Warum die Suche nach einem Therapieplatz für jeden Depressiven eine absolute Zumutung ist

Such dir Hilfe.

Drei kleine Worte, nett gemeint. Die meisten gesunden Menschen, die so etwas sagen, scheinen zu glauben, es sei allein die gesellschaftliche Stigmatisierung oder schlicht Angst, die Leute wie mich davon abhält, eine Therapie zu machen. Etwas anderes ist in unserem vorbildlichen Gesundheitssystem ja auch nicht möglich, oder? Immerhin handelt es sich, so aufgeklärt ist man ja, bei einer Depression um eine ernsthafte Krankheit. Einen Therapieplatz zu finden kann deshalb wohl kaum viel schwieriger sein als einen Termin beim Zahnarzt zu bekommen.

Stellt euch an dieser Stelle bitte ein hysterisches Lachen vor.

Der folgende Beitrag ist eine Dokumentation meiner aktuellen Therapeutensuche. Er ist… lang. Sehr. Aber wenn ihr bis zum Ende durchhaltet, werdet ihr vollkommen verstehen, wieso ich jedem, der mir sagt, ich solle mir Hilfe suchen, am liebsten ins Gesicht springen würde, obwohl das doch so nett gemeint ist.

Und ihr werdet hoffentlich wütend sein.


Für den Kontext:
Mit zwanzig wurde mir von einem Neurologen eine Depression diagnostiziert. Er empfahl mir damals ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik. Ich wartete einige Monate, bis ein Platz frei wurde und wurde nach acht Wochen mit einer zusätzlichen Diagnose (Anpassungsstörung) wieder entlassen. Um eine Nachsorge in Form einer ambulanten Therapie kümmerte sich keiner. Ich brauchte mehrere gescheiterte Anläufe und einige sehr unangenehme Erstgespräche, bis ich 2015 endlich einen Therapieplatz fand. Das war neun Jahre später. Diese Therapie musste ich nach einem Therapeutenwechsel mittendrin leider wieder abbrechen, weil sie von Anfang an nur einen Kompromiss dargestellt hat. Das war im Sommer 2016. Insgesamt sind dreizehn Jahre seit meiner Diagnose vergangen.

Dreizehn Jahre.


Mir geht es gerade nicht gut. Eigentlich geht es mir ja nie wirklich gut, aber momentan ist es wieder schlimm. Eigentlich ist es schon das ganze Jahr schlimm, aber im Sommer war es das ganz besonders. Meine neuen Medikamente, die ich seit ein paar Monaten nehme, vertreiben zwar die bleierne Müdigkeit, unter der ich immer besonders gelitten habe, aber sorgen leider trotzdem nicht dafür, dass ich mein Leben auf die Reihe kriege.

Darüber grüble ich viel: mein zielloses, planloses, vergeudetes Leben. Was ich versäumt habe. Was ich gerade verpasse. Was ich noch vorhabe, aber nicht schaffen werde. Nicht ohne Hilfe. Nicht ohne Therapie.

Das ist nun so eine Sache. Wie oft habe ich nun mit der Therapeutenliste vor mir da gesessen und versucht, genau diese Hilfe zu bekommen? Ich weiß es nicht mehr genau. Ich habe jedes Mal aufgegeben. Zu frustrierend waren die ständigen Absagen. Zu niederschmetternd die paar Gelegenheiten, in denen ich es bis zu einem echten Gespräch geschafft habe. Zu ernüchternd meine abgebrochene Therapie, die ich niemals hätte anfangen dürfen.

Aber ich brauche Hilfe. Ich muss mir Hilfe suchen.


Vor drei Wochen ging ich zu meinem Hausarzt. Ich hatte lange Zeit keine hohe Meinung von ihm, aber zumindest mit meiner Depression geht er super um. Er hat mir die Medikamente verschrieben, die mein Psychiater mir nicht geben wollte, und war nicht ein einziges Mal herablassend zu mir, obwohl er mich aus irgendeinem Grund immer duzt, wenn ich mit ihm darüber rede. Wenn ich wegen einer Grippe komme, tut er das nicht.

Ich setzte mich in seine Praxis und erzählte ihm, dass ich wieder versuchen will, einen Therapieplatz zu bekommen. Er hörte sich alles an und nickte. Er hielt das für eine gute Idee, weiß aber natürlich, dass eine Therapeutensuche schwierig ist. Deshalb schrieb er mir zusätzlich eine Überweisung. „Die bescheinigt dir eine besondere Dringlichkeit. Damit kannst du dich bei der Terminservicestelle der kassenärztlichen Vereinigung melden.“

Diese Terminservicestelle wurde vor ein paar Jahren eingerichtet und ist dafür da, Patienten zeitnah (heißt, in maximal vier Wochen) Termine zu vermitteln. Zunächst galt dieser Service nur für Fachärzte, aber inzwischen wurde er auch auf Psychotherapeuten ausgeweitet. Bei dem Thema bewegt sich alles viel zu langsam, aber das ist ja immerhin ein Fortschritt, dachte ich.

Ich wurde schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt.

Ein Blick auf die Website der kassenärztlichen Vereinigung ernüchterte mich nachhaltig. Da war unter anderem das zu lesen:
Darüber regte ich mich furchtbar auf. Damit habe ich praktisch KEIN Mitspracherecht. Ich darf weder Ansprüche an die Uhrzeit oder den Wochentag stellen (wie soll das bei berufstätigen Menschen funktionieren?), nicht den Standort bestimmen (was heißt zumutbare Entfernung? Ich ahnte Schlimmes), nicht mal die Therapieform fordern, die ich gerne hätte. Das ist ungefähr so, als bräuchte ich einen Herzspezialisten, aber weil ein Nierenfacharzt gerade Termine frei hat, werde ich zu dem geschickt – wird schon passen, die machen immerhin beide was mit inneren Organen. Ähä.

Und auch der Therapeut selbst ist anscheinend irrelevant. Dabei gibt es viele nachvollziehbare Gründe, gewisse Personengruppen von vorne herein auszuschließen. Viele Frauen mit Missbrauchserfahrung möchten keinen Mann als Therapeut. Ein Freund von mir, der schwul ist, wollte das ebenfalls nicht, weil er glaubt, dass ein Mann (sofern hetero) seine Sexualität nicht nachvollziehen kann oder akzeptieren würde. Das ist natürlich irgendwie unfair gegenüber den Therapeuten, die dadurch (wahrscheinlich grundlos) durchs Raster fallen… aber möchte ernsthaft jemand Missbrauchsopfern vorwerfen, nicht nett genug zu einem Unbekannten zu sein? Sicher nicht. In diese Entscheidung sollte niemand reinreden. In einer Psychotherapie muss man sich öffnen können – wie soll das gehen, wenn man seinem Gegenüber nicht vertraut?

Mir ist das Geschlecht des Therapeuten egal, aber das Verhältnis muss eben trotzdem passen. Es hat die letzten beiden Male nicht gepasst. Ich bin nicht mehr bereit, dahingehend Kompromisse zu machen.

An der Stelle begann ich zu ahnen, dass ich hier eine Odyssee vor mir hatte, neben der Frodos Reise zum Schicksalsberg wirken würde wie ein netter Wochenendausflug in den Schwarzwald.

Aber der Reihe nach.


Trotz meiner Bedenken rief ich bei der Terminservicestelle an. Nach einer Viertelstunde in der Warteschlange meldete sich eine enervierend geschäftsmäßig klingende Frau.

„Guten Tag. Ich rufe an, weil ich gerne einen Termin für eine Psychotherapie hätte.“
„Haben Sie eine Überweisung?“
„Ja.“
Was steht denn auf der Überweisung drauf unter Überweisung an?“
Ich war direkt irritiert. „Na… Überweisung an Psychotherapeut.“
„Ah, Psychotherapie also.“
???
„Ja, da können wir Ihnen gerne eine Liste mit Therapeuten in Ihrer Nähe schicken, die Sie mal anrufen können.“

Was.

Ich meine… WAS.

Diese Liste muss niemandem geschickt werden. Die bekommt man bei jedem HAUSARZT. Sie steht außerdem ONLINE. Wieso sollte ich mir die zuschicken lassen??? Und überhaupt… was heißt das? Doch nicht etwa PER POST???

Und die wichtigste Frage natürlich: Warum rufe ich dort überhaupt an, wenn die mir sowieso nur sagen, dass ich selber anrufen soll???

Das deckte sich nicht mit dem, was mein Hausarzt mir gesagt hat. Ich war verwirrt und sagte ihr das auch.
„Haben Sie schon selbst angerufen?“
„Ja, mehrmals, wenn auch nicht aktuell.“
„Nun, dann machen Sie das und wenn Sie dann nichts finden, helfen wir Ihnen. Wir suchen dann aber im Umkreis von 30km, deshalb versuchen Sie es lieber selbst.“
„Ich dachte, dafür wär dieser Service da – damit SIE das für mich tun?“
„Nein, wir vermitteln erst, wenn Sie keinen bekommen. Dann suchen wir für Sie einen Beratungstermin.“
„Entschuldigung, ich will keinen Beratungstermin, sondern suche einen Therapieplatz.“
„Nein, ZUERST gibt es einen Beratungstermin, DANN erst kommt es zur Therapie.“ – als würde ich das verdammt noch mal nicht wissen. Aber das ist trotzdem nicht das, was ich erwartet habe.
„Und ihr könnt mir dabei NICHT helfen?“
„Nein, erst müssen Sie selbst anrufen. Und das ist ohnehin besser, weil wir wie gesagt in 30km Umkreis suchen und Sie den Termin dann nehmen müssen.“

Ich saß da und dachte: Wofür ist dieser Service da. WOFÜR, zur Hölle.

Und der größte Witz an der Sache ist, dass das nicht einmal stimmt. Wenn ich alle Therapeuten auf meiner Liste anrufe und nur Absagen kassiere, kann ich gehen, zu wem ich will – selbst zu einem Therapeuten ohne Kassenzulassung. Den muss die Krankenkasse dann trotzdem bezahlen, da die Absagen der Beweis sind, dass der von ihnen ermittelte Bedarf an Kassensitzen offensichtlich nicht reicht.
Das nennt sich Kostenerstattungsverfahren und ist EIGENTLICH recht klar geregelt… aber in Wahrheit verschleppen die Kassen solche Verfahren gerne oder lehnen sie ab, obwohl alle Kriterien erfüllt sind. Trotzdem finde ich es wirklich bezeichnend, dass die Dame mir diese Möglichkeit einfach komplett vorenthalten hat.

Ich war… unzufrieden. Das sagte ich ihr auch. Aber auch, dass es nicht ihre Schuld ist. Nur ist dieser ganze Service, auf diese Art angeboten, trotzdem völlig überflüssig. Als würde ich bei einem Lieferdienst anrufen und der würde mir statt einer Pizza ein Rezept schicken, damit ich sie mir verdammt noch mal selber backen kann. Vielleicht bekäme ich auch einfach eine Wegbeschreibung zum nächsten Supermarkt, um mir die Tiefkühlversion zu kaufen. Macht ja alles so viel Sinn.

Ich beendete das Gespräch dann, allerdings leider ohne zu fragen, ob die Krankenkasse eine Fahrt zu einem Therapeuten in 30km Entfernung bezahlen würde. Auf die Dauer leisten könnte ich mir das nämlich nicht – und ich weiß Dank meines Jobs bei einem Taxiunternehmen zufällig, wie viele Patientenfahrten die Kassen tagtäglich übernehmen. Ist es da zuviel verlangt, mir sowas auch zu wünschen? Ich wäre ja sogar schon mit einem blöden Busticket zufrieden. Aber inzwischen weiß ich, dass die Kasse sowas in dem Fall nicht macht. Anscheinend geht das nur, wenn man richtig – sprich körperlich – krank ist.

Immerhin sind 30km viel näher, als ich befürchtet hatte. Aus irgendeinem Grund ging ich von 50 aus. Das ist aber auch das einzig Positive, das ich aus diesem Gespräch mitgenommen habe. Ansonsten weiß ich nun lediglich, dass die mir nichts, aber auch GAR NICHTS bieten können, was ich nicht selber leisten kann bzw. muss, obwohl es mir meine Krankheit fast unmöglich macht, mich darum zu kümmern. Ich dachte, um mir DAS abzunehmen… dafür sei dieser Service da. Tatsächlich konnte mir die Dame aber nicht mal sagen, bei welchen Therapeuten im Umkreis aktuell noch Kapazitäten frei sind. Es ist mir völlig schleierhaft, wie dieses System ohne Informationen wie solche funktioniert, selbst wenn ich ihrer Meinung nach Anspruch auf Hilfe gehabt hätte. Ich vermute: gar nicht. Vielleicht hat sie mich aber auch einfach angelogen.


Als hätte ich es geahnt, hatte ich am Tag davor schon die aktuelle Liste der Psychotherapeuten in meinem Umkreis ausgedruckt. Auf einer solchen Liste steht neben der Namen der Therapeuten auch die Adresse, die angebotene Therapieform (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse) und die Telefonnummer. Keine Sprechzeiten. Natürlich nicht.

Die musste ich selber zusammen suchen, nachdem ich mir alle Therapeuten markiert hatte, die meiner Meinung nach für mich in Frage kommen. Das war überraschend aufwendig und hat sehr wenig Spaß gemacht. Einige Telefonsprechzeiten waren besser versteckt als das Bernsteinzimmer. Und von vier Therapeuten fand ich überhaupt keine Zeiten online. Dort musste ich anrufen und die Zeiten von der Bandansage heraus schreiben.

Ich nahm die Liste in die Hand, nachdem ich bei der kassenärztlichen Vereinigung aufgelegt hatte. 22 Therapeuten, alle mit unterschiedlichen Sprechzeiten, einige so früh oder so blöd gelegt, dass sie mit meinen Arbeitzeiten kollidieren. Dabei arbeite ich nur Teilzeit. Es ist mir vollkommen schleierhaft, wie ein Mensch mit einer Vollzeitstelle so etwas schaffen soll.

Trotzdem. 22 Therapeuten, die ich alle nacheinander anrufen muss. Das war nun meine Aufgabe, für die ich vermutlich wochenlang brauchen würde.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich mal an einer Telefonphobie litt?


Alles begann direkt ganz vielversprechend mit THERAPEUTIN 1. Die sollte bis 18 Uhr Sprechzeit haben, meldete sich aber nicht. Ich versuchte es viermal. Nichts. Nicht mal eine Bandansage. Nichts.

Ich würde es in der darauffolgenden Woche nochmal probieren, nachdem ich viele weitere Therapeuten angerufen hatte – und es tatsächlich auf die Warteliste schaffen. Die Wartezeit beträgt ein Jahr. Ich notierte mir das. Dann heulte ich.


Bei THERAPEUTIN 2 wartete eine besonders unangenehme Überraschung auf mich. Aber erst einmal war die Nummer, die auf der Liste stand, nicht vergeben, also musste ich sie googeln. Ich wählte sie und nachdem ich es ewig klingeln gelassen hatte, ging eine Sprechstundenhilfe ran.

„Ich wollte nach einem Therapieplatz fragen.“
„Oh… das macht die Frau Doktor momentan nicht mehr.“
„Ähm… okay… ihr steht allerdings noch auf der Liste… Stand November 2018…“
„Jaaa… trotzdem.“
„Und das ändert sich auch nicht mehr?“
„Ähm. Nein, wahrscheinlich nicht.“
„Okay… könnt ihr mir das wenigstens schriftlich bescheinigen? Also dass ihr für mich keinen Therapieplatz habt? Für die Krankenkasse?“
„Ähm. Nein, das machen wir nicht.“

Das war das erste Mal überhaupt, dass ich nach so einer Bescheinigung fragte – weil es das erste Mal ist, dass ich diesen Weg bis zum bitteren Ende gehen will. Notfalls eben über ein Kostenerstattungsverfahren, obwohl ich weiß, dass so etwas praktisch Krieg mit meiner Krankenkasse bedeutet.

Damit war das Gespräch auch schon beendet und ich konnte den ersten Namen von meiner Liste streichen. Das ging schnell.


Der nächste Tag war ein Freitag. Da hatte ich eigentlich nicht geplant, überhaupt irgendwo anzurufen, weil ich arbeiten musste und auf gar keinen Fall aus meiner Pause heraus anrufen wollte. Das schlaucht nämlich. So richtig tiefgreifend. Das wollte ich mir nicht während der Arbeit antun.

Aber dann dachte ich, dass ich ja VOR meinem Arbeitsbeginn anrufen könnte. Anscheinend hatte ich das Bedürfnis, mir schon frühmorgens unbedingt die Laune zu verderben.


Eine Therapeutin ging nicht ran, weil die Sprechzeiten geändert worden sind. THERAPEUTIN 3 dagegen war da und sehr klar in ihrer Aussage: Sie ist voll mit Terminen, und zwar so sehr, dass sie auch keine Warteliste mehr führt.

Aber sie wollte mir eine Bescheinigung für die Kasse schreiben. Ich solle sie natürlich selbst abholen kommen. Ist das nicht schön.


Das Wochenende verbrachte ich in einem seltsamen Zustand zwischen Entmutigung und Motivation. Bisher war es genauso beschissen gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Gleichzeitig brannte ich darauf, die Liste weiter abzuarbeiten. Das war aber kein schönes Gefühl. Ich wollte lediglich wissen, wie viele Absagen es letztendlich werden – und damit auch, wie abgefuckt das System wirklich ist.

Ich war bereit für Montag und wollte mir extra den Wecker stellen, um die ganz frühen Sprechzeiten mitzunehmen. Nachdem ich aber um drei Uhr nachts immer noch nicht eingeschlafen war, verwarf ich diesen Plan. Ich habe montags 10-Stunden-Schicht und wollte auf der Arbeit nicht völlig übermüdet aufschlagen.


Letztendlich geschahen zwei Wunder:
1. wurde ich von selbst punktgenau um die Zeit wach, auf die ich mir den Wecker hatte stellen wollen. Das war fast magisch.
2. bekam ich von THERAPEUTIN 4 einen Termin.
Für den darauf folgenden MITTWOCH.
In ZWEI Tagen.

Ich war baff. Ich hätte so ziemlich mit allem gerechnet, nur nicht mit sowas.

Es gab nur ein Problem: Mir gefiel die Therapeutin nicht.

Natürlich ist es unfair, von der Stimme und einem kurzen Gespräch ein solches Urteil zu fällen. Aber ich kann nun mal nicht anders. Sie klang für mich sehr jung und unsicher… ich dagegen brauche einen Therapeuten, der erfahren und selbstbewusst ist. Das denke ich zumindest.

Ich schämte mich fast für den Gedanken. Ich stellte mir die Reaktion der Leute vor: „Orr, jetzt hat die Tussi schon Glück und schnell einen Termin bekommen und jammert trotzdem noch rum!“

Aber dann wurde ich wütend – denn hier wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen. Kaum ein Mensch würde zu einem Hausarzt gehen, der ihm unsympathisch ist, dabei dreht es sich dabei zu 90% nur um Erkältungen und vielleicht mal eine Impfung, die sowieso die Arzthelferin verabreicht. Eine Depression dagegen ist eine potentiell tödliche Krankheit. Tut mir leid, wenn das zickig klingt, aber da hätte ich schon gerne jemanden als behandelnden Therapeuten, bei dem ich nicht sofort ein schlechtes Gefühl habe.


Schöne Überleitung zu THERAPEUT 5, denn natürlich habe ich nicht aufgehört, nur weil ich EINEN Termin bekommen habe. Den Fehler habe ich oft genug gemacht, dieses Mal würde mir das aber nicht passieren.

Dieser Mensch hatte tägliche Sprechzeiten zwischen halb 9 und 9 – der Wahnsinn! – und war am Telefon schlicht unhöflich. Seine Reaktion auf meine Frage nach einem Therapieplatz bestand dann auch aus einem entnervten Seufzen. Anschließend sagte er mir, dass er gerade nicht in der Stadt ist und ich deshalb am nächsten Tag nochmal anrufen soll. Ich bejahte und legte auf im vollen Bewusstsein, das ich das nicht schaffen würde. Es war ja purer Zufall gewesen, dass ich an diesem Tag so früh wach gewesen bin. Ich habe jahrelang abends und nachts gearbeitet und auch wenn meine aktuellen Arbeitszeiten zu meinem Leidwesen früher beginnen habe ich erhebliche Probleme damit, abends ins Bett zu gehen und morgens wieder aufzustehen.

Damit bin ich nicht alleine. Schlafstörungen sind ein häufiges Depressionssymptom. Daran könnte man ja vielleicht mal denken, bevor man Sprechzeiten plant. Oder, noch besser: Man richtet eine Terminanfrage per Mail ein. Das würde dann auch den vielen Menschen mit Telefonphobie entgegen kommen. Aber so eine Möglichkeit hatte kein einziger der 22 Therapeuten auf den einschlägigen Seiten zur Verfügung gestellt.

Warum überrascht mich das bloß nicht.


Die Sprechstundenhilfe von THERAPEUTIN 6 war dagegen sehr nett. Helfen konnte sie mir trotzdem nicht. Ihre Chefin macht keine Erstgespräche mehr, sondern nur noch einmalige „Orientierungsgespräche“, weil die Wartezeit auf einen Therapieplatz bei ihr ein Jahr beträgt.

Ein Jahr.

Ich habe mich trotzdem mal dafür vormerken lassen. Es ist Ende Januar, also muss ich auch darauf fast drei Monate warten. Und ich muss ein paar Tage vorher nochmal anrufen, um den Termin zu bestätigen, da er sonst verfällt. Eine weitere kleine Hürde, an der nicht wenige scheitern.


Bei THERAPEUT 7 hörte ich das gleiche wie bei Nummer 2: Der Herr mache das momentan nicht mehr. Das geht im Übrigen nur, weil beide Therapeuten außerdem noch Internisten sind.

Ich weiß nicht, wieso man sich eine solche doppelte Ausbildung antut. Wer therapeutisch arbeiten, aber außerdem Mediziner sein will – vielleicht, um Medikamente verschreiben zu dürfen – würde doch logischerweise eher den Weg zum Psychiater einschlagen, oder?

Aber was auch immer die Gründe sind: Bei der momentanen Situation würde ich vermutlich auch lieber als Hausarzt arbeiten statt als Therapeut.


Es stellte sich im Laufe des Telefonats dann noch heraus, dass ich in einer Gemeinschaftspraxis gelandet war und die Kollegin noch Termine frei hatte. Allerdings stand die nicht auf meiner Liste, weil sie nur Verhaltenstherapie anbietet. Ein dritter Kollege, der auch zur Praxis gehörte, stand dagegen drauf, aber er – THERAPEUT 8 – hatte leider auch nichts mehr frei.

Das war ein Misserfolg auf ganzer Linie, aber wenigstens hatte ich mir auf die Weise einen Anruf gespart. Die Frage, ob ich eine Bescheinigung für die Krankenkasse bekomme, wurde dagegen wieder verneint. „Sowas machen wir nicht.“ Na dann.

Insgesamt war das ein sehr, sehr anstrengender, überaus erfolgloser Telefon-Tag. Ich bin dann danach noch zehn Stunden arbeiten gegangen. Ich versuche ja trotz allem, meinen Job zu erledigen, ne. Ich bin ja nicht der Gesundheitsminister.


Der Dienstag war schlimm. Ich wollte insgesamt vier Therapeuten anrufen. Einer hatte Sprechstunde, ging aber nicht an, und die anderen beiden hatten in der nur wenige Tage dauernden Zeitspanne zwischen der Suche nach ihren Sprechzeiten und meinen Anrufen die Sprechzeiten geändert. Sie haben sie nämlich reduziert, beide auf je 2×30 Minuten die Woche.

Und da drängte sich mir eine Frage auf.

Letztes Jahr wurde beschlossen, dass Psychotherapeuten mit Kassensitz insgesamt 200 Minuten die Woche für Telefonsprechstunden aufwenden müssen. Ich war kein Fan dieser Regelung. Diese Sprechstunde dürfen sie nämlich auch auf eine Praxishilfe abwälzen, die dann, obwohl sie dafür nicht qualifiziert ist, unter Umständen entscheiden muss, ob der Anrufer wirklich Hilfe braucht oder nicht. Darüber hinaus glaubte ich, dass auf diese Weise Zeit für echte Therapiesitzungen knapper werden würde.

Aber wenn ich sowas sehe, muss ich mich ernsthaft fragen, was ich mir bei diesem Standpunkt gedacht habe. Vielleicht hat mich die Zahl verwirrt: Zweihundert. Das klingt nach so viel. Tatsächlich sind das aber ja nicht mal dreieinhalb Stunden wöchentlich. Ist es wirklich zu viel verlangt, eine so kurze Zeit jede Woche für das Telefon zu reservieren, zumal es ja keine andere Möglichkeit gibt, die Therapeuten zu erreichen? Und das, obwohl ihnen sogar erlaubt ist, dafür eine Praxishilfe einzustellen? Wird da vielleicht versucht, Geld für so jemanden zu sparen, obwohl Therapeuten bei ihrer Arbeit jetzt wirklich nicht gerade arm werden? Ist der monatliche finanzielle Aufwand – 4×3,5 Stunden, sprich magere 14 Stunden für vermutlich nicht viel mehr als den Mindestlohn – für eine Aushilfe auf gar keinen Fall zu stemmen, obwohl das für den Therapeuten selber mehr Freizeit bzw. mehr Zeit für Patienten, also MEHR Geld, bedeuten würde?

Ich weiß es nicht. Ich halte es jedenfalls für eine Frechheit… und illegal ist es ja nun auch. Nur scheint das niemanden zu interessieren.

Genauso wenig wie die nun schon zweimal gehörte Auskunft, dass in der Praxis gerade gar keine Psychotherapie stattfindet. Was passiert in so einem Fall mit den ohnehin zu knapp bemessenen Kassensitzen? Blockieren diese Leute sie weiter, obwohl sie keine Patienten annehmen? Müssen sie die Sitze abgeben? Kontrolliert das überhaupt jemand? Irgendjemand? Und falls ja, warum werden die betreffenden Personen noch in der aktuellsten verfügbaren Therapeutenliste geführt?

Ich weiß, dass diese ganze Situation auch für viele Therapeuten schrecklich ist. Aber hier hört mein Verständnis auf. Es tut mir leid, aber ein bisschen Service muss sein. Und wer keine Therapien anbieten will, sollte keinen Kassensitz haben. Alles andere verschärft die ohnehin extrem angespannte Lage noch viel mehr.


Immerhin erreichte ich an diesem Tag noch THERAPEUTIN 9. Aber sie hat keinen Platz für mich, auch nicht auf der Warteliste. Das ist schade, weil sie sehr nett klang, aber sie meinte, dass die Leute, die JETZT bei ihr Therapie anfangen, im FEBRUAR ihr Erstgespräch gehabt hätten. Das wolle sie neuen Patienten nicht zumuten.

Sie wollte mir außerdem, ganz was neues, keine Bescheinigung geben. Laut ihrer Erfahrung ginge das auch so. Allerdings sei ein Kostenerstattungsverfahren momentan ohnehin „schwierig“ – weshalb sie mir alle Daumen drückt.

Diese nette Geste konnte leider nicht die Tatsache verhehlen, dass diese ganze Sache bis jetzt sehr, sehr anstrengend war. Dabei war ich noch nicht mal zur Hälfte mit meiner Liste durch.


Mittwoch. Die beiden ersten Therapeuten gingen trotz Sprechstunde nicht ran. Bei einem dauerte die sogar nur 20 Minuten. Wieso schafft man es nicht mal, ZWANZIG MINUTEN am Telefon zu sitzen?

Auf Twitter mutmaßte jemand, dass der Herr möglicherweise eine veraltete Telefonanlage hat, die kein Besetztzeichen sendet, wenn er gerade mit einem anderen Anrufer beschäftigt ist. Aber sorry… wir haben 2018? Welches Telefon besitzt diese Funktion nicht? Aber selbst, wenn es Dank irgendeiner Raum-Zeit-Anomalie wirklich so sein sollte, dass er mit einem Gerät telefoniert, das definitiv ins Mittelalter gehört… wieso kauft er dann nicht ein neues? Auch zu teuer? Obwohl vermutlich als verdammt noch mal notwendige Praxisausstattung von der Steuer absetzbar? Oder hängen einfach zu viele kostbare Erinnerungen dran?

Ich tat das hier jetzt bereits seit einer Woche. Es war anstrengend. Es war SO anstrengend.


THERAPEUTIN 10 hat auch keine Plätze mehr. Die Sprechstundenhilfe meinte, ich solle im Februar wieder anrufen, dann könne man mich VIELLEICHT auf die Warteliste setzen. Ihre Chefin ist nämlich eigentlich Gynäkologin und therapiert erst nach Feierabend.

Ist das nicht ein SCHÖNES Hobby? Nach Feierabend noch ein bisschen rumtherapieren! Und vermutlich trotzdem einen ganzen Kassensitz besetzen! Damit wäre sie die dritte Kandidatin auf meiner Liste, die das eigentlich nur nebenher oder gleich gar nicht macht!

Ich seufzte innerlich und fragte standardmäßig nach einer schriftlichen Absage. Standardantwort: „Sowas machen wir nicht.“ Zwischenzeitlich hatte mich allerdings jemand gefragt, wieso die das nicht machen, also gab ich diese Frage an die Sprechstundenhilfe weiter.

Die Antwort war köstlich.
„Also erstens, weil Sie ja keine Patientin bei uns sind.“ – was ja… ähm… logisch ist? Wäre das anders, bräuchte ich ja die beschissene Absage nicht?
„Und zweitens gibt es von der kassenärztlichen Vereinigung eine ewiglange Liste mit Therapeuten, die Sie vorher fragen können.“

Mit aller Freundlichkeit, die ich nach so viel geballter Blödheit noch aufbringen konnte, teilte ich der Dame mit, dass ihre Chefin bereits die zehnte Therapeutin ist, die ich anrufe, und ich die Bescheinigung gerne hätte für die Krankenkasse.
„Wieso?“
„Für eine mögliche Kostenerstattung.“
Das verstand sie nicht. Also erklärte ich es ihr. ICH, die Patientin – IHR, der fucking SPRECHSTUNDENHILFE.

Antwort: „Davon habe ich ja noch nie gehört.“
Ach.
„Das geht auch nicht – die Krankenkassen bezahlen nur Therapeuten mit Kassensitz.“ Das sagte sie mit deutlich scharfen Unterton. Es war offensichtlich, dass sie von mir genervt war.
Aber das war einfach mehr, als ich stumm hinnehmen konnte. „Nein, das stimmt nicht,“ sagte ich – und erklärte es ihr NOCHMAL.

Sie glaubte mir nicht. „Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Aber Sie können ja auch nicht erwarten, jetzt sofort einen Termin zu bekommen.“
Wow.
„Ähm, das erwarte ich überhaupt nicht, aber ich habe bisher fast nur Absagen, also…“
Daraufhin erklärte sie mir überheblich, dass ich ja auch jederzeit für eine ambulante Therapie in eine Tagesklinik gehen könne.

Einen Moment lang war ich sprachlos. Ich fand es megafrech von ihr, mich einfach so an die Tagesklinik zu verweisen, als wäre das im Vergleich nicht ein gewaltiger Unterschied, der mein ganzes Leben auf den Kopf stellen würde. Aber irgendwas an ihrer Aussage verunsicherte mich – meinte sie etwa, es gäbe in der Tagesklinik auch ambulante Therapien im Sinne von einstündigen Sitzungen jede Woche? Ich fragte nach. Die Antwort war ein arrogantes „Ja“.

Damit hatte sie mich. Davon habe ICH nämlich noch nie gehört. Ich verabschiedete mich, aber weil ich mir das absolut nicht vorstellen konnte, rief ich sofort in der örtlichen Tagesklinik an, um mich danach zu erkundigen.

Um es kurz zu machen: Nein, so etwas machen die dort NICHT. Wusste ich’s doch!!!

Ich überlegte, die Tussi wieder anzurufen, um ihr zu sagen, dass sie Scheiße erzählt. Stattdessen habe ich dann lieber ein bisschen geheult.


Kurz darauf war es Zeit, THERAPEUTIN 11 anzurufen, die mich nachhaltig verstörte, weil sie exakt genauso klang wie meine tote Stiefoma. Aber wenigstens hatte ich sie am Telefon. Doch auch hier keine guten Neuigkeiten.

Positiv: Sie war die erste, die mich über meinen bisherigen Behandlungsverlauf ausfragte. Sie wollte wissen, wann ich meine Therapie abgebrochen hatte. „Das ist schon länger als zwei Jahre her,“ antwortete ich – weil man nach Ende einer Therapie, egal wie dieses aussah, mindestens zwei Jahre warten muss, bis die Kasse eine neue genehmigt.

Das ist zumindest die Geschichte, die von den Krankenkassen selbst erzählt wird. In Wahrheit ist es natürlich so, dass man selbstverständlich jederzeit Anspruch auf eine Therapie hat bei entsprechendem Gesundheitszustand. Wie soll man sich das denn auch sonst vorstellen? „Hm, Sie sind also akut selbstmordgefährdet, aber ich sehe, Sie haben Ihre letzte Therapie erst vor eineinhalb Jahren beendet, also müssen Sie wohl noch ein halbes Jahr durchhalten, sonst haben Sie leider Pech gehabt“?

Sie war ein bisschen beeindruckt davon, dass ich von dieser 2-Jahres-Sperre wusste, die mich ja nicht betrifft, aber dennoch tat sie so, als würde das alles furchtbar verkomplizieren. Sie ließ sich lang und breit darüber aus, wie schwierig das momentan alles sei, da ja so viele Leute Therapieplätze suchen, und machte direkt klar, dass eine Therapie mit 50 Stunden (so lange kann die Krankenkasse eine Therapie genehmigen) mit ihr auf gar keinen Fall drin ist. Sie könne mir sowieso momentan nur ein Kennenlerngespräch anbieten – das sei aber KEINE Zusage zu einer Therapie.

Ich war inzwischen von der Frau nicht mehr besonders angetan, wollte den Termin aber trotzdem mitnehmen. Vermutlich einfach nur deswegen, weil ich mal wieder etwas anderes als eine Absage haben wollte. Wir einigten uns auf ein Datum kurz vor Weihnachten. Sie wollte mir dann noch erklären, wo ich bei ihr am besten parke, woraufhin ich ihr sagte, dass ich gar kein Auto habe.

„Sie kommen mit dem BUS? Nee, dann lassen wir das besser mal.“

… Ähm. Was?

„Äh, Moment, ich gucke mal gerade nach Ihrer Straße…“ Sie wohnte etwas außerhalb und tatsächlich sagte mir Google Maps, dass ich zu ihr eine halbe Stunde mit dem Bus unterwegs sein würde, aber mein Gott, was soll ich denn sonst machen?

Ich hatte den Eindruck, dass sie nur nach einem Grund suchte, mich abzulehnen. Während sie ohne Punkt und Komma redete, wollte ich sie höflich unterbrechen und ihr sagen, dass eine halbstündige Busfahrt erträglich ist im Vergleich zu der 30km langen Reise, die ich wohlmöglich auf mich nehmen müsste, würde ich auf die kassenärztliche Vereinigung zurück greifen, aber sie ließ mich nicht zu Wort kommen. „Sie hören mir jetzt mal zu!“ schnarrte sie. Was zur Hölle?

Irgendwann kam ich doch zu Wort. Das Argument mit der kassenärztlichen Vereinigung sah sie ein. Aber zwischenzeitlich war mir beim Betrachten der Adresse der Gedanke gekommen, dass ich bei dieser Frau schon mal ein Gespräch HATTE – auch wenn es gut fünf bis sieben Jahre her ist.

Meine damalige erfolglose Suche nach einem Therapieplatz hatte mir immerhin drei Termine eingebracht. Eine Therapeutin davon war toll, hatte aber keinen Platz frei, der zweite Therapeut war vollständig übergeschnappt, beleidigte mich während unseres sehr kurzen Gesprächs mehrmals und hatte im Wartezimmer Sektenzeitschriften liegen.

Und die dritte Therapeutin… konnte sie das sein? Die mich in dem Moment als unorganisiert und chaotisch abgestempelt hatte, als klar war, dass ich leider meine Überweisung verloren hatte, nach zehn Minuten Gespräch glaubte, der Grund dafür läge darin, dass meine Mutter und mein Stiefvater trotz jahrzehntelanger Beziehung niemals geheiratet haben (denn „nicht verheiratet“ war für sie offensichtlich Synonym für „ungeordnete Verhältnisse“) und sich davon auch unmöglich wieder abbringen ließ und die mir außerdem verbot, ihre Taschentücher zu benutzen, weil sie die für ihre spätere Gruppentherapie aufheben wollte?

Wenn sie es war, wollte ich auf gar keinen Fall zu ihr gehen. Dabei war ich damals so verzweifelt gewesen, dass ich mit ihr tatsächlich noch einen Folgetermin vereinbarte, den sie schließlich absagte, indem sie einen Brief an meine Heimatadresse, sprich: MEINE MUTTER schrieb. Sie hatte nämlich meine Telefonnummer nicht richtig aufgeschrieben. Wer ist hier bitte unorganisiert und chaotisch?

Ich war mir nach dem Telefonat nicht hundertprozentig sicher, dass sie mit dieser Frau identisch war, und wollte den Termin nicht auf Verdacht absagen. Inzwischen hat sich dieser Verdacht jedoch erhärtet. Der Termin wird gestrichen.

Was für eine gigantische Zeitverschwendung. Ich war so unfassbar müde.


Als letztes war an diesem Tag THERAPEUTIN 12 dran. Es meldete sich allerdings nur ihr Mann, der mir dann doch tatsächlich ihre Mailadresse gab. Das hat mich dann ja schon überrascht.

Ich schrieb eine Mail, die ich wirklich hasste. Sie klang wie eine Bewerbung. Solche Mails sollten nicht wie Bewerbungen klingen. Und so etwas zu schreiben wie „Ich wäre sehr froh, wenn Sie mich wenigstens auf die Warteliste setzen könnten“ finde ich sehr bitter.

Sie antwortete innerhalb von zwei Tagen. Sie bedankte sich für die Mail und bat mich, dass ich sie in ihrer offiziellen Sprechstunde nochmal anrufe. Hach. Wäre ja zu einfach gewesen.


Donnerstags war ich wieder bei meinem Hausarzt, um mit ihm die Möglichkeit einer Kur zu besprechen (was hier gerade definitiv nicht hingehört, weil der Beitrag eh schon alle Grenzen sprengt). Als ich ihm erzählte, was ich mir von der kassenärztlichen Vereinigung hatte anhören müssen, fiel ihm alles aus dem Gesicht.

Er war sichtlich stinksauer. Kein Wunder, dass ich ihn inzwischen mag. Ausschweifend ließ er sich über die Gesamtsituation aus, unter der inzwischen sogar Hausärzte leiden. Er meinte, 10% seiner Arbeit besteht bereits darin, seinen Patienten Facharzttermine oder Klinikplätze zu vermitteln, weil sie selbst keine Chance haben.

Er beschwor mich außerdem, darüber zu reden. Ich solle um Gottes Willen öffentlich machen, wie sehr dieses ganze System an den Rande eines Kollaps hinsteuert. Das wäre sehr, sehr wichtig.

An der Stelle musste ich laut lachen. Das tat gut. Ich hatte das Gefühl, schon sehr lange nicht mehr gelacht zu haben.


Ansonsten habe ich an diesem Tag trotz offizieller Sprechzeiten erneut zwei Therapeuten, die ich jetzt schon öfters angerufen hatte, nicht erreicht. Dafür einen anderen – THERAPEUT 13. Nix frei bei dem. Er führt auch keine Warteliste mehr, denn die Entscheidung, ob ich würdig bin, bei ihm Therapie zu machen, fällt erst in einer einmaligen therapeutischen Sprechstunde.

Und dafür stehe ich nun auf der Warteliste. Strenggenommen ist das die Warteliste für die Warteliste. Da fällt einem doch nichts mehr zu ein.

Aber möglicherweise ist das gar nicht schlimm – das Gespräch verlief nämlich wirklich seltsam. Als ich ihm sagte, dass er schon die 13. Person ist, mit der ich telefoniere, ist er völlig unnötig bissig geworden. Die Leute würden sich ja keine Vorstellungen darüber machen, wie ein Therapeut eigentlich arbeitet. Das sei ja nicht so wie bei einem Hausarzt, der jeden Tag 100 verschiedene Patienten hat. Ein Therapeut dagegen sieht jede Woche die selben Patienten und das für 25 oder 50 Wochen, je nach Therapielänge. Als würde ich das nicht wissen. Das ist jetzt wirklich keine Raketenwissenschaft.

Anscheinend hatte ich da irgendeinen sehr empfindlichen Nerv getroffen. Ich kam mir ein bisschen runtergeputzt vor und spürte das Bedürfnis, mich zu rechtfertigen.
„Ich weiß das ja und das ist ja auch nicht Ihre Schuld. Das Problem ist, dass es zuwenig Kassensitze gibt.“
„Da stimme ich Ihnen zu, aber weder Sie, noch ich werden daran was ändern können.“

Hm. Das werden wir ja sehen, Herr Doktor. Das werden wir ja sehen.

Ich hasse solch fatalistischen Aussagen. Da gefällt mir die Haltung meines Hausarztes besser. Offensichtlich.

Als letztes fragte er, ob ich eher morgens oder mittags Zeit hätte. „Mittags,“ antwortete ich.
„Ach ja, das wollen ALLE!“ schnauzte er.
Hallo?


Bei THERAPEUT 14 sah es terminlich ganz ähnlich aus. Keine Warteliste, mit einem Termin könne ich erst in frühesten vier Monaten rechnen, aber nur, wenn ich zeitlich flexibel bin. Ich habe keine Ahnung, wie ich dann werde arbeiten müssen, aber ich bekomme meinen Dienstplan eh von Woche zu Woche, also was soll’s.

Er meinte, er meldet sich, aber wenn das in 8-10 Wochen nicht passiert ist, solle ich nochmal anrufen. Zu dem Zeitpunkt war ich einfach nur noch erschöpft. Ich hatte sogar aufgehört, nach Absagen zu fragen. Bringt ja eh nix.


THERAPEUTIN 15 hat auf mich einen besonders kompetenten Eindruck gemacht, als ich mir ihre Website wegen ihrer Sprechzeiten ansah. Sie scheint auch einen guten Ruf zu haben. Deshalb war ich null überrascht, als ihre Sprechstundenhilfe mir mitteilte, dass nichts frei ist und sie mich auch nicht auf die Warteliste setzen kann.

Der Art, wie diese Frau mit mir sprach, entnahm ich, dass sie das geübt hatte. Sie klang distanziert und kalt wie ein Roboter und ratterte eine Standardantwort runter. Vermutlich muss man sich selbst innerlich abtöten, wenn der Job einen zwingt, so viele verzweifelte Menschen abzuweisen.

Ich solle es im Januar wieder probieren… was auch etwas ist, was ich einfach nicht verstehe. Denken die, die Situation ändert sich in ein paar Monaten und plötzlich haben sie massig Plätze frei? Wollen die einfach nur sehen, ob ich verzweifelt genug bin? Ist man nur dann würdig oder therapiefähig? Genau das hat mich bei meinen bisherigen Versuchen immer so entmutigt. Es hat schon so viel Kraft gekostet, überhaupt anzurufen und dann kriege ich als Antwort nur, dass ich es nochmal probieren soll? Kein Wunder, dass ich das nie gemacht habe. Gar nicht konnte.

Ich glaube, eine klare Absage wäre mir da fast lieber. So eine Aussage ist doch nichts halbes und nichts ganzes. Und im Prinzip auch nichts anderes als eine Warteliste zu führen, nur mit dem Unterschied, dass die Arbeit auf diese Weise am Patienten hängen bleibt.


THERAPEUTIN 16 klang nett und wollte einiges über meine Krankengeschichte wissen. Sie hatte zwar keinen Therapieplatz, aber einen „Kennenlerntermin“ in zwei Wochen frei.

Das habe ich sehr gefeiert. Nicht gefallen hat mir allerdings, dass sie bereits bei diesem kurzen Gespräch versucht hat, mich zu Antidepressiva zu drängen. Das möchte ich aber nicht mehr. Ich bin zufrieden mit Elontril, das mir bei meinem Antrieb hilft.

Ich weiß allerdings nicht, wie Ernst ihr das ist. Ich habe gelesen, dass es Therapeuten geben soll, die sich ohne gleichzeitige medikamentöse Behandlung weigern, überhaupt was zu machen. Ich glaube aber nicht, dass ADs immer so sinnvoll sind, eher sogar im Gegenteil. Und die Rumprobiererei frisst auch scheißviel Energie und so wirklich gesund ist das auch nicht. Ich will das einfach nicht mehr.


Am Freitag erreiche ich niemanden.


Montag auch nicht.


Am Dienstag erreichte ich THERAPEUT 17 – einen Mann mit langen Sprechzeiten, der trotzdem nie da war und auch keine Bandansage hatte. Ich hatte insgesamt achtmal angerufen.

Für den verdammten Aufwand hat sich das Gespräch nicht wirklich gelohnt.

„Hallo. Ich wollte fragen, ob Sie noch Therapieplätze frei haben.“
„Nein, keine mehr,“ antwortete er ausdruckslos.
„Ah. Auch keine Warteliste?“
„Nein, auch nicht.“
„Oh. Okay. Naja. Dann Dankeschön.“
„Entschuldigung. Entschuldigung.“
„Ja. Danke. Ciao.“

Dann legte ich langsam auf. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Mir fehlte für beides die Energie.


THERAPEUTIN 18 war auch irgendwie komisch, aber auf eine ganz andere Weise.
„Worum geht es denn bei Ihnen?“
„Depression und Anpassungsstörung.“
„Was machen Sie beruflich?“
Nennt mich pingelig, aber ich finde die Frage jetzt nicht sooo wichtig, um sie als zweites zu stellen?
„Äh… ich habe einen Uniabschluss, aber momentan arbeite ich auf Teilzeit bei einem Taxidienst.“
„Hm. Momentan sieht es schwierig aus. Ende Januar vielleicht oder…“
Sie führte das noch weiter aus. Und fragte dann: „Was haben Sie denn studiert?“

Nochmal: Ist das in diesem Zusammenhang sooo wichtig? Ich weiß nicht, wieso mich das so störte, aber irgendwas daran fand ich richtig ärgerlich.

Das Gefühl erhärtete sich, als sie mich fragte, ob ich bereit wäre, Gruppentherapie zu machen. Das bin ich eindeutig nicht – davon hatte ich während meines Klinikaufenthalts genug. Das möchte ich nie wieder machen.
Das sagte ich ihr, und zwar genau so. Antwort: „Hm, können wir ja mal sehen.“

Nein. Nein, das können wir NICHT „mal sehen“. Wenn ich sage, dass ich das nicht möchte, dann ist das zu akzeptieren. Argh.

Ich bekam einen Termin für ein Kennenlerngespräch im Januar. Ich glaube nicht, dass das was wird.


THERAPEUTIN 19 fragte mich dann etwas, was mich kein einziger der anderen Therapeuten gefragt hat: Worum es denn bei meiner Anpassungsstörung ginge.

Ich hätte fast laut gelacht. „Das ist eine sehr gute Frage. Die Diagnose stand damals als ICD-10-Nummer im Arztbrief, den ich bei meiner Entlassung bekommen habe. Ich habe nicht die geringste Ahnung, worauf sich das beziehen soll. Darüber hat während meiner ganzen Zeit in der Klinik nie jemand mit mir geredet.“
„… oh.“
„Ja. Haha.“

Ich glaube, das fand sie tatsächlich auch ein wenig witzig. Wobei ich das natürlich eigentlich nicht witzig finde – höchstens auf so eine „Ich lache mal lieber darüber, weil ich ansonsten laut schreien muss“-Art. Das ist doch einfach alles Scheiße.

Ich soll mich Mitte Dezember wieder melden.


THERAPEUTIN 20 hatte schließlich tatsächlich auch ein Kennenlerngespräch im Januar für mich, nachdem sie zuerst versucht hat, mich an ihren Mann weiter zu reichen, der Verhaltenstherapie anbietet.


Und damit wären wir am Ende.

Wenn ihr aufgepasst habt, werdet ihr feststellen, dass noch zwei Therapeuten fehlen. Einen davon habe ich insgesamt vierzehn Mal angerufen – und kam immer nur bis zur Bandansage, die mir mitteilte, dass ich außerhalb seiner Sprechzeiten anrufe. Ich habe, bis auf das erste Mal, niemals außerhalb der Sprechzeiten angerufen. Trotzdem habe ich ihn nie erwischt. Ich glaube ehrlich gesagt inzwischen, dass dieser Mann ein Mythos ist und eigentlich gar nicht existiert.

Die andere Therapeutin habe ich immer verpasst, weil sie jede Woche ihre Sprechzeiten ändert. Das habe ich aber jedes Mal erst dann gemerkt, wenn die Sprechzeiten für die laufende Woche schon vorbei waren. Das ist besonders deswegen tragisch, weil mir das Konzept auf ihrer Website wirklich, wirklich gut gefallen hat. Wenn ich mir bei einer ein Erstgespräch hätte wünschen dürfen, wäre sie es geworden.

So, wie es ja auch eigentlich sein sollte: Man geht zu dem Therapeuten, der der am besten zu einem passt. Die Realität sieht allerdings so aus, dass man zu dem geht, der halt gerade was frei hat. Und man dann feststellt, dass es tatsächlich gar nicht passt… wer hat nach einer solchen Odyssee die Kraft und den Mut, einen Therapeuten abzulehnen? Wieder von vorne anzufangen?


Um das noch einmal kurz zusammen zu fassen.

Ich habe in den letzten drei Wochen rund 65 Mal zum Hörer gegriffen und versucht, jemanden zu erreichen. Ja, das habe ich gezählt.

Das hat 65 Mal Überwindung gekostet, aber bei nicht mal jedem dritten Anruf hob überhaupt jemand ab, obwohl ich mich an die Sprechzeiten gehalten habe.

Ich habe 20 Therapeuten gesprochen. Zwei blieben drei Wochen lang praktisch unerreichbar.


Endergebnis:

– 2 Plätze auf einer Warteliste.
– 6 Absagen.
– 5 Bitten um Rückruf – irgendwann zwischen demnächst und in vier Monaten.
– 1 „Ich melde mich nochmal“.
– 1 „einmaliges Orientierungsgespräch“.
– 4 Kennenlerntermine, von denen ich einen absagen werde.
– 1 Termin, aus dem was werden könnte.


Der eine Termin – der einzige, aus dem wirklich was werden könnte – ist schon vorbei. Er war bei Therapeutin 4, die innerhalb von zwei Tagen Zeit für mich hatte. Sie wirkt viel kompetenter, als ich sie mir vorgestellt habe. Auch irgendwie in sich ruhend… wie jemand, der mit sich selbst im Reinen ist. Und sie ist… nett. Es gibt viel zu viele Therapeuten, die nicht mal das sind. Ob was daraus wird? Ich weiß es nicht. Aber ich gebe der Sache eine Chance. Den nächsten Termin habe ich am Mittwoch.

Und doch weiß nicht, was ich dabei fühlen soll. Ich habe all dies aufgeschrieben, um zu demonstrieren, was schief läuft. Und dann hatte schon die vierte Therapeutin innerhalb von zwei Tagen Zeit für mich. Es wird Leute geben, die darin eine Bestätigung sehen werden: Anscheinend funktioniert das System ja doch.

Aber das tut es nicht. Die letzten drei Wochen waren wie ein Ausflug in den inneren Kreis der Hölle. Es gab Tage, an denen ich praktisch mit überhaupt nichts anderem beschäftigt war. Ich habe sehr viel geweint, mich aufgeregt und bin meinem Freund gewaltig auf den Sack gegangen, der mich immer trösten musste.

Der bräuchte übrigens auch eine Therapie. Ratet mal, warum er sich bisher nicht darum gekümmert hat.


Dieser Beitrag hat fast 7000 Wörter. Das ist vollkommen bekloppt. Ich habe keine Ahnung, ob es überhaupt jemand bis hierhin geschafft hat. Vielleicht schreibe ich die letzten Zeilen für niemanden. Aber trotzdem schreibe ich sie und hoffe, sie werden gelesen und verstanden:

Sagt mir nie, nie wieder, dass ich mir Hilfe suchen soll, als wäre das etwas, was man halt mal so machen kann im Vorbeigehen und das dabei überhaupt nicht weh tut.

Nie wieder.


An dieser Stelle sollte ich Schluss machen. Aber tatsächlich habe ich doch noch was zu sagen. Es handelt sich um eine Bitte… und einen Appell.

Wenn ihr noch könnt… bitte hier entlang >>>>> klick

Ein paar Hintergrundinfos zur Methodik der Krankenkassen hatte ich bereits hier verbloggt.


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14 Kommentare zu „Warum die Suche nach einem Therapieplatz für jeden Depressiven eine absolute Zumutung ist

  1. Ich glaube, ich habe damals (2006) unfassbares Glück gehabt. Sofort ein Treffer und nur 3 Monate Wartezeit.
    ein Kumpel von mir darf in seiner Gegend über 1 Jahr warten.

    Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass das alles dem sozialverträglichen Frühableben dienen soll….

  2. Ich hab neulich schon deinen Thread auf Twitter gelesen und jetzt nochmal hier, bis ganz nach unten. Und ich bin dir unendlich dankbar, dass du alles aufgeschrieben hast. Es ist sooo wichtig, dass das in die Öffentlichkeit kommt! Ich werd es morgen auf jeden Fall an meine Therapeutin weiter geben, denn auch die müssen darüber lesen, wie so eine Suche aussieht.

    (Himmel und ich bin sooo dankbar, dass es mich „nur“ 10 Anrufe, 2 Ablehungen der KK meines Antrags auf Kostenerstattung [weil eine Therapeuting zwar Platz, aber – noch!- keine Kassenzulassung hatte] und 10 Wochen Klinikaufenthalt gekostet hat, bis ich meine Therapie anfangen konnte bei der T., die inzwischen die Zulassung hat.)

    Noch ein Gedanke zu dem „… Und dann hatte schon die vierte Therapeutin innerhalb von zwei Tagen Zeit für mich.“: wenn sie auf Platz 22 deiner Liste gestanden hätte, wäre es erst die letzte gewesen, die Zeit für dich hatte. Dass du bei dieser Odyssee überhaupt alle 22 geschafft hast, ist echte Höchstleistung.

    Liebe Robin, ich drücke dir alle verfügbaren Daumen, dass du dich mit der Therapeutin gut verstehst und sie dir hilft!

    1. Danke, das ist alles sehr lieb 🙂 Erzähl dann doch mal, wie deine Therapeutin reagiert hat. Ich glaube, viele wissen von der Situation, aber nicht en detail…

  3. Liebe Robin, ich bin nicht betroffen und genau deshalb ist dein Beitrag auch für mich so wichtig. Es ist unvorstellbar, was von einem Kranken erwartet wird, bis er eventuell irgendeine Hilfe bekommt, die schlimmstenfalls nicht mal passt.
    Ich habe fassungslos zwischendrin meinem Mann laut vorgelesen…
    Ich habe auch schon deine früheren Beiträge verfolgt.
    Es ist beeindruckend, was du leistest und bin unbekannterweise stolz auf dich. Ich drücke dir die Daumen, dass Therapeutin Nr.4 was Gutes für dich wird!

  4. Hi,

    Ich hab auch alles gelesen. Ich hab außer einer räumlich weit entfernten Freundin quasi nichts mit den Thema zu tun, aber ich wünsche dir viel Glück und Kraft.

    Viele Grüße
    Eva

  5. Bei mir waren es 57 Therapeuten, die ich kontaktiert hatte, bis sich ein Platz fand. Dieselben Erfahrungen mit Wartelistenplätzen und Therapeuten, die zu kurze Sprechzeiten hatten oder gar nicht erst drangingen, deren Nummer nicht mal mehr existent war, offensichtliche Karteileichen also. Auch meine KK weigerte sich, die Kosten für einen Therapeuten ohne Kassenzulassung zu übernehmen und meine Anfrage bei der Terminservicestelle resultierte in einem Brief mit sage und schreibe drei Vorschlägen, von denen der nächste 40 km entfernt seine Praxis hatte, allerdings hatte ich den bereits angerufen und eine Absage erhalten. Die anderen beiden Vorschläge waren unzumutbare 55 und 69 km entfernt von meinem Wohnort. Für 50 Minuten Therapie einmal wöchentlich erschien mit die Fahrzeit zum Therapeuten dann doch unverhältnismäßig,

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