Game of Thrones – [positive Kritik not found]

Spoilerwarnung bis zur aktuellen Folge (Season 4, Episode 3). Leichte Spoilerwarnung für Nichtbuchleser, aber ich versuche mich auf ein Minimum zu beschränken.

Leute, ich bin megamäßig angepisst. Das hat in diesem Fall zwar etwas gedauert, aber nun hätte ich nicht übel Lust, zu den Drehorten von Game of Thrones zu fahren und und dort die gottverdammten Sets abzufackeln.

Wisst ihr, bis letzte Woche hatte ich fest geplant, endlich (der Plan steht schon seit der dritten Staffel im letzten Jahr) die feministische Kritik an dieser Ausnahmeserie in einem langen Artikel so richtig auseinander zu nehmen, denn ich mag die Serie und teilte die Kritik nicht. Ich wollte auf den völlig hanebüchenen Vorwurf eingehen, die Serie würde – wieder mal – keine starken weiblichen Charaktere bieten. Ich wollte darlegen, wie dämlich es ist, der Serie Homophobie vorzuwerfen, nur weil George R. R. Martin sich entschlossen hat, kein Gleichberechtigungs-Winterwunderland zu erschaffen, welches die gesellschaftlichen Umstände, Sitten und Gebräuche von Westeros völlig ignorieren würde. Und ich wollte versuchen zu erklären, warum die Darstellung von Vergewaltigung, wie sie z.B. Daenerys in der ersten Staffel immer wieder erleiden muss, nicht notgedrungen zu verurteilen und voyeuristisch ist, nur weil es halt IMMER einen Wichser geben wird, der sowas geil findet, statt verdammt noch mal etwas Mitgefühl aufzubringen.

Dann kam die letzte Folge. Und mein ganzes schönes Konzept krachte völlig zusammen.

In Folge 3 wird Cersei von ihrem Bruder und (ehemaligen) Geliebten Jaime vergewaltigt. Ich konnte erst nicht glauben, dass dies wirklich passiert. Fassungslos wartete ich während der ca. zweiminütigen Szene auf irgendetwas, was diese Grässlichkeit stoppen würde. Aber es passierte nichts. Und kaum wurde abgeblendet, schlug ich die Hände über den Kopf zusammen und stöhnte: „Das wird SO VIELE Diskussionen geben!!!“

Dem war so, obwohl ich mich ein paar Tage lang stur und absichtlich nicht damit befasst habe. Doch jetzt ist Schluss. Ein einziger Artikel, über den ich gestolpert bin, hat einen regelrechten Damm gebrochen und nun könnte ich wirklich platzen vor Wut.

Es gibt zwei große, GROSSE Probleme mit dieser Szene. Das erste, das offensichtlichste Problem besteht darin, dass Regisseur Alex Graves behauptet, es wäre keine Vergewaltigung. Well… dann ist ja alles in Ordnung. NICHT!!!
Wenn er darüber labert, dass der Sex „gegen Ende einvernehmlich wird“, beschreibt er eine recht verbreitete Art der, nun, nennen wir es „sexuelle Eroberung“, im filmischen Kontext (und ich bin überzeugt davon, dass so etwas schon öfter in Filmen dargestellt wurde, als es in der Realität überhaupt vorkommt). Er hatte wohl sowas im Sinn:

Pussy Galore (ach… no comment) erwidert den Kuss am Ende und das, was danach kommt (man geht davon aus, dass sie danach Sex hatten, aber es wird dann wohl abgeblendet, so dass man es nicht mit Sicherheit wissen kann) offensichtlich. Verbalisiert käme wohl sowas unglaublich dämliches raus wie „Nein, James, nicht, nein, nein… oh… oh, ja! JA!“ Ich kann zwar ein Stück weit nachvollziehen, warum manche auch mit solchen Szenen Probleme haben – man kann ja nicht wissen, ob der gute James aufgehört hätte, wäre sie NICHT plötzlich dahin geschmolzen – aber für mich ist das keine Vergewaltigung.

Es wäre demnach auch bei Cersei und Jaime für mich keine Vergewaltigung gewesen, hätte sie so reagiert. Genau darauf wartete ich dann auch die ganze Zeit. Selbst kleine Anzeichen hätten mir ja schon genügt. Man ist ja anspruchslos. Aber die gibt es nicht. Die Szene ist von hinten bis vorne eine Vergewaltigung.
Nach einem (einvernehmlichen) Kuss, den Cersei abbricht, zischt Jaime was von Liebe, packt Cersei, reißt ihr Kleid (oder ihren Unterrock) kaputt, drängt sie schließlich zu Boden. Cersei wehrt sich mit Taten und Worten („stop it, stop it“, „it’s not right“, „no“), fängt an zu weinen und zu schluchzen, verzieht das Gesicht vor Schmerz, dreht es (mit geschlossenen Augen) weg. An einer einzigen Stelle, als beide noch stehen, scheint sie kurzzeitig ein wenig, äh, zugeneigter, aber das erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, weil sie danach offensichtlich weiterhin keinen Sex will. Jaime interessiert ihr Geschluchze nicht („I don’t care“).
EINE – VERGEWALTIGUNG. Ganz klar. Genauso klar ist die darauf folgende feministische Kritik. Aber nicht nur Feministinnen sehen das so. Und selbst Idioten, die nicht kapieren, warum die Szene scheiße ist, sehen die Vergewaltigung. Wie um alles in der Welt kann Graves behaupten, es sei keine?!

Nehmen wir mal an, Graves lügt nicht, weil er jetzt so viel Kritik aushalten muss (armes Hascherl!), wenn er sagt, dass die Szene einvernehmlich geplant gewesen war. Dann hätte ich da eine Frage: Mr. Graves, warum sind Sie so ein unglaublicher Loser?! Wie kann man seine Intention als erfahrener Künstler so grandios verfehlen?! Denn ein Regisseur ist IMMER die letzte Instanz – in diesem Fall nach der Vorlage von George R. R. Martin, den Drehbuchschreibern und den Schauspielern. ER IST DER VERANTWORTLICHE. Und als solcher hat er einfach nur himmelschreiend versagt. Er ist ein Versager. Und offensichtlich ein blödes Arschloch, das nicht den Unterschied zwischen einer wenig hübschen, aber nicht vollends verwerflichen „Sie mag erst nicht und dann ja doch“-Sexszene und einer offensichtlichen Vergewaltigung kapiert!!!

Das ist eine Problematik, die erst durch sein dämliches Kommentar so schlimm geworden ist – aber es sieht noch wesentlich beschissener aus, wenn man die Bücher kennt.

Offensichtlich kann sich das verlinkte Basler Provinzblatt keinen Autoren leisten, der die gottverdammten Bücher gelesen hat. Angeblich sei die Szene nur deshalb kritisiert worden, weil sie sich so nicht in der Vorlage findet und darum sei das alles ja wieder mal nur feministische Hysterie und #aufschrei und höhöhö, kuck dir mal die frustrierten Emanzen an.

Tja, DIESE frustrierte Emanze hier HAT die Bücher gelesen. Auch dort ist die Sexszene an Joffreys aufgebahrter Leiche nicht gerade ein Ausbund an Romantik. Im Buch kehrt Jaime erst an dieser Stelle aus seiner Gefangenschaft zurück und fällt, kaum wird er Cersei ansichtig, von Lust übermannt über sie her. Auch hier fragt er nicht erst nett, ob sie mit ihm schlafen will, aber sie öffnet sich für ihn und empfängt ihn willig. Ja, nicht gerade supi, aber keine Vergewaltigung.

Aber das ist nicht das Problem. Es geht nicht darum, dass ein einvernehmlicher Verkehr für die Serie zu einer Vergewaltigung umgeschrieben worden ist (obwohl, wie ich finde, die Frage danach, warum die Macher glauben, so etwas sei nötig, durchaus legitim ist). Es geht auch nicht darum, dass die Serie von der Vorlage abweicht. Das ist ja schon öfter passiert und interessiert außer ein paar Puristen keine Sau. Einige der Änderungen fand ich sogar extrem gelungen, so dass die entsprechenden Szenen in meinen Augen sogar besser waren als in den Büchern. So bin ich auch sehr damit einverstanden, dass in Daenerys‘ Hochzeitsnacht ebenfalls eine Vergewaltigung stattfindet (dies ist offensichtlich, es sei denn, man gehört zu den armseligen Gestalten, für die es keine Vergewaltigung ist, wenn eine völlig verzweifelte Frau in Angesicht ihres Riesen von Ehemannes bemerkt, dass sie komplett chancenlos ist und sich daher nicht wehrt), obwohl der Verkehr im Buch als einvernehmlich geschildert wird. Im Buch wird Daenerys genau wie in der Serie nicht gefragt, ob sie Khal Drogo heiraten will, ist aber dort erst 13 Jahre alt – lächerliche Vorstellung, sie würde dem Sex in ihrer Hochzeitsnacht freudestrahlend zustimmen, zumal die folgenden Zusammenkünfte dann wieder als nicht-einvernehmlich beschrieben werden. Das hat im Buch schlichtweg keinen Sinn gemacht, daher ist es gut, dass sie das geändert und eine wirklich starke, sehr gut gespielte Szene daraus gemacht haben, in der die ganze Ausweglosigkeit von Daenerys‘ Situation eindrücklich deutlich wird.
Es geht auch nicht einfach nur darum, dass eine Vergewaltigung dargestellt wird. Das war nicht das erste Mal in der Serie und wird wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Die gesamte Serie ist ausgesprochen brutal – dämlich, ausgerechnet Vergewaltigungsszenen anzuprangern, solange sie nicht voyeuristisch ausgeschlachtet werden.

Nein, die Szene ist deshalb zum Kotzen, weil sie damit mal so eben nebenbei Jaimes Charakter vollständig zerstört.

Jaime ist am Anfang der Serie ein Arschloch. Ein arroganter Wichser, so ein echter Lannister halt, der nicht nur Ned Stark angreift, sondern sogar vor seiner eigenen Familie nicht halt macht, wenn er, um zu fliehen, den Verwandten, der zu ihm in seinen Käfig gesperrt wird, mal eben umbringt (das hat sowieso keinen Sinn gemacht, denn dieser altbekannte „kranker Mitgefangener“-Trick hätte auch funktioniert, hätte er seinen Cousin oder wer der Typ war einfach darum gebeten, sich tot zu stellen). Erst der Verlust seiner Hand, aber vor allem seine Wanderschaft mit Brienne läutet einen Wandel ein.
Überhaupt – Brienne. In der 3. Staffel unterhält er sich mit ihr noch darüber, wie ekelhaft Vergewaltigung ist und rettet sie dann auch noch vor einer eben solchen, und jetzt vergewaltigt er mal so eben die Liebe seines Lebens?! Aber nee, ich vergaß: Es war ja alles total einvernehmlich *kotz*

Wer die Bücher nicht gelesen hat und vielleicht nicht mal weiß, dass die Szene im Buch anders ist, der wird nicht verstehen, warum das so unglaublich schrecklich ist. Es sah dann halt eben zwar so aus, als hätte Jaime sich gebessert, aber tja, alte Gewohnheiten, ne? Ist er wohl doch ein Arschloch, Lannister halt.
Genau das ist er eben nicht. Hier muss ich leider ein bisschen spoilern, also nicht weiter lesen, wenn ihr minimale Ausblicke auf das Kommende nicht lesen wollt. Fakt ist, dass so ziemlich alle Charaktere der Reihe nicht eindeutig gut oder eindeutig schlecht sind, sondern jeder gute und schlechten Anteile hat. Jaime war am Anfang ziemlich eindeutig schlecht (davon abgesehen, dass er mal eben so ganz King’s Landing gerettet hat, wofür ihm nie gedankt wurde), ein Charakter, den ich mit Vergnügen gehasst habe, entwickelt sich aber stark. Bis dato (die Reihe ist ja noch nicht beendet) hat sich das noch nicht sehr in konkreten Taten ausgedrückt, aber als Point-of-View-Charakter, also ein Charakter, aus dessen Sicht Teile der Handlung geschildert werden, wird ein Einblick in seine Innenwelt gewährt und die ist eindeutig.
Besonders beeindruckend ist hierbei sein Verhältnis zu Cersei. Nachdem er sich so nach ihr gesehnt hat und seine Sehnsucht sich in ihrem einvernehmlichen Sex entladen hat, wird ihm im Folgenden immer mehr bewusst, was für ein schrecklicher Mensch Cersei eigentlich ist – liebt sie aber immer noch. Das ist ein schmerzvolles Dilemma und eine vielschichtige Charakterzeichnung, die einfach großartig ist. Allerdings typisch für die Reihe – ein Grund, weshalb ich sie so liebe und warum sie so erfolgreich ist.

Die Macher der Serie nun haben das alles ab Jaimes Rückkehr sehr zuverlässig versaut. Keine Ahnung, warum sie die Sexszene direkt bei seiner Ankunft gestrichen haben – ich hatte die (wie ich jetzt weiß idiotische) Hoffnung gehegt, sie wollten vielleicht einfach den Titten- und Sexcontent ein bisschen zurück schrauben. Das allein wäre jedoch noch vertretbar gewesen. Schlimm wurde es erst, als Jaime sich im Folgenden – WOCHEN nach seiner Rückkehr – versucht, an Cersei ranzumachen und sie dies beständig abblockt. Sie knallt ihm sogar an den Kopf, dass er sich nicht genug Mühe gegeben habe, schneller zu ihr zurück zu kehren, wohlgemerkt aus seiner GEFANGENSCHAFT. Das findet sich so zwar auch im Buch, allerdings nur als verbitterte und typisch egozentrische Gedanken Cerseis in den Teilen, die aus ihrer Sicht geschildert worden sind.
Mir hat das überhaupt nicht gefallen, wird doch damit Jaimes intrinsische Motivation aus den Büchern zu einer extrinsischen. Er ändert sich nicht langsam, weil er selbstständig merkt, dass Cersei eine saublöde Kuh ist, sondern weil sie so asozial mit ihm umgeht. Damit wird diese wunderbar beschriebene Charakterentwicklung zu einer reinen Trotzreaktion auf Cerseis Arschigkeit. Und das ist unglaublich scheiße!!

Dennoch wird diese Entwicklung zum Guten wohl auch in der Serie so beschrieben werden – und genau deshalb ist die Vergewaltigung so schlimm. Die einzige Möglichkeit, das wieder hinzubiegen, wäre wirkliche, ehrliche Reue; wenn die Vergewaltigung ein letztmaliges Zurückfallen in alte, böse Verhaltensmuster gewesen wäre und der letzte Anstoß, den Jaime braucht, um sich vollends in Richtung „gut“ zu entwickeln. Zwar wäre das immer noch eine selten schreckliche und beschissene Art, seine Wandlung zu initiieren, aber es hätte wenigstens noch leidlich funktioniert.

Tja, ratet mal, warum das so nicht kommen wird?! Ganz genau: Weil der Sex ja EINVERNEHMLICH gewesen war! Und weil Arschloch-Regisseur Graves ja so dermaßen davon überzeugt ist, KANN Jaime seine Gewaltanwendung ja gar nicht bereuen. Warum auch, wenn es einvernehmlich war?!

Ist damit klar, warum die Szene so unendlich beschissen ist? Die Szene wird im Folgenden vermutlich ignoriert werden, eine wirkliche Auseinandersetzung wird nicht statt finden. Und Jaime wird sich von seiner schrecklichen Schwester abwenden, weil er ja so viel besser ist als sie, und zum Sympathieträger. Ein Vergewaltiger. Bravo. Einfach nur toll gemacht, ihr Vollidioten. This is how you ruin a character.

Gleichzeitig ist damit auch Cerseis Charakter total kaputt. Sie ist eine furchtbare Frau, eine arrogante Zicke, ein intrigantes Miststück, eine schreckliche Diplomatin und ein grausamer Mensch. Aber jetzt kann ich sie nicht mehr hassen. Auch DAS haben die Macher versaut.
Natürlich kommen schon die Assis angekrochen, die meinen, Cersei hätte es halt verdient, eben weil sie so scheiße ist. So wie auch im echten Leben immer Rechtfertigungen gesucht werden, warum ein Vergewaltigungsopfer ja doch irgendwie selbst Schuld ist. Yay, victim blaming galore. Mal was ganz neues!!

Man mag argumentieren, dass dies ja auch Vielschichtigkeit sei – wenn man bösen Charakteren böse Dinge zustoßen lässt. Aber wisst ihr, das ist schwer. Offensichtlich ja ZU schwer für die Verantwortlichen. Zumal es vermutlich keine großartigen Auswirkungen auf Cersei haben wird, denn mit ihren vielen Hör-aufs hat sie ja zugestimmt. Meine Fresse, ist das einfach nur so schlecht!!

Somit wird des billigen Schockeffekts wegen mal eben so ein Bild dem Zuschauer implementiert, das für das fortgesetzte Leid vieler Vergewaltigungsopfer verantwortlich ist. Und MIR hat es den Spaß an einer meiner Lieblingsserien versaut. Das ist natürlich im Vergleich keine Tragödie, aber es kotzt mich trotzdem an. Und nun habe ich, obschon ich so lange geplant hatte, die Serie vor Vorwürfen zu verteidigen, das dringende Gefühl, die ganze Zeit im Hinblick auf die für die Handlung völlig unnötigen Nacktszenen, die vielen so bemüht expliziten Gespräche und dieses ganze Setting um Littlefingers Puff erstens etwas blauäugig und zweitens zu nachsichtig gewesen zu sein. Ich meine, wenn man sich als Mädchen in Jungsdomänen herum treibt (zumindest halten die Macher dieser Serie Fantasy offensichtlich für ein Jungsgenre), wie ich es schon mein ganzes Leben lang tue, dann muss man einiges hinnehmen. Man stumpft ab, verdreht nur die Augen, wenn Wonder Womans Titten mal wieder völlig überdimensioniert und unrealistisch gezeichnet werden oder Steel Panther von Schlampen und Nutten singen. Man akzeptiert den Fanboyservice in einer solchen Serie, auch wenn HBO das eigentlich nicht nötig hat und ganz klar ist, dass ein solcher Erfolg gar nicht möglich wäre, hätte die Serie nicht auch viele weibliche Fans.

Aber offensichtlich sind HBO seine weiblichen Fans egal, wenn sie es zu Anfang jeder Staffel gerade mal 13 Minuten (3. Staffel) bzw. 11 Minuten (4. Staffel) aushalten, bis die erste von Littlefingers Nutten ihre nackten Titten durchs Bild schwingt.

Und jetzt das. Eine für den Handlungsverlauf und die Charakterentwicklung völlig kontraproduktive Gewalttat, die angeblich keine ist, und darum auch nicht als solche behandelt werden wird, mit keinerlei Auswirkungen auf die Beteiligten. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

Ich bin ehrlich: Ich werde mir die Serie weiter ansehen, weil der Rest einfach immer noch viel zu gut ist. Noch habe ich auch einen winzigen Rest Hoffnung, dass es anders weitergehen wird, als ich es hier vorhergesagt habe. Die neue Folge kommt schließlich schon heute Nacht und eine Frau hat Regie geführt. Ob das irgendwas ändern wird, bezweifle ich, zumal ich nicht weiß, wie die Serie gedreht wird (chronologisch oder parallel) und ob sie die Endfassung der letzten Folge überhaupt sehen konnte, bevor die 4. Folge gedreht worden ist. Möglicherweise hat sie sich auf die reine Beschreibung verlassen (müssen) und dachte auch, das alles wär ja so super einvernehmlich abgelaufen.

Aber ein Stück weit ist die Serie für mich nun wirklich ruiniert – und das finde ich so unglaublich scheiße.

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Studieren am Limit – die Höhepunkte!

Wenn mir meine Examensarbeit wieder eins gezeigt hat, dann: Computer und ich, wir werden niemals gute Freunde.

Und JA, ich bin mir der Ironie bewusst, dieses Statement über einen COMPUTER in die Welt zu posaunen.

Ich brauchte STUNDEN, um am Schluss die Bilder einzufügen und verstehe immer noch nicht, warum OpenOffice daraus so ein verdammtes Problem macht. Beispielsweise habe ich immer noch nicht rausgefunden, wie man bereits eingefügte und beschriftete Bilder wieder löschen kann. Das scheint ein Riesendrama zu sein. Genauso wie die richtige Platzierung. OpenOffice scheint nicht zu checken, warum es irgendwie uncool ist, wenn Bilder Text und Fußnoten überdecken!

Irgendwie hab ich es aber hingekriegt. Und wenn ich „irgendwie“ schreibe, dann meine ich: Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich das letztendlich geschafft habe. Wie ich ein Bild, das einfach hartnäckig am unteren Rand hängen bleiben wollte, obwohl das ein totales Desaster war (wie gesagt, die Fußnoten…!), trotzdem nach dem achtzigsten panischen Versuch in die Mitte platziert bekam. Kein Plan, was ich gemacht habe. Beziehungsweise warum eine Maßnahme, die dreizehn Mal nicht funktioniert hat, beim vierzehnten Mal plötzlich doch funktionierte. Ich verstehe die ganzen Funktionen schlicht und ergreifend nicht, glaube aber, dass das in dem Fall nicht unbedingt nur an mir hängt!

Und dann das ewige Drama: das Einfügen der Seitenzahlen. Es gibt nämlich keine einfache Methode, in einem Dokument die Seitenzahlen mit Nummer 1 erst ab Seite X beginnen zu lassen. Das ganz locker in einem Menü einstellen zu können wäre ja auch viel zu einfach. Deshalb versuchte ich gar nicht erst rauszufinden, welche Atomphysik man betreiben muss, um das bei OpenOffice hinzupfriemeln. Wenn ich mich recht erinnere, denn ich benutze das Programm nicht mehr, geht das bei Word sogar ÜBERHAUPT NICHT.
Konsequenz: Ich speichere Deckblatt und Gliederung immer separat in einem zweiten Dokument, was an sich keinen unerträglichen Mehraufwand bedeutet – wenn es nicht so UNNÖTIG wäre! Ich meine, wie schwer kann es sein, in einem Schreibprogamm so eine Funktion verfügbar und leicht bedienbar zu machen? Bin ich etwa der einzige Mensch auf der Welt, der gerne eine Arbeit für die Uni in einem einzigen Dokument speichern und die Seitenzahlen erst ab Seite 3 mit Nummer 1 beginnen lassen würde?! Das kann doch wohl nicht sein!

Jedenfalls entschloss ich mich für meine Standardlösung, speicherte zwei Dokumente und fügte die Seitenzahlen ein. Halleluja! Damit war die äußere Form komplett. Ich blätterte zufrieden durch meine Arbeit, nur um zu sehen, dass plötzlich wieder alle Bilder verschoben waren.
An der Stelle hatte ich einen kleinen nervous breakdown, auch weil ich mir zuerst gar nicht erklären konnte, was der Grund dafür war. Die Bilder taten anscheinend völlig random mal wieder nur das, was sie wollten. Deshalb dauerte es ewig, bis ich darauf kam, dass tatsächlich die Seitenzahlen dafür verantwortlich waren. Denn: Die MÜSSEN ja unbedingt in eine Extrazeile. WEIL. Und das verschob mal eben so den kompletten Text und die Bilder.

Ich probierte, den Schaden an den Bildern wieder grade zu rücken, aber wieder mal hingen sie bombenfest an Stellen, wo sie nicht hingehörten. Und weil mir die Zeit davon lief, entschied ich mich zähneknirschend für die manuelle Methode. Sprich: Ich löschte die Seitenzahlen wieder und entschied, sie handschriftlich nachzutragen, sobald alles gedruckt war. Was mir einen richtigen Stich versetzt hat. Die Arbeit sah nach dem Druck (der für zwei Exemplare über 50 Euro gekostet hat, gottverdammt) so unheimlich professionell aus, die Bilder knallten so richtig schön und alles, und darunter von Hand geschriebene Seitenzahlen. Ich hätte gleich einmal quer drüber kotzen können, war mein erster Gedanke, nachdem ich die Blätter, verbissen um eine wenigstens lesbare Schrift bemüht, nummeriert hatte. Aber ach. Ich werde einfach lernen müssen, damit zu leben. Jeden Tag, Stück für Stück -.-

Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich die Seitenzahlen in Zukunft von Anfang an einfügen werde. Denn nachdem ich die letzten 19 Seiten in einer finalen Nachtsitzung runtergeschrieben hatte und dabei die ganze Zeit die Worte „80 Seiten! 80 Seiten! 80 Seiten!“ in meinem Kopf widerhallten wie ein enervierendes Mantra, habe ich am Schluss tatsächlich eine Punktlandung geschafft und war auf genau 80 Seiten gekommen. Nur, um zu sehen, dass es Dank der Extrazeile nach Einfügen der Seitenzahlen eigentlich 84 Seiten waren. Well.

rudy cries

Interessant war auch das Desaster mit meiner Literaturliste. Ich hatte eine ellenlange Liste zusammen gestellt, von der ich letztendlich vielleicht die Hälfte wirklich verwendet habe (zusätzlich habe ich natürlich Zeugs benutzt, das nicht draufstand – ist ja immer so), deshalb habe ich jeden Titel, sobald ich ihn wirklich zitiert hatte, aus der entsprechenden Fußnote in meine endgültige Literaturliste kopiert. Mit dem Ergebnis, dass OpenOffice dort in der Zeile, in der die Fußnote gewesen war, eine andere Seitenrandeinstellung verwendete als bei den restlichen Zeilen.

Das sah so unglaublich beschissen aus, ließ sich aber nicht ändern. Jedenfalls nicht mit OpenOffice, nicht mit meiner nichtvorhandenen Expertise. Und ich war wirklich völlig hilflos. Normalerweise kriege ich fast jedes technische Problem mit viel Flucherei und exzessiven googeln irgendwann gebacken, aber hier wusste ich nicht mal, nach was ich suchen sollte!!
„Lass es halt so, du hast keine Zeit mehr!“ war der Ratschlag von Mitbewohner Dave, den ich zur Hilfe gerufen hatte und der mit dieser Art Problem auch total überfordert war. Aber das ging einfach gar nicht klar! ES SAH SO BLÖD AUS!!!

Nachdem auch das manuelle Verschieben der Seitenränder nicht so wirklich funktionierte und außerdem viel zu lange gedauert hätte, kam mir die rettende Idee. Ich kopierte die gesamte Liste, fügte sie hier bei WordPress ein (als Email hätte es vermutlich auch geklappt), kopierte diese neue Liste wieder zurück in mein Dokument und voilá – Seitenränder alle gerade und auf einer Linie. Manchmal reicht ein bisschen Bauernschläue, wo die technische Unfähigkeit offensichtlich wird 😀
Deshalb bin ich auch furchtbar stolz darauf, ganz allein herausgefunden zu haben, wie ich die Liste alphabetisch sortieren kann. Dafür gibt’s eine Funktion, aber die nützt nichts, wenn die Buch- und Aufsatztitel so lang sind, dass sie über mehr als eine Zeile hinaus gehen. Alles passt jedoch in eine Zeile, wenn man die Schriftgröße gaaaaanz ganz klein macht – und dass ich darauf ohne Hilfe gekommen bin, macht mich völlig übertrieben froh. Man muss schon über Kleinigkeiten dankbar sein!

Diese ganzen großen und kleinen Katastrophen haben mich so viel Zeit gekostet, dass ein letztes Korrekturlesen nicht mehr drin war. Ich muss nun damit leben, eine wissenschaftliche Arbeit mit Tippfehlern abgegeben zu haben. Die Rechtschreibprüfung hat nämlich irgendwann auch nicht mehr funktioniert. Keine Ahnung wieso. Sie ließ sich jedenfalls nicht einschalten. Manchmal ging sie jedoch von selbst an. Und auch wieder aus. Aber natürlich nie dann, wenn ich sie gebraucht hätte. Und solche Sachen sind der Grund, weshalb ich mit Computern nicht klar komme: Sie sind einfach nicht logisch.

Jedenfalls kratzt eine fehlergespickte Arbeit an meinem akademischen Ego. Deshalb muss ich mir immer wieder an den Schluss meiner Arbeit ins Gedächtnis rufen. Da habe ich Umberto Eco so richtig den Mittelfinger in die Fresse gestreckt. Dieser elitäre, überkultivierte Intelligenzler findet Comics nämlich scheiße. Außer Peanuts. Kein Witz. Aber weil das gegen SEIN akademisches Ego geht, hat er einfach beschlossen, dass Peanuts kein Comicstrip ist. Nein, das ist nämlich Kunst. Auf die Weise darf er weiterhin Charlie Brown beim täglichen Scheitern am Leben zukucken, ohne sich dem gar schröcklichen Vorwurf auszusetzen, proletarischen Schund wie Comics zu konsumieren. Ist das Leben nicht wunderbar einfach, wenn man auf Logik scheißt. Vielleicht sollte Charlie Brown das mal probieren.
Jedenfalls habe ich seiner, nennen wir es mal Argumentation, ein Zitat von Da Vinci entgegen gestellt. Man möge es sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein – Zitat – von – Leonardo Da Vinci. Das ist vermutlich das Abgehobenste, was ich in meinem ganzen Leben jemals fabrizieren werde, und ich bin auf gehässige Weise so dermaßen stolz drauf, dass es schon echt peinlich ist. Aber ich gönne mir diese kleinen Erfolge und deswegen solltet ihr das auch 😀

Es fällt mir immer noch schwer, es zu realisieren, aber es ist wirklich wahr: Ich habe eine Examensarbeit geschrieben – und das über Comics. Das ist ein nerdiges Erfolgserlebnis, das mir niemand mehr nehmen kann.

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Mitbewohner sind asexuell!

Mitbewohner David und ich kommen vom Einkaufen, als ein hübsches Mädel vorbei läuft. Er starrt ihr auffällig hinterher und ich lache ihn deswegen ein bisschen aus.

Mitbewohner David: „Was ist? Ich bin ein alleinstehender Mann.“

Ich: „Jahaha.“

Mitbewohner David: „Hat sie zurück gekuckt?“

Ich: „Nee.“

Mitbewohner David: „Ach, schade.“

Ich: „Mach dir nichts draus. Wir gehen nebeneinander, ich trage das meiste Zeug – die dachte, wir sind zusammen!“

Mitbewohner David: „Ja, das hat meine Ex ja auch mal gedacht.“

Ich: „Hä?“

Mitbewohner David: „Die war eifersüchtig auf dich.“

Ich: „Eifersüchtig? Auf MICH!? Warum?“

Mitbewohner David: „Keine Ahnung!“

Ich: „Alles klar… du Arschloch.“

😀

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I’m back!

Es ist offiziell: Meine Examensarbeit ist fertig und abgegeben. Und ich damit wieder zurück zu neuen Schandtaten \o/

Erst letzte Woche hatte ich überlegt, die Arbeit nicht sausen zu lassen und es in einem halben Jahr nochmal zu probieren. Ging leider nicht. Aber bis kurz vor Schluss hat es sehr eng ausgesehen. Die letzten Kapitel etc. hab ich in einer Marathonsitzung von 21 Uhr am Sonntag bis ca. 9 Uhr Montagmorgens fertig gestellt und hatte dann noch Korrekturen etc. zu machen bis 16 Uhr. OHNE PAUSE.

Sowas passiert mir immer wieder. Meine Gefühle dabei sind eine Mischung aus einem in Selbsthass suhlenden „OMG warum bin ich nicht in der Lage mir meine Arbeit richtig einzuteilen“ und einem euphorischen „Das soll mir mal jemand nachmachen. Ich bin ja so Hardcore!“

Ich rechne nicht damit, dass sich das jemals ändert. Aber jetzt habe ich erstmal Pause!! Kein Unischeiß für ein paar Wochen!!! Dafür maximaler Spaß sowohl hier, als auch im echten Leben! YAY!!!

Behauptet bitte hinterher nicht, dass ich euch nicht gewarnt habe!

PS: In meiner Arbeit kommt

32 Mal das Wort „Superman“
25 Mal das Wort „Batman“ und
31 Mal die Worte „Wonder Woman“

vor. Ich fand, das solltet ihr wissen 😀

‚Für diesen Erfolg hat sie sich was verdient,‘ denst du? Ja, finde ich auch! Wenn du mich dabei ein bisschen unterstützen willst, freue ich mich jederzeit auf eine kleine Spende via Paypal in Form einer Tasse Kaffee!

Zum 20. Todestag von Kurt Cobain: 20 maximalpersönliche Facts

„Nevermind“ hat Michael Jackson von Platz 1 der Albumcharts gestoßen? Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl ist heute Frontmann der „Foo Fighters“? Kurt Cobains zweiter Name war Donald und er starb mit 27? Diese little-known-well-known Fun Facts könnt ihr heute vermutlich überall lesen. Ich dagegen biete euch unverschämt narzisstische, völlig selbstzentrierte Facts über mich, die alle irgendwie mit Kurt Cobain zu tun haben. Und das findet ihr sonst nirgends!

1. Ich finde, Kurt Cobain war der schönste Mann der Welt.

2. Kurt Cobain war Linkshänder. Wie ich.

3. Kurt Cobain war Sternzeichen „Fische“. Wie ich.
Kurt Cobain könnte auch Wassermann sein, denn er ist am 20. Februar geboren und aus irgendeinem Grund beginnt bei manchen Horoskopen das Sternzeichen Fische erst am 21. Februar. Das ist mir aber scheißegal. Der Mann war Fische.

4. „Es ist okay, Fische zu essen, weil sie keine Gefühle haben“ war mal mein lustig gemeinter Beitrag zu einer Vegetarismus-Diskussion meiner WG. Mitbewohner Daves Gesichtszüge verhärteten sich daraufhin und es dauerte Minuten, bis er auf Nachfrage endlich damit rausrückte, dass er dieses Statement total scheiße von mir fand. Das er ernst genommen hatte, obwohl er erkannt hatte, dass es sich dabei um ein Songzitat handelte. Der Doofkopf.

5. Ich habe niemals Kurt Cobains Tagebuch gelesen, weil ich das als Leichenfledderei empfinde.

6. Das Video zu „Heart-Shaped Box“ wird für immer einen Platz in meiner Top 5 der besten Musikvideos aller Zeiten haben. Kurt Cobain sieht darin traumhaft aus. Seine Augen stachen nie mehr.

7. Die „Nevermind“ dagegen wird auf ewig in meiner Top 5 Liste der besten Alben aller Zeiten vertreten sein: klick

8. Ich habe, glaubt es oder nicht, tatsächlich Verwandtschaft in Seattle. Ich kenne diese Leute nicht, aber irgendwann werde ich sie besuchen.

9. Meine erprobte Methode, um in der Vergangenheit festzustellen, ob ich es mit echten Nirvana-Fans zu tun habe oder nicht: Ganz genau zuhören, was sie mitgröhlen, wenn „Smells like Teen Spirit“ in der Disco läuft.
„Hello, Hello, Hello, Hello“? – Faker.
„Hello, Hello, Hello, how low“? – that’s right, baby.
„You know you’re right“ eignet sich dazu allerdings auch. Die Bridge geht nicht „Heeeeee-he-he-heeee-he-he-heeeey“. No-ho-ho-hope. Er singt „Pain“. Merkt’s euch.

10. Der Comic „Godspeed“, der sich als Biographie versteht, finde ich leider nur aus visuellen Aspekten lesenswert. Die Zeichnungen rocken (meistens), aber der Rest ist scheiße, vor allem, da nicht mal in Erwägung gezogen wird, dass er keinen Selbstmord begangen hat.

godspeed

 

11. Denn ja, ich glaube an die Mordtheorie. Kurt Cobain hatte zu viel Heroin im Blut, um die Schrotflinte zu bedienen.
Jetzt könnte man einwenden, dass jemand, der so lange süchtig gewesen war, eine genügend hohe Toleranz entwickelt hat. Das wäre ein valides Argument. Stattdessen argumentierte ein Arzt (angeblich als Gutachter von Courtney Love agierend) in dem Bericht, den ich darüber mal gesehen habe, dass es eine volle Minute dauert, bis ein Schuss wirkt und er somit genügend Zeit gehabt hätte, die Waffe abzufeuern, bis die Wirkung eingesetzt hätte.
Das ist falsch. Bei intravenöser Einnahme wirkt Heroin nach wenigen Sekunden. Zudem ist die Vorstellung, dass ein Mensch, der fast sein halbes Leben lang von diversen Drogen abhängig gewesen war und die Wirkung wohl offensichtlich mochte, nach einem gesetzten Schuss hastig aufspringt, um sich den Kopf wegzuballern, bevor ein Effekt spürbar ist, einfach nur hochgradig lächerlich.
Und aus diesem Grund glaube ich an die Mordtheorie. Wer so saublöde Scheinargumente von sich gibt, hat was zu vertuschen.

12. Kurt Cobain rauchte Light-Zigaretten. Ich habe aus diesem Grund auch versucht, Light-Zigaretten zu rauchen. Ging aber nicht. Die sind einfach zu eklig.

13. An seinem 7. Todestag, ich war 16 und unlängst Fan geworden, gab es wie immer viele Berichte auf MTV über Nirvana. Es war das erste Mal, dass ich Filmmaterial über ihn sah, denn Youtube gab es damals noch nicht. Das hat mir einen richtig heftigen Schock versetzt. Bisher hatte ich monatelang nur Bilder gekannt und irgendwie war es total surreal, diesen Menschen plötzlich in Bewegung zu sehen.

14. An seinem 8. Todestag versuchte ich, bei MTV anzurufen, als sie Erfahrungsberichte von Fans live in der Sendung hören wollten. Ich kam auch durch, aber leider wurde ich nicht zurück gerufen. Stattdessen wurde so eine blöde Tussi durchgestellt, die nicht mal die Songs kannte. („Welcher ist denn dein Lieblingssong?“ – „Äh, der da, der eben lief…“)

15. Ich war Grunge mit allem, was dazu gehört: Chucks, Flanellhemd, Levi’s 501. Diese war irgendwann so oft geflickt, dass ich jahrelang in der Schule bekannt war als „Das Mädchen mit der kaputten Hose“.

16. Ich habe jahrelang an seinem Todestag schwarz getragen und bin in die Kirche gegangen, um eine Kerze anzuzünden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm letzteres nicht gefallen hätte.

17. Ich bin stolze Besitzerin dieses Kunstdrucks, der über meinem Bett hängt:
Kurt

18. Ich habe noch kein Nirvana-Cover gehört, das ich nicht als eklatante persönliche Beleidigung empfunden hätte, und halte House-, Techno- oder Dubstep-Remixe für ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zeigt mal etwas gottverdammten Respekt, ihr talentfreien Elektro-Arschlöcher!!

19. Dieses T-Shirt habe ich während meiner Realschul-Abschlussfahrt in Pisa gekauft und liebe es immer noch, auch wenn es schon fast 13 Jahre alt ist:
kurt shirt
Unlizensierte Shirts sind einfach die besten.

20. Kurt Cobain hat mein Leben mehr geprägt, als ich es mit einem blöden Blogartikel auszudrücken vermag. Er hat mich auf so viele Arten gerettet, die niemand verstehen würde, würde ich sie hier ausbreiten, außer höchstens meine BF, die mit mir meine Leidenschaft teilte. Es ist mir scheißegal, wenn das jemand pubertär findet, und es geht mir am Arsch vorbei, wenn sich irgendein Vollidiot darüber lustig machen will. Denn ohne Kurt Cobain hätte es Nirvana nie gegeben und ich wäre ohne Nirvana nicht die, die ich heute bin, falls ich überhaupt noch leben würde. Und darum hat er für alle Zeiten einen Platz in meinem Herzen.

RIP, Kurt (20. 2. 1967 – 5. 4. 1994). Du bist immer noch der Beste.

kurt lacht

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