“

you suck telefon

Er schaffte es jedenfalls nicht, sich mit meinen Daten einzuloggen, also hatte sich das auch erledigt.

Gestern waren dann schon ganz genau SIEBEN WOCHEN rum und immer noch nichts. Ich fing an, am gesamten Unibetrieb zu zweifeln. Aber heute dann… naja, ich erwähnte es bereits 😀 😀 😀

Jetzt die Frage: Bin ich mit der Note zufrieden? Kurze Antwort: JA. Lange Antwort: Ja, ABER…

Eine 2,0 ist ne 2 plus. Mitbewohner David fand das nicht.
„Ne 2,0 ist ne glatte 2.“
Ich: „Stimmt nicht! Kuck doch, ne 1,0 ist ne 1 plus, ne 1,3 ist ne 1 und ne 1,7 ne 1 minus, demnach ist eine 2,0 ne 2 plus!“
Ich weiß nicht, ob ich ihn überzeugt hat oder ob ihm die Diskussion zu anstrengend geworden ist. Egal. Jedenfalls finde ich ne 2 plus gut, auch wenn es Zeiten in meinem Leben gegeben hat, in denen jede 2 plus mit einem „Was war denn da los?“ seitens meiner Eltern quittiert worden ist. Legen wir jetzt zugrunde, in welcher Zeit ich vor allem den Schluss zusammen gestoppelt habe, kann ich mich echt sowas von gar nicht beschweren. Aber trotzdem – einen Abzug wegen ein paar blöden Tipp- und Grammatikfehlern habe ich auf jeden Fall bekommen… und das wäre definitiv vermeidbar gewesen. Das nagt jetzt irgendwie schon an mir. Andererseits, ICH weiß ja, dass die Note dann eigentlich hätte besser sein müssen und das ist alles was zählt, oder? Ich meine, wen interessiert schon das blöde Kultusministerium, das mir später eine Stelle auf Grundlage meiner Abschlussnote zuweisen wird?

Ja, liebe Kinder, so fällt jede kurzzeitige Euphorie irgendwie doch ziemlich schnell in sich zusammen, wenn man zum illusteren Kreis depressiver Menschen gehört 🙂

dr. cox

Jedenfalls wird heute Abend gesoffen. Immerhin bin ich ja schon seit Sonntag wieder vom Festival zuhause und seitdem nüchtern 😀

Damit bleibt nur zu sagen: Danke an alle Internetmenschen, die mich die letzten Monate motiviert haben und versuchten, mich aufzubauen, die mit mir mitgelitten und sich für mich gefreut haben und mir in einem Fall auch richtig tatkräftig halfen. Ihr seid so toll, Leute ❤

PS:
Ich: "Ne 2,0!!! 2,0!!! Und ich hab die letzten 19 Seiten in der Nacht davor geschrieben!!! Ich bin genial!!! Ich MUSS genial sein!!!"
Mitbewohner David: "19 Seiten, das ist praktisch die ganze Hausarbeit, die ich seit einem Monat nicht fertig kriege…"
Ich: "Ich helf dir! Das schaffst du in einer Nacht! Ich peitsch dich da durch!"
Mitbewohner David: "Mmh, das würde mir ja schon gefallen."

Hach ❤

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Studieren am Limit – die Höhepunkte!

Wenn mir meine Examensarbeit wieder eins gezeigt hat, dann: Computer und ich, wir werden niemals gute Freunde.

Und JA, ich bin mir der Ironie bewusst, dieses Statement über einen COMPUTER in die Welt zu posaunen.

Ich brauchte STUNDEN, um am Schluss die Bilder einzufügen und verstehe immer noch nicht, warum OpenOffice daraus so ein verdammtes Problem macht. Beispielsweise habe ich immer noch nicht rausgefunden, wie man bereits eingefügte und beschriftete Bilder wieder löschen kann. Das scheint ein Riesendrama zu sein. Genauso wie die richtige Platzierung. OpenOffice scheint nicht zu checken, warum es irgendwie uncool ist, wenn Bilder Text und Fußnoten überdecken!

Irgendwie hab ich es aber hingekriegt. Und wenn ich „irgendwie“ schreibe, dann meine ich: Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich das letztendlich geschafft habe. Wie ich ein Bild, das einfach hartnäckig am unteren Rand hängen bleiben wollte, obwohl das ein totales Desaster war (wie gesagt, die Fußnoten…!), trotzdem nach dem achtzigsten panischen Versuch in die Mitte platziert bekam. Kein Plan, was ich gemacht habe. Beziehungsweise warum eine Maßnahme, die dreizehn Mal nicht funktioniert hat, beim vierzehnten Mal plötzlich doch funktionierte. Ich verstehe die ganzen Funktionen schlicht und ergreifend nicht, glaube aber, dass das in dem Fall nicht unbedingt nur an mir hängt!

Und dann das ewige Drama: das Einfügen der Seitenzahlen. Es gibt nämlich keine einfache Methode, in einem Dokument die Seitenzahlen mit Nummer 1 erst ab Seite X beginnen zu lassen. Das ganz locker in einem Menü einstellen zu können wäre ja auch viel zu einfach. Deshalb versuchte ich gar nicht erst rauszufinden, welche Atomphysik man betreiben muss, um das bei OpenOffice hinzupfriemeln. Wenn ich mich recht erinnere, denn ich benutze das Programm nicht mehr, geht das bei Word sogar ÜBERHAUPT NICHT.
Konsequenz: Ich speichere Deckblatt und Gliederung immer separat in einem zweiten Dokument, was an sich keinen unerträglichen Mehraufwand bedeutet – wenn es nicht so UNNÖTIG wäre! Ich meine, wie schwer kann es sein, in einem Schreibprogamm so eine Funktion verfügbar und leicht bedienbar zu machen? Bin ich etwa der einzige Mensch auf der Welt, der gerne eine Arbeit für die Uni in einem einzigen Dokument speichern und die Seitenzahlen erst ab Seite 3 mit Nummer 1 beginnen lassen würde?! Das kann doch wohl nicht sein!

Jedenfalls entschloss ich mich für meine Standardlösung, speicherte zwei Dokumente und fügte die Seitenzahlen ein. Halleluja! Damit war die äußere Form komplett. Ich blätterte zufrieden durch meine Arbeit, nur um zu sehen, dass plötzlich wieder alle Bilder verschoben waren.
An der Stelle hatte ich einen kleinen nervous breakdown, auch weil ich mir zuerst gar nicht erklären konnte, was der Grund dafür war. Die Bilder taten anscheinend völlig random mal wieder nur das, was sie wollten. Deshalb dauerte es ewig, bis ich darauf kam, dass tatsächlich die Seitenzahlen dafür verantwortlich waren. Denn: Die MÜSSEN ja unbedingt in eine Extrazeile. WEIL. Und das verschob mal eben so den kompletten Text und die Bilder.

Ich probierte, den Schaden an den Bildern wieder grade zu rücken, aber wieder mal hingen sie bombenfest an Stellen, wo sie nicht hingehörten. Und weil mir die Zeit davon lief, entschied ich mich zähneknirschend für die manuelle Methode. Sprich: Ich löschte die Seitenzahlen wieder und entschied, sie handschriftlich nachzutragen, sobald alles gedruckt war. Was mir einen richtigen Stich versetzt hat. Die Arbeit sah nach dem Druck (der für zwei Exemplare über 50 Euro gekostet hat, gottverdammt) so unheimlich professionell aus, die Bilder knallten so richtig schön und alles, und darunter von Hand geschriebene Seitenzahlen. Ich hätte gleich einmal quer drüber kotzen können, war mein erster Gedanke, nachdem ich die Blätter, verbissen um eine wenigstens lesbare Schrift bemüht, nummeriert hatte. Aber ach. Ich werde einfach lernen müssen, damit zu leben. Jeden Tag, Stück für Stück -.-

Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich die Seitenzahlen in Zukunft von Anfang an einfügen werde. Denn nachdem ich die letzten 19 Seiten in einer finalen Nachtsitzung runtergeschrieben hatte und dabei die ganze Zeit die Worte „80 Seiten! 80 Seiten! 80 Seiten!“ in meinem Kopf widerhallten wie ein enervierendes Mantra, habe ich am Schluss tatsächlich eine Punktlandung geschafft und war auf genau 80 Seiten gekommen. Nur, um zu sehen, dass es Dank der Extrazeile nach Einfügen der Seitenzahlen eigentlich 84 Seiten waren. Well.

rudy cries

Interessant war auch das Desaster mit meiner Literaturliste. Ich hatte eine ellenlange Liste zusammen gestellt, von der ich letztendlich vielleicht die Hälfte wirklich verwendet habe (zusätzlich habe ich natürlich Zeugs benutzt, das nicht draufstand – ist ja immer so), deshalb habe ich jeden Titel, sobald ich ihn wirklich zitiert hatte, aus der entsprechenden Fußnote in meine endgültige Literaturliste kopiert. Mit dem Ergebnis, dass OpenOffice dort in der Zeile, in der die Fußnote gewesen war, eine andere Seitenrandeinstellung verwendete als bei den restlichen Zeilen.

Das sah so unglaublich beschissen aus, ließ sich aber nicht ändern. Jedenfalls nicht mit OpenOffice, nicht mit meiner nichtvorhandenen Expertise. Und ich war wirklich völlig hilflos. Normalerweise kriege ich fast jedes technische Problem mit viel Flucherei und exzessiven googeln irgendwann gebacken, aber hier wusste ich nicht mal, nach was ich suchen sollte!!
„Lass es halt so, du hast keine Zeit mehr!“ war der Ratschlag von Mitbewohner Dave, den ich zur Hilfe gerufen hatte und der mit dieser Art Problem auch total überfordert war. Aber das ging einfach gar nicht klar! ES SAH SO BLÖD AUS!!!

Nachdem auch das manuelle Verschieben der Seitenränder nicht so wirklich funktionierte und außerdem viel zu lange gedauert hätte, kam mir die rettende Idee. Ich kopierte die gesamte Liste, fügte sie hier bei WordPress ein (als Email hätte es vermutlich auch geklappt), kopierte diese neue Liste wieder zurück in mein Dokument und voilá – Seitenränder alle gerade und auf einer Linie. Manchmal reicht ein bisschen Bauernschläue, wo die technische Unfähigkeit offensichtlich wird 😀
Deshalb bin ich auch furchtbar stolz darauf, ganz allein herausgefunden zu haben, wie ich die Liste alphabetisch sortieren kann. Dafür gibt’s eine Funktion, aber die nützt nichts, wenn die Buch- und Aufsatztitel so lang sind, dass sie über mehr als eine Zeile hinaus gehen. Alles passt jedoch in eine Zeile, wenn man die Schriftgröße gaaaaanz ganz klein macht – und dass ich darauf ohne Hilfe gekommen bin, macht mich völlig übertrieben froh. Man muss schon über Kleinigkeiten dankbar sein!

Diese ganzen großen und kleinen Katastrophen haben mich so viel Zeit gekostet, dass ein letztes Korrekturlesen nicht mehr drin war. Ich muss nun damit leben, eine wissenschaftliche Arbeit mit Tippfehlern abgegeben zu haben. Die Rechtschreibprüfung hat nämlich irgendwann auch nicht mehr funktioniert. Keine Ahnung wieso. Sie ließ sich jedenfalls nicht einschalten. Manchmal ging sie jedoch von selbst an. Und auch wieder aus. Aber natürlich nie dann, wenn ich sie gebraucht hätte. Und solche Sachen sind der Grund, weshalb ich mit Computern nicht klar komme: Sie sind einfach nicht logisch.

Jedenfalls kratzt eine fehlergespickte Arbeit an meinem akademischen Ego. Deshalb muss ich mir immer wieder an den Schluss meiner Arbeit ins Gedächtnis rufen. Da habe ich Umberto Eco so richtig den Mittelfinger in die Fresse gestreckt. Dieser elitäre, überkultivierte Intelligenzler findet Comics nämlich scheiße. Außer Peanuts. Kein Witz. Aber weil das gegen SEIN akademisches Ego geht, hat er einfach beschlossen, dass Peanuts kein Comicstrip ist. Nein, das ist nämlich Kunst. Auf die Weise darf er weiterhin Charlie Brown beim täglichen Scheitern am Leben zukucken, ohne sich dem gar schröcklichen Vorwurf auszusetzen, proletarischen Schund wie Comics zu konsumieren. Ist das Leben nicht wunderbar einfach, wenn man auf Logik scheißt. Vielleicht sollte Charlie Brown das mal probieren.
Jedenfalls habe ich seiner, nennen wir es mal Argumentation, ein Zitat von Da Vinci entgegen gestellt. Man möge es sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein – Zitat – von – Leonardo Da Vinci. Das ist vermutlich das Abgehobenste, was ich in meinem ganzen Leben jemals fabrizieren werde, und ich bin auf gehässige Weise so dermaßen stolz drauf, dass es schon echt peinlich ist. Aber ich gönne mir diese kleinen Erfolge und deswegen solltet ihr das auch 😀

Es fällt mir immer noch schwer, es zu realisieren, aber es ist wirklich wahr: Ich habe eine Examensarbeit geschrieben – und das über Comics. Das ist ein nerdiges Erfolgserlebnis, das mir niemand mehr nehmen kann.

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I’m back!

Es ist offiziell: Meine Examensarbeit ist fertig und abgegeben. Und ich damit wieder zurück zu neuen Schandtaten \o/

Erst letzte Woche hatte ich überlegt, die Arbeit nicht sausen zu lassen und es in einem halben Jahr nochmal zu probieren. Ging leider nicht. Aber bis kurz vor Schluss hat es sehr eng ausgesehen. Die letzten Kapitel etc. hab ich in einer Marathonsitzung von 21 Uhr am Sonntag bis ca. 9 Uhr Montagmorgens fertig gestellt und hatte dann noch Korrekturen etc. zu machen bis 16 Uhr. OHNE PAUSE.

Sowas passiert mir immer wieder. Meine Gefühle dabei sind eine Mischung aus einem in Selbsthass suhlenden „OMG warum bin ich nicht in der Lage mir meine Arbeit richtig einzuteilen“ und einem euphorischen „Das soll mir mal jemand nachmachen. Ich bin ja so Hardcore!“

Ich rechne nicht damit, dass sich das jemals ändert. Aber jetzt habe ich erstmal Pause!! Kein Unischeiß für ein paar Wochen!!! Dafür maximaler Spaß sowohl hier, als auch im echten Leben! YAY!!!

Behauptet bitte hinterher nicht, dass ich euch nicht gewarnt habe!

PS: In meiner Arbeit kommt

32 Mal das Wort „Superman“
25 Mal das Wort „Batman“ und
31 Mal die Worte „Wonder Woman“

vor. Ich fand, das solltet ihr wissen 😀

‚Für diesen Erfolg hat sie sich was verdient,‘ denst du? Ja, finde ich auch! Wenn du mich dabei ein bisschen unterstützen willst, freue ich mich jederzeit auf eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee!

Too much information, oder: Die vielleicht einzig richtige Antwort auf eine sehr alte Frage

Draußen: Strahlender Sonnenschein und T-Shirt-Wetter, Drinnen: Klein-Robin, vor einem Berg Literatur für ihre Examensarbeit sitzend, völlig mit den Nerven runter.

Mitbewohner David hört sich mein Rumgeflenne an und schickt mich schließlich rigoros zu einem Spaziergang, um „den Kopf frei zu bekommen“. Ich beuge mich schicksalsergeben und ziehe mich an.

Während ich, fertig zum Ausgang, da stehe und noch das Kabel zu meinem Ipod entwirre, entfährt es mir, als Fortsetzung meines vorherigen Gejammers: „…und außerdem höre ich seit Tagen nur das Weihnachtsalbum von Bad Religion! Was ist nur los mit mir?!“

Mitbewohner David, mild lächelnd: „Hast du vielleicht deine Tage?“

Ich, ohne darüber nachzudenken: „Nein, ich bin eigentlich gerade so ziemlich in der Mitte von meinem Zyklus!“

Mitbewohner David: „…okay.“

Es folgte ein stummer, leicht irritierter Blickwechsel zwischen uns.

Dann bin ich halt spazieren gegangen.

Wenn du den Schmerz ein wenig lindern willst, freue ich mich über eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee. Nur brauche ich in diesem Fall Schnaps, aber das ist hoffentlich auch ok.

Lebenszeichen – Kurzimpressionen

Internet wieder da. Ich dennoch fleißig. So irgendwie. Für euch ein paar Kurzimpressionen:


Mitbewohner David: „Wolltest du nicht was arbeiten?“

Ich: „Aaaach, und wolltest du nicht, äh… mir nen gottverdammten Kuchen backen!?“


Uni-Bibliothekarin: „Überfällig ist jetzt noch dieses Buch.“

Ich (den PC-Monitor anstarr): „Das hab ich doch gerade zurück gegeben.“

Uni-Bibliothekarin: „Oh! Dann ist es nicht rausgebucht worden…“

Sie durchsucht den Rückgabestapel nach dem Titel, ich eile zur Hilfe.

Uni-Bibliothekarin: „Also es war irgendwas mit „Comic“!“

Ich: „…“

Hinweis: Allein in meiner Literaturliste taucht in den Titeln 43 Mal „irgendwas mit Comic“ auf…


Uni-Bibliothekarin (entgeistert): „Ich… ich verstehe das nicht! Sie haben jetzt so viele Bücher zurück gegeben, aber laut Computer haben sie trotzdem noch siebzehn ausgeliehen!“

Ja, wie kann denn sowas sein. Denk mal scharf nach, Alter!! O.O


Ich (zu meiner Dozentin): „Legman sah das völlig anders als andere Kritiker. Er war der Meinung, dass die der amerikanischen Gesellschaft inhärente Gewalt nur Ausdruck unterdrückter Sexualität ist… Er hätte also gerne weniger Gewalt in Comics gesehen, dafür aber mehr Sex.“

Dozentin: *kichert wie ein kleines Mädchen*

Ich: o.O


Mitbewohner Dave: „Du willst also gar keinen Alkohol mehr trinken, bis du fertig bist?“

Ich: „Ja.“

Mitbewohner Dave: „Okay. Find ich gut.“

Ich: Für nur einen Tropfen köstlichen kalten Bieres könnte ich jeden in diesem Zimmer umbringen.


Danke an alle, die mir die Daumen drücken. Wenn ihr mich außerdem ein bisschen unterstützen wollt, freue ich mich über eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee. Uuuund weiter geht’s!

Man stellt sich nicht gegen das Schicksal – Blogpause!

Ich hätte es früher erkennen müssen, doch nur weil ich ein wenig langsam bin, bin ich noch längst nicht komplett verblödet – die Götter haben gesprochen und ich habe es nun verstanden!

Ich sag nur: Examensarbeit. Die Deadline ist nahe, passiert ist noch nicht viel. Dazu wird es allerdings höchste Zeit, wenn nur nicht diese ganzen Ablenkungen wären…

Aber irgendjemand – vielleicht irgendetwas – will, dass ich das noch in time hinkriege. Ich meine: Erst geht mein Zweitlaptop kaputt, dieses Mal offensichtlich endgültig. Dann die Scheiße mit meinem Ladekabel für mein Uralt-Netbook. Und jetzt, nachdem ich für das Kabel Ersatz bekommen habe, ist das Internet weg. Einfach weg. Heute morgen. Der absolute Burner. Vor allem, da es nur bei mir so ist. Die Mitbewohner können fröhlich surfen, aber bei mir passiert überhaupt nichts.

Und das ist es nun also. Ich hab’s gecheckt, du Schicksal, du. Man muss mich offensichtlich von solcherlei Ablenkungen trennen, damit ich den Arsch hoch kriege. Aus dem gleichen Grund sind jetzt wohl auch die Kopfhörer für meinen mp3-Player im Arsch. Deshalb werde ich auch gar nicht versuchen, das zu reparieren, bevor ich nicht mit meiner Arbeit fertig bin. Schon okay, ihr himmlischen Kräfte. OKAY!!!

Ansonsten habe ich nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Ich muss diesen Monat nur noch einmal arbeiten gehen und Essen hab ich tatsächlich für die nächsten vier Wochen vorrätig. Man höre und staune. Ich muss also im Grunde bis Ende März nur einmal die Wohnung verlassen und will einfach mal sehen, ob das auch machbar ist. Ich vergrabe mich, abgeschottet von der Welt, und bin GANZ WISSENSCHAFTLERIN, die WISSENSCHAFTLICHE DINGE schreibt, weil sie an einer GOTTVERDAMMTEN UNIVERSITÄT studiert und irgendwann auch mal FERTIG WERDEN will.

Und deshalb nehme ich diese erzwungene Internetpause an. Das hier schreibe ich übrigens gerade mit dem Laptop meines Mitbewohners, der so langsam ist, dass er beim Surfen fast rückwärts durch die Zeit reist. Also der Laptop, nicht der Mitbewohner. Eine Lösung nur für diese kleine Meldung, nicht mehr.

Bis dahin euch alles Gute und bis April. Vielleicht melde ich mich zwischendurch und schalte wenigstens Kommentare frei, aber vielleicht lasse ich es auch. Den Göttern stellt man sich nicht in den Weg.

Jetzt hoffe ich nur, dass sie mir nicht auch noch meine Playstation kaputt machen. Damit will ich nämlich jetzt zum Einschlafen einen Film sehen. Aber das mach ich wirklich nur zum Einschlafen. Den ganzen Tag Filme kucken tue ich schon lange nicht mehr, also keine Panik. Es ist nur zum Schlafen.

Ich hoffe, sie haben Erbarmen. Das Ding war scheißteuer.

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