#Superbedtimestory: Superman

Comics sind Märchen im modernen Gewand.
– Dr. Lauretta Bender

Superhelden erfüllen den universellen, menschlichen Wunsch, das Gute über das Böse triumphieren zu sehen.
– William Moulton Marston

Man kann Kindern gar nicht früh genug von Superhelden erzählen, weil die nämlich ziemlich cool sind.
– Ich

Die Geschichte von Superman

 

Art von Ninjabot

Es war einmal ein Wissenschaftler namens Jor-El, der lebte nicht auf der Erde, sondern ganz weit weg im Weltraum auf einem anderen Planeten. Der Planet hieß Krypton.

Jor-El war ein kluger Mann und verbrachte viel Zeit damit, Krypton zu erforschen.

Dabei fiel ihm eines Tages auf, dass irgendwas im Inneren des Planeten nicht stimmte. Er wollte es zuerst nicht glauben und forschte weiter Tag und Nacht, aber all seine Forschungen ergaben, dass der Planet eines Tages einfach auseinander brechen würde. Dann müssten alle Kryptonier sterben.

Er erzählte den anderen Wissenschaftlern Kryptons davon, aber die waren nicht so schlau wie Jor-El. Sie lachten ihn nur aus und glaubten ihm nicht.

Niemand glaubte ihm, außer seiner Frau Lara. Zusammen hatten sie einen Sohn, der noch ganz klein war.

Jor-El machte sich große Sorgen um seine Familie. Sofort fing er an, eine Rakete zu bauen, um von Krypton zu flüchten, aber er hatte nicht genug Zeit. Als Krypton anfing, auseinander zu brechen, hatte er gerade erst ein Modell der Rakete fertig. Sie funktionierte genauso wie eine echte Rakete, aber sie war sehr klein und hatte keinen Platz für ihn und seine Frau.

Aber sie war groß genug für seinen kleinen Sohn, der ja noch ein Baby war. Jor-El und Lara beschlossen, ihren Sohn allein in die Rakete zu setzen. Sie wollten den kleinen Jungen – er hieß Kal-El – weit weg schicken, um wenigstens ihn zu retten.

So geschah es dann auch: Gerade noch rechtzeitig schickte Jor-El die Rakete los. Krypton brach auseinander und alle Kryptonier starben. Alle, außer der kleine Kal-El.

Die Rakete reiste viele, viele Millionen Kilometer durch den Weltraum, bis sie zur Erde kam. Dort schlug sie mitten auf einem Feld in Amerika auf, in einem Bundesstaat namens Kansas.

In Kansas gibt es Bauernhöfe, die größer sind als ein Dorf. In der Mitte steht das Bauernhaus und wenn man dort aus dem Fenster schaut, sieht man weit und breit nichts als riesige Getreidefelder und Weiden für die Kühe.

Auf einem solchen Bauernhof lebte ein Ehepaar namens Jonathan und Martha Kent. Sie waren sehr liebe, anständige Leute, die den ganzen Tag hart arbeiteten.

Eines Abends, als Jonathan gerade aus dem Fenster sah, bemerkte er die Rakete, die erst eine lange leuchtende Spur hinter sich herzog wie eine Sternschnuppe und dann mitten in einem Feld landete. Er und seine Frau setzten sich sofort in ihr Auto und fuhren los, um sich das anzusehen.

Sie glaubten, ein Meteorit wäre auf ihrem Feld eingeschlagen – das sind Steine, die ab und zu aus dem Weltall auf die Erde fallen. Als sie die Stelle erreichten und die Rakete fanden, erschraken sie deshalb sehr.

Als sie sich der Rakete vorsichtig näherten, öffnete diese sich plötzlich. Darin lag der kleine Kal-El, wohlbehalten und unversehrt, denn sein Vater hatte eine sehr gute Rakete gebaut.

Obwohl Kal-El eigentlich ein Außerirdischer war, sah er genauso aus wie ein normales Baby. Als er leise anfing zu weinen, nahm Martha Kent den Kleinen sofort auf den Arm und tätschelte ihn.

Sie wussten nicht, wo das Baby genau herkam oder wie sein Name war, aber die Kents entschieden auf der Stelle, es zu beschützen. Sie hatten Angst, dass sonst böse Männer kommen würden, um den kleinen Kal-El mitzunehmen. Sie würden ihn untersuchen wollen, weil er ja ein Außerirdischer war, und ihn für immer einsperren.

Das wollten die Kents nicht zulassen. Sie hatten sich immer Kinder gewünscht, aber leider nie ein eigenes Baby bekommen. Also beschlossen sie, den kleinen Kal-El bei sich aufzunehmen und einfach so zu tun, als sei er ihr eigenes Kind. Alles, um ihn zu beschützen.

Sie nannten das Baby Clark. Jonathan versteckte die Rakete in der Scheune. Niemand sonst hatte gesehen, wie sie vom Himmel fiel. Die Kents waren sich einig: Niemand sollte jemals erfahren, dass der kleine Clark Kent aus Kansas eigentlich Kal-El vom Planeten Krypton war.

Sie liebten Clark wie ihr eigenes Kind. Was sie nicht wussten: Obwohl er genauso aussah wie ein Mensch und sich auch benahm wie ein ganz normales Baby, war die Erde doch ganz anders als sein Heimatplanet Krypton.

Deshalb entwickelte sich Clark auch anders als normale Kinder. Je älter er wurde, desto stärker wurde er. Er bekam mit der Zeit noch viele andere Kräfte, die kein Mensch jemals besessen hat.

Was er damit gemacht hat, erzähle ich dir beim nächsten Mal.

 

Das war das Ergebnis eines kleinen Märchenstunde auf Twitter. Die Idee, Superhelden-Entstehungsgeschichten kindgerecht zu erzählen, habe ich aber schon viel länger. Ich hoffe, ich schaffe es, noch mehr Geschichten umzusetzen.
Gerne könnt ihr euren Kindern diese Geschichte vorlesen – aber ihr müsst mir dann berichten, ob sie ihnen gefallen hat ❤

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