Antifeministische Scheiße des Monats

Antifeministen sind, so tough sie sich auch gerne geben, Witzfiguren. Damit lag für mich der Gedanke nahe, die lächerlichsten Ergüsse dieser Sorte Mensch regelmäßig zu sammeln und mich darüber genüsslich lustig zu machen. Damit hätte diese antifeministische Scheiße wenigstens noch den Sinn, Leute zum Lachen zu bringen, die im Kopf halbwegs normal geblieben sind. Schadenfreude ist was schönes.

So sah mein Plan aus. Doch das heutige Thema ist leider gar nicht komisch. Es ist sogar das unkomischste, was mir seit langer Zeit vor die Linse gekommen ist.

Es war mal wieder einer dieser stinkfaulen Artikel auf dem antifeministischen Evo-Blog „Alles Evolution“, der lediglich aus einem Zitat und ein, zwei hingerotzten Sätzen besteht mit dem Titel „Wie umgehen mit dem Gutwettervater?“ Thema ist eine Mutter, die vom Vater ihres Kindes getrennt lebt und ihm ständig hinterher rennen muss, weil der Typ offensichtlich keinen Bock auf seine Vaterschaft hat. Wie soll man als Mutter nun darauf reagieren, sprich: Ist dieser mehr oder weniger erzwungene Kontakt zum Vater für das noch sehr kleine Kind überhaupt förderlich oder wäre ein sauberer Cut besser?

Das ist eine sehr gute Frage. Und wie bei allen guten Fragen gibt es hierauf keine einfache Antwort. Sobald Gefühle im Spiel sind, besonders, wenn sie so fundamentale Dinge berühren wie die Bindung zwischen Eltern und Kind, sind konkrete Aussagen schwierig, vielleicht sogar unmöglich.

Nicht so für unsere antifeministische Gerechtigkeitsfront.

Schon in der Vergangenheit fiel mir immer wieder diese eklatante Blindheit bei Themen auf, die ein wenig differenzierter zu betrachten sind als die Frage, ob nur Männer zum Bund müssen oder Frauen auch gewalttätig sein können. Die Antworten darauf lauten übrigens „Nein“ und „Ja“. Schön einfach. Sobald es aber um Väter-, Mütter- oder Kinderrechte geht, wird es unglaublich kompliziert, weil sich hier je nach Thema zwei oder sogar drei gleichwertige Rechte gegenüber stehen. So jedenfalls, wenn man ein bisschen Empathie im Hirn hat und sich nicht, durch sein Feindbild geschützt vor allzu anstrengendem Nachdenken, schon eine Antwort gebastelt hat, bevor die Frage überhaupt gestellt werden konnte.

Damit ist auch hier die Antwort plötzlich sehr einfach.

Edit: Hier stand die Antwort eines etwas verspannten Herren, der nichts besseres zu tun hatte, als mir mit seinem Anwalt zu drohen, weil ich sein anonym (!!) gepostetes Kommentar verwendet habe. Das passt natürlich hervorragend zum Thema und weil ich außerdem keinen Nerv habe, mir durch langwieriges googlen meine 1000%ige Gewissheit zu bestätigen, dass hierbei nicht mal ansatzweise jegliche Art des Urheberrechts verletzt wird, ist das Kommentar hiermit gelöscht. Eine Zusammenfassung kann mir jedoch wohl erst Recht keiner verbieten, daher sei gesagt, dass der Kommentar aus einem hingerotzten juristischen Blablabla bestand ohne den geringsten moralischen Bezug zum Thema. Dazu dann mein Kommentar:

Pardon, sagte ich „Antwort“? Das hier ist natürlich überhaupt keine Antwort. Auch nichts von dem, was da noch folgt:

Edit 2: Hier dasselbe: Böse Robin, wie kannst du es wagen, mein Kommentar zu verwenden, das ich auf einem öffentlichen Blog gepostet habe, der selbst ganz groß darin ist, nicht nur Kommentare, sondern gerne auch ganze Blogbeiträge zu zitieren, womit ich bisher nie ein Problem hatte, denn DA GING ES JA UM BLÖDE FEMINISTINNEN.
Naja, hier stand als Ergänzung ein seltsames Geschwurbel darüber, dass man ohnehin erst an eine Einschränkung des Umgangsrechts denken kann, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Und wenn euch diese Zusammenfassung nicht reicht, könnt ihr auch einfach auf den verlinkten Blogbeitrag gehen und euch die Originalkommentare ansehen – sofern es nicht plötzlich ab morgen verboten sein sollte, Links zu setzen.

Wir halten fest: Juristisches Gelaber eignet sich hervorragend, moralische Probleme des täglichen Miteinanders zu erörtern. NICHT. Aber würde man anders an die Sache rangehen, müsste man ja möglicherweise zugeben, dass der Vater sich hier beschissen verhält. Nee, stattdessen ist es natürlich die Mutter, die hier Scheiße baut, weil sie sich einfach nicht genug Mühe gibt. Die Frage, ob das Kindswohl durch die pure Gleichgültigkeit des Vaters schon gefährdet ist, wird weder gestellt, noch beantwortet.

Aber wir sind schon so weit im Kommentarfeld und immer noch nicht vom Thema abgekommen. Das ist doch kein Zustand, also:
Alles Evolution 3

Kein Problem ohne Abweichen vom Thema, neudeutsch „Derailing“. Was natürlich nur ein Schlagwort von Feministinnen ist, um unliebsame Diskussionen abzuwürgen. Es sei denn, wir hätten hier eine Feministin, die eine Diskussion um das Sorgerecht unehelicher Väter dadurch sprengt, zu betonen, dass es auch viele Väter gibt, die überhaupt gar keinen Umgang mit ihren Kindern wollen. DAS wäre dann NATÜRLICH Derailing.

Aber irgendetwas anderes fehlt noch… ach ja, natürlich!
Alles Evolution 4

Classic. Sobald auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass die übliche antifeministische Rechnung „Frau = Täterin, Mann = Opfer“ nicht aufgeht, muss an den Leser appelliert werden, offen zu bleiben. Immerhin könnten da wichtige Informationen fehlen, welche die ganze Situation in einem komplett anderen Licht erstrahlen lassen. Irgendein Shyamalan’scher Twist wird sich aus so einem kurzen Artikel sicher herbei konstruieren lassen!
Es SEI denn, es wäre ein Artikel, in dem eine Frau schlecht wegkommt. DANN ist es natürlich GENAU SO und NICHT ANDERS passiert!
Selbstverständlich ist dieser Satz komplett unnötig. Hier geht es nicht drum, ein reales Familiendrama zu lösen, sondern um eine moralische Einschätzung eines Sachverhalts und NUR darum. Der Fall mag oder mag nicht so passiert sein – das ist aber gar nicht wichtig. Mutmaßungen über unbekannte Hintergründe sind nichts mehr als das: Mutmaßungen. Und damit eine reine Zeitverschwendung.

Weiter:
Alles Evolution 5

Die Mutter soll aufhören zu nerven, aber immer bereit sein zu springen, wenn der Vater pfeift. Und wenn der sich dann immer noch nicht interessiert… „ist halt so“.
Sehr markig. Und so empathisch wie ein Backstein.

Darauf:
Alles Evolution 6

Hach, den Typen mag ich ja, aber trotzdem, meine Güte… „sein“ Problem? Und „ihr wird es nicht zu Herzen gehen, wenn er nicht da ist“? Herrgott, wenn es doch so einfach wäre.

Alles Evolution 7

Ich würde gerne glauben, dass sowas nur ein dummer Witz ist – mit PU-Gelaber kommen, wenn es eigentlich um das Wohlergehen eines Kindes gehen sollte. Aber ich fürchte leider nicht:

Alles Evolution 9

Wir haben es hier offensichtlich mit einem echten Alpha zu tun, der sich nicht rumschubsen lässt. Ein strahlendes Vorbild also, dem man ja verzeihen kann, dass er sich nicht für sein Kind interessiert. Im Gegenteil, die Frau ist schäbig, wenn sie sich auf einen solchen Traummann nicht einzustellen imstande ist. Oder weil sie sich überhaupt auf ihn eingelassen hat. Das wird dann ab jetzt auch meine Standardantwort, wenn ein Mann bei einer Scheidung alles an seine raffgierige Ex verliert. Hätte er ja vorher wissen können, ne.

Alles Evolution 8

Nuff said. Wenn er keine Lust hat, hat er halt keine Lust. Ist ja nicht so, dass ein kleines Kind deshalb traurig sein könnte, nur weil der Herr Alpha sich nicht gängeln lässt, dieser Hengst, dieser. „Ist halt so“.

Oder haben Männer etwa doch Gefühle?!
Alles Evolution 12

Und DAS, liebe Leser, nenne ich „Male Tears“. Dieser herbeiphantasierte Untergang des Abendlandes, nur weil der Kommentator wohl selbst einmal zu häufig abgeblitzt ist, durchzogen von allerschwärzesten Frauenhass, und im Grunde nichts als GEJAMMER, das noch ekelhafter dadurch wird, dass für das eigentlich thematisierte Problem bisher nicht das geringste Verständnis sichtbar war!! Warum genau soll es nochmal sexistisch sein, diese Art der paranoiden Weinerlichkeit ob der angeblich so desaströsen Lage von Männern als RUMGEHEULE zu bezeichnen?!

Alles Evolution 13

Oh, süßes Halbwissen. Eine Mutter kann Unterhalt eben NICHT ablehnen, da es nicht ihr Geld ist. Das Geld gehört dem Kind. Noch so ein Nebenkriegsschauplatz, bei dem es nicht mehr um die Rechte zweier Personen geht, sondern um drei. Aber kapieren die Herren Antifeministen das? Natürlich nicht. Ich habe darauf schon mal hingewiesen. Antwort: „Und trotzdem bekommt sie das Geld und damit ist es ihres.“ Man möchte im Strahl kotzen bei so viel Stumpfheit.
Die einzige Möglichkeit wäre, ihn als Vater nicht eintragen zu lassen. Dafür dürfte es nun zu spät sein. Und wenn sie das gemacht hätte, wäre es vermutlich auch wieder bösartig. Immerhin nimmt sie ihm damit ja sein Kind komplett weg. Opfer ist immer der Vater, egal wie desinteressiert oder reich er auch sein mag.

Aber natürlich:
Alles Evolution 15

Deshalb versuchen wir auch gar nicht erst so zu tun, in irgendeiner Weise Mitleid für die Situation der Mutter und des Kindes zu empfinden. Dann könnte man ja den Eindruck bekommen, wir wären menschliche Wesen.

Obwohl, ein Anflug von Mitgefühl ist tatsächlich vorhanden:
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„Das Mindeste“ ist allerdings für das arme Kind offensichtlich schon zu viel.

Zum Abschluss noch ein bisschen mehr Rumgeheule, das sich hinter harter Männlichkeit versteckt:
Alles Evolution 16

Noch irgendwelche Fragen?

Eine einzige Feministin hat sich bei dieser, nun, nennen wir es „Diskussion“ beteiligt. Eine, die oft unglaubliche Scheiße von sich gibt. Aber hier sagt sie etwas sehr wahres – was dann endlich mal ein paar Emotionen weckt, wenn es sich dabei auch nur um kindische Empörung handelt:
Alles Evolution 10
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Das ist das erste und einzige Mal, dass hier sowas wie eine gefühlsmäßige Beteiligung erkennbar ist, die über dumpfen Frauenhass hinausgeht, aber natürlich nur, wenn der Vater angegriffen wird, das arme, arme Hascherl. Dabei muss man schon sehr paranoid sein, hier einen Aufruf zum Mord hinein lesen zu wollen. Tatsächlich ist es einfach nur die Wahrheit. Leider. Wäre mein Vater tot, hätte ich mir als Kind die Phantasie zurecht basteln können, dass er von oben voll Liebe auf mich herab blickt und furchtbar stolz auf sein Töchterchen ist. Stattdessen lebt er und interessiert sich einen Scheißdreck für mich. Und das ist jetzt genau WESHALB besser?!

Denn ja: ICH kenne das alles zur Genüge – ein Vater, der sich nur meldet, wenn er Bock drauf hat… oder auch gar nicht. Vor ein paar Monaten habe ich das sogar hier lang und breit ausgeführt.
Mir macht es nichts aus, private Dinge dieser Art zu verbloggen, aber wegen solchen Bullshit wie oben hatte ich dennoch Angst, diesen Artikel zu veröffentlichen. Tatsächlich herrschte aber bei den üblichen Verdächtigen Schweigen im Walde – vermutlich, weil es leichter ist, über eine unbekannte Frau in der Lebensberatungsspalte irgendeiner Online-Zeitung herzuziehen, statt das Kind anzugreifen, das unter einer solchen Situation tatsächlich gelitten hat. Nicht, dass es irgendeinen von diesen Wichsern interessieren würde, wenn ein Kind wegen des moralischen Versagens eines Mannes leidet, denn die Essenz dieser Kommentarspalte lässt sich nicht anders als folgendermaßen zusammen fassen:

Vater gleich Opfer.
Mutter gleich Täterin.
Kind… auch ein Opfer. Der blöden Mutter natürlich. Oder, wahlweise… irrelevant.

Diese galoppierende Gefühlskälte, die hier aus fast jedem Kommentar spricht, ist so dermaßen unmenschlich, dass mir wirklich die Worte fehlten. Was, um Gottes Willen, ist so verdammt schwer daran, gegenüber dem einzigen wahren Opfer dieses Dilemmas (denn es IST ein Dilemma, für das es keine Lösung gibt), nämlich das Kind, ein bisschen Mitgefühl zu zeigen? Zumal diese demonstrative Leerstelle auch der eigenen Agenda schadet, die da heißt, dass ein anwesender Vater verdammt noch mal wichtig ist. Aber das gilt natürlich nur, wenn einem Vater gegen seinen Willen der Kontakt zum Kind verwehrt wird – ist er stattdessen einfach nur ein unzuverlässiges Arschloch, das nicht mal für sein eigene Nachkommenschaft genug Energie aufbringen kann, um wenigstens so zu TUN, als wäre ihm ein enges Verhältnis wichtig, ist das plötzlich gar nicht schlimm. Schaden wird’s der Kleinen nicht, sowas traumatisiert nicht, „ist halt so“. Wem da die Logik nicht in den Arsch beißt?! Und das alles nur, weil man nicht zu dem Eingeständnis in der Lage ist, dass Mitglieder des eigenen Geschlechts vielleicht auch manchmal scheiße und nicht nur arme Opferlein sind.

Was, genau das werft ihr immer Feministinnen vor? Dann hätte ich nen Vorschlag: MACHT ES BESSER, IHR IDIOTEN, ODER HALTET DIE FRESSE, SOLANGE NICHTS LOGISCHES RAUSKOMMT!!!

Ich habe all diese Kommentare gelesen. Zuerst wurde ich wütend. Dann klappte ich den Laptop zu und heulte. Ja, darüber könnt ihr lachen. Diese Arschlöcher, die sich hier angesprochen fühlen sollten, werden ganz bestimmt drüber lachen. Da sitzt se, die depressive Feministentussi mit Daddy Issues und heult, haha.

Das Problem ist, dass ich in DIESER Hinsicht völlig gesund und vernünftig bin. IHR seid diejenigen, die krank im Kopf seid. Ihr hasserfüllten, egozentrischen, irrationalen, widerlichen Säcke, die ihr eure posttraumatische Verbitterungsstörung an denen auslasst, die sich nicht wehren können, und dabei so viel Gift produziert, dass es jemand, der genau diese Scheiße ERLEBT hat, zum Heulen bringt. Aber ich heule nicht um meinen Vater, dieses dämliche Arschloch. Ich heule um die Menschheit, die solche verbohrten Soziopathen hervor bringt, die ihre standardisierte Meinung zu einem sehr schwierigen Thema ungefiltert ins Internet kotzen können, ohne sich auch nur ein bisschen zu schämen, weil ihnen jegliche Empathie fehlt. Ich heule, weil Idiotie dieser Art so verbreitet ist und Leute wie ihr nicht öfter ein paar auf die Fresse bekommt.


 

Damit nochmal kurz zu was Organisatorischem. Die Idee, richtig dämliche Äußerungen von Antifeministen zu sammeln, trug ich schon lange mit mir herum. Daraus eine wiederkehrende Kolumne zu machen, beschloss ich dann, nachdem ich diesen Artikel gelesen hatte, der die Theorie aufstellt, die Zeitrechnung wäre von den Frühmenschen nur „erfunden“ worden, um voraussagen zu können, wann Frauen menstruieren und es damit auch Zeit ist, sich als Mann zeitweise vom Acker zu machen. Mein Gott. Wäre das Satire… nein, selbst dann wäre es noch ziemlich blöd.
Es dauerte dann noch ein bisschen, bis ich es umsetzen konnte. Nach der Lektüre des oben vorgestellten Artikels wusste ich, worüber ich als erstes bloggen wollte. Aber danach?

Tatsache ist: Der thematisierte Artikel und die dazu gehörigen Kommentare waren der letzte Tropfen auf ein übervolles Fass. Ich bin damit durch. Ich habe keinen Bock mehr, mir Scheiße dieser Art reinzuziehen. Ich halte mich für durchaus leidensfähig, aber mich nur für einen dämlichen Blogbeitrag, für den ich noch nicht mal bezahlt werde, durch diesen Dreck zu wühlen, ist einfach too much. Die einschlägigen Seiten lese ich schon seit längerer Zeit kaum noch und auch auf Twitter greife ich vermehrt durch, wenn das Bullshit-Level zu hoch ist. Nur, weil ich glaube, dass auch Männer wegen ihres Geschlechts leiden können, bin ich nicht die Feministin-für-alle-Fälle, die sich jeden möglichen Müll anhören und erklären muss. Genauso wenig muss ich mich mit Typen rumschlagen, die auf Twitter ihre Borderline-Störung zelebrieren und beleidigt sind, wenn ich ihre männlichen Allmachtsphantasien nicht beklatsche, oder für selbsternannte Humanisten parat stehen, deren größte Leistung darin besteht, mir wegen Nichtigkeiten tierisch auf den Sack zu gehen und dabei von Respekt für alle (besonders aber für Nazis!) jaulen, aber selber jede Form von Respekt missen lassen.

Es gab in der Vergangenheit so viel Scheiße, die ich mitlesen musste. Da wird sich künstlich darüber echauffiert, dass Paris Hilton in einem ihrer Musikvideos vor einem offensichtlich nicht abgeneigten Teenager mit dem Arsch wackelt und gleichzeitig eine 13jährige Schülerin, die von ihrem Lehrer in der Besenkammer gefickt wird, als „Lolita“ bezeichnet, von denen es ja offensichtlich in den unteren Klassen nur so wimmelt und die es ja alle nur darauf anlegen, neben Mop und Eimer entjungfert zu werden. Oder der Typ, der sich die Wahnvorstellung gebastelt hatte, die linken Parteien, offensichtlich sein Feindbild, wären am dämlichen Beschneidungsgesetz Schuld, es dann aber in vier oder fünf Versuchen nicht hinbekam, die für jedermann frei verfügbaren Abstimmungsergebnisse korrekt zu zitieren und auch dann noch hartnäckig an seiner dümmlichen Theorie festhielt, als man (= ich) ihm schwarz auf weiß darlegte, dass er falsch liegt und sogar das Gegenteil der Fall ist. Oder die Art, wie sich gewisse Vertreter dieser Bewegung ständig selbst zum hirnlosen Sklaven ihrer Triebe degradieren, indem sie jede mögliche männliche Verhaltensweise erstmal darauf abklopfen, ob die bei den Ladies gut ankäme und wenn das (angeblich!) nicht der Fall wäre ablehnen, selbst wenn das bedeutet, aus Überforderung psychisch krank zu werden, denn DAS ist offensichtlich das männlichste Verhalten von allem.
Der Wichser, der ne zwanglose Umfrage startet, deren Ergebnis ihm nicht gefällt und dann in seinem Fazit das Gegenteil behauptet, worauf ihn niemand hinweist. Die grassierende Homophobie. Diese Rumwichserei auf männlichen Erfolgen, die ja alle biologisch determiniert sind und das gleichzeitige Rumjaulen bei Nachteilen, die dann plötzlich alle sozial konstruiert sein sollen. Diese ständigen Widersprüche. Diese Double Standards. Dieses „Aber der Feminismus macht das doch auch!!!“, als würde die eigene Hirnwichse damit besser. Diese Intoleranz bei gleichzeitiger Panik, als Mitglied der breiten Mehrheit irgendwas zu „verlieren“, nur weil sie ab und an daran erinnert werden, nicht die einzigen verdammten Menschen auf diesem Planeten zu sein.

Es – kotzt – mich – an. Schlimmer: Es beleidigt meine Intelligenz. Viel wird gejammert, wenn Maskulismus in den Medien schlecht dargestellt wird, weil sich Journalisten, branchenüblich, lieber auf den radikalen Rand stürzen statt auf seriöse Vertreter. Aufgewacht: DER RADIKALE RAND IST DIE VERDAMMTE MITTE. Der Rest sägt sich selbst ab, indem er seine Zeit damit verschwendet, das irgendwie schön zu reden, weil es ja so dermaßen unbefriedigend ist, allein auf weiter Flur für echte, gerechte Anliegen zu kämpfen und man das gerne anders hätte. Also kokettiert man mit dem Mob, während man gleichzeitig an die Gegenseite Standards anlegt, die unmöglich zu erfüllen sind. Dann fallen Sätze wie „Ja, Blogger X ist SCHON polemisch und ich stimme ihm ja nicht bei ALLEM zu, aber ab und zu findet man in seinen Artikeln eine Perle…“, was bei gewissen Vertretern, an die ich hier denke, wirklich fast genauso ist, als würde man den Zweiten Weltkrieg verteidigen, weil Hitler ja auch Autobahnen gebaut hat. Frauen wie ich müssen dagegen nur einmal „Scheiße“ sagen und schon sind sie unten durch, denn DA ist Sachlichkeit ja plötzlich das 11. Gebot und jemanden „Idiot“ zu nennen ist ja so viel schlimmer als „Frauen fehlt aus hormonellen Gründen die Fähigkeit zur Rationalität“ – und irgendjemand liest das, nickt bedächtig und starrt nachdenkliche Löcher in die Luft, denn Herrgott, klingt das nicht SCHÖN so ohne Schimpfwörter?! Darüber muss man erst mal meditieren…

Fazit also: Da ich mich lieber mit Personen auseinander setze, die nicht durch und durch unredlich, eristisch oder völlig irrelevant sind, ist das Querlesen antifeministischer Blogs wirklich das letzte, womit ich mir meine Freizeit versauen will.

Und das sollte jeder so halten, denn auf eine sinnvolle Diskussion kann man mit DEN Gestalten lange warten.

Wenn du den Schmerz ein wenig lindern willst, freue ich mich über eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee. Nur brauche ich in diesem Fall Schnaps, aber das ist hoffentlich auch ok.