Mitbewohner sind asexuell!

Mitbewohner David und ich kommen vom Einkaufen, als ein hübsches Mädel vorbei läuft. Er starrt ihr auffällig hinterher und ich lache ihn deswegen ein bisschen aus.

Mitbewohner David: „Was ist? Ich bin ein alleinstehender Mann.“

Ich: „Jahaha.“

Mitbewohner David: „Hat sie zurück gekuckt?“

Ich: „Nee.“

Mitbewohner David: „Ach, schade.“

Ich: „Mach dir nichts draus. Wir gehen nebeneinander, ich trage das meiste Zeug – die dachte, wir sind zusammen!“

Mitbewohner David: „Ja, das hat meine Ex ja auch mal gedacht.“

Ich: „Hä?“

Mitbewohner David: „Die war eifersüchtig auf dich.“

Ich: „Eifersüchtig? Auf MICH!? Warum?“

Mitbewohner David: „Keine Ahnung!“

Ich: „Alles klar… du Arschloch.“

😀

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Too much information, oder: Die vielleicht einzig richtige Antwort auf eine sehr alte Frage

Draußen: Strahlender Sonnenschein und T-Shirt-Wetter, Drinnen: Klein-Robin, vor einem Berg Literatur für ihre Examensarbeit sitzend, völlig mit den Nerven runter.

Mitbewohner David hört sich mein Rumgeflenne an und schickt mich schließlich rigoros zu einem Spaziergang, um „den Kopf frei zu bekommen“. Ich beuge mich schicksalsergeben und ziehe mich an.

Während ich, fertig zum Ausgang, da stehe und noch das Kabel zu meinem Ipod entwirre, entfährt es mir, als Fortsetzung meines vorherigen Gejammers: „…und außerdem höre ich seit Tagen nur das Weihnachtsalbum von Bad Religion! Was ist nur los mit mir?!“

Mitbewohner David, mild lächelnd: „Hast du vielleicht deine Tage?“

Ich, ohne darüber nachzudenken: „Nein, ich bin eigentlich gerade so ziemlich in der Mitte von meinem Zyklus!“

Mitbewohner David: „…okay.“

Es folgte ein stummer, leicht irritierter Blickwechsel zwischen uns.

Dann bin ich halt spazieren gegangen.

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Lebenszeichen – Kurzimpressionen

Internet wieder da. Ich dennoch fleißig. So irgendwie. Für euch ein paar Kurzimpressionen:


Mitbewohner David: „Wolltest du nicht was arbeiten?“

Ich: „Aaaach, und wolltest du nicht, äh… mir nen gottverdammten Kuchen backen!?“


Uni-Bibliothekarin: „Überfällig ist jetzt noch dieses Buch.“

Ich (den PC-Monitor anstarr): „Das hab ich doch gerade zurück gegeben.“

Uni-Bibliothekarin: „Oh! Dann ist es nicht rausgebucht worden…“

Sie durchsucht den Rückgabestapel nach dem Titel, ich eile zur Hilfe.

Uni-Bibliothekarin: „Also es war irgendwas mit „Comic“!“

Ich: „…“

Hinweis: Allein in meiner Literaturliste taucht in den Titeln 43 Mal „irgendwas mit Comic“ auf…


Uni-Bibliothekarin (entgeistert): „Ich… ich verstehe das nicht! Sie haben jetzt so viele Bücher zurück gegeben, aber laut Computer haben sie trotzdem noch siebzehn ausgeliehen!“

Ja, wie kann denn sowas sein. Denk mal scharf nach, Alter!! O.O


Ich (zu meiner Dozentin): „Legman sah das völlig anders als andere Kritiker. Er war der Meinung, dass die der amerikanischen Gesellschaft inhärente Gewalt nur Ausdruck unterdrückter Sexualität ist… Er hätte also gerne weniger Gewalt in Comics gesehen, dafür aber mehr Sex.“

Dozentin: *kichert wie ein kleines Mädchen*

Ich: o.O


Mitbewohner Dave: „Du willst also gar keinen Alkohol mehr trinken, bis du fertig bist?“

Ich: „Ja.“

Mitbewohner Dave: „Okay. Find ich gut.“

Ich: Für nur einen Tropfen köstlichen kalten Bieres könnte ich jeden in diesem Zimmer umbringen.


Danke an alle, die mir die Daumen drücken. Wenn ihr mich außerdem ein bisschen unterstützen wollt, freue ich mich über eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee. Uuuund weiter geht’s!

Ich hätte es besser wissen müssen!

Ich präsentiere: Das laut meinem Mitbewohner Dümmste, was ich je von mir gegeben habe, vom letzten Mittwochabend:

Ich: „Heeey, Jungs, ich hab grad schon Sachen für meine Geburtstagsparty gekauft, auch nen Kasten Bier, der steht in der Küche… äh… und ich wollt nur sagen: Es wär geil, wenn der Sonntag auch noch da wäre, ne.“

Mitbewohner Dave (kuckt verdattert, fängt dann an zu grinsen): „Nein.“

Ich: „Nein?“

Mitbewohner Dave: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass in diesem Haushalt ein Kasten Bier eine halbe Woche stehen bleibt! Ich versichere dir, am Sonntag steht da ein voller Kasten, eher sogar zwei oder drei, aber erwarte bitte nicht, dass es der selbe ist!“

Ich (piepsig): „Oh… okay.“

Mitbewohner Dave: „Mittwoch bis Sonntag einen Kasten Bier unberührt lassen… ich bitte dich!“

Ich: „Okay, war blöd.“

Mitbewohner Dave: „JA!“

Ich zog mich zurück unter dem dröhnenden Gelächter des Mitbewohners und ein paar seiner Freunde, die zum Kartenspielen gekommen waren. Als Mitbewohner David von einer kleinen Reise wieder kam, war das fast die erste Geschichte, die ihm erzählt wurde. Damit habe ich definitiv den Award für den Facepalm der Woche überreicht bekommen und, wie ich inzwischen einsehe, auch sehr verdient.

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Wie ich jemanden von seinem Ausländerhass heilte und mich dabei sehr, sehr wenig anstrengen musste

Unweit der Kneipe, in der ich Bier schubse, befindet sich ein ziemlich geiler Dönerladen mit ziemlich netter Belegschaft. Und so kam es, dass diese türkischen Herren mich und meine Kollegin eines frühen Morgens mitsamt dem spärlichen Rest aus der Kneipe in ihr (bereits geschlossenes) Etablissement luden.

Es wurde Alkohol und Essen kredenzt und alle hatten viel Spaß, als plötzlich ein bisschen Bullshit an mein Ohr drang.

„Türken sind total nett,“ hörte ich, „aber Russen! Wäh, ich hasse Russen!!“

Huch, dachte ich, und spitzte die Ohren. Tatsächlich entpuppte sich einer der Menschen, die freundlicherweise mit eingeladen worden waren, gerade als ziemliches Arschloch. Während ich mich mit dem Besitzer des Dönerladens unterhielt, verfolgte ich gleichzeitig die Diskussion, das sich auf sein dämliches Bekenntnis hin entsponnen hatte. Ein Mädel versuchte ihn standhaft, von der Idiotie seiner Äußerungen zu überzeugen. Aber der Kerl blieb hart!
„Ich hab mal ne Weile gesessen und, ganz ohne Scheiß, diese blöden Russen waren im Knast einfach die Schlimmsten! Ich will mit diesem Pack nichts mehr zu tun haben!“

Ich drehte mich um und fixierte sein biergeschwängertes Gesicht. „Hallo? Nur weil du ein paar schlechte Erfahrungen gemacht hast, rechtfertigt das doch wohl nicht so eine beschissene Aussage!“

„Du verstehst das nicht! Ich habe einige kennen gelernt und glaub mir, diese Scheiß-Russen sind die Asozialsten überhaupt!“

„Ja, okay, ich glaub dir ja, dass die, die du getroffen hast, scheiße waren, aber warum schließt du davon direkt auf ALLE Russen?!“

„Weil das so ist!!! Bah, die sind der totale Abschaum, alle zusammen, geh mir weg mit Russen!“

„Aber nur, weil ein PAAR Russen sich blöd verhalten, kannst du doch nicht die ganzen anderen mit verurteilen, die hier auch nur ganz normal und unbehelligt leben wollen und völlig in Ordnung sind! Das ist doch total unfair und intolerant! Die können doch nichts für Kriminelle, die zufällig auch russisch sind! “

„Das ist mir scheißegal! Die sind alle – ALLE – scheiße! Ich will mit denen nicht reden, ich will mit denen nix zu tun haben, am besten gehen die alle zusammen zurück in ihr Scheißland!!!“

Ich facepalmte kurz innerlich, fragte mich müßig, warum ich mir im angetrunkenen Zustand eine solche idiotische Diskussion gebe und sah ihn schließlich seufzend an. „Du hast grade gesagt, dass du mal im Knast warst! Weißt du, mit der gleichen Logik könnte ich auch sagen, dass ich mit Leuten wie DIR nichts zu tun haben will, weil du mal kriminell geworden bist und ihr blöden Verbrecher ja alle gleich seid und euch NIE ändert!“

An dieser Stelle geschah etwas, mit dem ich im Leben nicht gerechnet hätte. Die Gesichtszüge des Typen entgleisten auf meine Worte hin. Und plötzlich stand er vor mir, mit gesenkten Kopf und tieftraurigen Augen, und wirkte wie eingeschrumpelt. „Ja… ja, du hast ja Recht,“ flüsterte er deprimiert.

Äh.

Hab ich?

Ich stand da und war sprachlos. Absolut, absolut sprachlos. Ich meine, bin ich der erste Mensch auf der Welt, der ihm diese Parallele aufgezeigt hat, obwohl sie offensichtlicher nicht sein könnte? Ist er das erste Mal überhaupt mit so etwas wie Logik in Berührung gekommen?!

Wie er da so stand wie ein begossener Pudel, sah es fast so aus, als würde er gleich in Tränen ausbrechen. Ich dagegen war in sowas wie eine Schockstarre gefallen.

So fühlt es sich also an, wenn jemand ein Argument annimmt? Mir Recht gibt? So fühlt es sich also an, zu… gewinnen?

„Der kann sich da heute sowieso nicht mehr dran erinnern,“ meinte Mitbewohner Dave tags darauf schulterzuckend, als ich diese Geschichte aufgeregt erzählte. Ich glaube leider, das stimmt. Aber nehmen wir einfach mal an, es wäre nicht so. Dass dieser Mensch sich tatsächlich seinen Vorurteilen bewusst geworden ist und von nun an toleranter durchs Leben stiefelt. Und das nur wegen eines nicht besonders leidenschaftlich vorgetragenen Arguments von mir, von dem ich nie geglaubt hätte, dass es ankommt, fruchtet. Weil ich eigentlich nur diskutiert habe um des Diskutierens Willen. Weil ich so eine Scheiße nicht in der Nähe von mir ertragen kann, ohne sie zumindest zu kommentieren. Weil ich meine große Fresse nie halten kann.

Und offensichtlich ist das gut. Dieses eine Mal war es gut. Wenn auch nur ganz vielleicht. Aber immerhin. Halleluja.

Vielleicht besteht doch noch Hoffnung für die Menschheit.

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Ich werde so gut umsorgt!

Das will ich euch nicht vorenthalten. Wie es aussehen kann, wenn hilfreiche Mitbewohner bei meiner Blasenentzündung helfen wollen *seufz*

Mitbewohner Dave: „Also, ich hab mit meiner Freundin geredet, die kann dir da ein paar Tipps geben, aber sie meint, Cranberries wären gut dagegen, und, wie gesagt, in der Küche steht noch Nieren-und-Blasen-Tee.“

Ich: „Ja, okay.“

Mitbewohner Dave: „Und, also… äh, ich weiß nicht ob das grade überhaupt aktuell ist, vielleicht wenn du im Club mal, äh…“

Ich: „?!“

Mitbewohner Dave: „… Aber das geht mich ja auch nichts an, jedenfalls, also…“ *tief Luft holend* „Im Bad steht Waschlotion! PH-neutral! Die kannst du benutzen, wenn du willst! Also falls… also, um…“

Ich: „Ich weiß, dass Sex Blasenentzündungen begünstigt.“

Mitbewohner Dave (kichernd): „Jaaa… OBVIOUSLY! Äh, ich mein, hehe… ich wollt eigentlich nur… äh… ach, vergiss es einfach.“ *Fluchtartiger Abgang*

Isser nicht goldig? ❤

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Halloween Horror Happening

Die schlimmsten Horrorstories werden nicht an Halloween erzählt. Nein, man erlebt sie an Halloween. Deswegen muss man solch grauenhaften Schrecklichkeiten dann nachreichen, auch wenn jeder andere diesen Feiertag in dem Moment abhakt, in dem der Kater an Allerheiligen endlich vergeht.

Aber manche Dinge sind zu entsetzlich, als dass der Mensch sie alleine ertragen könnte. Ich werde diese Geschichte EINMAL erzählen – um dann hoffentlich wieder richtig schlafen zu können.

Wie fängt eine Horrorstory an? Natürlich harmlos. Natürlich so:

Es war Halloween, für mich einer der schönsten Tage des Jahres. Den ganzen Mittag war ich in der Stadt rumgerannt, um die letzten Details für mein Kostüm zu kaufen. Später schminkte ich mich, während die besten Mitbewohner der Welt „Tanz der Teufel“ über den Beamer laufen ließen – der perfekte Streifen, um sich schon mal so richtig in Stimmung zu bringen.
Natürlich floss auch da bereits eine Menge Alkohol.

Mein Kostüm stellte mich zufrieden. Spätestens Mitbewohner Daves Reaktion, der normalerweise niemals an Spott und Herablassung spart, zeigte mir den Erfolg meiner Verwandlung. Er sagte nämlich nichts, grinste nur schief. In seiner Sprache heißt das: „Sieht ja ECHT gut aus… hätte ich nicht gedacht.“

Leider war die Abendplanung nicht ganz so ideal. Wieder mal hatten mich alle Freunde enttäuscht – niemand veranstaltete eine Halloweenparty. Ich bin nämlich komischerweise die einzige in meinem Bekanntenkreis, die diesen Feiertag wirklich ERNST NIMMT. Und wenn ihr euch jetzt fragt, warum ICH dann keine Party veranstalte: Ooooh, das werde ich. Sobald ich es mir leisten kann. Und das werden dann keine halben Sachen. An diesem Abend, so er denn kommen wird, werde ich niemanden ohne mindestens zwei Schreikrämpfe und einem mittelschweren Trauma entlassen.

Jedenfalls hatte ich mich ohne konkretes Ziel entschlossen, mich von dem Abend treiben zu lassen. Mein erster Weg führte zur Arbeit, weil ich meinen Kollegen versprochen hatte, mich ihnen im Kostüm zu zeigen. Sie waren angemessen schockiert.

Später befahl mir mein alkoholgeschwängerter Verstand, mich in die örtliche Disco zu begeben, die an diesem Abend Metal spielte. Und dort sollte das Unheil schließlich seinen Lauf nehmen.

Ich machte grade eine Rauchpause und stand triefäugig rum, als sich plötzlich ein Mann vor mir aufbaute. „Oh, Hallo Frau Urban!“

Ich sah hoch. Und erstarrte. Und zuckte zusammen.

Vor mir stand einer meiner Dozenten.

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Meine Sicht verschwamm kurzzeitig. „Oh… Hallo,“ presste ich hervor.

Er musterte meine Erscheinung freundlich interessiert. „Na, Sie haben sich aber Mühe gegeben.“
„Hm,“ nuschelte ich und starrte an mir herab. Plötzlich schämte ich mich. Wann hatte ich heute das letzte Mal in den Spiegel gesehen? Mein Make-Up war mit Sicherheit inzwischen völlig zerstört. Und meine Haare! Früher am Abend schien die ganze Tube grünes Haargel noch eine gute Idee gewesen zu sein. Ich hatte mir nämlich einen Fehlkauf geleistet und statt grünem Haarspray grünes GLITZERspray erwischt. Also hatte ich mit Lebensmittelfarbe und Gel selbst etwas fabriziert, was leider nur so mittelgut funktioniert hatte. Letztendlich habe ich das Glitzerzeug doch noch benutzt. Ja, ich GLITZERTE! Und ich konnte nur mutmaßen, was mein vorheriges Headbangen meinen gelnassen, komplett zerstrubbelten Haaren angetan hatte.

Überhaupt, meine Tanzerei!! Ohmeingott, er hatte mich doch hoffentlich nicht dabei GESEHEN, oder?! Ich war so eskalativ!!! Ohmeingottohmeingottohmeingott!!!

Aber in der Tat schien er gerade erst gekommen zu sein – um halb fünf. Und er sagte Dinge. Irgendetwas antwortete ich wohl auch, aber ich war eigentlich mehr damit beschäftigt, nicht zu schwanken. Außerdem machte mein Ohr schon wieder dieses, keine Ahnung ob ihr das kennt, also, dieses komische An- und Abschwellen, so wie so eine Wah-Wah, falls ihr wisst, das das ist, das kriege ich immer nach zu viel lauter Musik, und, also, viel zu viel Alkohol, falls ihr wisst, was ich meine, und, naja, jedenfalls fällt Zuhören dann echt schwer und Einschätzen der eigenen Lautstärke auch.

Jedenfalls sah ich irgendwann, dass der gute Mann mit leeren Händen dastand und mein überfordertes Hirn tat dann sein unheiliges Werk.

„Oh NEIN!!!“ jaulte Mitbewohner Dave am nächsten Tag. „Man gibt doch einem Dozenten keinen aus!!“

Aber genau das tat ich. Ich drehte mich in Zeitlupe zur Theke, während meine Gedanken ratterten, so gut es eben noch ging.
Aber erst schob sich ein anderer Typ in mein Blickfeld. Oh Gott, ich dachte, ich hätte den endlich abgehängt!? Der Kerl hatte mir was ausgegeben (ich hätte ja IM LEBEN NICHT GEDACHT, dass ich in dem Outfit überhaupt angemacht werde!), sich dann aber durch akute Idiotie bei mir ins Abseits geschossen. Ich meine, sorry, aber welche Frau steht drauf, von einem Typen, den sie eigentlich gar nicht kennt, penetrant in die Rippen gepikt zu werden?! So richtig fest, dass es sogar weh tut?! Und das mehrmals, obwohl ich ihm schon beim ersten Mal gesagt hatte, dass ich das zum Kotzen finde?!

„Ich hab dir noch einen Jacky Cola bestellt,“ rief er mir zu und präsentierte mir das Getränk sogleich.
„Ich will keinen Jacky Cola mehr!“ fauchte ich angepisst.
Der Kerl sah mich eingeschnappt an. „Gut, dann trink ich ihn halt…“ Dann schenkte er meinem Dozenten über meine Schulter hinweg einen bitterbösen Blick.

Oh Gott, bitte keine Szene… komm, das siehst du doch, dass wir nicht flirten… selbst wenn, ginge es dich nichts an, aber Herrgott, allein der Altersunterschied, oh Gott, das musst du doch sehen, bitte keine Szene…!

Mein Wunsch wurde erhört, der Kerl dampfte ab. Weiter mit meiner Mission! Sofort stürzte ich mich wieder in das Problem, das mich schon vorher umtrieb.
Okay, der Mann kriegt ein Bier, das ist sicher in Ordnung, aber allein trinken geht gar nicht klar, ergo brauch ich auch was, aber was um alles in der Welt?! Ein Bier, nein, das vertrage ich sowieso schlecht, weil ich eher so der Longdrink-Typ bin, ich kann fünf Jacky Cola trinken ohne große Auswirkungen, aber fünf Bier, nein, das knallt mich weg, was übrigens der Beweis ist, dass Alkohol nicht gleich Alkohol ist, aber stattdessen ein Jacky Cola!? Um Gottes Willen, die Dinger sind hier total groß, das würde ich nicht überleben, ich kann doch nicht auf meinen Dozent kotzen, aber IRGENDWAS muss ich trinken, also…
„Ein Bier und ein, äh, Saurer Apfel, bitte!“ Ja, das ist gut, ein kleines harmloses Likörschen und die Sache ist…
„Wir haben keinen Sauren Apfel,“ antwortete der Theker mitleidslos.
Ohmeingott, Error, was jetzt, äh, ein Schild, ein Angebot, äh, „Äh, dann so Kirschlikör, bitte!“

Gott, ich hasse pappsüßen Kirschlikör.

Mein Dozent nahm das Bier milde überrascht, aber erfreut entgegen. „Oh, Sie selbst nur einen Kurzen?“
„Hähähä,“ kicherte ich fassungslos und nippte an diesem blutroten Scheiß. Von wegen blutroter Scheiß: Zum ersten Mal an diesem Abend war ich heilfroh, mein Kunstblut zuhause vergessen zu haben. Das ist eigentlich nur flüssige Lebensmittelfarbe, die ich an solchen Tagen gerne in Minischlückchen in den Mund nehme und dann breit grinsend präsentiere. Idealerweise sehen die Zähne davon total blutverschmiert aus und ein bisschen was läuft an den Mundwinkeln runter. Am Ende des Abends habe ich normalerweise dann ein völlig verschmiertes Kinn. Aber nun? Lag das Zeug zuhause. GOTT SEI DANK.

Währenddessen sah sich diese Erscheinung versonnen um. „Hach, das ist ja schon schön hier. Die Musik ist ja auch gut. Und so viele nette Menschen!“

Mein Gesicht glich mittlerweile einer erstarrten Maske. Schockierte Überforderung. Und was sollte ich nur sagen?
Ich kuckte betroffen auf meine eingesauten Fingernägel herab (erst schwarz lackieren –> mit in Nagellackentferner getränkte Ohrstäbchen Ränder und Spitze verreiben –> auch das Nagelbett nicht aussparen –> trocknen lassen –> creepy Zombienägel!). „Äh, übrigens… wegen heute… also, dass ich im Seminar gefehlt hab…“
Er lächelte mich an. „Ach, stimmt ja! Na na, warum denn das?“
Meine Lippen zittern. „Naja… weil Halloween ist und so…“

Darüber musste er lachen. Und um ihm zu zeigen, dass ich die Zeit nicht verschwendet habe, lenkte ich seine Aufmerksamkeit auf drei rote Helium-Ballons, die ich an der Garderobe abgegeben hatte (man stelle sich dieses Bild vor). Ich glaube, ich fragte ihn, ob er die Anspielung versteht und laberte ihn daraufhin explosionsartig zu.

Irgendwann stand plötzlich noch eine Kommilitonin aus dem Seminar vor uns, die aber total nüchtern wirkte und die ich irgendwie noch nie gesehen habe, zusammen lobten sie mich für mein ach so tolles Referat in der Woche davor (ernsthaft? Oh bitte…), mein Dozent teilte mir augenzwinkernd mit, dass er unter diesen Umständen meine Blaumacherei mal durchgehen lassen wird, irgendwie hab ich dann doch noch ein Getränk in der Hand, keine Ahnung woher, ist es Bier, ist es Jacky Cola, ich kann es nicht sagen, ich kann eigentlich gar nichts mehr sagen, ich kann auch nichts mehr aus den Augen sehen, obwohl jetzt das Licht schon an ist, duze ich den Mann etwa, selbst das weiß ich nicht mehr, ich weiß nur, dass ich hier raus muss, sammle meine Selbstachtung ein und raffe die letzten kümmerlichen Reste meiner Konzentration zusammen und verabschiede mich standhaft, hole noch meine Jacke und meine Luftballons aus der Umkleide ab und verlasse fluchtartig die Disco.

Draußen lief mir dann plötzlich wieder dieser andere Typ hinterher, mich – natürlich! – in die Seite pikend. „Versprichst du mir, morgen anzurufen?!“ fragte er mich mit Dackelblick.
Wie war das nochmal mit „Ich gebe dir einfach meine Nummer und der Rest liegt bei dir!“?
„Nö,“ antwortete ich und verschwand im grauenden Morgen.

Eine Woche trug ich diese grässliche Geschichte mit mir rum – dann war wieder Seminartime.
Das Schlimmste: Ich konnte nicht einfach unsichtbar auf meinem Platz in der letzten Reihe sitzen bleiben und hoffen, dass einfach gar nichts passiert… ich hatte nämlich noch einen Termin bei einem anderen Dozenten, der mich dazu zwang, früher aus dem Seminar zu verschwinden, eine Tatsache, über die ich meinen Dozenten leider unterrichten musste, im Klartext: Ich musste vorne ans Pult und ihm gegenüber treten.

Ich stelzte mit tauben Beinen nach vorne. Mein Dozent sah mich. Und ich schwöre euch, er hatte Tränen in den Augen vor unterdrückten Lachen.

„Na, da kommt ja meine Zechkumpanin,“ sagte er.

An dieser Stelle bin ich dann gestorben.

Ende.

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Worum geht es hier eigentlich?

Letzten Freitag, Vorglühen bei uns. Mitbewohner David ist anwesend sowie ein Kumpel von ihm – und wir kommen auf ein spezielles „Frauen“-Thema zu sprechen.

Kumpel: „Das ist genauso, wenn ich meiner Freundin sage, dass sie gut aussieht. Oh danke, das ist aber nett sagt sie dann. Das ist aber nett!!! Hallo?!“

Mitbewohner David: „Waaaah, schlimm.“

Ich: „?!“

Kumpel: „Ja, total. Ich hasse das.“

Ich: „Das verstehe ich nicht?“

Mitbewohner David: „Nett ist der kleine Bruder von scheiße.“

Ich: „Ah.“

Kumpel (richtig aufdrehend): „Na, wenn ich ihr sage, dass sie hübsch ist, dann meine ich das so und das hat doch nichts mit „nett“ zu tun! Das ist aber nett stimmt da einfach nicht! Ich sage das, weil das eine Tatsache ist! Weil ich das so finde! Aber doch nicht, weil ich NETT sein will!!! Im Grunde sagt das doch aus, dass ich Scheiß erzähle! Aber ich denke das doch wirklich!“

Ich: „Ähm… ich glaube nicht, dass sie das so sieht. Das ist halt einfach ne Phrase.“

Kumpel: „Trotzdem!!! Das ist aber nett – da könnte ich aus der Hose springen, so regt mich das auf!!!“


So. Was glaubt ihr, war das genaue Thema der Diskussion?
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Na?
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Idee?
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Ich sag’s euch:

Frauen legen jedes Wort auf die Goldwaage.

Ähm… ja.

batman

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