Der Endgegner im Badezimmer 5: Meine Diät!

„Gott ist mein Zeuge: Ich werde mich NIE WIEDER SATT ESSEN!“
– Homer Simpson

So, die schlimmsten Vorurteile alle bestätigt? Alle wieder wach? Na dann kann’s ja mit Verspätung weiter gehen 😀

Nachdem ich euch in Teil 4 erzählt habe, welche Erkenntnisse das Buch für mich bereit hielt, möchte ich heute vorstellen, wie meine Diät genau aussieht!

Wie schon gesagt, das Buch ist kein Diätratgeber, aber am Ende fasst Nadja trotzdem in einer Tabelle ein paar Tipps zusammen und stellt die Vor- und Nachteile gängiger Gewichtsreduktionsmethoden dar, aus denen man sich dann bedienen kann.
Denn natürlich wirken Weight Watchers, Atkins etc. – aber halt nicht für alle. Sogar doofe, an sich sinnlose Regeln wie „nach 18 Uhr nichts mehr essen“ können funktionieren, beispielsweise bei jemanden, der abends vor dem Fernseher gerne noch viel nascht, ohne wirklich zu merken, was er da isst und wie viel und überhaupt. Lässt so jemand das weg, nimmt er zwangsläufig ab.

Was ich euch also vorstelle, ist keinesfalls als Aufforderung zu verstehen, es genauso zu machen. Ich zeige euch nur, was für MEINEN Lebensstil am besten passt und womit ich am besten klar komme. Wenn ihr das versuchen wollt und damit Erfolg habt, freut es mich, aber an sich müsst ihr selber kucken, wo ihr bei euch ansetzen könnt.

Hier also die Bausteine meiner Diät!

Vitamine

Ok, das ist kein Diättipp im eigentlichen Sinne, sondern doch für jeden etwas.
Mehr am Rande erwähnte Nadja im Buch, dass sie, um einige Mängel auszugleichen, zum Start ihrer Diät anfing, Vitamintabletten zu nehmen. Ohne allzu sehr drüber nachzudenken oder mir etwas davon zu versprechen latschte ich also am Anfang auch einfach mal in den DM und kaufte mir eine Packung Multivitamintabletten. Ich nahm ab da eine Tablette täglich und erwartete im Prinzip gar nichts davon.

Boom: Schon drei Tage später konnte ich eine spürbare Verbesserung feststellen. ÜBERALL. Und das ist jetzt immer noch so: Ich bin fitter, konzentrierter, besser drauf und habe eine gesündere Gesichtsfarbe. Meine Haare, die mir in den vergangenen Monaten viel Kummer bereitet haben, sind weniger trocken und glänzen wieder (statt auszufallen – trotz Diät! Man stelle es sich vor! Ein Wunder!). Und als ich meine Tage bekam, stellte ich völlig verdattert fest, dass ich fast keinerlei Menstruationsbeschwerden hatte. Warum das so ist, weiß ich nicht (bei Twitter wurde Zink, Eisen etc. vermutet), aber zum ersten Mal seit Jahren musste ich während meiner Periode keine Schmerztabletten nehmen.

Das ist alles echt unglaublich, vor allem, da ich bisher der Vorstellung aufgesessen war, dass der Körper Vitamine in Tablettenform sowieso nicht wirklich verwerten kann, und das, obschon ich vom Wandern aus eigener Erfahrung weiß, dass Magnesiumtabletten SEHR WOHL helfen. Ich glaube immer noch nicht, dass der Körper ALLES verwertet, aber selbst ein bisschen ist besser als nichts, oder?

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin kein Fan von Tabletten und fände es besser, wenn ich diese Vitamine durch die Nahrung aufnehmen würde. Aber sehen wir doch der Tatsache ins Auge: Das werde ich nie schaffen. Ich werde nie zu den Menschen gehören, die täglich Obst und Gemüse essen und das auch noch in Mengen, die vitamintechnisch interessant sind. Und da bin ich doch wohl wirklich nicht die Einzige.
Deshalb empfehle ich Vitamine für jeden, ob er abnehmen will oder nicht. Der Unterschied ist enorm.

Intermittierendes Fasten

Wat’n Wort, hm? Dahinter verbirgt sich aber an sich nix kompliziertes.
Intermittierendes Fasten bedeutet, nur einmal am Tag zu essen. Das klingt auf den ersten Blick ungesund, ist es aber nicht. Ich war jahrelang der Ansicht, man müsse mindestens dreimal am Tag essen (eine Zeitlang hieß es sogar fünfmal am Tag, aber davon scheint man wieder abgekommen zu sein) , um den Stoffwechsel im Gang zu halten. Wie wir jetzt wissen, ist das Bullshit: Mein Stoffwechsel arbeitet, ob ich heute was esse oder nicht.

Im Gegenteil sind zu viele Mahlzeiten am Tag gar nicht mal so gut. Der Körper verlernt nämlich auf diese Weise, Insulin richtig zu regulieren, da er sich drauf einstellt, nach wenigen Stunden schon wieder neue Nahrung zu kriegen. Fällt nun aber mal eine Mahlzeit aus, reagiert er mit brüllenden Hunger. Glücklicherweise kann er sich auch wieder umgewöhnen (und das ist bei mir nun längst passiert).

Das war für mich eine wundervolle Erkenntnis. Ich gehöre nämlich zu den Leuten, die morgens einfach keinen Hunger haben. Ich koche mir nach dem Aufstehen grünen Tee mit Pfefferminz und das ist über Stunden das einzige, was ich zu mir nehme – zu mir nehmen WILL.
Jahrelang suchte mich tagtäglich morgens der Gedanke heim, wie schlimm das doch sei. Meine persönliche Empfindung, einfach noch nichts essen zu wollen, wurde von mir selbst permanent verteufelt. Kein Wunder, dass du nicht abnimmst, wenn du morgens deinen Stoffwechsel nicht in Gang bringst, dachte ich. Und so kam es, dass ich bei meinen vielen erfolglosen Versuchen, meine Ernährung umzustellen, mir häufig morgens etwas reinquälte, obwohl ich gar keinen Hunger hatte. Psychologisch ist das unklug: Natürlich ist ein Körnerbrötchen mit Putenbrust sehr geil, aber wenn ich keine Lust drauf habe, „zählt“ das für mein Unterbewusstsein gar nicht wirklich. Wenn ich so etwas morgens esse, obwohl ich gar nicht will, habe ich schon ca. 300 kcal verschwendet, ohne das Gefühl zu haben, tatsächlich was gegessen zu haben! Auf diese Weise kommt man dann auch leicht über seinen Tagesbedarf an Kalorien: Was man sich reingezwängt hat, kommt einem im Kopf schlicht nicht wie Essen vor.

Das Gleiche abends. Regeln wie die oben genannte („Nach 18 Uhr nichts mehr essen“) ärgern mich wirklich unglaublich. Wann immer in solchen Glaubenssätzen eine Uhrzeit auftaucht, schalte ich auf Durchzug, weil das völlig außer Acht lässt, dass nicht jeder Mensch den gleichen Tagesrhythmus hat. Ich arbeite häufig nachts und bis in die frühen Morgenstunden – warum sollten für mich die gleichen Uhrzeiten gelten wie für jemanden, der fünf oder sechs Stunden früher ins Bett geht und demnach auch fünf oder sechs Stunden früher aufsteht als ich? Das macht doch gar keinen Sinn!

Ich habe am Anfang meiner Diät mich selbst beobachtet und festgestellt, wie meine „Appetitkurve“ verläuft: Nach dem Aufstehen (bei mir normalerweise so um 11, 12 Uhr) dauert es gut 4, 5 Stunden, bis ich ersten (leichten) Hunger kriege. Esse ich dann etwas, kriege ich vor dem Schlafengehen nochmal Hunger. Warte ich dagegen noch ein bisschen, ist der Hunger vorm Schlafengehen lediglich ein leichter Appetit – und lustigerweise nach meiner Schlafphase wieder völlig weg.

Das war für mich Grund genug, das intermittierende Fasten einmal auszuprobieren – und es läuft super. Ich esse nun einmal am Tag irgendwann zwischen 18 und 21 Uhr meine große Mahlzeit und komme damit wunderbar aus. Am Anfang war das natürlich ein paar Tage lang ne Umstellung, aber Kreislaufprobleme, die man als Außenstehender da vielleicht erwartet, sind ausgeblieben. Es ist einfach eine Methode, die meinem Lebensstil und meiner persönlichen Neigung sehr entgegen kommt und darum sind sowohl ich als auch mein Körper völlig ok damit!

Das hat außerdem den Vorteil, dass ich all meine erlaubten Kalorien für den Tag in eine einzige Mahlzeit investieren kann. Da ein Tag ohne eine große Hauptmahlzeit für mich wirklich eine Qual ist, ich aber auf Zwischenmahlzeiten leicht verzichten kann, kommt mir das sehr entgegen.

(Der Vollständigkeit halber: Es gibt noch eine andere Methode intermittierenden Fastens, bei der man NUR ALLE ZWEI TAGE ISST – dann aber wohl mehr als einmal. Das wollte ich noch erwähnen, auch wenn das für mich gar nicht in Frage kommt.)

Kalorienzählen

Das ist ein Punkt, den ich tatsächlich für ziemlich essentiell halte, obwohl das „intuitive“ Abnehmen, bei dem man einfach auf etwas bestimmtes verzichtet, ohne sich groß mit Zahlen zu beschäftigen, natürlich auch funktionieren kann. Aber ich denke trotzdem, dass man, vor allem bei einem großen Abnehmziel, ohne Zählen nicht wirklich auskommt. Warum, habe ich ja schon im letzten Beitrag ein bisschen ausgeführt, aber im Folgenden noch ein wenig mehr dazu.

Ich benutze den von Nadja empfohlenen fddb-Rechner, den es auch als App gibt. Seitdem trage ich wirklich so gut wie alles ein, was ich zu mir nehme. Da waren dann teils unangenehme Überraschungen dabei. Ich meine, jeder Mensch weiß, dass Öl viele Kalorien hat, aber wie viele tatsächlich, hatte ich einfach nicht auf den Schirm. Ein Esslöffel mit 15ml sind bereits ca. 130kcal. Ich habe bis vor kurzem gut doppelt und dreifach so viel zum Braten, für Salatsoße o. ä. verwendet.

Brauche ich das? Ich habe festgestellt: nein. Es geht auch mit weniger. Und ich habe schlicht keinen Bock, ein Gutteil meiner täglichen Kalorienmenge nur in Öl zu investieren.

Gleichzeitig durfte ich auch ebenso überrascht feststellen, dass einige Mahlzeiten, von denen ich dachte, dass sie eine kalorientechnische Katastrophe darstellen, gar nicht so schlimm sind. Beispiel Pizza: Meine favorisierte Tiefkühlpizza hat selbst mit dem Extra-Käse und anderen Sachen, die ich da zusätzlich noch draufschmeiße (z.B. Oliven) nur ca. 1300 kcal (und ohne den ganzen Scheiß sogar nur 900!). Das ist nicht grade wenig für eine Mahlzeit, aber immer noch weit unter meinem Tagesbedarf. Momentan verzichte ich darauf weitgehend, aber der Gedanke, so etwas später wieder völlig ohne Konsequenzen auf der Waage essen zu können, ist nicht nur motivierend, sondern tötet auch jegliches schlechte Gewissen, dass ich dabei immer hatte. Und ohne schlechtes Gewissen mehr Genuss bei dieser käsigen Köstlichkeit! Das gefällt mir SEHR.

Kalorienzählen hat außerdem den schon erwähnten Vorteil, dass die Gewichtsabnahme berechenbar wird. Eine Zunahme oder Stagnation auf der Waage aufgrund von Wassereinlagerungen kann ich ganz gelassen sehen, wenn ich weiß, dass ich in Anbetracht meiner Kalorienmenge unmöglich an Fett zugenommen haben kann.

Gewohnheiten hinterfragen

Dieser Punkt hängt stark mit dem letzten zusammen. Hier geht es darum, sich selbst zu beobachten und zu sehen, wo Kalorienfallen lauern – und sich zu fragen, ob man da tatsächlich reintappen muss.
Das nächste wird nun ein bisschen peinlich, aber es macht einfach nur wunderbar deutlich, was ich meine:

Nachdem ich im Buch wieder die Rechnung 7000kcal = 1 Kilo Fett gelesen habe, hab ich mich mal hingesetzt und ein bisschen rumkalkuliert. Speziell ging es mir dabei darum, wie viele Kalorien ich durch Cola ich mich schütte.
Zuhause trinke ich eigentlich nur ungesüßten Tee und Wasser, aber durch meine Arbeit in einer Kneipe und meine angeborene Partymentalität (sowie meinem Hang zur Eskalation) komme ich häufiger als andere in die Verlegenheit, Alkohol zu trinken. Mein liebstes Getränk ist Jack Daniel’s mit Cola, aber auch andere Longdrinks mit Limo. NATÜRLICH wusste ich, dass sowas nicht grade wenig Kalorien hat – aber wird schon nicht so schlimm sein, oder?

Falsch: Ich habe allein im letzten halben Jahr mit der Cola nur aus meinen Longdrinks ELFTAUSEND Kalorien in mich reingeschüttet. Elf! Tausend! Kalorien! Das sind mehr als eineinhalb Kilo ALLEIN IM LETZTEN HALBEN JAHR, die ich NUR DURCH COLA zugenommen habe. Bämm!

Diese Zahl zu lesen war ein Schock. Und dabei war das, wenn ich ehrlich bin, sogar recht konservativ geschätzt -.-

Seit dieser Erkenntnis trinke ich Cola Zero und Cola Light in meinen Longdrinks. Mag ich pur beides nicht so, aber als Mischgetränk ist es völlig in Ordnung. Ich habe früher die Leute ausgelacht, die sowas bei mir bestellt haben und werde jetzt auch von meinen Kolleginnen ausgelacht. Tja, Karma’s a bitch – aber wenn ich ihnen dann vorrechne, warum ich das mache, hören sie auf zu lachen und sind einfach nur fassungslos.

Das ist eine kleine Änderung mit großer Wirkung, durch die ich mich nicht im Mindesten eingeschränkt fühle. Vielleicht habt ihr ja auch solche Baustellen.

Kalorienreduktion

Überraschung: Wenn man abnehmen will, muss man weniger Kalorien essen! Soweit ja jetzt klar. Aber trotzdem will ich in diesem Punkt darlegen, wie viel genau ich reduziert habe und wie das aussieht.

Nadja hat den sehr extremen, aber in Anbetracht ihres starken Übergewichts und ihrer verletzungsbedingten Immobilität zu Beginn verständlichen Weg gewählt, ihre Kalorienzufuhr auf 500 kcal am Tag zu beschränken. Bedenkt man ihren hohen Tagesumsatz zu dieser Zeit, hat sie auf diese Weise 2,5 Kilo die Woche verloren. So hohe Ziele wären für mich und meinen Tagesumsatz nur durch massiven Sport zu erreichen. Auch wollte ich wenigstens bei allem Verzicht trotzdem noch was leckeres auf dem Teller haben und satt werden.

Ich stellte fest, dass das mit 500 kcal und ohne Eiweißzusätze, auf die Nadja zurück gegriffen hat, sehr schwer möglich ist, mit 600-800 kcal aber schon. Ich wollte ca. 7000 kcal die Woche sparen, um 1 Kilo die Woche zu verlieren, was mit solchen Mahlzeiten problemlos möglich war. Da ich an vielen Tagen sogar mehr als 1000 kcal am Tag sparte, war es mir damit sogar erlaubt, ab und zu über die Grenze von 950 kcal zu kommen (was 1000 kcal Ersparnis pro Tag bei mir entspricht), sei es, weil ich feiern gehen wollte (Alkohol *hust) oder doch mal was „richtiges“ essen, um die Motivation nicht zu verlieren.

Viele werden bei einer so geringen Kalorienmenge am Tag die Hände über den Kopf zusammen schlagen und finden, dass sowas unmöglich gesund sein kann. Aber dem ist nicht so. Die scheinbar in Stein gemeißelte Untergrenze von 1000 kcal am Tag, die man niemals unterschreiten sollte, ist idiotisch. Den Hungermodus, in den man darunter unweigerlich fällt, gibt es schließlich nicht. Und es ist ebenso unlogisch anzunehmen, dass ich mehr Vitamine, Mineralstoffe etc. zu mir nehme, nur weil ich mehr Kalorien esse. Sind Nudeln mit Sahnesoße etwa besser als eine riesige Schüssel Salat mit Paprika, Tomaten und Hähnchenbrust, nur weil sie doppelt so viele Kalorien haben? Wohl nicht, ne. Wer die Entscheidung zu einer solchen niedrigkalorischen Ernährung mit kritischer Häme überschüttet (was leider bei Twitter passiert ist), da das ja ach so ungesund sei, gleichzeitig aber die Fresse halten würde (Fatshaming!!!einself), wenn man hinter die 500 noch ne Null dranhängen täte, hat doch einfach den Schuss nicht gehört!

Fett ist nicht völlig sinnlos, da der Körper es benötigt, um lipophile Vitamine zu verwerten, aber kein Mensch braucht davon so viel, wie ich mit meiner „normalen“ Ernährung zu mir genommen habe. Kohlenhydrate sind furchtbar lecker, aber auch die braucht der Körper eigentlich nicht in dieser Masse. Das einzige, was wir wirklich in größeren Mengen zu uns nehmen sollten, sind Eiweiße. Diese sind für die Muskeln essentiell, für die Zellstruktur, für alles. Und komfortabler Weise haben sie von allen drei Ernährungsbestandteilen die wenigsten Kalorien!
Ich habe mich also hingesetzt und Mahlzeiten zusammen gestellt, die in meine selbstgesteckte Grenze 600-800 kcal rein passen. Ich koche gerne, weshalb es sogar Spaß gemacht hat, hier neues auszuprobieren und zu entdecken. Ich durfte sogar feststellen, dass einige Gerichte, die ich auch vorher gerne gegessen habe, super in meinen Diätplan passen, wenn ich sie leicht modifiziere.

Hier eine kleine Auswahl meiner Diätgerichte:

Salat mit Hähnchenbrust, Tomaten, Paprika und Mozzarella
Salat mit Hähnchenbrust, Tomaten, Paprika und Mozzarella
Fischstäbchen mit Spinat - isn Kinderessen, aber ich steh total drauf
Fischstäbchen mit Spinat – isn Kinderessen, aber ich steh total drauf
Nochmal Salat, diesmal mit Thunfisch
Nochmal Salat, diesmal mit Thunfisch
Hähnchenbrust vom Grill mit Senf
Hähnchenbrust vom Grill mit Senf
Zucchini-Karotten-Spaghetti mit tomatiger Lachs-Käsesoße - ultralecker!!
Zucchini-Karotten-Spaghetti mit tomatiger Lachs-Käsesoße – ultralecker!!
Omlett mit Champignons und Speck
Omlett mit Champignons und Speck

Im Prinzip entspricht diese Ernährung einer Low-Carb-Diät bei gleichzeitiger Reduktion der Fettmenge. Einiges davon dürfte viele nicht ansprechen (gerade das Hähnchen vom Grill mit nichts als Senf dürfte wohl die meisten wenig befriedigen, obwohl ich es fast am liebsten esse – und das nicht nur, weil es von allen Gerichten die wenigsten Kalorien hat), aber mir schmeckt das meiste so gut, dass ich es wohl auch nach meiner Gewichtsreduktion weiterhin ab und zu essen werde.

Wer jetzt nachgerechnet hat wird feststellen, dass ich in den 5 Wochen meiner Diät nicht die angepeilten 5 Kilo abgenommen habe, sondern sogar 7. Das kann man durch zweierlei erklären: 1. ist bei diesen 7 Kilo mit Sicherheit auch einiges an Wasser dabei und 2. ist es durchaus möglich, dass ich an vielen Tagen einen höheren Tagesbedarf hatte als angenommen, vor allen bei sehr stressigen (=laufintensiven) Schichten in der Kneipe.

Ziele setzen

Ich will euch die Seite Kil-o-Meter ans Herz legen. Dort kann man wie auch beim fddb-Rechner seinen Fortschritt eintragen und die Seite rechnet dann für einen aus, wie lange man noch bis zu seinem Ziel braucht, wenn man genauso weiter macht. Bei mir sieht das momentan so aus:

kil-o-meter

kil-o-meter2

Mein Ziel ist 52kg – das Gewicht, mit dem ich vor 14 Jahren einfach nicht zufrieden sein konnte. Aber heute bin ich älter, habe ein besseres Körpergefühl und mehr Selbstvertrauen. 52kg klingt furchtbar wenig, entspricht bei mir aber einem BMI von 20,8, ist also vollkommen im Rahmen.

Ich bezweifle eigentlich, dass ich das so schnell schaffen werde. Grade am Anfang nimmt man immer sehr schnell ab. Außerdem wird sich mein Tagesbedarf mit sinkenden Gewicht auch reduzieren (hat er auch schon, nämlich von 1950 kcal täglich auf 1877). Dann kann es logischerweise bei gleicher Kalorienmenge nicht mehr so schnell gehen.
Trotzdem. Bei uns steigt Anfang August ein großes Familienfest und bis dahin werde ich meine Familie mich nicht mehr zu Gesicht bekommen. Ich hoffe, dann zumindest in der Nähe meines Zielgewichts zu sein. Bei meinem letzten Heimatbesuch wog ich dann ca. 20kg mehr.

Ich sehe schon ihre Gesichter vor mir. Ihre absolute Fassungslosigkeit, die sich dann in Freude verwandeln wird. Sie werden mir gratulieren zu meinem Idealgewicht. Und DANN werde ich ihnen an den Kopf knallen, dass sie mich, als ich GENAU DASSELBE GEWICHT HATTE, immer fett genannt haben und sie mir damit mein Selbstvertrauen so vollständig zerbröselten wie nur möglich und mir meine Jugend zur Hölle gemacht haben. Und DAS wird ihnen hoffentlich ihr beschissenes Grinsen aus der Fresse wischen. IN YOUR FACE; BITCHES!!!

Ja, ich weiß, das ist schlecht für’s Karma, aber darauf freu ich mich trotzdem schon wie ein Schnitzel.

Sport

Den Punkt möchte ich erwähnen, obwohl ich aus Zeitmangel und Unlust bisher während meiner Diät üüüberhaupt keinen Sport gemacht habe. Das soll sich bald ändern, aber ob das alles dann weiterhin so gut funktionieren wird, darf bezweifelt werden. Auch Nadja hat ihre Kalorienzufuhr erhöht, als sie anfangen konnte, Sport zu machen, also werde ich das vermutlich auch tun. Und dann stellt sich natürlich die Frage, wie mein Körper auf Sport reagiert, wenn ich weiterhin nur einmal am Tag esse. Das werde ich beobachten und gegebenenfalls ändern müssen. Ich rechne hier mit Kreislaufproblemen. Andererseits bin ich die letzten Tage auf dem Jakobsweg immer ca. 13 km gegangen, bevor ich frühstückte und das war überhaupt kein Ding, aber das ist halt auch „nur“ Wandern. Mal sehen. Ich wollte diesen Beitrag jedenfalls nicht abschließen, ohne auf diese Gefahr hinzuweisen. Wenn ich merke, dass es mit einer Mahlzeit nicht klappt, esse ich halt an Sporttagen mehr.

Talking ‚bout Wandern…

Momentan bin ich wieder auf dem Jakobsweg (aka „Urlaub“) und da ich hier abnehmen werde, egal was ich veranstalte, und außerdem die Energie brauche, esse ich ca. 2-3 Mahlzeiten am Tag. Allerdings hat mir das Buch auch bei diesem Thema neue Impulse gegeben. Ich verzichte bei diesem Camino weitgehend auf Süßkram, esse nicht so viel Baguette (das hier eh recht Scheiße ist) und ernähre mich wesentlich eiweißlastiger – denn ein Sportler (und genau das bin ich die nächsten 10 Tage noch) braucht das für die Muskeln. Möglicherweise ist das ja der Grund für meinen bisher völlig ausgebliebenen Muskelkater, wer weiß. Sowieso klappt es dieses Mal richtig gut, was VIELLEICHT ja auch damit zusammen hängt, dass ich mit insgesamt 10kg weniger Gewicht an den Start gegangen bin als letztes Jahr.

Allgemein halte ich momentan zwar nicht wirklich Diät, aber ich versuche, mich nicht so dermaßen vollzustopfen wie die letzten Male. Der Camino ist zwar für mich eine Leidenschaft, der ich ganz sicher nicht wegen dem Gewichtsverlust nachgehe, aber dieser ist natürlich ein netter Nebeneffekt, der sich ganz automatisch zeigen wird. Nur werden es auf diese Weise vielleicht 3kg statt 2. Wird sich zeigen 🙂

Fazit: Meine Diät ist wesentlich ausgewogener als meine normale Ernährung und fällt mir geradezu lächerlich leicht, da ich nun einfach WEISS, dass die Maßnahmen funktionieren. Ich kaufe bewusster ein und werfe auf diese Weise auch weniger weg, wodurch ich Geld spare. Ich trinke weniger Alkohol, bin besser drauf und mag mich langsam wieder. Und meine ab und zu stattfindenden „normalen“ Mahlzeiten weiß ich nun wesentlich mehr zu schätzen.

Eine Ernährungsumstellung ist das dennoch nicht, wie behauptet worden ist. Es ist und bleibt eine Diät, die ich nicht ewig weiterführen werde, sondern beende, wenn ich mein Ziel erreicht habe. Danach werde ich mir wieder alles gönnen, was ich vorher gerne mochte, aber darauf achten, im Schnitt nicht über meinen Tagesbedarf zu kommen. Da ich diese niedrigkalorische Diät nun schon fünf Wochen durchgehalten habe, sehe ich nicht, warum DAS dann ein Problem werden soll 🙂

Das Negativste, was man hierzu sagen kann: Schöne Scheiße, dass ich mir bei meinem USA-Trip vor zwei Monaten einen halben Kleiderschrank voll geiler Jeans gekauft habe, die mir alle bald nicht mehr passen werden.

Aber ich denke, ich werde darüber hinweg kommen 😀


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Der ewige Kampf
Fatshaming und Fatacceptance
Buchtipp
The war is won!
Rezepttipp: Der Teig ohne Mehl!
Geheimtipp: Die Nudel ohne Kalorien!
Bonus – das beste Rezept der Welt! (Zum Mitmachen!)

Wenn dir das gefallen hat und du mich ein bisschen unterstützen willst, lasse ich mich gerne via Paypal zu einer Tasse Kaffee einladen. Der hat ja auch immerhin keine Kalorien.

Der Endgegner im Badezimmer 4: The war is won!

Dieser Teil baut auf dem letzten auf und behandelt, was ich durch das Buch gelernt habe – vor allem in Hinblick auf meine bisherigen Fehler. Er zeigt aber auch, warum gerade DAS so befreiend war.

Gewicht war, wie jetzt schon mehrfach gesagt, immer ein Thema bei mir, aber der Grund, warum ich mich entschieden habe, gerade jetzt eine ganze Themenwoche darüber ins Leben zu rufen, war tatsächlich das Buch, das ich gestern rezensiert habe, und meine darauf folgende Gewichtsabnahme.

Ich wählte als Einstieg einen alten Text, der zwei Dinge demonstrieren sollte:

1. Ich habe jahrelang unter diesem Thema gelitten wie Sau und
2. Ich habe sehr viele Fehler gemacht, die mir nicht bewusst gewesen waren.

(Einen geheimen dritten Grund, Leute zu beschämen, die zufrieden mit sich sind, gab es dagegen nicht, aber was rede ich mir überhaupt noch den Mund fusselig. Es interessiert mich nicht, was ihr da reinlesen wollt, dazu ist mir das Thema zu wichtig und zu schmerzhaft.)

Mir ist vor kurzem auf dem Fettlogik-Blog vorgehalten worden, dass ich ja selber dran Schuld sei, beim Abnehmen nie Erfolg gehabt zu haben. Der Meinung bin ich nicht. Natürlich bin ich sehr wohl „Schuld“ in dem Sinne, dass mir niemand Essen in den Mund steckt außer ich selber. Aber darüber hinaus gehe ich nicht mit. Die Autorin des Buches, das mir die Augen geöffnet hat, hat einen Doktortitel und ein abgeschlossenes Studium gebraucht, die sie befähigten, wissenschaftlich zu arbeiten, und die nötige Motivation, um sich monatelang durch all die Fettlogik zu wühlen und das Ergebnis zusammen zu tragen. Ich sehe nicht, warum es ganz allein in der Verantwortung jeden einzelnen liegen soll, eine solche Leistung nur für sich selbst zu vollbringen, wenn die Diätindustrie, Eltern, Zeitschriften, Werbung und sogar Ärzte genau diese ganzen falschen Mythen tagtäglich reproduzieren. NATÜRLICH glaubt man das. Alles andere ist für mich (auch das schrieb ich schon an der betreffenden Stelle) „neoliberales Scheißgelaber“.

Dennoch: Das Buch hat mir gezeigt, wo mögliche Fehlerquellen liegen könnten, aber finden (und beheben) muss ich sie alleine. Dafür ist mein erster Beitrag ganz gut – denn der steckt voller Fettlogik. Diese will ich im folgenden ein bisschen sezieren.

Wenn ich schreibe, dass ich weniger gegessen habe und trotzdem nicht abnahm, dann kann das schlicht und ergreifend nicht stimmen. Das ist physikalisch unmöglich. Vielleicht kamen mir die Mengen weniger vor, aber im Endeffekt zählen nur die Kalorien und DIE müssen gleich geblieben sein – oder zu hoch, wenn ich weiter zunahm.

Ich habe in meiner Jugend viel, viel Scheiße gebaut, wenn es um Abnehmen ging. Gleichzeitig war mir ja nur zu bewusst, dass jede Übertreibung in diese Richtung schnurstracks dazu führen könnte, mir meinen Stoffwechsel völlig zu vernichten. Bis vor ein paar Wochen war ich genau dieser Ansicht: Nicht nur habe ich einen sehr niedrigen Stoffwechsel von Natur aus – denn warum könnte ich sonst jemals dick geworden sein, obwohl ich doch nicht mehr esse als andere? – sondern habe diesen auch noch durch blöde Diäten zusätzlich kaputt gemacht.

Wie habe ich das denken und immer noch leben können? Der Stoffwechsel ist alles in unserem Körper, das arbeitet. Muskeln, Organe, Herzschlag, Verdauung, schlicht alles. Wäre der kaputt, wäre ICH kaputt und wäre er ungewöhnlich langsam, würde ich das durch ganz andere Symptome merken als nur durch ein paar Kilo zu viel. Das gilt im Übrigen für mich auch trotz Schilddrüsenunterfunktion, denn wie ich jetzt weiß, wird der marginale Wenigerverbrauch, der dadurch entsteht, durch fehlenden Appetit wieder komplett ausgeglichen.

Genauso wenig muss der Stoffwechsel „angekurbelt“ werden, weil er jede Minute jeden Tages seine Arbeit sowieso vollbringt. Was als Wundermittel angepriesen wird, um den Stoffwechsel anzukurbeln, ist in Wahrheit einfach nur verdauungsfördernd, aber sich einmal ordentlich auszuscheißen (sorry) fühlt sich gut an, hat aber nun mal nichts mit dem Stoffwechsel zu tun.

Eng damit verbunden ist die Story über den „Hungermodus“, in den man unweigerlich fällt, wenn man zu wenig isst. „Dann speichert der Körper alles, was er kriegen kann!“ – denn unser Körper ist der eines Tieres und hat permanente Panik davor, zu verhungern.

Auch das STIMMT NICHT. Führt man dem Körper mehr Kalorien zu, als er täglich braucht, speichert er das in Form von Fett, auf das er dann zurück greift, wenn Kalorien fehlen. Ein Körper mit hohen Fettreserven KANN gar nicht verhungern, weil noch genug da ist! Erst, wenn der Körperfettanteil unter ein sehr kritisches Level fällt, das man nur in Kriegsgebieten oder bei Magersüchtigen beobachten kann, fährt der Stoffwechsel runter, was aber innerhalb kürzester Zeit mit Organversagen und schließlich dem Tod einher geht.

Eigentlich ist das sehr logisch, weil unser Körper doch sonst eine echte Fehlkonstruktion wäre, aber ich habe an den Stoffwechselmythos und den Hungermodus nicht nur geglaubt, sondern hatte panische Angst davor!!

Jede einzelne Nahrungsaufnahme in den letzten Jahren war entweder von dem einen oder anderen Gedanken begleitet: „Oh Gott, das ist zu viel, ich nehme noch mehr zu!“ oder „Ok, das hat jetzt echt wenig Kalorien, aber was ist, wenn es ZU WENIG sind!? Hungermodus!! Kreisch!!“

Meint ihr, dass ich auf diese Weise essen wirklich unbeschwert genießen konnte? Hell no!!!

Allein das war also schon eine unheimliche Entlastung, auch wenn es natürlich ein bisschen doof ist, mir einzugestehen, dass ich mich mit den Mengen, die ich zu mir nehme, offensichtlich immer grandios verschätzt habe.

Dazu mein geschildertes Festival-Erlebnis: „Alle nahmen in dieser Zeit ab, nur ich nahm zu, obwohl wir genau dasselbe aßen und tranken!“ Dasselbe habe ich bei meinen Mitbewohnern beobachtet: Wir essen doch dasselbe, warum bin nur ICH speckig und die nicht?!
Ich musste über ein Jahr mit diesen beiden Typen zusammen leben, bis ich merkte, dass das gar nicht stimmt. Zwar haben sie sich mit mir zusammen an einem Tag vor dem Beamer ne Pizza und Eis reingeknallt, aber am nächsten habe ich mir ganz normal gekocht, weil ich das so mein ganzes Leben lang gewöhnt bin – während sie nur schnell ein, zwei Stullen auf die Hand genommen haben. Sei es aus Stress, Zeitmangel, wenig Appetit oder einer Mischung aus allem – wenn die Jungs mit mir zusammen sehr viel gegessen haben, haben sie das irgendwann wieder ausgeglichen, ich jedoch nicht!

Dazu kommt natürlich noch der unterschiedliche Grundumsatz. Da ich sehr klein bin, trotz Übergewicht noch verhältnismäßig leicht und eine Frau (=weniger Muskelmasse), haben die Jungs da einfach einen Vorteil. Unfair, ja – aber wenigstens logisch, auch wenn es nervt.

Grundumsatz ist ein gutes Stichwort. Das alles WUSSTE ich nämlich, also dass ich mit meinen Voraussetzungen weniger Kalorien täglich brauche. Trotzdem war mir die Schlemmerei ohne Konsequenzen immer ein ewiges Rätsel, als hätte ich ein Brett vorm Kopf gehabt!

Ziel darf also nicht sein, mich mit anderen zu vergleichen, die mehr Kalorien brauchen oder ihre einmalige Fresserei mit vielen niedrigkalorischen Tagen ausgleichen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein, sondern zu sehen, was ich brauche, wenn ich abnehmen will.

Und damit zu der riesigen Entlastung Nummer Zwei! Hatte ich bisher das Gefühl gehabt, es wäre mehr oder weniger reine Glückssache, ob ich abnehme oder nicht, zeigte mir das Buch schwarz auf weiß die Wissenschaft, die hinter Abnehmen steckt. Lustigerweise habe ich jahrelang alles verschlungen, was es zu dem Thema zu lesen gab, aber DIESE eine Information, die mir wirklich geholfen hätte, erfuhr ich erst kurz vor dem Buch aus dem dazu gehörigen Blog.

Um ein Kilo Fett zu verlieren, muss man nämlich 7000 kcal einsparen. Punkt. Mehr ist da nicht! (Um Verwirrung zu vermeiden: Manche Quellen sprechen von 9000 kcal, aber das ist falsch. Zwar hat ein Kilo Fett aus der Nahrung wirklich genau 9000 kcal, aber ein Kilo FettGEWEBE besteht ja nicht nur aus Fett, sondern auch aus Wasser, Gerüst für die Zellen etc. pp.!)

Als das endlich zu mir durchdrang, jauchzte mein inneres Mathenerdgirl, das immer Einsen in der Schule abgeliefert hat, begeistert auf. Plötzlich war Abnehmen berechenbar. Plötzlich war Abnehmen LOGISCH!!!

Natürlich braucht man dafür einen Bezugswert, womit wir wieder zum Grundumsatz kommen. Der Grundumsatz ist das, was der Körper verbraucht, um die normalen Funktionen aufrecht zu halten, und man sich sonst nicht bewegt. Dieser lag wegen meiner geringen Körpergröße etc. bei meinem Startgewicht von 72 kg bei mageren 1500 kcal am Tag.
Überrascht war ich aber, als ich meinen TAGESBEDARF berechnete – das ist wiederum der Kalorienverbrauch bei meiner normalen Betätigung. Da das bei mir sehr schwankt, habe ich in meinem Rechner zur Sicherheit den niedrigsten Aktivitätsgrad gewählt – und trotzdem schnellte mein täglicher Bedarf plötzlich hoch auf 1950 kcal.

Und das nach all den Jahren, in denen ich so auf die Angaben auf sämtlichen Produktpackungen geschimpft habe, weil die von einem viiiiel zu hohen durchschnittlichen Kalorienverbrauch von 2000 kcal am Tag ausgehen!!

Plötzlich musste ich also sehen, dass meine Voraussetzungen längst nicht so schlecht gewesen sind, wie ich immer geglaubt habe. Ich fasse noch mal zusammen:

– Mein Stoffwechsel ist in Ordnung
– Ich muss keine Angst haben vor dem Hungermodus
– Ich kann fast 2000 kcal täglich essen, ohne zuzunehmen

An dieser Stelle musste ich mir dann die Frage von mir selbst gefallen lassen: Wie um alles in der Welt bin ich TROTZDEM dick geworden?

Die Autorin hat an in mehreren Kapiteln dargelegt, wie unglaublich schlecht die Leute darin sind, die Kalorien in ihren Essen zu schätzen. Das beste Beispiel liefert sie selbst: Ein Salat, von dem ich sie immer, ohne es jemals nachgerechnet zu haben, glaubte, er hätte ca. 500 kcal, hatte in Wirklichkeit satte EINTAUSENDFÜNFHUNDERT, als sie es dann doch mal überprüfte. So krasse Fehleinschätzungen hatte ich jetzt nicht, doch ein paar Irrtümer, auf die ich stieß, waren mir dann doch mehr als genug.

So hatte ich irgendwann mal abgespeichert, dass Hühnchen ca. 100 kcal pro 100gr hat und Rinderhack ca. 110. Im Kopf rechnete ich also immer: „X Gramm Rind = X kcal.“ Die 10% hielt ich für vernachlässigbar. Sie wären es wohl auch – aber tatsächlich hat Rinderhack eben NICHT 110 kcal, sondern knapp über 200. Ich weiß nicht, ob ich mich damals, als ich mir das merkte, einfach nur verlesen habe oder ich es mit mageren Rindersteak verwechselt habe, jedenfalls stimmt es nicht. Das gleiche bei Spinat, das einzige Gemüse, das ich wirklich gerne esse: Jahrelang dachte ich, der hätte 30 kcal, obwohl es in meiner favorisierten Rahmspinat-Version fast 60 sind. Nichts davon ist so massiv wie bei Nadja, aber allein der Umstand, Ewigkeiten was falsches im Kopf gehabt zu haben!

Das Fazit des Buches lautet ganz kompakt: „Wer dem Körper weniger Kalorien zuführt, als er verbraucht, nimmt ab.“ Wer sich noch nie damit hat beschäftigen müssen, wird nicht verstehen, wie absolut revolutionär diese Erkenntnis ist. Andere Diäten, egal welche, gehen von so komplizierten Grundannahmen aus, dass man irgendwann wirklich das Gefühl hat, ob man abnimmt oder nicht ist ungefähr so berechenbar wie Roulette spielen: Natürlich muss jede Zahl irgendwann kommen, aber ob es die ist, auf die man setzt, ist pures Glück!

Und dazu der ganze andere Scheiß! „Keine Kohlehydrate vor dem Schlafengehen“, „Obst in rauen Mengen, außer Bananen, die sind evil“, „Mehr als ein Kilo im Monat abnehmen ist ungesund“, „Mindestens dreimal am Tag essen“ etc. blabla. Oder mein heimlicher Favorit: „Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler“ – was zur Hölle ich damit bitte anfangen?! Und natürlich: „Hungerstoffwechsel!!einself“

All diese dämlichen Regeln über Bord schmeißen zu können, weil sie Schwachsinn sind, war eine so unglaubliche Erleichterung, dass ich sie kaum in Worte fassen kann. Plötzlich konnte ich mir eine Diät ganz nach MEINEN Vorstellungen basteln, ohne auf sowas Rücksicht nehmen zu müssen! Und ich wusste, es würde funktionieren!

Und damit nochmal zu meiner Abnehmkurve, denn anhand derer wird ein weiterer Punkt gut ersichtlich:

gewicht

Hier habe ich fast täglich mein aktuelles Gewicht eingetragen. Ab Start meiner Diät habe ich fast jeden Tag über 1000 kcal gespart. Bedenken wir die Rechnung „7000 kcal = 1 Kilo“, müsste man zum Schluss kommen, dass „1000 kcal = ca. 140 Gramm“. Ich hätte also jeden Tag kontinuierlich 140 Gramm weniger wiegen müssen als am Tag davor – aber wie man sieht, ist dem nicht so. Die Linie geht nicht gerade nach unten, sondern im Zickzack!

An anderer Stelle habe ich über einen erfolglosen Diätversuch geschrieben:

„Vier Wochen zog ich mein Programm durch und verlor drei Kilo. Das war toll, aber dann wurde ich einmal schwach und aß abends bei einem Kumpel noch eine Pizza, obwohl ich mittags schon warm gegessen hatte.
Boom, die Waage sagte am Tag darauf: 1,5 Kilo mehr.

Ich hätte fast mein Zimmer auseinander genommen. Das ist einfach verdammt noch mal nicht fair, dachte ich. Ich kann mich nicht mein gesamtes Leben lang sklavisch an meinen Plan halten! Ich hasse diese Scheiße!!! Dann kann ich es ja auch gleich sein lassen!!!“

Ich denke, das illustriert meine bisherigen Probleme ganz gut! Nochmal: 7000 kcal = 1 Kilo. Um innerhalb eines Tages 1,5 kg zuzunehmen, müsste ich demnach 10.500 kcal essen und dazu käme dann ja noch mein Tagesumsatz, also fast 12.500 kcal. Ich will nicht sagen, dass das theoretisch unmöglich ist, aber ich denke, bei solchen Mengen an Essen hätte ich mit Sicherheit kotzen müssen.

An dieser Stelle wäre es wohl gut, eine andere Terminologie zu wählen, um zu erklären, was ich meine. Wenn ich ein Liter Wasser trinke, hat mein Körper ein Kilo ZUGENOMMEN, aber ANGESETZT hat er gar nichts, weil Wasser bekanntlich keine Kalorien hat. Natürlich kann es sein, dass ich nach einem Tag mit zwei Hauptmahlzeiten und Süßkram 1,5 kg mehr wiege, aber angesetzt habe ich nur einen Bruchteil, vielleicht 100-200 Gramm.

Der Grund hierfür ist Wasser. Unser Körper bindet mal mehr, mal weniger Wasser, das manchmal ausgeschieden wird, manchmal aber auch in größeren Mengen gespeichert. Nun ist das an sich nicht schlimm, aber bisher hat mir das jede einzelne Diät versaut, die ich jemals angefangen habe. Sich zu quälen, wenig Kalorien zu essen und am nächsten Tag TROTZDEM nicht abgenommen zu haben – oder sogar zugenommen!? Ich erklärte mir das jedes Mal mit meinem kaputten Stoffwechsel. Dabei war es in Wahrheit nur WASSER.

Die ganzen Zickzacks kommen genau dadurch zustande. Ich will nicht behaupten, dass mich das nicht ein bisschen ärgert, wenn ich nach einem Diättag plötzlich mehr wiege, aber zu wissen, woher es kommt, ist ebenfalls sehr erleichternd!

Zudem spielen die Hormone noch eine Rolle, die ebenfalls zu Wassereinlagerungen führen können. An den Tagen um den 10. 5. herum haben die mich sehr genervt, denn ich nahm zu und hielt das Gewicht tagelang, obwohl ich mich an meinem Plan gehalten habe. Aber wie man sieht, ging es danach weiter nach unten. Wenn ich das nächsten Monat zur gleichen Zeit meines Zyklus nochmal erlebe, kann ich mich in Zukunft darauf einstellen.

 


 

Das war jetzt alles nur als kleiner Einblick in die zermürbende Gedankenspirale, aus der das Buch mich befreit hat. Es mag total pathetisch klingen, aber es ist wirklich so: Ich fühle mich befreit. Von all dieser Scheiße erlöst zu sein, war die reinste Katharsis.

Die Erkenntnis, dass mein Gewicht nicht der Willkür des Schicksals ausgesetzt ist und ich zum Abnehmen Methoden bemühen muss, die tausend Faktoren mit ein beziehen, ohne zu erklären warum und die nur funktionieren, wenn man sich jeden Morgen dreimal gegen den Uhrzeigersinn im Kreis dreht oder Aszendent Schütze ist etc. pp. nimmt mir nicht die Arbeit ab, aber es erleichtert sie auf eine Art, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte.

Noch NIE habe ich so lange eine Diät ausgehalten und noch NIE war es für mich so einfach. Nun, da alles logisch ist, fällt es mir leicht, auf etwas zu verzichten, da ich anders als vorher auch weiß, dass es auch tatsächlich was bringt.

Und das Tollste: Ich weiß nun, dass es ein Verzicht auf Zeit ist. Denn meinen Kalorienbedarf zu checken, hat mir außerdem gezeigt, dass ich, sobald mein Ziel nur noch „Gewicht halten“ statt „Gewicht verlieren“ ist, alles essen darf. Wirklich alles. So wie ich mich bei den Lebensmitteln verschätzt habe, die viel mehr Kalorien hatten, als ich dachte, so war es auch umgekehrt. Wenn ich wollte, könnte ich schon jetzt jeden Tag zwei Pizzen essen – und würde nicht zunehmen. Und DAS ist etwas, auf das ich mich schon jetzt freue, auch wenn ich zuerst noch einige Kilos verlieren will.

Der Kampf ist noch nicht vorüber. Aber der Krieg gegen mich selbst ist beendet.

Ich bin frei.

Und morgen erzähle ich euch dann, wie meine Diät genau aussieht 🙂


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Der Endgegner im Badezimmer 3: Buchtipp „Fettlogik überwinden“

Vermutlich hat jeder Mensch, der mal im Laufe seines Lebens versucht hat abzunehmen, irgendwann mal einen Diätratgeber in die Hand genommen oder Zeitschriften zu dem Thema gewälzt. Und vermutlich hat das nie etwas gebracht und deshalb kotzt euch das alles jetzt sehr an.

Und trotzdem möchte ich euch heute ein Buch empfehlen, das überhaupt kein Diätratgeber sein will, aber in meinen Augen sämtliche Ratgeber für alle Zeiten überflüssig macht.

fettlogik

Zur Autorin
Dr. Nadja Hermann hat Psychologie studiert, in dem Fach auch promoviert und ist heute Therapeutin. Bezüglich der Gewichtsprobleme liest sich die Biographie der Autorin aber sehr ähnlich wie meine: Sie war schon als Kind übergewichtig, hat im Laufe ihres Lebens eine Diät nach der anderen angefangen und wieder abgebrochen und gab schließlich auf mit der Gewissheit, dass manche Menschen einfach nicht für Normalgewicht gemacht sind. Nur brachte sie anders als ich am Ende nicht ein paar Kilo Übergewicht auf die Waage, sondern satte 150 Kilo auf 1,75 Körpergröße.
Zu dieser Zeit beschäftigte sie sich mit Fat Acceptance und war froh über die dort herrschende Meinung, dass Übergewicht eigentlich überhaupt nichts mit Gesundheit zu tun hat. So jedenfalls, bis sie sich eine Verletzung zuzog und plötzlich das Damoklesschwert „lebenslängliche Immobilität“ über ihr hing.
Zwangsläufig begann sie also, sich erneut mit dem Thema Gewichtsabnahme zu beschäftigen und stieß dabei auf all die vielen Techniken, Mythen, Methoden und Weisheiten, die wohl jeder von uns verinnerlicht hat: Der Stoffwechsel muss ständig angekurbelt werden, da er sonst seinen Dienst einstellt, man muss x-mal am Tag essen, um nicht in den „Hungermodus“ zu fallen, man darf eine bestimmte Kalorienmenge täglich nicht unterschreiten, weil das ungesund ist und man sonst nicht abnimmt etc.pp.
Zu ihrer eigenen Überraschung musste sie feststellen, dass sämtliche dieser Weisheiten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand hielten. Ein Jahr später hat sie ihr Idealgewicht von 62kg erreicht und sich entschlossen, all ihre Erkenntnisse in einem Buch zu sammeln, das ich euch nun vorstelle.

Über das Buch
Bücher dieser Art kommen normalerweise nicht ohne dämlich-reißerischen Untertitel aus. Der Untertitel hierzu könnte beispielsweise lauten: „So nehmen Sie ab – garantiert!“ – „Diätlügen entlarvt!“ oder „Wie Sie der Qual ein Ende bereiten – für immer!“

So oder ähnlich könnte man es auf das Cover drucken. Und das Beste: All diese Sprüche wären wahr.

Ich habe wirklich sehr lange gegrübelt, wie ich diese Rezension schreiben kann, ohne dass es wie billige Werbung wirkt. Aber das ist völlig unmöglich. Ich kann es einfach nicht anders ausdrücken: Dieses Buch ist eine einzige Offenbarung.

Es erschien am 30. April als E-Book auf Amazon. Ich durfte es aber schon vorab lesen. Nach nicht mal 50 Seiten klappte ich den Laptop zu und beschloss, mein Leben zu ändern.

Das klingt vielleicht hochgradig albern, aber Menschen mit unerfüllten Abnehmwunsch werden mich vielleicht verstehen. Mein Leben lang habe ich versucht, ein Gewicht zu erreichen, das mich zufrieden stellt und glücklich macht, aber ich bin immer gescheitert. Nach außen hin quälte ich mich weiterhin mit sinnlosen Diätversuchen, aber innerlich hatte ich mich schon längst von dem Gedanken verabschiedet, jemals mein Zielgewicht zu erreichen. Und dafür gab es ja auch so viele Gründe: mein niedriger Stoffwechsel, meine Schilddrüsenunterfunktion, meine Antriebslosigkeit, mein Körper, der NIE so wollte wie ich und so weiter.

Das Buch hat mir klar gemacht, dass das alles nicht stimmt. Die ganzen von mir verinnerlichten Mythen, von der Autorin „Fettlogik“ genannt, fußen auf nichts anderem als auf einer Sammlung von falsch interpretierten Studien, Fehlinformationen und schlicht Schwachsinn, der von Leuten verbreitet wird, die es selbst nicht besser wissen.

Und das zu lesen war das Beste, was mir je passieren konnte. Das Buch, obschon kein Diätratgeber, zeigte mir einen Weg auf, mein Ziel doch noch zu erreichen – frei von allen Ketten, frei von „Fettlogik“.

Und, was soll ich sagen: Es wirkt. Seit etwas mehr als einem Monat halte ich mich nun an meinen eigenen Diätplan, den ich anhand der Informationen aus dem Buch entwickelt habe – und habe in dieser kurzen Zeit schon fast sieben Kilo abgenommen. Seht selbst:

gewicht

Momentan habe ich ein so niedriges Gewicht wie seit Jahren nicht mehr. Und seit Jahren habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt. Doch will ich weiter machen – und Dank des Buches weiß ich nun, dass ich mein Zielgewicht nicht erreichen kann, sondern erreichen werde – und das sogar sehr bald. Natürlich muss ich dafür was tun (was ich tue, erzähle ich euch die nächsten Tage), aber das Buch nimmt aus dem Thema „Abnehmen“ die große Portion Willkür, an der vermutlich die meisten abnehmwilligen Menschen schon mal verzweifelt sind. Und das ist eine so immense Erleichterung, dass ich am liebsten heulen würde, wenn ich darüber nicht so glücklich wäre.

Neben dem großen Teil, der sich mit den Mythen rund ums Abnehmen beschäftigt und der für mich am wichtigsten war, nimmt auch noch eine Aufzählung der gesundheitlichen Risiken des Übergewichts viel Platz ein. Dieser Part ist dem Thema entsprechend etwas trockener, zumal ich mich damit nicht wirklich angesprochen fühlte, da ich mit einem Maximal-BMI von 30 nie wirklich schwer genug war, um wirklich starke gesundheitliche Einschränkungen zu spüren, wobei mein recht junges Alter natürlich auch eine Rolle spielt. Dennoch lohnt sich die Lektüre, auch wenn es teilweise etwas schockierend ist.
Ein Unterkapitel aus diesem Themenkomplex war dann jedoch auch für mich sehr interessant: Die Autorin zitiert eine Studie, die nahe legt, dass möglicherweise eine Korrelation zwischen einem hohen Körperfettanteil und Depressionen besteht, da zu viel Fett im Körper zu Entzündungserscheinungen führen kann, was wiederum die Hirnchemie stören könnte. Das ist noch nicht abschließend geklärt (was die Autorin auch nicht behauptet), aber ich bin sehr gespannt darauf, ob ich hierbei eine Verbesserung feststellen werde.

Der letzte Teil befasst sich mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Übergewicht und dürfte den meisten vermutlich am übelsten aufstoßen. Gänzlich einverstanden bin ich hier auch nicht mit allem, aber auch hier sind alle Aussagen mehrfach belegt und laden zur Diskussion ein. Dass diese mit Fat-Acceptance-Vertreterinnen allerdings nicht möglich ist, haben mir die letzten Tage gezeigt und diese werden das Buch so oder so zerreißen, ob mit oder ohne gesellschaftlichen Teil.

Fazit
Was soll ich sagen – dieses Buch ist schlicht genial. Im launigen Schreibstil verfasst und teils mit Auszügen aus der eigenen Biographie gewürzt lässt es sich leicht lesen und macht dabei auch noch Spaß. Dabei ist alles wissenschaftlich fundiert und durch zahlreiche Studien belegt, aus denen die Autorin großzügig und auch für die Laien nachvollziehbar zitiert. Damit wirft sie mal eben so viel Status Quo über den Haufen, dass ich teilweise mit offenen Mund vor dem Buch saß und das Wort „Nobelpreis“ in meinem Kopf aufblitzte.

Ist das völlig übertrieben? Vielleicht. Aber für MICH als Person, die ihr Leben lang mit ihrem Gewicht haderte, aber dabei an tausend Regeln scheiterte, die allesamt sinnlos sind, stellt das Buch die Art Aufklärung da, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie brauche, weil mir überhaupt nicht klar war, dass ich an lauter Bullshit glaube, der gar nicht stimmt.

Darauf möchte ich morgen noch genauer eingehen. Bis dahin sei dieses Buch jedem – wirklich JEDEM – empfohlen, der mit seinem Gewicht unzufrieden ist. Zwar habe ich hier die ganze Zeit von Übergewicht geredet, aber auch für Menschen mit Untergewicht, die daran etwas ändern wollen, zeigt das Buch Wege auf, damit umzugehen und es zu beheben. Doch auch für Menschen ohne Gewichtsproblematik lohnt sich der Kauf, denn durch Werbung, Diätratgeber und sogar Ärzte ist unsere Gesellschaft regelrecht durchzogen von „Fettlogik“. Außerdem ist es ein schönes Lehrstück darüber, nicht alles unhinterfragt zu glauben, denn bei mehreren Kapiteln, in denen die Autorin „Fettlogiken“ demontierte, saß ich mit Dauer-Facepalm vor dem Bildschirm und dachte „Mein Gott, natürlich!“ – denn einiges dieser „Fettlogik“ ist so unglaublich unlogisch, dass es fast unvorstellbar ist, dass noch nie jemand vorher darauf gekommen ist.

Die große Leistung der Autorin besteht also darin, genau diese Dinge hinterfragt zu haben und auf eine Art und Weise zusammen zu tragen, die bisher in der Diätratgeberlandschaft absolut beispiellos ist. Mir hat es so sehr geholfen und eine solche Last von den Schultern genommen, dass ich mir wünschen würde, es auf Rang 1 der Bestsellerlisten zu sehen, denn ich weiß, dass es viele Millionen Menschen da draußen gibt, die genauso unglücklich sind wie ich und genauso wie ich nicht wissen, was sie dagegen tun sollen. Jedenfalls bisher!

Das einzig Negative, was ich über dieses Buch sagen kann, ist: Schade, dass es noch keine Druckversion gibt – und dass ich es nicht schon vor 15 Jahren lesen konnte.

Blog zum Buch: Fettlogik


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Der Endgegner im Badezimmer 2: Fatshaming, Fatacceptance

Der Artikel sollte erst am Freitag erscheinen, aber ich habe den Plan geändert wegen aktuellen Stress auf Twitter, der über meinen ersten Artikel entbrannt ist. Ich hoffe, damit ist mein Standpunkt ausreichend geklärt und die Menschen, die das blöd finden, können mich von nun an meiden, denn ich werde ihn nicht ändern.

Ich mache es kurz und schmerzhaft: Ich verabscheue Fatshaming, aber ich lehne die Fataccaptance-Bewegung ab.

So, und wer jetzt noch nicht reflexartig weggeklickt hat, interessiert sich ja vielleicht für die Begründung. Hier ist sie:

Übergewicht ist nicht gesund. Übergewicht – ist – nicht – gesund. Natürlich heißt das noch lange nicht, dass jeder Übergewichtige an seinem Übergewicht sterben muss oder gar auch nur krank wird, aber das ändert nicht daran, dass Übergewicht nicht gesund ist.

Seltsamerweise wird das bei jedem anderen Thema eingesehen. Beispiel Helmut Schmidt. Der Mann ist hundertachtzig Jahre alt, aber trotzdem würde mir wohl jeder zustimmen, dass Rauchen ungesund ist, obwohl Helmut Schmidt keine Probleme damit hat.

Aber nein: Übergewicht ist hier die große Ausnahme gegen sämtliche Evidenz.

Ein bisschen kann ich den Grund dafür nachvollziehen. Ich war, wie im letzten Artikel deutlich wurde, schon als Kind Opfer von Fatshaming, auch wenn ich, wie man mir vorwarf, die meiste Zeit davon nicht mal Übergewicht hatte. Dennoch wurde mir jedes kleine Speckröllchen oder auch nur wenig figurbetonte Kleidung hämisch unter die Nase gerieben. Das war scheiße und hat mir verdammt weh getan. Und natürlich ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem: Frauen und sogar schon kleine Mädchen müssen einem Schönheitsideal entsprechen, um respektiert zu werden und werden permanent nur auf ihr Äußeres reduziert.

Deshalb ist es mir scheißegal, wie andere aussehen. Wobei, ich glaube, so etwas gibt es gar nicht: dass man zu seinem Umfeld keine Meinung hat. Natürlich kann und darf man zur Optik seines Gegenübers eine negative Meinung haben, aber ohne guten Grund hat man einfach nicht das Recht, ihm das ins Gesicht zu sagen. Es geht einen nämlich absolut null an!

Deshalb äußere ich mich nicht zum Gewicht von Personen, die mir begegnen. Ich habe nicht die Absicht, andere Menschen wegen so etwas Unwichtigem wie dem Gewicht zu verletzen. Jeder kann so gesund oder ungesund leben, wie er möchte. Das ist mir ja so unheimlich scheißegal.

Aber nur, weil Fatshaming scheiße ist, ist das andere Extrem auch nicht besser. Seid oder werdet so fett, wie ihr wollt, das interessiert mich überhaupt nicht – aber verlangt doch nicht von jedem, dass er das schön und gesund finden soll, wenn es letzteres einfach nicht ist!

Vor einigen Wochen hat sich bei dieser Masernwelle das ganze Internet über Impfgegner lustig gemacht, die allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum trotz tatsächlich glauben, Impfen würde zu Autismus führen, aber bei diesem Thema ist es plötzlich völlig egal, was Ärzte überall auf der Welt sagen? Bitch please!

Das geht ja sogar soweit, dass selbst die Existenz eines „Übergewichts“ schon angezweifelt wird. Sind das wirklich alles nur völlig willkürliche Kategorien, die sich Ärzte nur ausgedacht haben, um dicke Menschen zu nerven?

Als ich letztes Jahr auf dem Jakobsweg unterwegs war, entschied ich mich, am Ende angekommen, nochmal zurück zu fahren und wieder neu anzufangen, denn ich hatte noch Zeit über. Ich hatte in der Zwischenzeit jedoch einiges angesammelt, was das Gewicht meines Rucksacks erhöhte: Bücher, Muscheln, ein neues Strandtuch etc.pp. Insgesamt hatte ich ca. 3 Kilo mehr als am Anfang auf dem Rücken – und das merkte ich schon beim kurzen Gang zur Post, wo ich mein überflüssiges Zeug als Päckchen nach Deutschland aufgab. Es waren nur 3 Kilo, aber ich merkte dieses Mehrgewicht schon so stark auf den Füßen, dass mir völlig klar war, dass ich niemals eine ganze Etappe damit durchhalten würde, ohne mir am Schluss eine Sehnenentzündung eingefangen zu haben (schon wieder!).

Und das waren NUR die Füße. Zuviel Gewicht merkt aber der GANZE Körper. Auch ich merke das, obwohl mein Übergewicht im Vergleich zu anderen nicht sehr massiv ist.

Aber auch das ist mir egal. Jeder hat das Recht, so mit sich und seinem Körper umzugehen wie er Bock drauf hat (schrieb sie und zündete sich eine neue Kippe an…). Aber ich sehe es NICHT als meine feministische Pflicht an, an der Selbsttäuschung partizipieren, Gewicht hätte keine Auswirkungen auf die Gesundheit und allein dies in Frage zu stellen sei schon Fatshaming!

Ich habe seit über 20 Jahren Gewichtsprobleme. Ich verstehe vollkommen, wie schmerzhaft dieses Thema sein kann. Und dennoch kann ich die Fatacceptance-Bewegung nicht unterstützen – zumal es ja offensichtlich dort von einigen schon für Fatshaming gehalten wird, dass I-C-H mit M-E-I-N-E-M Gewicht unzufrieden bin, als wäre das nicht ganz allein meine Sache!!

Die heutigen Diskussionen (und Nonmentions, vergessen wir die bloß nicht!) haben mir zudem wieder mal klar vor Augen geführt, wie verbissen diese Bewegung und das Thema gesehen wird. Es gibt Strukturen in dieser Bewegung, die auf mich fast sektenartig wirken. Jegliche abweichende Meinung ist absolut inakzeptabel und wer am fettesten ist (ein Begriff übrigens, der mir extreme Bauchschmerzen bereitet, denn er trägt zu viele negative Erinnerungen mit sich, aber ob das für jemanden wie MICH in Ordnung ist, als fett oder auch nur dick bezeichnet zu werden, hat natürlich nie jemand gefragt), hat sämtliche Deutungsmacht.

Mir wurden schon lustige Tweets in die Timeline gespült von Menschen, die ich überhaupt nicht kenne, aber wenn ich diese Tweets dann retweeten wollte, stellte ich fest, dass ich das nicht konnte – weil die Person mich geblockt hat. Forsche ich dann nach, sehe ich sehr oft das Label „fat positive/fat acceptance“ aufblitzen – und dann ist mir alles klar. Ich habe nämlich schon EINMAL in der Vergangenheit etwas negatives über fatacceptance gesagt und das reicht offensichtlich schon, um geblockt zu werden, weil andere Meinungen ja so dermaßen unerträglich sind.

Und damit doch mal kurz zu Triggerwarnungen. Ja, natürlich kann ein Text wie der gestrige negative Gefühle auslösen – ABER MEHR AUCH NICHT. Er kann weder „traumatisieren“, noch sehe ich in einer Gesellschaft, in der in jeder Werbeunterbrechung mindestens drei Diät-Produkte angepriesen werden einen Sinn darin, ausgerechnet diesen einen Text mit einer Triggerwarnung zu versehen, zumal der Titel und das Thema doch schon mehr als genug Hinweise auf den Inhalt geben.
Ich muss es leider nochmal sagen: Ich habe einen Text über meinen Vater geschrieben und darüber, dass er mich nicht liebt, und dieser Text hat einige Leser zu Tränen gerührt. Er war mir wichtig, das Schreiben hat geschmerzt und mich aufgewühlt. DA könnte ich vollkommen verstehen, dass bei Lesern negative Gefühle hochkommen. Aber stattdessen wird nach einer Triggerwarnung verlangt für einen Text über meine Gewichtsprobleme. Holy Shit. Kann es sein, dass das Thema ein ganz kleines bisschen überdramatisiert wird?

Ich werde weder jetzt, noch in Zukunft einen Text von mir mit einer Triggerwarnung versehen. Dafür habe ich gute Gründe. Die müssen euch nicht passen, aber ich werde mit Sicherheit nicht einen Begriff, der eigentlich im Kontext von Posttraumatischen Belastungsstörungen verwendet werden sollte (ihr wisst schon, das kriegt man, wenn man im Krieg war oder entführt oder vergewaltigt wurde und so) dazu zweckentfremden und verwässern, um vor einem Diättext zu warnen. Damit werden Befindlichkeiten, die mit Sicherheit für die Betroffenen sehr scheiße sind, auf eine Stufe gestellt mit einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung. Und DAS ist diskriminierend.

Macht mit euren Körpern, was ihr wollt. Es interessiert mich nicht. Aber verlangt nicht von mir und anderen, diese Bewegung total abzufeiern. Denn das werde ich nicht tun.

Edit, 21. Mai:

Ich habe das Bedürfnis, dazu noch etwas zu sagen, möchte das Thema aber eigentlich nicht mehr aufkochen. Ich habe keinen Bock, jetzt zur „Feministin, die was gegen Fat Acceptance gesagt hat“ zu werden, nachdem ich doch grade erst die „Tussi, die diesen Depressionsartikel geschrieben hat“ war (ist beides sehr ungeil).
Deshalb hier ein Nachtrag, der nochmal deutlich machen soll, was ich eigentlich meine, da das offensichtlich einige nicht verstehen wollen:

mädchenmannschaft fettlogik

Dies erschien bei der Mädchenmannschaft. Und zwar unter dem Titel: Dinge, die du nicht mehr sagen solltest, außer du hasst dicke Menschen.

Ich denke, nichts könnte mehr illustrieren, was ich sagen wollte. Ich weiß nicht, wie oft ich es noch betonen soll: Mir ist egal, was andere Menschen mit ihren Körpern machen. Aber dies ist eine völlig andere Stufe. Hier werden die Gesundheitsrisiken nicht nur kleingeredet, sondern VOLLKOMMEN NEGIERT (bei gleichzeitiger Erwähnung von „gesundheitlichen Risiken durch Abnehmen“ – oh my fucking god).
Polly’s Pocket nennt das „den Punkt der totalen Toleranz“. Gefällt mir, obwohl „totale Ignoranz“ vielleicht noch besser wäre.

Und da hört es bei mir auf. Ist das wirklich so bösartig von mir? Talking ‚bout „Bösartigkeit“… die MM redet ja selbst schon nicht mehr von Fatshaming, sondern von HASS. Ein Arzt, der eine 150kg schwere Frau darauf hinweist, dass sie auf eine Diabetes zusteuert, HASST diese Frau. Mir fehlen völlig die Worte.

Aber „Diabetes“ ist ein gutes Stichwort: Zum kürzlich stattfindenden Anti-Diät-Tag las ich mehrere Tweets von Aktivistinnen, die damit auch schon wieder nicht glücklich waren, denn es gäbe ja Menschen, die wegen einer Krankheit Diät halten müssen (zum Beispiel Diabetes!) und da ist es doch unfair, diese mit Leuten in einem Topf zu werfen, die Diät halten, weil… keine Ahnung. Weil sie dicke Menschen hassen?

Laut der Logik des MM-Artikels waren bereits diese überkorrekten Hinweise, die mal wieder äußerst pflichtschuldig geteilt worden sind, Fatshaming in Reinform. Weil nämlich ALLES Fatshaming ist.

Nein, schlimmer. Alles ist HASS.

Ich weiß nicht, wie oft ich noch sagen muss, dass es mir hier um mich geht. Ich hasse keine dicken Menschen und finde sie auch nicht per se unattraktiv. Im Gegenteil, ich finde viele dicke Menschen atemberaubend schön, aber das ändert für mich selbst überhaupt nichts.

Es macht mich traurig, dass man mir etwas so abgrundtief böses vorwirft: Hass gegen Menschen allein aufgrund ihrer äußeren Erscheinung. So war ich nie, so will ich auch nie sein.

Aber wenn ALLES Hass ist, dann ist das wohl unvermeidlich. Schöne neue Welt.


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Der Endgegner im Badezimmer 1: Der ewige Kampf

Dies ist eine überarbeitete Version eines Blogposts, den ich schon vor Jahren auf meinen 1. Blog veröffentlichte und später dann auf diesen Blog rüber zog. Für mich ist er aber sehr wichtig. Aber nicht nur deswegen könnte nichts besser sein, um diese Themenwoche einzuleiten…

Gerne übertreiben Leute und sagen etwas wie „Diese Themen begleiten mich schon fast mein ganzes Leben“. Wenn es um Diät, Übergewicht und Abnehmen geht, stimmt das bei mir aber tatsächlich.

Alles begann bereits in der Grundschule, wahrscheinlich so um die dritte Klasse rum: Ich war speckig und wurde deshalb gehänselt. Es ist schlimm, sowas zu schreiben, vor allem da ich es selbst ganz furchtbar finde, wenn sich schon so kleine Mädchen Gedanken um ihre Figur machen, aber bei mir war es nun mal so. Ich schämte mich unglaublich für mein Aussehen, aber in dem Alter kann man da natürlich nichts dafür, noch kann man dagegen großartig was unternehmen, wenn einem die Familie (vor allem die, die für die lebensmitteltechnische Versorgung zuständig sind) nicht hilft. Im Gegenteil, schon damals bekam ich von meiner Familie blöde Sprüche ab, was auch nicht besonders dazu geeignet war, mein Selbstvertrauen zu steigern.

Ich erinnere mich noch, wie ich in der 4. zu einem Geburstag eingeladen war, der im Schwimmbad stattfinden sollte. Für alle anderen Kinder meiner Klasse war das ein wahnsinniges Highlight, aber mir graute es davor, mich in Badeanzug zu zeigen. Alles Heulen brachte aber nichts – meine Mutter zwang mich trotzdem, hinzugehen -.-

In der weiterführenden Schule ging es dann so weiter. Hier stand Schwimmen sogar zwei Jahre lang auf dem Lehrplan, was ich grauenhaft fand, obwohl ich eigentlich unheimlich gerne schwimme.

In den ersten Sommerferien war ich dann in Kinderkur. Eigentlich war das lediglich als „Urlaub“ deklariert, weil meine Mutter was bei der Krankenkasse drehen konnte, aber nach der dortigen Untersuchung, bei der ich mich ganz nackig machen durfte, wurde ich an den Abnehmertisch gesetzt.
Dort saß ich nun mit lauter erbärmlich fetten Stadtkindern und bekam einen kalorienreduzierten Fraß nach dem anderen vorgesetzt, wovon ich vielleicht 50% essen mochte, der Rest war ekelhaft. Das vom Arzt gesteckte Ziel – 3 Kilo in vier Wochen – erreichte ich zwar, aber wahrscheinlich auch nur deswegen.

Immerhin hatte ich in der Kinderkur erstmals Erfahrung mit Kalorienzählen gemacht und aß von da an bis heute fast kein helles Brot mehr (immerhin). Was meine Eltern aber eher nervig fanden, denn plötzlich mussten sie Körnerbrötchen kaufen…

Je älter ich wurde, desto vehementer wurde ich von meiner Familie auf mein Gewicht reduziert. Die Männer machten sich lustig und die Frauen überschütteten mich mit immer neuen Diätratschlägen, wenn sie sich nicht auch gerade lustig machten. Problem war weiterhin, dass ich mittags immer bei meiner Oma aß und die einen Scheißdreck auf Kalorien gab. Erst mit 14 Jahren konnte ich schließlich durchsetzen, dass ich nach der Schule direkt nach Hause gehen und mir selbst etwas zu essen machen durfte. Wobei ich dann DORT das Problem hatte, dass wir in meinem Dorf keine Einkaufsmöglichkeit haben und meine Mutter sich schlichtweg weigerte, das ganze Zeug zu kaufen, das ich haben wollte.

Bis ich 16 wurde, verwuchs sich einiges an Speck, was ich anhand vieler Bilder nachvollziehen kann, doch damals merkte ich das gar nicht, sondern fühlte mich immer noch zu fett. Ich probierte bis dahin vieles aus, was mir von außen nahegelegt wurde. Nur, und da zeigten sich erste krankhafte Tendenzen: Ich übertrieb maßlos.

Beispielsweise soll ja Apfelessig sehr gut zum Entschlacken sein. Täglich ein Glas Wasser mit einem Schluck Apfelessig soll helfen, die Verdauung anzuregen.
Was tat ich? Ich kniff die Nase zu und trank das Zeug fast pur.
Damals (aber auch schon früher) habe ich auch erste heimliche Erfahrungen mit Abführmitteln gesammelt. Meine Mutter hätte mich umgebracht, wenn sie davon gewusst hätte, und hätte damit vollkommen Recht gehabt. Andererseits bekam ich aber auch immer noch nicht die geringste Unterstützung.

Als ich zur Oberstufe die Schule wechselte, erfand ich meine Persönlichkeit radikal neu. Am ersten Schultag tauchte ich mit Kurt-Cobain-Shirt, Chucks und zerrissenen Levis 501 auf. Meine Mitschüler waren beeindruckt und so fühlte ich mich zum ersten Mal halbwegs wohl.
Zu dieser Zeit wog ich ungefähr 58 Kilo auf 1,58 m. Nicht schlank, aber eben auch nicht fett. Dennoch wollte ich gerne für die erste Klassenfahrt zum Meer in Bikini gut aussehen und hatte damit wieder mal Abnehmpläne.

Nur war dieses Mal irgendein Schalter umgesprungen: Statt Radikalkuren oder idiotischen Diäten wählte ich den gemäßigten Weg und aß einfach nicht mehr so viel. Statt drei Portionen Spaghetti Bolognese nahm ich nur noch eine und aß mich zusätzlich am Salat satt. Aus irgendeinem Grund fiel mir das auch gar nicht so schwer.
Es vergingen, glaube ich, nicht mal drei Tage, bis meine Mutter abends in mein Zimmer kam und eines dieser unangenehmen ernsten Gespräche führen wollte. Warum ich denn so wenig esse, das wäre ja nicht gut, ich würde ja noch wachsen (lol…), blablabla.
Ich saß auf meinem Bett und war fuchsteufelswild. Esse ich zuviel, werde ich ausgelacht, esse ich weniger, muss ich mir direkt so eine Scheiße anhören. Dabei war mein Essverhalten zu dem Zeitpunkt wirklich genau richtig, aber dennoch bekam ich es von allen Seiten drauf.
Immerhin schaffte ich auf diese Weise tatsächlich, 5 Kilo abzunehmen und sah in meinem Bikini nicht schlecht aus. Eigentlich hätte es damit beendet sein können und ich könnte noch heute eine normalgewichtige, zufriedene Frau Anfang 30 sein, aber wieder spielte meine Familie da nicht mit. Denen war mein neuer, grungiger Kleidungsstil ohnehin ein Dorn in Auge. Erst meinten sie gehässig, diese Art Klamotten würden mich fett machen, doch ziemlich schnell schwenkten sie um und sagten, ich SEI fett. Und das mit einem BMI von 21!

Mein noch sehr fragiles neues Selbstbewusstsein kam damit nicht klar und nahm diese Häme ernst, darum bemühte ich mich immer verzweifelter, noch mehr abzunehmen. Ich dachte, wenn ich es mal unter 50 Kilo schaffe, wäre alles gut, aber das ist nun einmal nicht so einfach. Hätte ich weiter gemäßigt gegessen, hätte ich mein ideales Gewicht mühelos halten können, aber da ich ja unbedingt noch weiter Gewicht verlieren wollte, machte ich damit alles kaputt. Fastentagen folgten Tage mit üblen Fressflashs, Tage, an denen ich nichts als Äpfel essen wollte endeten mit einer Pizzaorgie. Mein Körper reagierte mit Gewichtszunahme.

Als ich nach dem Abi weder Studien-, noch Lehrplatz bekam und ich voll in einer Adoleszentenkrise steckte, war mir auch zeitweise mein Gewicht egal. Folgerichtig war ich bald über 60 Kilo.

Die letzten Jahre waren dann geprägt von einigen diätischen Misserfolgen – besonders möchte ich hier die Kohlsuppendiät hervorheben – und weiterer Gewichtszunahme. Allmählich begann sich dann aber dann doch in mir der Gedanke zu manifestieren, dass diese ganzen elenden Crashdiäten einfach nichts bringen und es schlichtweg viel effektiver ist, seine Ernährung umzustellen. Einige Male habe ich das sogar zeitweise geschafft und hatte damit keinen schlechten Erfolg. Also warum nicht wieder?
Doch als ich dies vor ca. 5 Jahren probierte, tat sich überhaupt nichts. Sowieso fielen mir immer mehr Dinge auf, die mir langsam bewusst machten, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Beispielsweise während Rock am Ring: Ich aß und trank so ziemlich dasselbe wie alle meine Freunde während diesen paar Tagen, aber ich war die einzige, die danach 3 oder 4 Kilo schwerer war. Einige nahmen während diesen Festivaltagen sogar ab, nur ich nahm so viel zu!

Ich begann, der Ursache auf den Grund zu gehen und wurde schnell fündig: Schilddrüsenunterfunktion. Das erklärte gleich auch eine ganze Palette anderer Symptome, an denen ich litt. Dennoch wollte mein ursprünglicher Hausarzt nichts festgestellt haben. Ein Jahr lang beobachtete ich mein Gewicht sowie den Rest weiter, bis ich wieder zum Arzt ging, diesmal aber zu einem Spezialisten. Und dieser stellte fest: Jap, Sie haben eine Unterfunktion.

Seit dieser Zeit muss ich deshalb also täglich Tabletten nehmen, aber ich möchte mich nicht beschweren. Zwar habe ich seitdem eigentlich nicht abgenommen, aber das lag nicht an den Tabletten. Ich habe schlicht und ergreifend zu viel gefressen! Vor der Diagnose hätte ich mit den Mengen, die ich in mich reingestopft habe, bestimmt mindestens 10 Kilo zugenommen, aber so ist mein Gewicht sogar konstant geblieben.

Dennoch bin ich wie schon beschrieben nicht gerade glücklich über mein jetziges Gewicht und möchte es nun endlich wieder mit einer Ernährungsumstellung versuchen. Nachdem ich jahrelang gelernt habe, wie viele Kalorien einzelne Lebensmittel haben und wie viele ich zu mir nehmen darf, ist das auch gar kein Problem. Lediglich kostet es Überwindung, täglich einige kleine Mahlzeiten einzubauen, die meinen Stoffwechsel auf Trab halten.

Das Schöne an einer Ernährungsumstellung ist, dass man im Prinzip auf nichts verzichten muss. Bei jeder Form von Diät, sei es nun Atkins, Trennkost oder sonst was, gibt es immer etwas, dem man auf ewig Adieu sagen muss. Ich MÖCHTE aber nicht auf alles verzichten. Nach all den Jahren, in denen ich mich so sehr gehasst habe für alles, was ich gegessen habe, habe ich dennoch nicht den Spaß am Essen verloren, im Gegenteil. Ich koche wahnsinnig gerne. Ein gutes Öl, ein edler Fisch oder ein perfektes Stück Fleisch bringen mich regelrecht zum Träumen. Es ist nichts falsches dran, einen exquisiten Käse zu mögen oder raffiniert eingelegte Oliven – sofern man keine Diät macht.
Diäten verbieten einem alles, was lecker ist. Ich könnte regelmäßig ausrasten, wenn ich höre oder lese: „NATÜRLICH können Sie mit dieser Diät auch mal eine Pizza genießen! Wie wäre denn als Belag hauchdünner Prosciutto, Rucola und gehobelter Parmesan?“
Sorry, aber ICH mag meine Pizza mit Salami und ordentlich Gauda, der auch schmilzt, wenn man ihn heiß macht, also nein Danke!
Was ich sagen will: Eine Ernährungsumstellung erlaubt einem das, was man mag, auch weiter zu essen – halt nur nicht täglich oder gar ausschließlich. Aber damit wird’s natürlich auch wieder zu was Besonderem. Und den Rest der Zeit tut man halt etwas für seinen Vitamin- und Nährstoffhaushalt – was Diäten auch nicht tun.

Auf diesem Stand war ich zumindest vor drei Jahren – aber geändert hat sich in dieser Zeit nichts. Ich war weiterhin unglücklich mit meinem Gewicht und fiel von einer diätischen Enttäuschung in die nächste.

So zumindest bis vor kurzem…!


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Fatshaming und Fatacceptance
Buchtipp
The war is won!
Meine Diät!
Rezepttipp: Der Teig ohne Mehl!
Geheimtipp: Die Nudel ohne Kalorien!
Bonus – das beste Rezept der Welt! (Zum Mitmachen!)

Wenn dir das gefallen hat und du mich ein bisschen unterstützen willst, lasse ich mich gerne via Paypal zu einer Tasse Kaffee einladen. Der hat ja auch immerhin keine Kalorien.

Themenwoche: Der Endgegner im Badezimmer!

Eigentlich müsste ich mich um tausend andere Sachen kümmern, aber da mich die Sache gerade (wieder mal) sehr beschäftigt, rufe ich eine neue Themenwoche ins Leben: Der Endgegner im Badezimmer!

Und damit kann natürlich niemand anderes gemeint sein als The Ultimate Evil: die Waage!

Wer mich schon länger liest weiß, dass ich seit Jahren, eigentlich schon Jahrzehnten den epischen Kampf gegen meinen Speck ausfechte, der jeden Gang ins Badezimmer zur absoluten Katastrophe werden lässt. Nun habe ich zu dem Thema schon Ewigkeiten nichts mehr geschrieben – Zeit, das zu ändern!

Macht euch also bereit für die volle Dröhnung: Ab morgen gibt es jeden Tag einen Artikel rund um’s Thema Diät, Abnehmen, moppelig sein! (Und das wird ja so viel spannender, als es sich anhört!)

Themen (absichtlich ein bisschen waage, äh, vage):

Montag: Der ewige Kampf
Dienstag: Fatshaming und Fatacceptance
Mittwoch: Buchtipp
Donnerstag: The war is won!
Freitag: Meine Diät!
Samstag: Rezepttipp: Der Teig ohne Mehl!
Sonntag: Geheimtipp: Die Nudel ohne Kalorien!
Montag: Bonus – das beste Rezept der Welt! (Zum Mitmachen!)

Kuckt auch in meine anderen Thementage rein:
Kinderserien meiner… Kindheit! – Das beste und das schlechteste aus den goldenen 90ern!
Meine Top 5 Alben aller Zeiten! – denn High Fidelity hatte Recht: Es kann nur fünf geben!
Ich war jung und brauchte das Geld! – alle Scheißjobs meines Lebens, gnadenlos bewertet!
My very own Halloween-Special – alles rund um’s Thema Horror, Tod und Party!

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#WasAndersWäre – Blogparade

Vorgestern stieß ich auf die Antworten von „Mama arbeitet“ zu einem Blogstöckchen und auch, wenn ich noch ein paar andere Blogstöckchen hier rumliegen habe, zu denen ich noch nicht gekommen bin, und ich außerdem für dieses hier nicht nominiert wurde, fand ich das Thema zu interessant, um nicht sofort mitzumachen!

Worum geht es? Die Autoren des Buchs „Die rosa-hellblau-Falle“, das behandelt, wie sehr wir schon unsere Kinder in Rollenschubladen stecken (oh, the memories!) haben auf ihrem Blog Fragen gestellt, die sich rund um genau dieses Thema „Klischees“ drehen. Konkreter: Unter dem Titel #WasWäreAnders sollen sich die Teilnehmer Gedanken darum machen, wie ihr Leben nun aussehen würde, würden sie zum anderen Geschlecht gehören.

Diesen Ansatz finde ich sehr spannend – und darum mache ich mit! Ich verzichte jedoch auf Nominierungen und werfe das Blogstöckchen in die Runde. Ich würde mich freuen, wenn es jemand auffängt!

Und damit geht’s auch schon los!

1. Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du ein Mann/eine Frau wärst?
Puh… alles und nichts. Ich entspreche weder dem Klischee einer Frau, noch dem eines Mannes. Ich würde folglich genauso wie jetzt unter Rollenklischees leiden, nur wären es halt andere. Meine Kindheit wäre wohl komplett anders verlaufen, aber nicht unbedingt besser.
Werde ich heute schief angesehen, weil ich Comics mag, würde man mich als Mann wohl auslachen, weil ich außerdem Jane-Austen-Verfilmungen feiere (die sehe ich mir übrigens immer zusammen mit meinem Mitbewohner an – er ist ein riesen Fan!). Das sind Kleinigkeiten, über die ich (heute) drüber stehe, aber die pure Masse macht es dann letztendlich. Ich würde als Mann wohl sehr darunter leiden, so sensibel zu sein, wie ich nun mal bin.
Davon abgesehen müsste ich mich wohl als Kellner komplett anders verhalten als als weibliche Thekenkraft. Wenn ich pöbelnde Gäste rausschmeiße, muss ich richtig aufdrehen, da ich ansonsten keine Chance hätte. Ich muss brüllen und auf die Theke hauen, um überhaupt beachtet zu werden. Bisher hat das immer wunderbar funktioniert.
Als Mann dagegen hätte ich mit dieser Art mit Sicherheit schon ein paar aufs Maul gekriegt. Um sich in solchen Situationen durchzusetzen muss Frau schreien, während ein Mann im Gegenteil ruhig bleiben muss. Beides kann bedrohlich wirken, aber auf völlig andere Weise und nur mit dem richtigen Geschlecht.
Eigentlich ist es sehr interessant, dass man sich genau gegensätzlich zum Rollenklischee verhalten muss, um in brenzligen Situationen als Autorität anerkannt zu werden.
Wäre ich ein Mann, müsste ich mir, nachdem ich gerade erfolgreich eine Gruppe Nazis rausgeschmissen habe, zudem nicht anhören, dass wir wegen sowas dringend einen Mann hinter der Theke bräuchten -.-

Als Mann würde ich außerdem wohl nicht so glockenhell kichern. Tihihi.

2. Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau/ein Mann bist?
Ganz klar: Beauty-Zeugs. Da kann man noch so sehr empowert oder emanzipiert sein – wenn die ganze Welt bestimmte Erwartungen an einen stellt, kann man entweder immer nur kämpfen und am Ende doch auf der Strecke bleiben oder halt mitmachen.
Too much information: Das gilt insbesondere für Schamhaare. Männern meiner Generation und jünger ist eingetrichtert worden, dass die Dinger unhygienisch und eklig sind. Komischerweise war das noch vor 10, 20 Jahren nie ein Thema gewesen. Was haben die Kerle davor gemacht – Sex nur unter allergrößter Überwindung oder wie?
Ich finde mich mit Schamhaaren schöner und weiß zudem, dass es im Gegenteil OHNE unhygienischer ist. Aber weil ich keinen Bock auf Diskussionen habe (oder stumme Verurteilung), lass ich sie halt wegmachen. Jedenfalls manchmal. Aber niemand würde mir das vorwerfen, wenn ich ein Mann wäre.

3. Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du ein Mann/eine Frau bist?
Ich bin da relativ schmerzfrei und tue ganz bewusst immer wieder Dinge, die man von mir nicht erwarten würde, weil ich eine Frau bin, wenn ich Lust dazu habe. Ich weigere mich, Geld für’s Taxi anzunehmen und gehe nachts lieber zu Fuß nach Hause. Ich schleppe Bierkästen lieber selbst, statt einen starken Mann zu suchen, der das für mich übernimmt. Ich lasse nicht zu, dass sich auf der Arbeit ein Mann in meine Streits einmischt, weil ich das selber regeln will.
Ich bin tatsächlich der Meinung, dass ich nichts bewusst unterlasse, nur weil ich eine Frau bin. Dazu bin ich zu stur. Höchstens habe ich auf Konzerten Angst, mitten in den Moshpit rein zu springen, aber das hat eher was mit meiner Körpergröße zu tun als mit meinem Geschlecht.
Okay, ein bisschen Schiss, mir da eine gebrochene Nase zu holen, was bei einem Mann aus rein optischen Aspekten nicht so schlimm wäre wie bei einer Frau, die ständig auf ihr Äußeres reduziert wird, spielt da vielleicht auch mit rein. Aber ansonsten… wobei… natürlich! Furzen und rülpsen in der Öffentlichkeit. Wer schon mal mit gefrorenen Lächeln und randalierenden Eingeweiden auf einer Party stand, wird diese Freiheit sehr vermissen. Keine Ironie.

4. Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?
Hier müsste ich ehrlicherweise „alle“ sagen. Aber natürlich sind einige schlimmer als andere.
Rollenklischees haben mir meine Kindheit zur Hölle gemacht. Mir ist täglich unter die Nase gerieben worden, wie schrecklich ich sei, nur weil ich nicht den Erwartungen eines „typischen Mädchens“ entsprochen habe. Ich durfte nicht toben und Fußball spielen, bekam nie die Spielsachen, die ich gerne wollte und wurde in Klamotten gezwängt, die ich hasste. Außerdem wurde ich früh darauf vorbereitet, was mich in meinem späteren Leben unweigerlich erwarten wird: Hausfrau sein, Männer bedienen, lächeln, brav sein, die Fresse halten. Mein Umfeld hat mir eine so passive Art Weiblichkeit vermittelt, dass ich einen regelrechten Hass darauf entwickelte. Das machte die Anfänge meiner Pubertät extrem problematisch („oh mein Gott, ich werde tatsächlich zur Frau – wie scheiße!“) und zog sich durch bis ins frühe Erwachsenenalter.
Ich bin froh, das hinter mir zu haben. Aber wenn ich heute mit so etwas konfrontiert werde, kocht wieder der selbe Hass in mir hoch. Nicht gegen Weiblichkeit, sondern gegen diese Idioten, die so unglaublich dumm und beschränkt in ihrem Denken sind – und damit nicht nur Frauen, sondern auch sich selbst Ketten anlegen.
Daher fühle ich mich tatsächlich doch von JEDEM Klischee beeinträchtigt (besser gesagt: persönlich beleidigt), sogar wenn ich es selber erfülle.
Und dazu kommt dann natürlich noch das harte Zeug. Dass mir nicht zugehört wird, weil ich eine Frau bin. Dass mir trotz gleicher oder höherer Kompetenz ein Mann vorgezogen wird, weil ich eine Frau bin. Dass ein Kerl Applaus für einen Vorschlag kriegt, den ich zwei Sekunden früher selber gemacht habe, aber das hat dann niemand beachtet, weil ich eine Frau bin. Die ganzen sexistischen Sprüche, Beleidigungen, Grenzüberschreitungen, nur weil ich eine Frau bin. Das ist alles sehr, sehr scheiße.

5. Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Frauen/Männer zu gehören.
Siehe Antwort 1. Ich hatte wirklich schon einige Situationen bei der Arbeit, die auf Außenstehende sehr gefährlich gewirkt haben, aber ich habe mir dabei noch nie wirklich Sorgen um mich gemacht. Grade Männer, die sehr rollenfixiert sind und sexistisch in ihrer Denkweise haben verinnerlicht, Frauen nicht zu schlagen (zumindest keine fremden). Das ist für mich in solchen Fällen definitiv ein Vorteil. Und das ist so massiv, dass unser Chef uns Kellnerinnen im Zweifelsfall vorschicken würde, um einen Pöbler rauszuschmeißen, weil wir da relativ safe sind, während ER sofort ein paar in die Fresse bekäme. Einige meiner Kolleginnen haben damit Probleme, weil sie Angst haben, aber ich sehe das realistisch und gehe gerne vor, wenn ich damit ihn oder meine männlichen Kollegen schützen kann.
Außerdem merke ich den Vorteil Frau ganz massiv in gewissen Kreisen des Netzfeminismus. Das finde ich unglaublich zum Kotzen. Ich bin keine Anhängerin der Privilegientheorie, denn ich vertrete ja gerade die Ansicht, dass das Geschlecht KEINE Rolle spielen sollte. Das sehe ich in dieser Theorie nicht gegeben.
Mir ist es tatsächlich mal passiert, dass mir in einer Diskussion zu einem völlig anderen Thema (Klassismus) plötzlich das „Argument“ entgegen geschleudert wurde, dass ich hierzu ja eigentlich nichts zu melden hätte, denn zwar mag ich klassistisch benachteiligt sein, aber als Mann hätte ich ja immer noch den Privilegienjackpot gewonnen. Offensichtlich hielt man mich wegen meines hierzulande männlich konnotierten, aber eigentlich geschlechtsneutralen Nicks für einen Mann (was ich nochmal auf ganz andere Weise für sexistisch halte).
Und da hört’s bei mir aber sowas von auf. Sobald der Standpunkt eines Mannes bei jedem erdenklichen Thema nur deshalb nicht zählt, weil er ein Mann ist, ist das kein Feminismus mehr, sondern Sexismus in Reinform. Das unterstütze ich nicht.

6. Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?
Online. Ich weiß von vielen meiner Follower auf Twitter oder hier im Blog das Geschlecht überhaupt nicht und es ist mir auch egal. Und auch in meinem Freundeskreis fühle ich mich sehr wohl dahingehend. Ich mag weder sehr klischeehafte Frauen, noch sehr klischeehafte Männer, darum umgebe ich mich mit solchen Leuten nicht. In meiner WG, in der ich mit zwei Männern lebe, und unter meinen Freunden ist das alles so egal. Sowohl Frauen als auch Männer machen dasselbe Ding, mögen sich unabhängig vom Geschlecht, werden gleich respektiert. Und diese ominöse sexuelle Spannung, die ja angeblich unweigerlich in Mann-Frau-Beziehungen herrscht und Freundschaften zwischen den Geschlechtern unmöglich macht, gibt es nicht (was nicht heißt, dass in meiner Clique keine Pärchen zusammen finden oder niemand Sex hat. Ich denke ihr wisst, was ich meine.).
Das würde ich mir für die ganze Welt wünschen.

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Brief an meinen Vater

Cause I’m fucked up
because you are
need attention
attention you couldn’t give

– Staind

Mein Vater,

ich schreibe dies in der Hoffnung, es dir irgendwann ins Gesicht sagen zu können.

Heute ist Vatertag und ich muss wie jedes Jahr an dich denken, obwohl du für mich nie ein Vater warst.

Wir hatten einen schweren Start, das bestreite ich nicht. Doch wie sah der genau aus? Ich habe über die Jahre hinweg so viele Versionen der ein und selben Geschichte gehört. Du und meine Mutter, ein Meer aus vagen Andeutungen, irreführenden Hinweisen und Schlägen in die Fresse.
War ich ein One Night Stand oder ein Kind der Liebe? Wolltest du wirklich, dass sie abtreibt? Hast du einfach Panik bekommen? Hat sie die Schwangerschaft forciert? Wenn ja, warum hast du dich dagegen nicht geschützt? Wart ihr nun ein Paar oder nicht? Hast du dich von Anfang an nicht für mich interessiert oder war der Druck meiner Familie zu groß, um eine Beziehung aufzubauen? Ich weiß es nicht. Zwanzig Jahre habe ich versucht, die Ereignisse zu rekonstruieren, aber es inzwischen aufgegeben. Ich kann euch nichts mehr glauben und ich habe es satt, zum x-ten Mal eine Geschichte zu hören, die wahr sein könnte, vielleicht aber auch nicht.

Tatsache ist, dass meine Mutter zu stolz war, um jemals einen Cent von dir anzunehmen. Offiziell kennt der deutsche Staat dich nicht. Sie hat mich damit nicht nur um meinen Unterhalt gebracht – MEIN Geld, nicht ihres – sondern auch um mein Erbe. Du dagegen warst auf diese Weise natürlich aus dem Schneider. Wie angenehm für dich.

Ich wusste immer, dass mit mir etwas nicht stimmte. Die Blicke, das Getuschel in meinem ekelhaft kleinen Dorf, es gibt sie sogar noch heute, 30 Jahre später. Ich wuchs auf in dem Wissen, dass jedes normale Kind einen Vater hat, nur ich nicht.
Meine Familie war blond und blauäugig, nur ich war dunkel. Ich stach raus, das merkte ich schon als Kind. „Die Sturheit hast du von deinem Vater,“ sagte meine Mutter manchmal und das erfüllte mich auf absurde Art mit Stolz.

Und doch musste ich zwölf Jahre alt werden, bis wir uns das erste Mal trafen. Ich sah dich an und sah mich, dieselben Haare, dieselben Augen. Dein Akzent überraschte mich, aber er war nur deutlichster Ausdruck einer Eigenschaft, die mich anzog und die ich unglaublich bewunderte: Du warst anders. Ein Freigeist, unabhängig, hast getan, was du wolltest, bist überall in der Welt herum gekommen.
Du bist aufgewachsen in einem Militärregime, hast dadurch einen kritischen Geist entwickelt, hast zu allem deine eigene Meinung und würdest dich niemals unterordnen. So sah ich dich damals. Und ich wollte auch so sein, denn schon mit zwölf engte mich mein Dorf, meine dämliche Familie und ihr beschränkter Horizont mehr ein, als ich ertragen konnte.

Ich wollte frei sein, ich sein. Ich wollte sein wie du.

Die Jahre vergingen. Mein Stiefvater kam gar nicht damit klar, dass ich dich traf, fühlte sich hintergangen. Aber ich war im Recht. Ich hatte ein Recht darauf, meinen Vater zu sehen. Ich mochte auch deine Familie: deine coole Frau, deine beiden Söhne. Meine Halbbrüder. Wie sehr habe ich mir immer Geschwister gewünscht.
Trotzdem habe ich damals genickt und gelächelt, als du und deine Frau mir erklärten, dass ihr ihnen nicht erzählen wollt, wer ich bin. Sie waren damals noch klein und voll in der „Mädchen sind doof!“-Phase. Ihnen da erzählen, dass sie noch eine Schwester haben? Hach, vielleicht später mal. Mal sehen.
Ich nickte und lächelte. Und ich dachte, wie dumm diese Begründung ist. Aber ich lächelte und war tief verletzt.

Später, als sie älter waren, reagierten sie auf mich sehr verhalten. Wir redeten nicht miteinander. Vielleicht waren sie beleidigt. Wenn sie auch nur ein bisschen sind wie ich, sind sie nicht doof. Ich sehe ihnen ähnlicher als ihre eigene Mutter. Jeder Vollidiot hätte erkannt, dass du, ich und die beiden verwandt sind. Aber das wurde nie thematisiert, jedenfalls nicht offen. Wenn sie nur ein bisschen so sind wie ich, hat sie das unglaublich ankotzt – dass ihre eigene Eltern sie offensichtlich für so blöd halten. Und mir gab es einen Stich, denn diese Art Totschweigen kannte ich von meiner Familie.

Ich dachte, du seist anders. Ich dachte, du seist besser.

Die Besuche wurden seltener, du warst öfter schlecht gelaunt. Das alles hinter der Fassade der Gradlinigkeit. So ein ehrlicher Mensch wie du, der versteckt doch nicht etwa, dass er mies drauf ist! Grummeligkeit als Statussymbol. Du konntest es dir ja leisten.
Und ich? Ich wollte dir einfach nur gefallen.

Aber es bröckelte. Das hätte ich schon damals sehen müssen. Und dass man sich nicht auf dich verlassen kann, wurde mir spätestens dann klar, als ich dir offenbarte, depressiv zu sein und ich dich bat – als neutrale, dritte Person – meinen Eltern klar zu machen, dass ich Hilfe brauche. Ich kam aus dem Kurzurlaub zurück, in den ich geflüchtet war, und was hattest du getan? Nichts. „Bin noch nicht dazu gekommen,“ war deine lapidare Antwort.

Das war das eine Mal, dass ich wirklich Hilfe von dir gebraucht hätte. Du hast kläglich versagt.

Rückblickend betrachtet hast du den Zerfall ganz alleine eingeleitet. Sommer 2006, ich weiß es noch genau. Das Jahr, in dem Deutschland Argentinien aus der WM gekickt hat. Das Spiel war spannend, dein Wohnzimmer voll, hast du doch überall Freunde und Bekannte, und DIE waren nun mal keine fünfjährigen Kinder und sahen sofort, was ich war und wer ich bin.
Freundlich waren sie alle, neugierig. Ob ich denn auch zur großen Feier deines 50. Geburtstages komme? Natürlich wollte ich das. Ein Fest mit Menschen aus aller Welt, dutzende, hunderte deiner alten Wegbegleiter, Reisende, Künstler, Lebemänner und Lebefrauen, ein Highlight war allein der Gedanke für mich.
Und natürlich war da meine Familie. DEINE Familie. Den Teil, den ich nicht kenne. Deinen Bruder, deine Schwester, ein halbes Dutzend Cousins und Cousinen, noch nie hatte ich einen davon gesehen. Vielleicht waren wir uns ähnlich und verstanden uns super. Ich freute mich.

Wenige Wochen später war ich zelten mit Freunden. Mein Handy klingelte, es lag in meinem Zelt. Meine Zeltnachbarin brachte es mir, DU warst dran. Noch bevor ich überhaupt Hallo sagen konnte, hast du losgebrüllt: Warum da eine fremde Person an mein Handy ginge?! Ich war völlig verwirrt wegen dieses Ausbruchs, für mich war das das Normalste der Welt?
Aber deswegen hattest du natürlich nicht angerufen. Ich höre deine Stimme heute noch – Worte, die du offensichtlich geübt hattest. Du sagtest mir, dass deine Mutter sich aus Südamerika zu deinem Geburtstag angekündigt hat. Ich hatte gerade genug Zeit, um mich zu freuen – ich würde zum ersten und vielleicht einzigen Mal meine Oma sehen! – als du meine Aufregung auch schon unterbrachst. Deine Mutter sei eine sehr alte und konservative Frau, wisse nichts von mir und daher möge ich deiner Geburtstagsfeier bitte fern bleiben.

Ich will nicht lügen: Das war ein Schlag. Ein harter. Und dennoch: Obwohl ich jedes Recht gehabt hätte, deswegen völlig auszurasten… verstand ich es. Ich verstand, warum eine Lüge manchmal nicht einfach so aufgedeckt werden kann. Ich wollte nicht dafür verantwortlich sein, dass eine alte Frau einen Herzinfarkt bekommt.

Ich verstand es. Aber es machte mich trotzdem traurig.

Ich versuchte, leise zu weinen, aber du hast mein Schniefen trotzdem durch das Telefon gehört. Und da ging es los. Was ich mir einbilde? Wie ich es wagen könne, nun zu heulen? Was ich mir dabei denke? Das sei so typisch für mich, immer seien alle anderen Schuld, während ich flenne, ich solle doch endlich Verantwortung übernehmen, peinlich wäre das, diese Hilflosigkeit, peinlich überhaupt alles an mir…

Ich hörte deine Worte und es war wie ein Dolch mitten ins Herz. Es waren nicht nur die Worte. Es war ihre Zusammenhangslosigkeit. Diese Ungerechtigkeit. Darf ich etwa NICHT traurig sein, weil du mich verleugnest? Darf ich etwa nicht traurig sein darüber, keinen Vater zu haben wie die normalen Kinder?

Dies war der Anfang vom Ende. Wir redeten ab da kaum noch miteinander. Drei Jahre später rief ich dich zum letzten Mal an an dem Tag, an dem sich meine Eltern trennten, wieder mal so eine Gelegenheit, an der ich vielleicht ein wenig Zuspruch gebraucht hätte, aber du warst desinteressiert und hast das Gespräch abgewürgt mit dem Versprechen, dich bald zu melden.

Seitdem Funkstille. Seit sechs Jahren.

Ich hatte seitdem viel Zeit zum Nachdenken. Und wenn ich den Bruch wirklich datieren müsste, käme ich auf den Tag dieses ersten grässlichen Telefonats. Denn damals hast du selbst das Bild, das ich von dir hatte, in tausend Scherben zerschmettert, auch wenn das mir damals noch nicht bewusst war.

Seit diesem Tag trug ich das Wissen um deine Erbärmlichkeit.

Natürlich machte ich mir zunächst sehr viele Vorwürfe. Zerfleischt habe ich mich. Hattest du mit deinen harten Worten Recht? War ich so schwach, wie du mich dargestellt hast?

Ich wollte doch stark sein. Ich wollte wie du sein. Aber nach langem Nachdenken, vielen Selbstzweifeln und auch Hass gegen mich selbst erkannte ich, dass du an diesem Tag dich selbst angebrüllt hast. Es ist kein Verbrechen, traurig zu sein, weil man behandelt wird wie ein unangenehmes Geheimnis, für das sich jeder schämt. Wohl ist es aber ein absolutes Armutszeugnis, genau diesen Eindruck in seinem Kind zu erwecken, nur weil man über zwanzig Jahre lang zu feige ist, seiner eigenen Mutter etwas zu beichten.

Nicht ich war schwach. Du warst es. Immer gewesen. Und das beste, was man über dich sagen kann ist wohl, dass du dich dafür wenigstens genug geschämt hast, um zu versuchen, deine Schuld auf mich abzuwälzen.

Was ich an dir liebte, war reine Illusion. Du ach so starker Mensch warst niemals stark genug, um für mich da zu sein. Du verschwandest endgültig, als es mit mir zu schwierig wurde. Ich, dein schmutziges kleines Geheimnis, das wohl einfach zu anstrengend ist.

Und so muss ich leben und und zurecht kommen mit dem Wissen, dass ich einer von zwei Personen auf diesem Planeten, die mich immer lieben sollten, egal was ich für eine Scheiße baue und wie tief ich auch sinke – dass ich einer dieser beiden Personen völlig egal bin.

Wenn ich heute zum Telefon greife, rufe ich nicht dich an, sondern meinen Stiefvater. Er war mit meiner Mutter zusammen, seitdem ich zwei Jahre alt bin. Er war gerade zwanzig Jahre alt und hat dennoch die Verantwortung für ein Kind übernommen, das nicht mal sein eigenes war. Und er ist auch heute noch für mich da, obwohl sie inzwischen getrennt sind.

Natürlich hatten wir unsere Probleme. Wir sind zwei völlig verschiedene Charaktere. Wir haben gestritten, gebrüllt und uns eisig angeschwiegen. Er hat tausend Fehler gemacht und mich auf vielerlei Art verletzt, wie du es nie getan hast – aber das ist ja auch nicht schwer, wenn man nicht da ist.

Du hast mir mal gesagt, wie tief beeindruckt du von mir schon bei unserem ersten Treffen warst, noch bevor ich überhaupt den Mund aufgemacht habe. Ich hatte den Stuhl neben dir genommen und ihn ein Stück von dir weggerückt, bevor ich mich setzte. Ich habe das nicht mit Absicht gemacht, möglicherweise war es also eine unbewusste Geste, vielleicht auch nur Zufall – aber du meintest, dir hätten zum ersten Mal in deinem Leben die Worte gefehlt.

Und hier sind wir nun und dieses Mal ist es sehr bewusst: Ich rücke von dir ab. Ich rücke von dir ab, final und endgültig. Ich löse mich von dem Gedanken, dir jemals etwas zu bedeuten, egal was ich in meinem Leben noch erreichen werde. Denn du warst nicht da für mich. Du hast dir einen Stuhl genommen und dich mit dem Rücken zu mir ans andere Ende des Raumes gesetzt, noch bevor ich überhaupt geboren war.

Und das werfe ich dir nicht einmal vor. Was ich dir vorwerfe sind deine Lügen. Dein Aufplustern. Die Täuschung, es sei anders und ich könnte einen Platz in deinem Leben haben. Und vor allem werfe ich dir vor, mir den Eindruck vermittelt zu haben, dies alles sei MEINE Schuld, nur weil du dich nicht deiner Verantwortung stellen konntest.

Weil du ein Kind bist. Ein weitgereistes Kind, das viel gesehen und erlebt hat, aber nichtsdestotrotz ein Kind, das sich seinen eigenen Fehlern nicht stellt, sondern vor ihnen wegläuft. Ein selbstbezogenes, verwöhntes Kind, das seine einzige Tochter mit Füßen trat, als sie eigentlich eine helfende, liebende Hand gebraucht hätte.

Und wozu? Um dein Selbstbild eines unabhängigen, furchtlosen und immer ehrlichen Mannes aufrecht zu erhalten, obwohl du ein unreifes, feiges und lügnerisches Arschloch bist.

Vater, ich brauche dich nicht. Denn, oh mein Gott, ich bin ja so viel besser als du.

Wenn dir das gefallen hat und du mich ein bisschen unterstützen willst, freue ich mich über eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee.