Was Pseudotherapeuten auf Twitter anrichten können (Teil 3)

Der vierte Beitrag meiner Themenreihe Depression widme ich dem Twitter-Account @deinTherapeut, der sich als „Mental-Health-Aktivist“ profiliert. Im ersten Teil schrieb ich über seinen „Gruppentherapie“-Discord, im zweiten Teil allgemein über seine Performance als Experte und seinen „Aktivismus“. Hier soll es um seinen Umgang mit Kritik, seine Community, die Geschichte mit seinem Vater und die absolut distanzlose Darstellung in den Medien gehen.


Norman hat mich nun schon seit Monaten geblockt, womit meine Timeline endlich nicht mehr geflutet wird von seinen Kalendersprüchen, was in vieler Hinsicht viel angenehmer ist. Aber die Gründe für meine Kritik gehen davon leider nicht weg, auch wenn er sie selbst absolut nicht einsehen will – und seine Jünger ihn dabei kräftig unterstützen.

Kritik, Reflexionsfähigkeit und toxische Community

Es war weder das erste, noch das letzte Mal, dass Norman mehr oder weniger heftig kritisiert worden ist. Sei es wegen seines Namens, seines Discords, seiner völligen Ignoranz von Persönlichkeitsrechten, wenn es darum geht, Bilder der Kinder – darunter ein geistig behinderter Junge – zu teilen, die er als Au-pair betreut etc.pp. – seine Reaktion ist IMMER dieselbe.

Norman ist null – NULL – kritikfähig. Sofern die Kritik nicht von einem seiner Fans demütig in extrem vorsichtige Worte verpackt wird – natürlich nicht ohne zu versichern, dass sie seinen Account trotzdem ganz toll finden – blockt er den Kritiker sofort, nur um anschließend über all den „Hass“ zu lamentieren, der ihm angeblich entgegen schlägt. Dass die meiste dieser Kritik verdammt noch mal berechtigt ist und wesentlich freundlicher formuliert wäre, wenn er nicht immer und immer wieder beweisen würde, dass er die Reflexionsfähigkeit eines Kleinkindes in der Trotzphase besitzt, erwähnt er dabei natürlich nicht. Er weiß schließlich ganz genau, weshalb seine Kritiker ihn eigentlich hassen:

Wenn er sich doch mal einer Kritik stellt, redet er am Thema vorbei und wird am Ende weinerlich.

Und selbstverständlich sind seine Fans dann zur Stelle, um seine Kämpfe für ihn auszufechten.

Norman hat eine der toxischsten Communitys um sich geschart, die ich je gesehen habe. Seine Fans verehren und verteidigen ihn mit einer Inbrunst, die nicht nur mich an eine gehirngewaschene Sekte erinnert, mit seinem Discord als Zentrum.

Wann immer er sich nach einer kritischen Anmerkung via Twitter ausheult, suchen und finden seine Fans den Grund – d.h. den Kritiker – und stürzen sich auf ihn. Das geschieht entweder durch ermüdende Wiederholung bereits lange Bekanntem (ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft ein Fan mehr oder weniger aggressiv von mir wissen wollte, was an seinem Namen denn bitte so problematisch sei) oder schlichten Beschimpfungen, was natürlich überhaupt nicht zu seiner üblichen Liebesbotschaft passt.

Viele andere User können davon ein Lied singen. Für mich war der Gipfel erreicht, als mir einer seiner Fans tatsächlich drohte, mich wegen Verleumdung zu verklagen, weil ich (wieder im Zusammenhang mit der Frage, ob er überhaupt Therapeut sei) darauf hinwies, dass die unrechtmäßige Führung des Titels „Psychotherapeut“ eine Straftat nach § 132a StGB darstellt. Ob er da Probleme bekommen könnte – er lässt das „Psycho“ ja weg – halte ich tatsächlich für unwahrscheinlich, aber die Aussicht einer Klage war dann doch ganz witzig. Norman gefällt das.

Diese… nennen wir es „Solidarität“ mit ihrem Helden scheint manche seiner Fans in regelrechte Gewissenskonflikte zu bringen.

Woher kommt mir so ein Verhalten nur bekannt vor? In dem Zusammenhang ist es vielleicht auch erwähnenswert (oder zumindest für einen Lacher gut), dass es in seinem Discord Emojis gibt, die aus seinem Gesicht bestehen. Wann wird der Normanismus als offizielle Kirche anerkannt?

Die Bereitschaft, ihren Messias bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen, zeigten seine Fans besonders bei der Affäre um seinen Vater.

Die Sache mit seinem Vater

Letztes Jahr zu Weihnachten startete Norman einen Aufruf, weil er seinen obdachlosen Vater suchte, nachdem dieser die Familie zehn Jahre zuvor verlassen hatte. Die Geschichte ging schnell unheimlich viral, zahllose Medien griffen sie auf und als es dann im Zuge seines Deutschlandsaufenthalts zur Verleihung des „Goldenen Bloggers“ zu einem Wiedersehen kam, blieb in ganz Deutschland kein Auge trocken. Eine ganz ähnliche Aktion startete er vor wenigen Wochen, weil er, inzwischen schon lange wieder zurück in den USA, erfahren hatte, dass sein Vater schon seit einiger Zeit nicht mehr an seinen üblichen Plätzen aufgetaucht ist. Das wurde ebenfalls begeistert geteilt – bis 1. heraus kam, dass die ganze rührselige Geschichte Norman einen Buchdeal eingebracht hat und sich 2. eine Person auf Twitter meldete, die laut Eigenaussage seinen Vater kennt und behauptete, dass der mit dieser ganzen Aktion, inklusive der Nutzung seiner Bilder, nicht einverstanden sei.

Das entflammte einen Shitstorm, im Zuge dessen auch sein Discord wieder in Kritik geriet. Norman wurde vorgeworfen, die zweite Suche nur forciert zu haben, um das Buch zu promoten, er sei nur mediengeil, interessiere sich eigentlich gar nicht für seinen Vater etc.

Ich habe mich bei DIESER Geschichte weitestgehend raus gehalten… hauptsächlich wegen des letzten Punkts. Auch ich habe meinen leiblichen Vater das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen – aber obwohl Normans und meine Geschichte nicht vergleichbar sind, weiß ich, wie weh ein solche Zurückweisung tut und halte diesen Vorwurf daher wirklich für eine Frechheit. Er war fünfzehn Jahre alt, als sein Vater die Familie verließ. So etwas tut man nur, wenn man krank ist oder ein Arschloch oder beides. In jedem Fall liegt es NICHT in Normans Verantwortung, sich um diese Person zu kümmern. Es ist eine unglaubliche Anmaßung, von ihm zu verlangen, zehn Jahre später alles stehen und liegen zu lassen und nach Deutschland zu eilen, um seinen Vater aus der Gosse zu ziehen, der das vermutlich nicht einmal will.

Ich kann und möchte ihm nicht vorwerfen, dass er ihm nicht hilft. Mich stört lediglich, dass er es behauptet – und da wird die ganze Sache dann tatsächlich ziemlich schäbig.

Buchankündigung des Verlages

Die gesamte Buchvorstellung liest sich wie eine herzerwärmende Feelgood-Story mit Happy End. Dabei weiß jeder, der die Geschichte verfolgt hat, dass danach im Prinzip überhaupt nichts passiert ist. Tatsächlich gab es ja nur dieses eine Treffen und laut Norman noch ein paar Telefonate seitdem. Inwiefern hat das Normans Vater geholfen – ihm einen Neustart verschafft, der über einen unfreiwilligen Prominentenstatus hinaus geht?

Den Vorwurf, sein Vater würde gar nicht wollen, dass seine Bilder für dieses Projekt verwendet werden, kommentiert Norman so:

Das halte ich für eine hammerharte Aussage. Entweder hat sich sein Vater bewusst wieder umentschieden – dann muss Norman das akzeptieren. Oder sein Vater ist wirklich geistig so am Ende, wie er sagt – dann ist er vermutlich überhaupt nicht geschäftsfähig und könnte sein Einverständnis nicht mal geben, wenn er wollte. In jedem Fall frage ich mich: Warum wurde hier nichts vertraglich festgehalten? Das spricht alles nicht gerade für eine Kommunikation auf Augenhöhe. Aber wie bereits erwähnt… mit Persönlichkeitsrechten hat ers nicht so.

Mich hat diese ganze Story von Anfang an ziemlich angekotzt, weil ich sie rührselig, kitschig aufbereitet und viel zu tränendrüsig fand. Besonders das Wiedersehensfoto mit seinem Vater hat mich regelrecht abgestoßen. Es tut mir leid, dass ich aufgrund meiner eigenen Verletzung durch meinen Vater so zynisch bin, aber so ein fröhliches Wiedersehen nach so langer Zeit der Funkstille nehme ich einfach niemandem ab. Ich fand die Geschichte unehrlich und unauthentisch, viele andere hielten sie dagegen gleich ganz für Fake, wofür sie von seinen Fans wiederum hart attackiert worden sind. Das Problem ist: Es gab vor dem gemeinsamen Foto mit seinem Vater keinen einzigen Beweis.

An dieser Stelle ist es Zeit für ein bisschen Medienkritik.

Norman und die Medien

Norman hat sich kürzlich gegen den Vorwurf „Fake“ verteidigt – und zwar so:

Anscheinend hat er eine sehr großzügige Auslegung des Begriffs „Verifizierung“… denn Artikel, die vollständig auf SEINEN Aussagen beruhen, sagen natürlich NICHTS aus. Das gilt im Übrigen auch für den ersten Artikel in der WELT. Man beachte dazu den verwendeten Konjunktiv – und die Fehlinformation, dass Norman Psychologe sei.

Gleichzeitig wird jede Form des Zweifels in diesem Artikel als „Häme“ bezeichnet. Das ist etwas, was sich durch die gesamte Berichterstattung über @deinTherapeut zieht und was ich einfach nicht verstehe. Jeder einzelne Artikel über ihn ist von einer naiven Kritiklosigkeit geprägt, die fassungslos macht. Und sowas erscheint dann in der „Welt“! Man fragt sich, wie so etwas passieren kann? Hilft es möglicherweise, dass Norman Springer-Redakteure persönlich kennt?

Ohne Timo @Lokoschat zu nahe treten zu wollen, glaube ich trotzdem nicht, dass irgendjemand, der als leitender Redakteur bei der BILD arbeitet, ein guter Typ ist

Und nicht nur die Artikel: Auch die Moderation des „Goldenen Bloggers“ schickte bei der Verleihung eine böse Botschaft an all die „Hater“, die Norman seine „tolle Geschichte“ (sic) nicht glauben. Gleichzeitig grenzte sich die Veranstaltung deutlich gegen „Fake News“ ab. Wie passt das zusammen? Wie kann man einerseits erwarten, dass Leute mal selber nachdenken, wenn sie eine diffamierende Geschichte über Migranten oder HartzIV-Empfänger lesen, aber dann in diesem Zusammenhang Leute verunglimpfen, die nichts weiter verlangen als so etwas wie einen konkreten Beweis für diese gehypte Story?

Eben dieser Story widmete Spiegel Online vor knapp drei Wochen einen ausführlichen Artikel. Dort wird Normans Vater porträtiert und sein gescheitertes Leben in aller Genüsslichkeit breitgetreten – mitsamt Klarnamen, mitsamt Klickstrecke privater Bilder. Der Leser erfährt Details zum Verlust seines Arbeitsplatzes, seines Absturzes in die Alkoholsucht, seiner Obdachlosigkeit, seiner üblichen Aufenthaltsorte, seines strengen Körpergeruchs – und fragt sich unwillkürlich: Warum zur Hölle ist das ne Nachricht??? Wieso hält es eines der größten deutschen Onlinemedien für angebracht, diesen Mann und seine Lebensgeschichte zur traurigen Publicity zu verhelfen – offensichtlich ohne je mit ihm gesprochen zu haben! – obwohl das öffentliche Interesse an diesem Privatschicksal ja wohl kaum groß genug sein dürfte, um diesen unfassbaren Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte zu rechtfertigen???

Oder anders gefragt: Was ist an Pseudotherapeut Norman so verdammt faszinierend, dass selbst gestandene Journalisten jegliche professionelle Distanz verlieren?

Nach dieser investigativen Glanzleistung ist es schon fast zu vernachlässigen, dass es auch die sommerliche Kritik an seinem Discord in die Medien geschafft hat und dort so zusammengefasst wurde:

Was? Ich meine… was???

Dieser SHZ-Artikel mit dem lächerlichen Titel „Wie Norman einen Gegenentwurf zu Cybermobbing schuf“ (gemeint ist sein Discord, dieser schöne Safe Space – als wäre nicht JEDES Forum mit einer Netiquette und halbwegs brauchbaren Mods viel eher ein solcher „Gegenentwurf“ als dieser fahrlässig geführte Schweinestall) ist leider hinter einer Bezahlschranke, aber er wurde mir via Twitter zur Verfügung gestellt und ist tatsächlich ein einziger Lobgesang auf Normans Projekt.

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass die Autorin keine fünf Minuten darauf verwendet hat, den Vorwürfen tatsächlich mal nachzugehen. Die Frage bleibt: Was ist nur mit den deutschen Journalisten los??? Sind die auch schon alle eingelullt von seinen Feelgood-Sprüchen oder hat Normans Instagram-Lächeln sie einfach vollständig hypnotisiert???

Ich finde, dass sich einige Verantwortliche ganz gewaltig schämen sollten – und zumindest der SPON-Artikel gelöscht gehört. Das ist fast schon menschenverachtend, was da abgelaufen ist.

Lies es halt nicht???

Der Satz haben seine Fans nun schon ein Dutzend Mal an mich gerichtet und auch Norman selber glaubt, damit wären alle Probleme gelöst. Aber ich kann nun mal sehr schwer etwas ignorieren, das ich für gefährlich halte. Wieso das so ist, wurde inzwischen hoffentlich deutlich.

Was bleibt sonst noch zu sagen?

Der überwältigende Eindruck beim Lesen von @deinTherapeut ist, dass mir hier etwas verkauft werden soll. Nur was? Er hätte mit dem Account schon viel früher Geld verdienen können – dazu war kein Buchdeal nötig. Tatsächlich glaube ich, dass Norman sich hier nur selbst verkauft. Er verkauft sich als Therapeut für alle Fälle, als warmherziger Twitter-Philosoph, als Lebensberater, als Wellness-Guru, als guter Mensch – dabei ist sein Account und das, was er über psychische Erkrankungen schreibt oberflächlich bis an die Grenze zur Fahrlässigkeit und teilweise darüber hinaus. Er schart unsichere, junge Menschen um sich, die ihm wie Lemminge folgen und anscheinend schon lange die Fähigkeit verloren haben, seine Aussagen zu hinterfragen. Eine Armee von Glückskekssüchtigen, für die es früher oder später ein böses Erwachen geben wird, wenn sich seine Heilsversprechen in Luft auflösen.

Ich unterstelle ihm nicht mal böse Absicht. Aber Norman fehlt definitiv die Reife, mit der Macht, die er sich ertwittert hat, umzugehen. In vieler Hinsicht wirkt er fast schon narzisstisch. Sei es nun, dass er in aller Ernsthaftigkeit glaubt, Diskussionen anstoßen zu können, die schon jeder führt bzw. die zumindest in Deutschland schon lange entschieden sind…

…oder in anmaßender Weise versucht, sich als Dreh- und Angelpunkt einer Hilfsbewegung zu installieren…

… oder hauptsächlich zu Zeiten twittert, in denen in Deutschland viele Leute online sind – obwohl er doch in Boston lebt, was sechs Stunden Zeitverschiebung bedeutet.

Viele von uns geben im Internet einiges von sich Preis. Ich gehöre ja auch dazu. Gefährlich wird’s, wenn die Präsentation zu einer einzigen Show verkommt – und diesen Eindruck habe ich bei Norman zu 100%. Was sein „Mental Health“-Aktivismus angeht, kann ich als depressive Frau dazu nur immer wieder betonen, dass dieser Mensch nicht für mich spricht.

Wenn man eine positive Sache über ihn sagen will, dann diese: Social Media kann er. Seine Mitmach-Tweets und seine Aufforderungen, jemanden wegen Grund X unter seinen Tweets zu verlinken, dienen als Multiplikatoren für mehr Reichweite, was offensichtlich funktioniert.

Nur hilfreich ist es eben nicht. Norman mag für manche ein super Wellness-Coach sein… aber ein Therapeut ist er nicht. Erst recht nicht meiner.


Thementage Depression:

Teil 1: Warum die Suche nach einem Therapieplatz für jeden Depressiven eine absolute Zumutung ist
#SuchDirHilfe – Aufruf und Appell

Teil 2: Es besser machen – wie eine Therapiesuche aussehen könnte

Teil 3: Hürde Mensch – über psychotherapeutische Erstgespräche


Wenn dir das gefallen hat und du mich ein bisschen unterstützen willst, freue ich mich über eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee.

Was Pseudotherapeuten auf Twitter anrichten können (Teil 2)

Der vierte Beitrag meiner Themenreihe Depression widme ich dem Twitter-Account @meinTherapeut, der sich als „Mental-Health-Aktivist“ profiliert. Im ersten Teil schrieb ich über seinen „Gruppentherapie“-Discord, in diesem hier soll es darum gehen, was er mit dem von ihm beabsichtigten Framing, das schon bei seinem Namen anfängt, eigentlich anrichtet.


Nach dem ersten Teil meines Beitrags über @deinTherapeut mag manch einer vielleicht argumentieren, dass Norman keine Schuld an den Zuständen in seinem Discord trägt. Er hat die Plattform zwar zur Verfügung gestellt und sie schon namentlich explizit mit seiner Person verbunden, aber naja… warum sollte ein Influencer mit fünfunddreißigtausend meist jungen Followern für seine Projekte so etwas wie Verantwortung übernehmen müssen? Das wäre ja regelrecht lästig.

Die Wahrheit ist, dass sein Discord nur die Spitze eines sehr unappetitlichen Eisbergs darstellt – und der ganze Account einfach ein riesiges Desaster ist.

Der Name, das Framing

Das Problem fängt schon beim Namen an. Darauf haben bereits sehr viele hingewiesen und selbstverständlich ist jegliche Kritik daran bisher abgeschmettert worden. Leute können sich auf Twitter problemlos „Prinzessin Utopia“, „Einhornfee“ oder „Doktor Awesome“ nennen – warum sollte es dann ein Problem darstellen, wenn Norman sich „Therapeut“ nennt?

Der Unterschied ist eigentlich klar: Jeder weiß, dass eine Twitter-Prinzessin nicht wirklich adelig ist, ein Doktor Awesome ziemlich sicher kein Medizinstudium abgeschlossen hat und Fabelwesen nicht existieren. Aber einen ganzen Account der „Mental Health“ zu widmen und sich dann auch noch Therapeut zu nennen… das ist ein bewusst gewähltes Framing, das ohne weiteres zu Missverständnissen führen kann.

Es ist nicht so, dass Norman es Neugierigen leicht macht, die, grob gesagt, Unwahrheit hinter diesem Twitterhandle zu erkennen. Er klärt es nicht in seiner Bio auf und schreibt sehr selten darüber. Wenn man ihm länger folgt merkt man es irgendwann und wenn er darauf angesprochen wird, gibt er natürlich (zwangsläufig) zu, kein Therapeut zu sein – aber wer da nicht direkt nachfragen will, hat schlechte Karten. Wegen meiner Antipathie und seiner Inhalte konnte ich mir von Anfang an nicht vorstellen, dass er wirklich ein Psychotherapeut ist, habe dann aber einige Zeit beim Durchstöbern seiner Tweets investieren müssen, um heraus zu finden, was dahinter steckt. Ich erfuhr, dass er zwar Psychologie studiert hat, es aber bisher lediglich zu einem Bachelor brachte. Die Älteren unter uns werden sich noch erinnern: Ein Bachelor ist ungefähr das, was man früher sehr passend Grundstudium nannte und einen damals offiziell zu überhaupt nichts befähigte.

„Niemand hält ihn aber wirklich für einen Therapeuten,“ höre ich jetzt schon wieder seine Fans jaulen. Nur stimmt das einfach nicht. Selbst viele seine Kritiker, die nun mal keinen Grund hätten, ihm wohlgesonnen zu sein, sind sich da unsicher. Wie oft habe ich Sätze gelesen wie „Boah dieser Typ! Also keine Ahnung, ob der wirklich Therapeut ist, aber…“ Und auch einige seiner Fans blicken da nicht durch oder unterstellen ihm wider besseren Wissens einen Expertenstatus, den er nicht hat.

Manche scheinen sogar zu glauben, er könne einen echten Psychologen zumindest zeitweise ersetzen…

… oder gleich wirklich einen ausgebildeten Therapeuten. Norman gefällt das.

Er selbst kokettiert auch gern mit dem Titel Psychologe.

Und ja, bevor jemand losheult: Natürlich weiß ich, dass er nur einen Witz gemacht hat. Aber nochmal: Es geht um das Framing. Ein solcher Account, mit solchen Inhalten, mit einem solchen Namen, der impliziert, Psychologe zu sein – natürlich glauben da manche, er sei wirklich einer. An der Stelle ist vielleicht der Hinweis nötig, dass dieser Titel in Deutschland nur von Menschen getragen werden darf, die einen Master-Abschluss in Psychologie haben. Für Norman bedeutet das:

Norman ist genauso wenig Psychologe, wie ich nach meinem Grundstudium Historikerin war – und manche würden vielleicht behaupten, ich sei immer noch keine, weil ich keinen Magisterabschluss, sondern nur ein 1. Staatsexamen habe.

Der Unterschied ist: Mein Twitter-Auftritt dreht sich nicht vollständig um mein Geschichtssstudium und selbst, wenn ich nicht dazu berechtigt wäre, mich als Historikerin zu bezeichnen, täusche ich damit verzweifelten und hilfesuchenden Menschen keine Expertise bezüglich ihrer psychischen Probleme vor, die ich nicht besitze. Mein Abschluss und derjenige, den Norman impliziert zu haben, sind im Bezug auf den Schaden, den man mit der Irreführung von Menschen anrichten kann, nicht im Geringsten vergleichbar.

Und so kommt es dann auch, dass ihn Menschen tatsächlich nach Tipps fragen, weil sie ihn für einen Experten halten.

Gerade dieser Tweet ist mir sehr aufgestoßen. Es ist nicht grundsätzlich falsch, was er sagt… aber ich denke bei einer „Notfallbox“ eher an konkrete Skills zur Vermeidung selbstverletzenden Verhaltens. Und dazu gehören nach meiner bescheidenen Ansicht als Betroffene eher sowas wie Tabasco, Zitronensaft, Gummibänder, ein Luffa-Handschuh, eine Kopfmassage-Spinne, ein roter Edding, mit dem man sich auf die Haut schreiben kann, statt sich zu schneiden usw. Mir hat sich der Eindruck aufgedrängt, dass er gar nicht wirklich wusste, um was es geht. Vielleicht täusche ich mich ja auch, aber ich hätte anders als er zumindest mal genauer nachgefragt.

Die wahnsinnig tollen Tipps, die er immer mal wieder auf Lager hat, sind leider auch nicht grundsätzlich so harmlos, wie es den Anschein hat.


Das war by the way auch mein allererster Gedanke bei diesem Tweet. Meine Energielosigkeit wird durch Entspannungsübungen bis ins Unendliche potenziert. Entspannungsübungen zerstören mich vollständig, auf Stunden, weshalb ich in der psychosomatischen Klinik sogar davon befreit wurde. Anscheinend geht es nicht nur mir so.

Aber auch bei den „Mitmachtweets“, die er mit jedes Mal „Und jetzt…“ einleitet, habe ich mich schon mehrmals gefragt, ob ihm klar ist, welches Fass er damit möglicherweise aufmacht, und ob ich die einzige bin, die dadurch ein schlechtes Gefühl bekommt.

Tja… in MEINER ersten Erinnerung bin ich ca. zwei Jahre alt, stehe in meinem Kinderbettchen und fühle mich traurig und allein, weil ich nach meiner Mutter rufe, aber keine Antwort bekomme, obwohl sie im Bett daneben schläft. Ich bin mir zu 99% sicher, dass diese Erinnerung nur eine Projektion meiner Angst ist, nicht gewollt zu sein… aber dennoch ist das keine schöne Erinnerung. Sehr viele Menschen mit psychischen Erkrankungen haben keine schönen ersten Erinnerungen. Was passiert, wenn sie unter diesen Tweets von Trauma, Missbrauch und Gewalt berichten? Ist Norman dann da, um sie aufzufangen und ihnen zu helfen? Scrollt man durch die Antworten, sieht man, dass es nicht so ist. Und selbst wenn er mal reagiert, ist seine Hilfe… naja…

Natürlich kann jeder mal einen Tweet schreiben, durch den sich andere unabsichtlich verletzt fühlen. Und trotzdem: Es ist und bleibt das Framing, das mir so viele Kopfschmerzen bereitet. Sehr viel von dem, was er sich sonst so leistet, wäre überhaupt nicht so wild, wenn dieses Framing, diese Präsentation, diese Performance nicht wäre. Behaltet das bitte im Hinterkopf.

Sein „Aktivismus“

Norman präsentiert sich selbst als „Mental Health“-Aktivist. „Aktivist“ ist natürlich kein geschützter Begriff. Eine Zeit lang schien es so, als würde sich jeder, der mal drei zusammenhängende Tweets zu einem bestimmtes Thema geschrieben hat, als „Aktivist“ bezeichnen. Dagegen kann und möchte ich nicht argumentieren.

Wohl kann ich aber kritisieren, dass seine Inhalte für das, was er behauptet zu sein, wesentlich zu seicht sind – und manches Mal auch schlicht falsch.

Norman scheint psychische Gesundheit mit Wellness zu verwechseln. Aber Kalendersprüche zu twittern, die geistloser sind als alles, was bereits meine Uroma in ihrem Poesiealbum geschrieben hat, hilft nicht gegen Depression. Und auch kleine Mutmach-Tweets sind nicht so wirklich etwas, was mich und viele andere Betroffene aufrichtet.

Plattitüden wie diese

oder diese

sind sogar eher ein sicheres Mittel, um mich so richtig aggressiv zu machen. Vielleicht spricht da mein zynisches Depressions-Ich, aber ich verstehe wirklich nicht, wie irgendjemandem solche Allgemeinplätze gefallen können.

Aber gut… wenn es mir schlecht geht, verhalte ich mich auch nicht sonderlich „intelligent“, sondern höre Disturbed, trinke Whisky oder sehe mir einen schlechten 90er-Jahre-Actionfilm mit Nicolas Cage oder Jeff Goldblum an. Andere richten sich eben durch solche Sprüche auf. Warum nicht. Jeder soll nach seiner Façon ein bisschen weniger depressiv werden.

Aber kann man das „Aktivismus“ nennen?

Das Problem ist das dadurch vermittelte Bild. Ich bin nicht die Einzige, die diese platten Tweets für hochgradig peinlich hält, aber sie finden nun mal sehr große Verbreitung. Und das ist dann der Moment, in dem es meiner Meinung nach gefährlich wird: Solche Tweets zu schreiben und sie als „Mental Health“ zu labeln, zeichnet ein so simplifizierendes Bild von psychischen Erkrankungen, dass ich absolut verstehen kann, warum jemand nach dem Lesen auf den Gedanken kommen könnte, Depressionen seien Kinkerlitzchen, die sich mit einem aufmunternden Spruch, einer lieben Umarmung und einer schönen, heißen Tasse Kakao heilen lassen.

Aber eine Depression ist kein Kinkerlitzchen. Sie ist eine potentiell tödliche Krankheit, die häufig mit Minderwertigkeitskomplexen einher geht. Das ist ein ernsthaftes Symptom, das nicht davon weggeht, indem ein Pseudotherapeut auf Twitter verkündet, dass jeder Mensch wertvoll sei. Solche Dinge nicht privat an Freunde, wo es tatsächlich eine Bedeutung hat, sondern als offizielles aktivistisches Statement an die Allgemeinheit zu schreiben, hilft nicht oder bekämpft Stigmata, sondern würdigt die Krankheit in meinen Augen herab. So nett das auch gemeint sein mag – dieses „Hühnersuppe für die Seele“-Niveau sorgt nun mal zwangsläufig dafür, dass die Krankheit selbst in der Wahrnehmung mancher plötzlich nicht ernster zu sein scheint als eine schlichte Erkältung.

Norman ist die Helene Fischer der „Mental Health“-Twitterer: simpel, oberflächlich, massenkompatibel, seicht – und leider sehr erfolgreich. Seine unterkomplexe Herangehensweise wird dem Thema nicht gerecht. Ich erwarte nicht, dass er 24/7 wohlformulierte, messerscharfe Analysen Betreff psychische Erkrankungen twittert, aber ein vollständiges Fehlen an Substanz ist für einen selbsternannten Twitter-Therapeuten in meinen Augen eben auch inakzeptabel. Auch hier ist es nun mal das beabsichtigte Framing, das die Sache so problematisch macht.

Dabei könnte er mit seiner Reichweite so viel mehr bewirken. Gerade weil seine Fanbase so jung ist könnte er wirklich dazu beitragen, über psychische Krankheiten aufzuklären, Stigmata abzubauen, Probleme unseres Gesundheitssystems anzusprechen, Diskussionen anzustoßen. Stattdessen findet man in seinen Tweets kaum je etwas wirklich informatives. So gut wie nie teilt er Erfahrungsberichte, Zeitungsartikel oder Fachtexte. Es drängt sich der Eindruck auf, dass ihn jede Analyse, die ein gewisses Schwierigkeitslevel überschreitet, schlicht nicht interessiert. Er ignoriert die Komplexität der Problematik, weil sich diese nicht für knallig-niedliche Tweets eignet. Aber mit Herzchen, Liebe und „Menschlichkeit“ ist es nun mal leider nicht getan.

Die Probleme unseres Gesundheitssystems, genauer der Therapienotstand, ist MEIN großes Thema, wie man inzwischen wohl gemerkt hat. Seit ich auf diesen Möchtegern-„Mental Health“-Account aufmerksam wurde, wartete ich darauf, dass er sich dazu mal äußert. Und schließlich tat er es auch – auf die schlimmstmögliche Art, die ich mir hätte vorstellen können.

Im Februar kotzten sich Pflegekräfte unter dem Hashtag #twitternwierueddel über ihre völlig beschissenen Arbeitsbedingungen aus, nachdem CDU-Politiker Erwin Rüddel ihnen ziemlich gönnerhaft empfohlen hat, doch mal positiver über ihren Beruf zu reden. Das gab einen schönen Shitstorm und dadurch erlebte das Problem und die Menschen, die darunter leiden, endlich mal die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Das hat mich sehr gefreut, weil ich einigen Pflegekräften auf Twitter seit Ewigkeiten folge und mitansehen musste, wie sie erfolglos versuchten, ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen. Diese Leute haben JAHRE dafür gekämpft, das Thema endlich ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Aber Norman fiel dazu nur das ein:

An dieser Stelle… bin ich dann ein bisschen ausgerastet.

So sehr ich mich freue, wenn der Therapienotstand angesprochen wird, waren seine Tweets waren doch schlicht eins: beschissen unsolidarisch. Es gibt keinen Grund, dieses Thema antagonistisch gegen einen anderen Misstand in Stellung zu bringen und seine Community gegen Menschen in der Pflege aufzuhetzen. 1,5 Tausend Menschen haben diesen Müll gefavt. EINSKOMMAFÜNFTAUSEND.

Nicht WIR müssten „endlich mal über Psychotherapie sprechen“. WIR, das heißt ich und viele andere, tun das ständig. ER ist derjenige, der sich um dieses Thema nicht kümmert. Ich habe danach lange gesucht und genau einen anderen konkreten Tweet dazu gefunden:

Was hat dieser Tweet mit den vorherigen gemeinsam? Er ist FLACH. Er erfasst das Problem nicht IM ANSATZ. Es sind schnell heraus gehauene kleine Statements, die nichts erklären und nichts einordnen. Statt den x-ten eigentlich selbsterklärenden Thread darüber zu verfassen, welche Sprüche man sich über Depressive etc. sparen soll, hätte er das Problem erörtern können. Ich stelle z.B. ständig fest, dass die Leute immer noch glauben, es gäbe zu wenige Therapeuten, obwohl es allein an den fehlenden Kassensitzen liegt. So etwas würde er wissen, wenn er sich öfter darüber unterhalten würde. Aber ohnehin scheint ihn die Ausbildungssituation für angehende Therapeuten wesentlich mehr zu interessieren. Nicht nur nennt er bei seinem Anti-Pflegestreik-Tweets die Senkung der Ausbildungskosten noch vor der Erhöhung der Kassensitze, es ist auch so ziemlich die einzige Ergänzung, die ihm zu seinem Tweet von November 2017 einfällt:

Die Ausbildungsbedingungen für Therapeuten müssen definitiv verbessert werden. Aber beim Thema Therapienotstand ist das maximal ein Nebenkriegsschauplatz… und ehrlich gesagt habe ich es satt, mir von Psychologiestudenten anhören zu müssen, dass dies der Grund für die fehlenden Therapieplätze sei. Norman ist da leider nicht der einzige. Es stimmt nur trotzdem nicht – und gibt mir das Gefühl, als Betroffene instrumentalisiert zu werden. Seht euch nur die arme Depressive an, die keinen Therapieplatz findet, weil die Ausbildungskosten für Therapeuten so gemein hoch sind… äh, nein. Einfach nein.

Wenig überraschend hat Norman meine durchaus unfreundliche Kritik nicht dazu genutzt, das Thema auszuführen, obwohl ihn noch viel mehr Leute deswegen ansprachen. Stattdessen wurde ich kommentarlos geblockt. Natürlich.

Damit könnte die Sache ja erledigt sein, oder? Nee, leider nicht. Mein Kommentar über seine Kritikfähigkeit, seine toxische Community, die unappetitliche Geschichte mit seinem Vater und der vollkommen distanzlose Umgang der Medien mit @deinTherapaut findet ihr hier.


Thementage Depression:

Teil 1: Warum die Suche nach einem Therapieplatz für jeden Depressiven eine absolute Zumutung ist
#SuchDirHilfe – Aufruf und Appell

Teil 2: Es besser machen – wie eine Therapiesuche aussehen könnte

Teil 3: Hürde Mensch – über psychotherapeutische Erstgespräche


Wenn dir das gefallen hat und du mich ein bisschen unterstützen willst, freue ich mich über eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee.

Was Pseudotherapeuten auf Twitter anrichten können (Teil 1)

Dies ist der vierte Teil meiner Themenreihe Depression, in dem ich erklären will, was ich von Menschen und ihren „Aktivismus“ halte, die sich auf Twitter als Therapeuten aufspielen, obwohl sie keine sind, und warum das nicht nur ärgerlich, sondern höchst problematisch ist.


Diesen Beitrag möchte ich seit vielen Monaten schreiben. Inzwischen gibt es ja viele Twitteruser, die den Account @deinTherapeut für nervig, oberflächlich und mediengeil halten. Das ist zwar alles wahr – aber ich finde ihn außerdem gefährlich.

Heute möchte ich endlich erklären wieso.

Der Account

Diese Worte hat ein Mönch ernsthaft für eine Radioandacht geschrieben. EIN MÖNCH. FÜR EINE ANDACHT.

Mir fiel Norman erstmals letztes Jahr im Juli auf, als kurz nach Chester Benningtons Tod sein Tweet mit Notfallnummern wie dem Sorgentelefon viral ging. Ich hatte den Tweet bestimmt dutzende Male in meiner Timeline, war damals aber nicht in der Verfassung, so etwas zu feiern. Ich fand es zu dem Zeitpunkt sogar ausgesprochen ärgerlich (aus Gründen) und auch heute verstehe ich immer noch nicht, was daran so toll sein soll. Dass es so etwas wie das Sorgentelefon gibt, sollte eigentlich allen bekannt sein – würde ernsthaft jemand diesen Tweet speichern für den Fall, dass er die Nummer braucht, statt dann einfach danach zu googeln?

Dieser Tweet machte Norman groß. Ab da wurden mir ständig seine Tweets in meine Timeline gespült. Tweets, die man im besten Fall seicht nennen könnte, aber einen Anklang fanden, der mich einfach fassungslos machte. Normans Selbstperformance als „Mental-Health-Aktivist“ mit der glattgebügelten Instagram-Ästhetik eines Boygroup-Sternchens trug nicht dazu bei, ihn mir sympathischer zu machen.

Ich gebe zu: Am Anfang war ich auch schlicht neidisch. Ich schreibe seit Jahren über meine Depression, thematisiere immer wieder Probleme unseres Gesundheitssystems und werde dennoch die meiste Zeit ignoriert, wenn ich mich nicht gerade mit Trollen herum schlagen muss, die mich für verrückt erklären – und dann kommt so ein normschöner Bubi, knallt Telefonnummern und ein paar Kalendersprüche raus, kriegt dadurch innerhalb weniger Wochen tausende Follower und besitzt bei all dem auch noch die Frechheit, sich „Aktivist“ zu nennen? Für mEnTaL HeALth?

Im Folgenden wurde der Account immer größer. Norman suchte medienwirksam seinen obdachlosen Vater, bekam die Auszeichnung „Goldenen Blogger“ für den besten Twitter-Account, eröffnete einen Discord für sein Fans und suchte – knapp ein Jahr nach seiner ersten derartigen Aktion – schon wieder nach seinem Vater. In all dieser Zeit beobachtete ich ihn, obwohl ich bereits im Februar dieses Jahres von ihm geblockt wurde, und fand immer mehr Alarmierendes. Weil sein Discord bereits mehrmals in den letzten Monaten heftig kritisiert worden ist, will ich damit anfangen.

Der Discord „Gruppentherapie“

Ein Discord ist im Grunde eine Programm zum Chatten. Jeder kann einen Discord mit mehreren Channels unterschiedlicher Thematik einrichten und dort mit Gleichgesinnten schreiben. Normans Discord wurde von ihm „Gruppentherapie“ genannt und soll zur gegenseitigen Hilfe bei psychischen Problemen da sein (wodurch er seiner Performance als scheinbarer Experte für Psychologie eine weitere Facette hinzufügte). Der Discord hatte schnell tausende Mitglieder – viele davon, wenn nicht sogar die meisten, minderjährig.

Der Discord sorgte bereits im Juni für einen Shitstorm, weil manche der Meinung waren, dass die Mitglieder, die teils offen von ihren Selbstmordgedanken schrieben, nicht genügend aufgefangen wurden.

Schon damals schmetterte Norman jede Kritik ab…

… und verwies immer wieder auf die Discord-Regeln.

Durch diese Regeln war und ist er natürlich bequemerweise nach allen Seiten abgesichert.

Ich wollte mir das im Sommer persönlich ansehen und betrat den Discord. Ich hatte mit einer Registrierung gerechnet – stattdessen war ich sofort drin, nachdem ich einen Nick eingetippt hatte. Mir wurde mitgeteilt, dass dieser Nick möglicherweise verloren gehen würde, wenn ich ihn mir nicht durch eine Registrierung reservierte. Das war aber auch schon alles.

Jeden Deppen ohne Registrierung eine solche Seite betreten zu lassen – dafür gibt es Pro- und Contra-Argumente. In diesem Fall soll das Angebot dadurch wohl besonders „niedrigschwellig“ sein. Okay. Was mich aber vollkommen fassungslos machte – und ich brauchte eine Weile, bis ich auf die Idee kam, das auszutesten, weil ich das im Leben nicht erwartet hätte: Ich konnte auch ohne Registrierung schreiben. Das habe ich in meinen 15 Jahren in diesem Internet kaum je auf einer Plattform erlebt – und sicher NIEMALS auf einer Seite mit so einem sensiblen Inhalt.

Ich sah mich ein wenig um und merkte schnell, dass die meisten Mitglieder wirklich blutjung zu sein schienen.

Peer-to-peer, also die Methodik, Menschen mit gleichen Problemen/in der gleichen Lebenssituation sich gegenseitig helfen zu lassen, ist Normans Schlagwort, mit dem er sich immer wieder gegen jegliche Kritik bezüglich der Inhalte und des Konzepts des Discords zu immunisieren versucht. Er benutzt es wie einen Trumpf, als wäre damit alles geklärt, denn immerhin gibt es ja einen schicken psychologischen Fachbegriff dafür. Fünfzehnjährige mit psychischen Problemen, die anderen Fünfzehnjährigen mit psychischen Problemen helfen – what could possibly go wrong? Er selber hält sich vornehm heraus.

Bei einer einzigen Gelegenheit beteiligte ich mich im Discord tatsächlich an einem Gespräch. Eine Userin machte sich Sorgen, weil sie sich irgendwie den Gaumen aufgeschnitten hatte und die Wunde seit mehreren Minuten (!!!) blutete. Sie bekam viel Anteilnahme und sogar ein Gang in die Notaufnahme wurde diskutiert. An der Stelle konnte ich nicht mehr stumm zusehen und empfahl ihr, doch mal ein Glas eiskaltes Wasser zu trinken, da sich durch die Kälte die Blutgefäße zusammen ziehen. Ich seufzte innerlich beim Tippen, aber mir wurde für diesen Rat, der die lebensgefährliche Blutung tatsächlich stoppte, überschwänglich gedankt.

Das klingt vermutlich arrogant. Wir waren schließlich alle mal jung und ein bisschen doof. Aber es tut mir leid: So harmlos-dümmlich das auch war (wobei ich es eigentlich nicht harmlos finde, auch nur darüber nachzudenken, wegen so eines Wehwehchens in die Notaufnahme zu rennen – als wären unsere Krankenhäuser nicht eh unterbesetzt. Sorry, bei dem Thema bin ich ganz humorlose Erwachsene), so graut es mir doch bei dem Gedanken, diese Teenager dazu zu ermutigen, bei teils wirklich gravierenden psychischen Problemen mit Symptomen wie selbstverletzendem Verhalten und Selbstmordgedanken für sich gegenseitig den Therapeuten zu spielen. Ich bezweifle stark, dass die Anwendung dieses peer-to-peer-Konzepts auf so einen Fall wirklich im Sinne des Erfinders war. Vielleicht will sich ja mal ein Psychologe dazu äußern? Also… ein richtiger?

Es war nicht der einzige Chatverlauf, der mir ein wenig Bauchschmerzen bereitete.

Ohne überhaupt nachzufragen, worum es genau geht, ist natürlich klar, dass man mit den Eltern unmöglich reden kann, sie ganz sicher falsch liegen, uneinsichtig und SCHWACH sind. Wie könnte es auch anders sein.

Vermutlich hätte ich Dutzende Beispiele gefunden, wenn ich wirklich danach gesucht hätte. Klar – keine Macht dieser Welt kann verhindern, dass Jugendliche Müll labern, wenn sie zusammen sind. Darin war ich damals auch ziemlich gut und das ist auch überhaupt nicht schlimm. Aber wie frech und fahrlässig ist es bitte, das als tolles Hilfsangebot von Betroffenen für Betroffene darzustellen – ein Safe Space, in dem sie sich endlich mal öffnen können?

Aber wo wir gerade bei Safe Spaces sind: Reden wir doch mal über die gewaltverherrlichenden Pornos.

Es wurde seit diesem Sommer immer wieder thematisiert, dass es in diesem Discord einen NSFW-Raum gibt. Trotz fehlender Registrierung war es absolut unproblematisch, dort hinein zu kommen. Das war mit einem Klick erledigt.

Zu sehen bekam ich sowas.

Zensurbalken (rot) von mir. Bei dem Bild rechts handelte es sich um ein gif, das eine Würgeszene zeigt

Nennt mich meinetwegen prüde – aber was zur Hölle soll das? Warum gibt es in diesem Safe Space einen Raum, in dem die User munter Fetisch-Bilder tauschen?

Ich nenne diese speziellen Bilder bewusst nicht Pornos, da Pornographie gesetzlich streng definiert ist. Meines Wissens müssen für dieses Label deutlich Genitalien zu sehen sein (konkret: ein erigierter Penis bzw. die inneren Schamlippen. Zensiert habe ich das linke obere Bild trotzdem, weil ich mir da unsicher war). Für mich persönlich war da zwar trotzdem bereits eindeutig eine Grenze überschritten, aber eine Twitter-Bekannte berichtete mir außerdem folgendes:

Als ich im Channel geschaut habe, waren tatsächlich gifs gepostet, in denen penetrativer, brutaler (Anal)-Sex stattfand, außerdem gifs, in denen mit Gerten Frauen so geschlagen wurden, dass Striemen zu sehen waren und Würge-Szenen.
Ich bin keine BDSM-Anhängerin, verurteile und werte aber auch nicht. Aber das waren alles Szenen, bei denen mir schon so sehr unwohl war; weniger Consensual BDSM, mehr „Unterwirf die Schlampe“, falls du verstehst, was ich ausdrücken will. Es war beklemmend. Zeitgleich wurde nur einen Raum weiter darüber „diskutiert“, dass man Worte wie „Schneiden“, „Ritzen“ und noch eine ganze Menge mehr vermeiden müsse, weil es traumatisierte Menschen zwingend triggern würde. Dabei wurde permanent darauf herumgeritten, dass der ganze Discord ja ein Safe Space sein solle, wo sich bloß niemand angegriffen fühlen sollte – während jemand von mehreren Leuten scharf angegriffen und teilweise beschimpft wurde, weil er ein „verbotenes Wort“ benutzt hatte.
(…)
Also: ich finde eigentlich alles, was ich da so gesehen habe, extrem fragwürdig bis total verantwortungslos.

Nun ist sowas natürlich strenggenommen keine valide Quelle, auch wenn ich keinen Grund habe, ihr nicht zu glauben – aber tatsächlich wurde während der gesamten Diskussion, die u.a. wegen so einer Scheiße aufflammte, von Normans Fans nicht behauptet, dass in diesem NSFW-Channel KEINE Pornos herum gereicht werden. Nur fand das eben niemand von denen diskussionswürdig oder schlimm.

Da muss ich dann ernsthaft fragen: Habt ihr den Arsch offen? Ich las davon, diese Bildchen wären „normaler Tumblr-Porn“, und überhaupt werden Kinder heutzutage ja ständig im Netz mit sowas konfrontiert.

Das ist zwar leider nicht ganz falsch… aber warum muss es sowas unbedingt in DIESEM Discord geben??? Ich denke, niemand von denen, die sich darüber aufregten, möchte Erwachsenen ihre Pornos verbieten, genauso wenig wie BDSM zwischen verantwortungsvollen Erwachsenen, doch ich sehe keinen Grund, wieso so eine Scheiße unbedingt in einem angeblichen Safe Space mit vielen Minderjährigen gepostet werden muss? Man eröffnet schließlich auch kein Beate-Uhse-Shop neben einer Grundschule oder schaltet auf der KIKA-Website Werbung für Eis.de. Das ist keine Prüderie, sondern sinnvoller Jugendschutz! Das sollte erst Recht für einen Raum gelten, in dem sich vermutlich auch Jugendliche mit Missbrauchserfahrung aufhalten. Haben die kein Recht auf einen triggerfreien Safe Space, weil ein paar notgeile Typen unbedingt DORT ihre Pornogifsammlung präsentieren müssen – als gäbe es dafür nicht tausend andere Seiten im Netz???

„Aber jeder Discord ist mit einen NSFW-Raum angelegt“, bekam ich allen Ernstes zu hören, als würde das irgendwas rechtfertigen oder nicht trotzdem jeder Betreiber selbst entscheiden können, was da gezeigt werden darf und was nicht. Wie soll man sich das sonst vorstellen??? „Oje, jetzt haben wir diesen NSFW-Raum, den sind wir ja praktisch gezwungen, mit Hardcore-Pornos zu füllen“?

Einigen Leuten fiel zudem auf, dass sich ein User, der regelmäßig den NSFW-Raum mit Porno-Bildern flutet, den Nickname „Daddy“ gegeben hat. Der anschließende Mini-Shitstorm war das bisher verdrehteste, was ich im Norman’schen Dunstkreis bisher mitbekommen habe. Einige vermuteten hinter dieser Person einen Pädophilen – was natürlich mit einem dämlichen Nick als einzigen „Beweis“ ziemlicher Blödsinn ist. Die Gegner dieser Unterstellung schafften es dagegen, dieses Niveau noch deutlich zu unterbieten.

daddy mod neu

Er hat mit ihm geredet, also kann er ja kein Pädo sein. Wer kennt schließlich nicht diesen klassischen Witz: „Woran erkennt man einen Pädophilen? – Er wird dir davon erzählen. Ständig!“

Und Norman selbst hatte dazu folgendes zu sagen:

Äh, ja. Weil ein Sechszehnjähriger ja niemals pädophil sein kann.

Aber Moment… 16? Ähm… ein paar Fragen:
– Warum ist ein Sechszehnjähriger Mod?
– Warum ist ein Sechszehnjähriger „Helferlein“?
– Warum ist ein Sechszehnjähriger „Nachtwächter“?
– Warum gammelt ein Sechszehnjähriger in einem Chatroom herum, der laut Normans eigener Aussage ab 18 ist – und postet da auch noch einen Fetisch-Porno nach dem anderen???

Nochmal: Ihr könnt mich gerne prüde nennen. Aber ich finde die Vorstellung eines sechszehnjährigen Jungen, der, geduldet vom Betreiber, nichts besseres zu tun hat, als unter dem furchtbar peinlichen Namen „Daddy“ fast zwanghaft täglich dutzende, hunderte Pornobilder zu posten, die fast ausnahmslos Gewalt darstellen und auf denen Frauen (und zwar NUR Frauen – von wegen „ausgeglichenes Geschlechterverhältnis“. Wenn es um sexuelle Dominanz und Demütigung geht, sind die Rollen ganz klar verteilt) erniedrigt werden – und das in einem Discord, der angeblich ein Safe Space für Minderjährige und/oder psychisch Kranke sein soll!!! – äußerst verstörend. Zwar glaube ich nicht mal wirklich, dass „Cedric“ dahingehend ein ernsthaftes Problem hat – viele Jugendliche durchlaufen seltsame Phasen, aus denen sie von selbst wieder heraus wachsen – aber muss man das auch noch durch Ignoranz ermutigen und ihm Posten zuweisen, die ihn trotz offensichtlich fehlender Reife in eine Machtposition bringen? Wer schützt die anderen User? Und wer schützt „Cedric“ vor sich selbst? Der Junge ist verdammt noch mal erst 16 Jahre alt. Kann das gesund sein, sich in einem Alter, in dem viele noch nicht mal richtig gefummelt haben, mit so viel Hardcore-Müll das Gehirn zu grillen? Wer ordnet das für ihn ein? Wer sagt ihm, dass Pornos nicht die Realität abbilden? Wer redet mit ihm über Konsens und Respekt? Wo sind, verdammt noch mal, die Erwachsenen, die in diesem furchtbaren Schweinestall mal so etwas wie Verantwortung übernehmen?

Die traurige Nachricht ist: Die Erwachsenen sind da, es ist ihnen nur egal.

Ich weiß nicht, was ich schlimmer finden soll: Diese vollständige Gleichgültigkeit bei gleichzeitiger Realitätsverweigerung oder der davor angesprochene Fatalismus beim Thema Jugendschutz.

Davon ab muss ich an dieser Stelle eines klar stellen: Der Discord wird nicht „ziemlich gut“ moderiert. Er wird im Gegenteil eigentlich ÜBERHAUPT NICHT moderiert. Norman selbst schrieb immer wieder explizit, dass die teils minderjährigen Mods („Daddy“ ist nicht der einzige) nur für den technischen Aspekt zuständig sind. Die, äh… ich nenne es mal „seelsorgerische Arbeit“ wird stattdessen geleistet von sogenannten „Helferlein“, ein Titel, der anscheinend völlig wahllos vergeben wird.

Ich muss leider sagen, dass ich mich in diesem Discord fast nicht zurecht gefunden habe. Ja, ich bin alt, aber was soll ich machen. Ich finde es furchtbar unübersichtlich für etwas, was im Grunde auch nur die Funktion eines Forums erfüllt – mit dem Unterschied, dass ein Forum deutlich leichter überschaubar und zu moderieren ist, während die Chatverläufe anscheinend sogar automatisch gelöscht werden, sobald sie wenige Tage alt sind. Da den Überblick zu behalten, welcher User sich wiederholt daneben benimmt, um einschreiten zu können… ich halte das für unmöglich. Diese Plattform beherbergt eine viel zu große, wahnsinnig heterogene Community, die zudem von zu wenigen freiwilligen Mitarbeitern mehr schlecht als recht – beziehungsweise im Grunde gar nicht – gebändigt wird.

Zusammen mit der Fahrlässigkeit, Schreibrechte ohne Registrierung zu vergeben, ist diese für jeden offene Plattform ein unmoderierbares Monstrum. Jeder kann sich vorstellen, wie anziehend so ein Angebot auf Trolle wirkt – oder echte Triebtäter auf der Suche nach verletzlicher, leicht beeindruckbarer Beute. Hier von einem Safe Space zu reden, während gleichzeitig minderjährige Mods ganze Chatrooms mit ihren verstörend expliziten Wichsfantasien überschwemmen, ist eine unfassbare Lächerlichkeit. Das ist, als würde man während einer Zombie-Apokalypse eine Grundschulklasse stolz in seinen „sicheren“ Bunker einladen und danach die Tür sperrangelweit aufstehen lassen – und dabei auch noch bewusst die Werwölfe ignorieren, die es sich schon seit längerer Zeit im Besenschrank bequem gemacht haben.

Lieber Kinder, Hardcore-Gewaltpornos bitte nur im Bereich für Hardcore-Gewaltpornos posten. Ordnung muss sein. Wir sind hier schließlich ein Safe Space.

Die Vorwürfe, auf Selbstmordandrohungen würde nicht adäquat reagiert, kann ich persönlich nicht bestätigen. Dazu hätte ich mich viel länger in diesem Discord umsehen müssen. Aber wenn schon so absolute Basics wie ein Verbot pornographischen Materials nicht funktioniert, zweifle ich nicht im Geringsten daran, dass diese Vorwürfe zutreffen.

Die Pubertät ist eine beängstigende Zeit. Ein Raum, in dem Teenager sich offen über Fragen die Sexualität betreffend austauschen, ihre Ängste und Wünsche artikulieren können, wäre meiner Meinung nach eine super Sache, sofern sie richtig moderiert wird. Stattdessen akzeptiert Norman die kleine Schmuddelecke in seiner ach so herzerwärmenden Selbsthilfegruppe stillschweigend, öffnet damit der Gefahr des Missbrauchs Tür und Tor und nimmt bewusst in Kauf, junge Überlebende sexueller Gewalt zu retraumatisieren. Geäußert hat er sich lediglich zu dem Vorwurf, dort würden minderjährige User Nacktbilder von sich selbst posten, was aber maximal ein Nebenkriegsschauplatz ist. And the rest is silence.

Anders als viele andere bin ich nicht der Meinung, dass eine solche Plattform grundsätzlich von Experten geführt bzw. überwacht werden sollte. Mit dem Zwang zur Registrierung, einer ordentlichen Netiquette, vertrauenswürdigen Mods, die diese durchsetzen, und einer technisch geeigneten Plattform ist das alles machbar. Stattdessen gibt es in dieser „Gruppentherapie“ nichts davon, was dieses „niedrigschwellige Angebot“, das meiner Meinung nach einzig der Profilierung seines Betreibers dient, zu einer vollständigen Katastrophe macht. Da gab es schon vor fast 20 Jahren bessere Angebote im deutschen Raum für psychisch Kranke, aber ein normales Forum ist scheinbar heutzutage nicht mehr cool genug oder so.

Momentan ist der Discord geschlossen, aber Norman hat schon angekündigt, ihn bald wieder für den normalen Publikumsverkehr zu öffnen. Ob sich dann etwas geändert und der ein oder andere User mal ein paar ernste Worte zu hören bekommen hat, wage ich zu bezweifeln.

Was bleibt mir am Schluss noch zu sagen?

Nein. Einfach nein.

Eigentlich sollte der Discord nur ein Punkt von vielen sein, über den ich schreiben wollte, aber da der Beitrag jetzt schon so lang ist, muss ich ihn splitten. Im nächsten Teil geht es darum, warum schon sein Name eine Frechheit ist und was hinter seinem Aktivismus steckt: klick


Thementage Depression:

Teil 1: Warum die Suche nach einem Therapieplatz für jeden Depressiven eine absolute Zumutung ist
#SuchDirHilfe – Aufruf und Appell

Teil 2: Es besser machen – wie eine Therapiesuche aussehen könnte

Teil 3: Hürde Mensch – über psychotherapeutische Erstgespräche


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