Und jetzt?

Nach vier Monaten ist es wohl mal wieder Zeit für ein Update.

Momentan habe ich die Aufmerksamkeitsspanne eines demenzkranken Goldfischs, deshalb ist Twitter gerade das einzige Medium, über das ich mich überhaupt regelmäßig zu Wort melde. Dabei gibt es zumindest eine Neuigkeit, die dann aber auch der Grund für meinen derzeitigen Zustand ist: Ich habe, mit Biegen und Brechen zwar, aber dennoch, tatsächlich mein Studium erfolgreich abgeschlossen beendet. Und dafür habe ich auch nur doppelt so lange gebraucht wie angesetzt! YAY!

Schön war das zum Ende hin nicht. Ich bin ja eine entschiedene Gegnerin der Bologna-Reform, aber wenigstens haben die Bachlor- und Masterstudenten nicht sämtliche notenrelevanten Prüfungen erst am Schluss. Nicht, dass ich nicht genug Zeit zum Lernen hatte, auch wenn einer meiner Dozenten entsetzt war über mein spätes Auftauchen zur Themenbesprechung (ich war ca. sechs Wochen vorher da, für ihn viel zu kurz, effektiv gelernt habe ich aber höchstens sechs Tage. Meine Note? Ne solide Zwei.), trotzdem wird mir das letzte Jahr als das grauenhafteste aller Zeiten in Erinnerung bleiben. Nach meinem Marathon im Frühling, währenddessen ich fünf Hausarbeiten in ebenso vielen Wochen fertig stellte (natürlich keine davon notenrelevant), ging es meinem Empfinden nach nahtlos weiter mit dem Unischeiß, obwohl das in Wahrheit so gar nicht stimmt. Mein Stresslevel war dennoch konstant hoch, sank nicht während meiner Vorbereitung auf die Klausuren und entlud sich schließlich, als ich kurz vor der eigentlich leichtesten mündlichen Prüfung vor der Sekretärin des Landesprüfungsamts einen kleine Heulattacke hatte und die Prüfung daraufhin verschieben durfte – was nett von ihr war, im Prinzip das Leiden aber nur verlängerte.

Bei all dem könnte man meinen, dass ich nach der letzten Prüfung auf Wolken hätte schweben müssen. Das Gegenteil war der Fall.

Es ist die vielleicht größte Ekelhaftigkeit dieser elenden Krankheit Depression, dass sie es schafft, eigentlich tolle Sachen in einen riesigen Haufen Scheiße zu verwandeln. So verkroch ich mich nach meiner letzten Prüfung dann auch im Bett und heulte sechs Stunden am Stück.

Und jetzt, über zwei Monate danach, hat sich im Prinzip seitdem nicht viel geändert.

Ich fühle mich zu Tode erschöpft und leergepumpt, obwohl ich eigentlich kaum etwas anderes tue als sinnlos rumzuhängen, zu viel zu trinken und arbeiten zu gehen, wo ich dann auch oft nur rumhänge und zu viel trinke. Die Motivation für die ganzen tollen Projekte, nach denen ich mich während meiner Lernphase so gesehnt habe, ist in dem Moment verpufft, als ich endlich Zeit im Überfluss dafür hatte. Übrig bleibt: Lethargie, Selbsthass.

Im Grunde falle ich momentan in die selben unguten Muster, die sich bei mir auch nach dem Abi abzeichneten. Damals nannte man es Adoleszentenkrise, aber ob dieser Begriff für mich inzwischen 32jährige Schabracke noch passt?

Manchmal glaube ich, dass jeder noch so geistlose 9-to-5-Job mit der damit zwangsläufig verbundenen Struktur besser für mich wäre als dieser dauerhafte Zustand des so-gern-Wollens-aber-einfach-nicht-Könnens, wo doch all die Zeit, die ich ausfüllen könnte mit übersprudelnder Kreativität, sowieso sinnlos verstreicht. Gefolgt von dem verzweifelten Gedanken: morgen. Morgen wird es bestimmt besser.

Bisher war es es das aber nicht. Morgen ist es nie besser. Morgen bin ich nur einen Tag älter.

Ziellosigkeit. Ich weiß schlicht und ergreifend nicht, was ich will. Oft genug weiß ich nicht mal genau, was ich NICHT will, das sind dann die Momente, in denen der geistlose 9-to-5-Job plötzlich doch wahnsinnig attraktiv erscheint, aber selbst für sowas bin ich, die frischgebackene Historikerin und Germanistin, vermutlich nicht qualifiziert. Und so zieht sich die Ungewissheit ohne Ergebnis durch die Wochen und Monate.

Seit Wochen versuche ich ich, mich zum Schreiben von Bewerbungen zu motivieren, aber da ich ja nun doch kein Lehramt ausfüllen will, steht mir plötzlich alles und nichts offen. Ein paar Ideen hätte ich ja doch, aber weil ich nun so viele Jahre mit der Vorbereitung auf einen Beruf verschwendet habe, den ich nicht will, fehlt mir bei dem Meisten davon die nötige Erfahrung. Trotzdem könnte man es ja mal probieren – wenn man nur könnte. Wenn man irgendwas einfach mal so einfach könnte.

Die letzten Tage waren gefühlsmäßig mal wieder eher schlechter und das Schreiben bis hierher hat mich auch nicht gerade aufgebaut. Trotzdem gibt es kleinere Lichtblicke. Das Geld, was ich im Dezember gesammelt habe, hat gereicht, meine zu hohen KfW-Rückzahlungen bis diesen Monat zu bezahlen – ab 1. Mai zahle ich viel weniger und kann das hoffentlich in Zukunft allein stemmen. Gleichzeitig habe ich es geschafft und es auch bei Twitter stolz verkündet, dass ich Dank (halblegaler) Überstunden nun auch beim Freund schuldenfrei bin – was er genauso melodramatisch mürrisch zur Kenntnis nahm wie angekündigt.

Er ist ein weiterer Lichtblick. Ich liebe ihn sehr. Aber ich wünschte, ich könnte für ihn immer die Frau sein, die ich bin, wenn ich nicht in diesem tiefen Loch sitze.

Trotzdem habe ich weiterhin das Gefühl, in jeder Lebenslage gerade mit beiden Füßen auf der Bremse zu stehen. Leider habe ich bisher nur auf eine Art gelernt, mit so etwas umzugehen: Indem ich ihnen etwas anderes zu tun gebe und Wandern gehe.
Nun weiß ich selber, wie asozial es rüber kommt, wenn ich im Winter um Geld bettle und im Frühling in Urlaub fahre. Aber ich weiß nicht, was ich sonst noch machen soll. Ich kann einfach nicht mehr. Und da ich wie gesagt so viel arbeiten war wie möglich, Geld zum Geburtstag bekommen habe und auch meine Mutter mir unbedingt was zum Abschluss schenken wollte, wird es nun mal das. Nicht so lange wie ich gerne möchte (dann wäre ich wohl bis September unterwegs) und so sparsam wie möglich, aber immerhin 15 Tage – die mir hoffentlich genug Kraft geben, um den Restart-Button zu finden. Der Jakobsweg ist nicht die lebenserschütternde Wunderreise, als die er immer verkauft wird, aber immerhin dafür ist er für mich gut.

Nächste Woche gehts los. Und danach kann es hoffentlich weiter gehen und ich finde Antwort auf die eingangs gestellte Frage. So oder so.

 
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Den/dem Stress weglaufen

„Was sollen wir eigentlich machen nach diesen ganzen Stress, Robin?“
„Dasselbe wie jedes Mal, Robin – wir rennen nach Spanien!“

Ich habe ja öfter Durststrecken auf dem Blog, aber das war die bisher längste. Mit Grund: Die stinkfaule Langzeitstudentin mit Depressionshintergrund hat sich jetzt endlich für die Abschlussprüfungen angemeldet. War auch höchste Zeit, denn wenn ich noch ein Semester gewartet hätte, hätte ich meine Examensarbeit nochmal schreiben müssen, weil dazwischen kein so großer Abstand liegen darf.

Aber was soll das heißen, noch ein Semester warten? Das ist nicht drin, Leute. Obwohl sie niemand leiden kann, übernehmen die Bachlor/Master endgültig den Laden… und wir Altstudierenden werden zunehmend energischer rausgekehrt. Nach diesem Semester hätte ich mich für die Abschlussprüfungen nur mit Härtefallantrag anmelden dürfen – entgegen ganz anders lautender Aussagen in der Vergangenheit. Aber in der Uni-Bürokratie ist es wie in jeder Bürokratie: Da weiß eine Hand nicht, was die andere macht und auf Nachfragen kommt immer nur noch mehr Geschwurbel.

Also anmelden. Dafür musste ich aber erstmal alle Scheine haben. Wofür ich erstmal alle noch fälligen Hausarbeiten schreiben musste. Vier Stück in ca. zwei Monaten, trotz Arbeit, trotz zwischenzeitlicher Grippe des Todes, trotz psychosomatisch bedingter Rückenschmerzen, wegen denen ich insgesamt zweimal zum Hausarzt, einmal zum Röntgen und siebenmal zur Physiotherapie rennen musste.

Und dann die Anmeldung an sich! Es gab Tage, an denen ich fünf Stunden an der Uni war und nur von einem Sekretariat zum nächsten rannte. Dazu korrespondierte ich noch mit einem alten Prof, der die Uni verlassen hat und daher nicht mehr verfügbar war, um zwei alte, nicht mehr auffindbare Scheine neu auszustellen, und schlug mich mit meiner alten Praktikumsstelle rum, von der ich nie eine Bescheinigung bekommen habe, die aber leider keinerlei Unterlagen mehr von mir hatte, die bewiesen, dass ich überhaupt da gewesen war. Das Problem ließ sich nur lösen, weil mein alter Klassenlehrer sich noch an mich und mein Praktikum erinnerte, aber bevor er bereit war, den Beleg auszustellen, zierte er sich gar sehr.

Long story short: Ich habe nun keine Angst mehr vor den Prüfungen, denn die können unmöglich stressiger sein als diese ganze Scheiße!

Ich muss allerdings erst in ein paar Wochen anfangen, mich darauf vorzubereiten. Was liegt da näher, als eben genau das zu machen, was bei mir gegen Stress so gut hilft wie nichts anderes?

Okay, einige mögen einwenden, dass 40km am Tag mit einem fast 10kg schweren Rucksack auf dem Rücken nicht so wirklich in die gängige Vorstellung von „Entspannung“ passt. Aber bei mir ist das so. Nirgendwo kann ich so gut loslassen wie in Spanien. Das Land, die Sonne, das Essen, die Leute, nichts weiter tun müssen als gehen, gehen, gehen… ein Träumchen. Zumindest für mich.

Zehn Tage bin ich weg und danach hoffentlich wieder voll da. Für euch, für meinen zuckersüßen Freund, für mich. Ohne Stress. Weil ich es kann!

Bloggen werde ich darüber nicht, aber ein paar Bilder gibt es auf Twitter zu sehen auf meinem Account oder unter dem Hashtag #robincamino. Viel Spaß! 🙂

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Home is where the heart is I’ve been told…

…SO I GOOO!!!

Liebe Leute, wieder haben es nur meine Twitter-Follower mitgekriegt: Ich bin wieder on the road! Dieses Mal sind es nur 10 Tage, die ich auf dem wunderschönen Küstenweg in Spanien verbringen werde. Heute habe ich meine erste Etappe hinter mich gebracht und darf vermelden: Ich bin fit und supergut drauf! Einer weiteren erfolgreichen Camino-Experience steht also nichts im Wege :3

Leider waren die Tage davor so stressig, dass es mir unmöglich war, mich richtig vorzubereiten oder auch nur drauf zu freuen. Als ich Dienstagmorgen viel… VIEL zu früh zum Flughafen düsen musste (so früh, dass man eigentlich von Montagnacht sprechen müsste 😦 ), war ich sogar kurz davor, das Ganze sausen zu lassen, weil ich eigentlich einfach nur schlafen wollte. Irgendwie hatte ich es nämlich in den fünf Tagen davor geschafft, nicht nur fast 30 Stunden arbeiten zu gehen (natürlich wie immer Spät- bzw. Nachtschicht), sondern mich auch dran zu erinnern, dass ich ja eigentlich noch studiere und eine meiner letzten Hausarbeiten anzufangen und fristgerecht (naja, fast) fertig zu stellen.

Ich sag mal so: Das alles auf einmal ist nichts, was ich nochmal wiederholen wollte!

Aber naja – meine Therapeutin hat gesagt, dass ich mir nicht immer so viel Stress machen soll (und findet ihr Sätze, die mit „Meine Therapeutin hat gesagt…“ beginnen nicht auch irgendwie absurd?). Deshalb habe ich für heute nichts mehr geplant, als mich in eine Badewanne voller Tapas zu schmeißen, für die San Sebastián berühmt ist.

Insgesamt bleiben mir nur 10 Wandertage! Der Anfang war vielversprechend. Allerdings treibt mich grade ein erstklassiges First-World-Problem um, das der Grund ist, warum ich überhaupt blogge (statt, ihr wisst schon… bereits in Tapas zu baden).

Heute bin ich wie gesagt in San Sebastián. Das logische Ziel für morgen wäre Zarautz, einer Stadt mit einem hässlichen Namen und wunderschönen Strand. Auch die Herberge ist sehr nett, allerdings öffnet die erst um 16 Uhr. So wie ich momentan drauf bin, komme ich allerdings schon um 12, 13 Uhr an. Warten ist an sich ja kein Problem, da der Strand nur ein paar Minuten weg ist und ich in der Zeit eigentlich schwimmen gehen könnte, nur ist leider für morgen Regen gemeldet.

Was nun? Eigentlich möchte ich ja auch so viel wie möglich gehen, womit sich die Alternative eröffnet, die Herberge links liegen zu lassen und weiter zu ziehen. Die nächste richtige Möglichkeit zur Einkehr ist dann allerdings wieder erst nach 21 km. 42 km gehen am 2. Tag? So gut es heute geklappt hat… DAS ist schon ne Marke. Sorgen um einen Schlafplatz brauch ich mir zwar keine zu machen, weil in Deba eigentlich immer jeder nen Platz kriegt, aber trotzdem! Da warten ein paar richtig fiese Steigungen, auch wenn die heute schlimmer waren.

Irgendwie tut es mir auch weh, die Herberge in Zarautz sausen zu lassen, weil sie echt schön ist mit megagroßen Garten, der zum abendlichen Verweilen einlädt und eigentlich die erste Möglichkeit darstellt, mal andere Pilger näher kennen zu lernen. Bisher ist das nämlich noch nicht so wirklich passiert, weshalb ich mich nicht richtig wohl fühle. Grade bin ich in einer sehr großen Jugendherberge, in der es so ganz ohne Aufenthaltsraum kaum Chancen dazu gibt und gestern war die Herberge auch schon überfüllt. Letztes Jahr dagegen hatten wir eine richtig gute Pilgergemeinschaft, weshalb es mir wahnsinnig weh getan hat, nach Hause fliegen zu müssen. Andererseits, wenn ich sowieso so viel wie möglich gehen will, ist es dann nicht sogar gut, wenn ich mich nicht allzu sehr an andere Pilger hänge? Sowieso hielt diese Gemeinschaft nur 2, 3 Tage, bis sich jeder in alle Winde zerstreute, wie mir grade bewusst wird. Anscheinend romantisiere ich das in der Erinnerung ein bisschen.

Also, was tun? 21 km und den halben Tag dumm rumsitzen, dafür aber ne megaschöne Herberge haben oder richtig durchpowern, zwei Etappen auf einmal zu machen und dann vielleicht neue Leute kennen zu lernen, bei denen es besser passt?

Schwierig und echt nervig, zumal es nur vom Wetter abhängig ist. Sollte morgen wider Erwarten Badewetter herrschen, bleibe ich mit Freuden in Zarautz, aber wenn es wirklich nieselt, bin ich total überfordert mit dieser Entscheidung. Hach!

Jetzt ist erstmal duschen angesagt, dann Tapas!! Ob ich mich noch öfter melde, weiß ich nicht, aber auf Twitter könnt ihr euch aktuelle Fotos etc. ansehen, denn im Gegensatz zu den letzten Malen bin ich dieses Mal ja smartphonebestückt! Hashtag #RobinCamino! Check it out :3

Zum Schluss die Musik für alle Globetrotter und Wanderfreudigen:

Ich bin zuhause.

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I’m back!

success kid

Und mehr gibt es über meinen Jakobswegtrip eigentlich gar nicht zu sagen!

Ich bin seit einigen Tagen zurück aus Spanien, braungebrannt und megasexy, und war seitdem damit beschäftigt, all das zu essen nachzuholen, was ich im Ausland so vermisst habe. Deshalb war hier noch etwas länger Funkstille – ich wollte schlicht und ergreifend noch ein paar Tage meine Ruhe haben. Aber jetzt wird es Zeit, wieder loszupowern, denn körperlich habe ich mich wohl noch nie so gut gefühlt!

Viel habe ich mir vorgenommen. Regelmäßig Sport, ausgewogene Ernährung, die sofortige Erledigung von Kinkerlitzchen, die ich sonst immer monatelang aufschiebe etc. pp. Desweiteren muss ich ein paar Hausarbeiten schreiben, mir einen neuen Job suchen und mich trotzdem noch irgendwie nebenbei den vielen superkreativen Millionenideen widmen, die mir auf dem Jakobsweg in den Kopf geschossen sind!

Es wartet also eine Menge Arbeit auf mich, doch habe ich seit gestern etwas, auf das ich mich freuen kann, denn nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und daher habe ich gestern eine kleine Frühlingsreise gebucht.

Nach New York.

BOOM!!!

Wenn ihr euch durch diese Meldung ein bisschen verarscht fühlt, weil ich ja immer darüber jammere, so wenig Geld zu haben, dann zieht euch das rein:

Hin- und Rückflug kosteten 280 Euro.

Zusammen.

Kein Scheiß!

Ich wäre also einfach nur bekloppt gewesen, mir dieses Superschnäppchen nicht zu schnappen (und das gilt für euch auch, also beeilt euch, solange es noch geht: auf zum Superschnäppchen!). Und so wird es denn kommen, dass ich an meinem 30. Geburtstag abends in New York sitzen und das alles gar nicht fassen werde!!

Das habe ich absichtlich so gebucht, denn ernsthaft, wie geil ist das denn bitte? Und dieses Mal werde ich in Begleitung sein, denn ich habe Mitbewohner David genötigt mitzukommen!

Ehrlich gesagt wäre ich auch allein gefahren. So ein günstiger Flug, das ist einfach nur ein Traum. Der hoffentlich kein Fake ist. Aber momentan sieht es nicht danach aus. Trotzdem ist es schöner, Gesellschaft zu haben, auch wenn ich es nicht gewöhnt bin, während ich reise auf jemand anderen Rücksicht nehmen zu müssen.

Denn Mitbewohner David ist in der Hinsicht wohl schon ein bisschen schwierig. Das fing schon an, bevor er zugesagt hatte.
Erst wurde wegen des Kerosins gejammert. Als würde ich die Welt retten, indem ich einen teureren Flug nehme. Dann war er mit dem Ziel nicht einverstanden. „Indien, Brasilien, Südafrika – das wär was, aber Amerika ist mir einfach zu gefährlich.“ Und das meinte er ERNST. Als nächstes trieb sein Misstrauen gegen die Seriosität dieses Supersonderangebots seltsame Blüten. „Okay, das ist schon unglaublich billig… aber da ist dann bestimmt das Essen auf dem Flug nicht mit drin!“ (Wozu mir nur einfiel: Wen zur Hölle interessiert das?). Und dann war er aus irgendeinem Grund felsenfest davon überzeugt, dass wir vermutlich eh kein Visum kriegen (das man übrigens gar nicht braucht!). Zwei deutsche katholische Studenten ohne Vorstrafen, NATÜRLICH ist das hochverdächtig -.-

Aber letztendlich überwog die Spontanität, sieht man mal davon ab, dass er sich nur eine halbe Minute danach bei den amerikanischen Behörden für die Einreise registrieren wollte, obwohl wir dafür noch fast ein halbes Jahr Zeit haben, aber egal.

Tja, so sieht es aus: Ich fahre nach New York! NEW YORK!!!

Aber auch der Jakobsweg wird mich wieder sehen. Wenn dir das gefallen hat und du mir helfen willst, meine Pilgerkasse ein wenig aufzubessern, kannst du mich gerne via Paypal zu einer Tasse Kaffee einladen!

Ich bin dann mal weg – SCHON WIEDER.

Tja, momentan wenig los hier im Blog, was? Das hat einen Grund:

Ab morgen bin ich wieder auf dem Jakobsweg!

Dieses Mal nicht ganz so passend wegen des fehlenden Meeres, aber scheiß drauf!
Dieses Mal nicht ganz so passend wegen des fehlenden Meeres, aber scheiß drauf!

Kann man bescheuert finden (es ist mein viertes Mal!), aber ich freu mich schon wahnsinnig darauf! Letztes Jahr haben ja einige mitbekommen, wie ich mich durch Spanien gekämpft habe, doch musste ich irgendwann aus Zeit- und Equipmentmangel aufhören, live vom Camino zu bloggen.

In diesem Jahr stelle ich mich ganz neuen Herausforderungen auf dem Camino. Bespielsweise werde ich meinen Startort dieses mal per Trampen erreichen. Krasser Scheiß, oder? Das hat meine Mutter auch gesagt. Allerdings war das nicht anerkennend gemeint!

Und dann werde auch noch versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das wird mit Sicherheit kein großes Vergnügen. Allein um zu sehen, wie ich DAS hinkriegen will, ohne Amok zu laufen, lohnt sich der Weg schon!

 
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Here I come, right back where I started from…

IMG_0495Einige dürften es ja schon mitgekriegt haben, aber… yay, ich bin wieder da! :mrgreen:

Sogar schon seit Donnerstag, aber ich hab die paar Tage einfach gebraucht, um ein bisschen auszuspannen. Auch passierte das, was immer passiert, wenn ich vom Jakobsweg zurück komme: Ich wurde krank. Dieses Mal aber irgendwie nicht so richtig, weil sich mein Körper nicht so recht entscheiden konnte, aber ein paar Tage habe ich mich ziemlich platt gefühlt. Bei gleichzeitiger innerer Unruhe und dem Gedanken: „Könnte ich in der Zeit zurück reisen, würde ich noch einen Camino dranhängen!“

Aber das geht ja leider nicht. Ich hab ja noch andere Sachen zu tun, leider. Und die Finanzen sind natürlich auch ein Problem, wobei ich überrascht davon war, wie viel sich jetzt noch auf meinem Konto findet. Ich habe wesentlich mehr ausgegeben, als ich vorgehabt hatte (genaueres muss ich noch ausrechnen), aber mein Kontostand ist nur unwesentlich gesunken. Dann muss ich mir ja auch keine großen Gedanken machen!

Meine letzten Tage in Fisterra waren richtig schön. Weil ich zu diesem Zeitpunkt schon wusste, dass das mit dem Sparen nicht sooo gut geklappt hat, habe ich mir für drei Übernachtungen ein Hotelzimmer gegönnt, statt in eine Herberge zu gehen. Was ich (für 25 Euro) bekam, war ultraputzig. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin :mrgreen:

<img class="size-medium wp-image-1204" alt="hach hach ❤

Am ersten Tag kam ich nach über 30 km um 18 Uhr abends an, deshalb erklomm ich die letzten 3,5 km zum Kap an diesem Tag nicht mehr, sondern verschob das auf den nächsten Tag. Dafür sah ich mir das Spektakel am westlichen Strand an (der nicht in der Stadtkarte eingezeichnet ist – soll wohl ein Geheimtipp bleiben, wo doch jetzt schon 20 Hipster dort zelten ^^).
Der Sonnenuntergang war wunderschön, sogar schöner als auf dem Kap am Tag später.

Ja, das ist 12 Minuten nur Horizont und Wellenrauschen 😉 Und kommt natürlich an das Original nicht heran, erst recht nicht mit meiner Kamera. Aber naja, vielleicht wollt ihr es ja mal im Hintergrund laufen lassen, wenn ihr einen meditativen Moment habt ❤

Und weil sich nach einem Bild meines gestählten Körpers am Strand erkundigt worden ist: HIER IST ES :mrgreen:

Fitness pur!

In der Tat hat mir meine Waage verkündet, dass ich auf dem Jakobsweg ganz genau 6 Kilo verloren habe, plus Muskelaufbau. Ich fühle mich extrem wohl damit und sehe das als perfekten Startpunkt, um weiter zu machen. Meine Füße sind wieder in Ordnung, deshalb ist bald wieder Fitnessstudio angesagt, Schwimmen will ich auch gehen (auch wenn ich leider KEINEN schönen Bikini in Santiago gefunden habe… offensichtlich sind dieses Jahr trägerlose Oberteile in, was bei mir leider GAR nicht geht!) und Unisport gibt’s ja auch noch. Ich mag meinen Körper einfach definitiv mehr, wenn er schlank und durchtrainiert ist.
Dadurch passen mir auch endlich wieder meine vielen Shirts :mrgreen: Zusammen mit einer Jeans, die vor dem Camino zwar passte, aber unangenehm eng war, und jetzt einfach fantastisch sitzt, fühle ich mich einfach großartig. Ich hoffe so sehr, dass es auch so bleibt!!

Naja, was gibt es sonst noch zu sagen. Eigentlich nicht viel. Die Leute erwarten immer, dass man als völlig anderer vom Jakobsweg heimkehrt, aber dem ist nicht so. Ich bin immer noch die selbe, nur dünner :mrgreen: Und deshalb geht es hier auch so weiter wie gehabt. Ich bin mit total vielen Ideen wieder gekommen, die mich vermutlich locker über das nächste Bloggerjahr bringen 😉

Ich will jedem, der meine Berichte gelesen, gemocht und kommentiert hat, ein Küsschen schicken! Zu wissen, dass es wenige ein paar Leute in Deutschland gibt, die ein bisschen mitfiebern, ist unheimlich motivierend ❤
Übrigens habe ich gestern damit verbracht, die alten Beiträge mit den versprochenen Bildern zu versehen, es lohnt sich also durchaus, nochmal drüber zu kucken 😉

Ach, und die 1000 Kilometer habe ich übrigens tatsächlich voll bekommen. Was sagt ihr dazu :mrgreen:

 

Und jetzt: Fame, Respekt und Applaus für meine Chucks!!!

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Jakobsweg: Update 3

Oje… schon zwei Wochen seit dem letzten Beitrag! Allerhoechste Zeit fuer ein Update!

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Kathedrale von Astorga

Erst zu der gesundheitlichen Situation: Ich musste tatsaechlich 3 volle Tage in Villar de Mazarife bleiben, um mich auszukurieren, danach wollte ich aber langsam wieder anfangen. Ich bewaeltigte die Strecke Villar de Mazarife – Astorga in 2 Tagen statt wie letztes Jahr in einem, lief also einmal 15 km und einmal 18.
In Astorga angekommen war mein Fuss wieder dick, dabei bin ich echt langsam gegangen! Fuer mich war es voellig unverstaendlich. Aber es war leider nicht zu leugnen: Mein linker Fuss tat beim Auftreten einfach unheimlich weh. Unvermeidlicherweise musste ich noch einen Tag Pause machen.

Danach war es viel besser, da ich auch den ganzen Tag kuehlte, aber eben noch nicht weg. Also noch einen Tag Pause. Keine Verbesserung. Also NOCH einen Tag… aber auch hier, der Schmerz wurde nicht weniger.
An der Stelle wurde es mir dann zu bloed. Das kann doch unmoeglich eine Sehnenentzuendung sein, dachte ich, denn die bessert sich zwar langsam, aber sie TUT es! Und vor allem wird der Schmerz nicht WAEHREND des Gehens weniger, was er tat.

Ich beschloss: Ich gehe weiter, ob ich Schmerzen habe oder nicht. Und das war genau richtig. Denn was auch immer ich im Fuss hatte, zumindest waehrend der letzten grossen Pause war es keine Sehnenentzuendung mehr gewesen. Ich tippe ganz profan auf Muskelkater! Da ich sowas sehr selten im Fuss habe (besser gesagt: NIE), hatte ich keine Ahnung, wie sich das anfuehlte. Seitdem tut es zwar jedes Mal, wenn ich neu zu gehen anfange, etwas weh, aber schon sehr viel weniger als noch in Astorga.

Ja, momentan kommt es mir vor, als schrubbe ich Kilometer wie sonst was!! Endlich habe ich diesem Punkt erreicht, an dem ich wirklich sagen kann: Der Weg ist das Ziel. Klar freue ich mich auf die Herberge abends, aber schmerzfrei gehen zu koennen, ist einfach nur wahnsinnig schoen – und so kommt Santiago und auch Fisterra immer naeher.
Tatsaechlich werde ich in drei Tagen vor der Kathedrale stehen, sollte es (ich, hoehoe) so weiter gehen. Ich kann kaum glauben, dass es schon so bald so weit ist. Aber meine Rechnung offenbart mir die Wahrheit… ich bin jetzt tatsaechlich schon bei fast 850 km. Weder bei meinem ersten Camino und erst recht nicht bei meinem zweiten bin ich so viel gegangen. Ich muss ab jetzt jeden Meter gehen, um mein Ziel – 1000 km – noch zu erreichen. Und darueber freue ich mich wie ein Schnitzel :mrgreen:

Sogar das Wetter scheint mitzuspielen. Momentan weht naemlich hier in Galicien ein eiskalter Wind (soviel zu meinem Mitbewohner, der Null Ahnung hat, aber trotzdem lachte, als ich mit einer langaermeligen Weste nach Spanien abflog…!). Wenn ich nach Fisterra komme, soll dort allerdings ueber 30 Grad herrschen, womit BEACHTIME angesagt ist!!! :mrgreen:

Ueberhaupt freue ich mich so auf das Meer und Schwimmen. Ich werde mir einen richtig schicken Bikini leisten uuuund massenhaft Unterwaesche. Es gibt in Spanien so coole Unterwaesche, viel tolleres Zeug als in Deutschland! Und mit meinem nun gestaehlten Body kann ich jetzt sowieso alles tragen :mrgreen:

Tja, mehr gibts gerade nicht zu sagen, ausser: Danke an alle, die mir wegen meiner geschundenen Fuesse die Daumen gedrueckt haben! Es hat gewirkt! 🙂

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Jakobsweg: Update 2

Und nochmal ein kurzes Update 🙂

Ihr werdet nicht glauben, mit wem ich Bekanntschaft gemacht habe! Vor einigen Tagen sass ich auf einer Bank mit zwei anderen Pilgern, als ein lustig aussehender junger Australier auf mich zukam und mich auf meine Chucks ansprach. Er laeuft naemlich auch in Converse und hat sofort ein Bild von meinen Schuhen fuer seinen Blog gemacht.
Denn, haltet euch fest: Er wird von Converse gesponsort!!! Er hat der Firma mitgeteilt, dass er gedenkt, in Converse zu pilgern, und sie haben ihm ZWEI PAAR SCHUHE geschenkt!!! Einzige Bedingung: Darueber schreiben, wenn er zurueck ist (NOCH hat er naemlich gar keinen Blog!).
Koennt ihr euch vorstellen, wie sehr mich das angekotzt hat!? Warum bin ICH nicht auf die Idee gekommen!?
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Liebe Converse-Company: Wenn ihr das hier lest – ICH haette auch gerne ein paar Chucks for free! Thank you!

Wobei, momentan mache ich keine gute Werbung fuer die Firma. Denn,

Tja. Hätt ich das mal vorher gewusst.
Tja. Hätt ich das mal vorher gewusst.

so traurig es ist: Ich bin wieder mal ausser Gefecht gesetzt.
Nachdem ich nach dem Katzenintermezzo alle Leute verloren habe, die ich kennen gelernt hatte, und ja auch die Zeit langsam knapp wird, wollte ich mal ein paar Kilometer reissen und bin zweimal hintereinander fast 35 km gelaufen. Das ist viel. Zu viel, wenn der Fuss halt doch schon angeschlagen ist. 5 Minuten, nachdem ich in der Herberge ankam (wo ich tatsaechlich auf zumindest zwei der sechs vorherigen Mitpilger traf), schwoll der Fuss an und Gehen war unmoeglich. Gestern dann die richtige Diagnose: Tendinitis, also eine Sehnenentzuendung… das selbe, was mich letztes Jahr so ausgeknockt hat.
Gluecklicherweise ist sie nicht so grossflaechig wie letztes Jahr. Damals war der ganze Fuss betroffen. Jetzt ist es nur die Sehne vom linken „Zeigezeh“ (wie wir ihn getauft haben). Und es wird besser. Morgen werde ich vielleicht noch nicht gehen koennen (bzw. sollte es vielleicht besser nicht), aber ab uebermorgen bin ich wieder auf der Strasse. Noch habe ich nicht aufgegeben, auch wenn das bedeutet, dass ich vielleicht meinen Flug nicht rechtzeitig erwische und meine Kolleginnen von der Arbeit mich in der Luft zerreissen. Abgemacht waren naemlich nur sechs Wochen *hust* Aber so kurz vorm Ziel will ich nicht abbrechen, nur um 3 Tage frueher zuhause zu sein.

Momentan bin ich in Villar de Mazarife und habe ganz genau 625 km hinter mir. Santiago scheint in fast greifbarer Naehe zu liegen. Ich hoffe sehr, dass ich weiter machen kann. Ich moechte es einfach so gerne…

Denkt an mich, vielleicht hilfts 😉

(Glücklicherweise gibt es in der Herberge einiges zu sehen…)

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*röchel*
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Stimmt!
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over and over!
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Comic + Werbung ^^
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Stimmt.
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*seufz*
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Ich kann es nachfühlen.
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Ich auch!
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Hach…
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Gruselig
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Biblisch

 

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Jakobsweg: Update

Liebe Leser:

Ihr habt es vermutlich schon gemerkt, aber momentan kommen keine neuen Berichte. Das hat den einfachen Grund: Keine Zeit, keine Gelegenheit! Seitdem ich auf dem Camino Francès bin, verbringe ich viel Zeit mit anderen Pilgern und komme daher kaum dazu, ausfuehrlich zu berichten.

Dazu kommt, dass fast jede Herberge Internet hat, das aber geradezu wahnwitzig teuer ist. Ich sag nur: 1 Euro fuer 20 Minuten! Das wuerde mich schnell arm machen. Und Internetcafès gibt es weniger, weil die Doerfer dazu meistens zu klein sind.

Deshalb nur in aller Kuerze ein kleines Update.

Meine Blasengeschichte hatte sich unspektakulaer erledigt, ich konnte damit ohne Probleme wieder gehen. Wenige Tage danach kaufte ich mir neue Chucks, mit denen ich jetzt gehe. Sie sind weiss!! Oder waren es!! Ich liebe es :mrgreen:

Danach stiess ich in Logroño endlich auf den Camino Francès und fand direkt nette Leute. Komfortablerweise stieg an diesem Abend in der Herberge ein Fest (es war eine Preisverleihung fuer das beste Jakobswegbild oder sowas, verstanden hat es irgendwie keiner), das mit haufenweise Tapas und Wein fuer die Pilger aufwartete – alles umsonst! Und da ich so gluecklich war, endlich unter anderen Pilgern zu sein, liess ich es ordentlich krachen.
Am naechsten Tag ging es mir aber so schlecht und die (laecherlichen) 12 km fuehlten sich so grausam an, dass ich fuer mich beschloss, dass es das letzte Mal sein sollte. Ich saufe zuhause genug, das brauche ich nicht auch noch auf dem Camino!

Seitdem geht es etwas langsamer als geplant, aber stetig Richtung Ziel, mit staendig wechselnder Begleitung und bis vorgestern dann schliesslich in einer auf insgesamt 7 Leute angewachsenen Pilgergruppe (alles Deutsche… naja, und ein Bayer).IMG_0186 Bis dahin ging ich endlich praktisch schmerzfrei, aber gegen Abend wollte mein linker Fuss ploetzlich nicht mehr. Wieder mal musste ich auf 4 Raeder zurueckgreifen (ich bin aber immer noch ueber 1000 km, wenn es weiter geht…), um die letzten 5 km zu ueberspringen.
Ich war voellig fertig, vor allem, als ich am Tag danach (sprich, gestern) wach wurde und feststellen musste, dass mein Fuss immer noch nicht brauchbar war. Das hiess, einen Tag Pause machen – was mich natuerlich emotional voellig zerstoerte.
IMG_0214Aber nur fuer 2 Minuten. Denn dann purzelte ein kleines Kaetzchen in den Schlafsaal und mir direkt vor die Fuesse. Es war ganz allein und noch viel zu klein, um auf sich selbst gestellt zu ueberleben. Damit hatte ich eine Aufgabe, naemlich, das suesse Fellknaeul an eine nette Familie zu vermitteln, was ich Mithilfe einer italienischen Mitpilgerin auch schaffte!

Ach, Schatzi. Ich vermisse dich :(
Ach, Schatzi. Ich vermisse dich 😦

Ich bin ueberzeugt davon, dass meine spontanen Fussprobleme pures Schicksal waren. Haette ich die nicht gehabt, waere niemand da gewesen, um sich um das Kaetzchen zu kuemmern. Die anderen Pilger im Schlafsaal fanden es naemlich auch megasuess, wollten sich aber nicht tiefgehender damit beschaeftigen.

Und, glaubt es oder nicht: Heute bin ich 28 km gegangen und mein Fuss war ultrabrav. Keine Schmerzen. Das Universum liebt mich fuer meine gute Tat. Davon bin ich fest ueberzeugt!
Haette ich irgendwie die Moeglichkeit dazu gehabt, haette ich das Kaetzchen, das ich auf den Namen Santiago taufte, weil es mir egal war, dass es ein Katzenmaedchen war, mit nach Hause genommen. Ich koennte heulen, wenn ich an das suesse Ding denke. Ich hoffe, es hat es gut dort, wo es jetzt ist!!

Ich bin jetzt in einem Ort namens Terradillos de los Templarios, ein Dorf, das nicht halb so spannend ist, wie es klingt. Vorgestern habe ich die 500 km geknackt und morgen hoffe ich auf einen weiteren guten Lauftag.

Mehr bleibt momentan eigentlich nicht zu sagen. War spannend bis jetzt! Zu spannend, um das alles auszubreiten und dann noch Zeit zu haben zu pilgern 😉

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