KiddySerienSpecial! – Teil 7: Sorry, ich habe euch kaum gekannt.

Mein Umzug ist beendet und mein Special zu den Lieblingsserien meiner Kindheit nach diesem Beitrag auch. Schön wars, aber fast habe ich das Gefühl, vielen Serien Unrecht zu tun, weil ich sie nicht ein einziges Mal erwähnt habe, obwohl sie mir damals, naja, „wichtig“ waren. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Fortsetzung!

Bis dahin möchte ich den letzten Teil meines Specials einigen ganz besonderen Serien widmen – Serien, die in mir irgendeine Art positive Assoziation hervorrufen, an die ich mich aber so gut wie gar nicht erinnern kann. Weil, ich war ja ein Kind, als ich sie sah.

Vielleicht sollte ich all diese Serien irgendwann mal wieder kucken, um meinen Eindruck zu verifizieren. Ja, ich glaube, das mache ich. Es sei denn, ich kann die Serien nicht finden, oder ich vergesse es :mrgreen:

Bonkers

Ich glaub, das war witzig?

Hallo Kurt

Sieht pappig-süß aus und war’s vermutlich auch. Und irgendwann hat mir das wohl gefallen.

BraveStarr

„In einer fernen Zeit, in einem fernen Raum, der Planet Neu-Texas, ein Freiheitstraum“… ähm, jo o.O
Die Serie war sogar irgendwie antirassistisch, denn der gute Marshall war ein Indianer (amerikanischer Ureinwohner kann man wohl nicht sagen, wenn das nicht mal auf der Erde spielt?). Western-Sciene-Fiction halt!

Robin Hood

Muss ich ja schon von Haus aus mögen… mir gefiel die Serie, heute kann ich mich aber nur noch dran erinnern, dass die Verantwortlichen da irgend so eine abgedrehte Hippie-Umweltstory draus gemacht haben… laut der dann der Sherwood Forest irgendwie ein Bewusstsein hatte und die Bösartigkeit des Sheriffs von Nottingham darin bestand, dass er Bäume hat fällen lassen oder so… o.O

Im Tal der Saurier

Die Serie war wohl gar nicht mal so beliebt, ich finde nicht mal das deutsche Intro… und außer, dass es um eine Familie geht, die in so eine Art „Vergessene Welt“ gerät, weiß ich auch nichts mehr!

Turbo Teen

Ein Typ verschmilzt irgendwie mit seinem schicken Auto und verwandelt sich immer in eben jenes, wenn ihm heiß ist. Wenn ich drüber nachdenke, fand ich das, glaube ich, damals schon leicht grenzwertig o.O

Parker Lewis

Der Typ ist NIE pünktlich zur Schule gegangen. Und viel mehr weiß ich auch schon nicht mehr – aber irgendwie war er cool :mrgreen:

So, ich denke, das reicht für den Anfang und um meinen Punkt klar zu machen: Ich war, bin und werde immer ein TV-Junkie sein :mrgreen:

Damit seid ihr jetzt dran! Gibt es eine Serie, die euch gefehlt hat, was habt ihr besonders geliebt und an welche Abwegigkeiten könnt ihr euch noch erinnern?


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 1: Heidi
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 5: Mila Superstar
Teil 6: Realfilmserien


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KiddySerienSpecial! – Teil 5: Mila Superstar

Animes mit Sportthemen haben ebenfalls Tradition. Meist verfolgt man dabei den Weg eines Underdogs mit großen Talent an die Spitze des sportlichen Erfolges. Beispielhaft für diese Serien soll Mila Superstar stehen.

Die gute Mila lief damals ab ’93 immer mittags auf RTL2 bei Vampy (wer kennt ihn noch?).

Ich war ein großer Fan und habe vermutlich fast alle Folgen gesehen. Natürlich habe ich nur dadurch angefangen, Volleyball zu spielen (oder das, was ich dafür hielt), ein Sport, der mir davor noch völlig unbekannt gewesen war.

Mila ist aus meiner Kindheit fast nicht wegzudenken. Daher hat mich fast der Schlag getroffen, als ich mir vor ein paar Jahren nach langer, langer Pause mal wieder eine Folge ansah.

Mir ist früher nie aufgefallen, wie… wie krass diese Serie ist! Dazu fällt mir nur ein Wort ein: menschenverachtend! Die Trainingsmethoden sind die reinste Folter und auch Mila selbst… das Mädchen hat so dermaßen einen an der Waffel!

„Mila kann lachen wie die Sonne überm Fujiyama“ heißt es im Intro. Das ist schonmal Unsinn: Die Frau hat so gut wie nie gelacht, dafür aber wahnsinnig viel gejammert. Ihr gesamtes Leben besteht nur aus Sport und Disziplin – und dafür opfert sie praktisch ALLES.
Ungefähr in der Mitte der Serie hat ihr Freund einen Autounfall, während sie gerade mitten in einem Spiel ist. Sie bekommt eine Nachricht und soll ins Krankenhaus, um ihn noch einmal zu sehen, bevor es zu spät ist. Aber was macht man da als gute Leistungssportlerin? Man spielt erst das beschissene Match zuende! War ja auch wichtig, es ging um die Meisterschaft! Und letztendlich stirbt ihr Freund dann auch, ohne dass sie sich von ihm verabschieden konnte.

„Äääh, OKAY!?“ kann man jetzt denken, aber es wird noch schlimmer. Weil sie sich bemüht, das Spiel schnell zuende zu bringen (immerhin…), gleichzeitig aber etwas abwesend ist, schafft sie etwas unglaubliches: Ihr Schmetterball verschwindet einfach, so dass die Gegnerinnen ihn nicht sehen und damit natürlich auch nicht annehmen können. Damit ist das Spiel gewonnen und sie kann ins Krankenhaus, aber halt zu spät.
Der unsichtbare Ball, so wird später erklärt, resultierte aus einer physischen Besonderheit: Jeder Mensch hat einen blinden Fleck im Auge und wenn der Ball (äh, also, das Bild vom Ball) da reinfliegt, verschwindet er. Den blinden Fleck gibts zwar wirklich, aber es ist natürlich absoluter Schwachsinn, dass sich der Ball für JEDEN, also jede Gegnerin, jeden Zuschauer und sogar für Mila selbst einfach scheinbar in Luft auflöst, weil natürlich jeder einen anderen Blickwinkel hat.
Naja, trotzdem, lassen wir das mal so stehen: Man kann Bälle zum Verschwinden bringen, wenn man diesen Punkt trifft. Nach dem Spiel muss das natürlich nochmal ausprobiert werden, weil das ja voll der Specialtrick ist, aber was glaubt ihr, wie das gemacht wird? Ganz einfach: Der Trainer verlangt von den Mädchen, sich genauso zu stellen wie in dem Spiel und sich wieder gedanklich-emotional exakt in die Situation dieses Spiels hinein zu denken.
Das muss man sich mal reinziehen: Mila dachte zu diesem Zeitpunkt an ihren sterbenden Freund und dieses Arschloch verlangt von ihr, die Situation nochmal nachzuspielen?!

Eine Folge später sagt ihre beste Freundin (!!) ihr dann noch, sie solle endlich (!!) aufhören wegen des Todes ihres Freundes zu jammern. Ähm, ja, sehr empathisch!

Die Trainingsmethoden waren auch immer allerliebst: Da wurde gejoggt, bis die Mädchen zusammenbrechen, die Handgelenke mit Ketten umwickelt, damit jede Annahme auch nur ja noch ein bisschen mehr weh tut als ohnehin schon und wenn mal wieder jemand nicht spurt oder einfach völlig erschöpft zu Boden sinkt, gibts noch einen Ball voll in die Fresse. Klasse!

Das wäre alles noch okay, wenn die Bewertung dieser Methoden nicht so fragwürdig wäre. Aber leider ist es so, dass die Serie immer nur den Eindruck vermittelt, sowas wäre zwar hart, aber zielführend, und wer da nicht mithalten kann, hat einfach nicht genug Ehrgeiz!

Das ist ein Leistungsstreben, das im asiatischen Raum und in der japanischen Mentalität ja sehr verbreitet zu sein scheint, aber ich finde das einfach nur krank. Leider erreicht Mila dann auch noch tatsächlich ihr Endziel, nämlich bei der Weltmeisterschaft zur besten Angriffsspielerin der Welt gewählt zu werden. Dafür musste sie ja auch nur ihre Freizeit, ihre schulische Laufbahn, ihre Liebe und ihr gesamtes Leben opfern. Was für ein Vorbild!

Daher bin ich wirklich unschlüssig, ob man so eine Serie Kindern überhaupt zumuten kann. Ich finde sowas jedenfalls wesentlich bedenklicher als ein paar grüne Schildkrötenninjas. Geschadet hat es mir zwar nicht, aber man kann ja nie wissen.

Für mich persönlich ist die Serie daher in der rückblickenden Bewertung einfach nur ein Megafail, egal wie gerne ich sie damals gekuckt habe.


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 1: Heidi
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 6: Realfilmserien
Teil 7: Liebe Serien: Ich kannte euch leider kaum.


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KiddySerienSpecial! – Teil 1: Heidi

Ich war schon ein kleiner Serienjunkie, bevor ich überhaupt selbst den Fernseher einschalten konnte. Diese Woche erscheint also jeden Tag ein Artikel zu einer Zeichentrickserie bzw. mehreren Serien, die aber irgendwie thematisch zusammen hängen (und wenn sie das nicht tun, konstruiere ich halt einen Zusammenhang!), die mir aus meiner Kindheit im Gedächtnis geblieben sind. Dabei möchte ich halbwegs chronologisch vorgehen, was nicht immer leicht ist, denn viele Serien hab ich natürlich parallel gekuckt. Den Anfang macht heute die hinreißende kleine Heidi.

Wer kennt sie nicht, die herzige kleine Maid aus der Schweiz? Naja, manche vielleicht tatsächlich nicht. Daher hier die Story in aller Kürze:

Das kleine Adelheid ist Waise und kommt mit ca. 5 Jahren zu seinem Großvater, dem Alm-Öhi, der ganz allein und zurückgezogen lebt. Heidi ist aber so quirlig und fröhlich, dass es das Herz des alten Mannes erweicht. Im Ziegenpeter findet sie dann auch einen allerbesten Freund. Hier könnte die Story schon mit einem Happy End beendet sein, wenn nicht Heidis dumme Tante auf die Idee käme, das naturverbundene Mädel mitten ins großstädtische Frankfurt zu schicken (auch ca. 1880 schon ein rechtes Dreckloch, sofern man von der unberührten Alm kommt), um Gesellschafterin für die gehbehinderte Klara zu spielen. Dort versucht ihr vor allem das zickige Fräulein Rottenmeier, Klaras Gouvernante, sämtliche Fröhlichkeit auszutreiben.

 

Heidi war nachweislich die erste Serie, die ich geliebt habe. Ich besitze ein Video von mir, vielleicht drei Jahre alt, wie ich auf einem Karussell sitze und aus voller Kehle das Heidi-Lied schmettere (nein, leider nicht digitalisiert!). Außerdem hatte ich Heidi-Bettwäsche, eine Heidi-Lampe und meine einzige Puppe, die ich nicht versuchte, im Klo runterzuspülen (ich hasste diese Versuche, mich mit aller Gewalt weiblich zu sozialisieren, schon als Kind…) hieß natürlich „Heidi“!

Ob Kinder schon so früh fernsehen sollten, darf man sich natürlich fragen. Aber wenn schon, dann sollte es doch so was herziges wie Heidi sein. Die Serie ist liebevoll gemacht, bietet für Mädchen ein starkes Rollenvorbild und ist einfach nicht umsonst eine der erfolgreichsten Animes aller Zeiten, die vor allem in der Darstellung des schweizerischen Berglandes zeichnerisch den meisten modernen Serien eindeutig überlegen ist.
Selbst Erwachsene liebten die Serie damals bei Erstausstrahlung. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass das italienische Parlament extra Sitzungen umlegte, damit die Abgeordneten Heidi kucken konnten :mrgreen:

Als angehende Pädagogin interessiert es mich natürlich, ob solche Serien kindgerecht sind oder nicht. Ich selbst bin ja relativ eiskalt in solchen Sachen und wahrscheinlich kein guter Maßstab, aber mir hat die Serie damals nicht geschadet. Extrem empfindliche Kinder könnten höchstens von manchen Folgen, die in Frankfurt spielen, geängstigt werden. Mich hat es damals sehr ergriffen, wie unglücklich Heidi ist und ja, das war schon etwas hart an der Grenze (die Folge, in der das gesamte Anwesen glaubt, es würde spuken, bis sich der vermeintliche Geist als schlafwandelndes, da todtrauriges Heidi entpuppt, war sogar richtig gruselig). Und das Fräulein Rottenmeier ist mit ihrer schwarzen Pädagogik natürlich eine Figur, die ich from the bottom of my heart hasste.
Da sich aber im Endeffekt ja doch alles zum Guten wendet – sogar Klara wird letztendlich sogar von ihrer Lähmung geheilt – ist die Serie sicher nicht die Schlechteste für Kinder. Unvergessen die Folge, in der Klein-Heidi endlich zurück auf die Alm kehrt und überglücklich ihrem Großvater entgegen läuft. Das sind so Serienmomente, die man einfach nicht vergisst!


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 5: Mila Superstar
Teil 6: Realfilmserien
Teil 7: Liebe Serien: Ich kannte euch leider kaum.


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