KiddySerienSpecial! – Teil 7: Sorry, ich habe euch kaum gekannt.

Mein Umzug ist beendet und mein Special zu den Lieblingsserien meiner Kindheit nach diesem Beitrag auch. Schön wars, aber fast habe ich das Gefühl, vielen Serien Unrecht zu tun, weil ich sie nicht ein einziges Mal erwähnt habe, obwohl sie mir damals, naja, „wichtig“ waren. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Fortsetzung!

Bis dahin möchte ich den letzten Teil meines Specials einigen ganz besonderen Serien widmen – Serien, die in mir irgendeine Art positive Assoziation hervorrufen, an die ich mich aber so gut wie gar nicht erinnern kann. Weil, ich war ja ein Kind, als ich sie sah.

Vielleicht sollte ich all diese Serien irgendwann mal wieder kucken, um meinen Eindruck zu verifizieren. Ja, ich glaube, das mache ich. Es sei denn, ich kann die Serien nicht finden, oder ich vergesse es :mrgreen:

Bonkers

Ich glaub, das war witzig?

Hallo Kurt

Sieht pappig-süß aus und war’s vermutlich auch. Und irgendwann hat mir das wohl gefallen.

BraveStarr

„In einer fernen Zeit, in einem fernen Raum, der Planet Neu-Texas, ein Freiheitstraum“… ähm, jo o.O
Die Serie war sogar irgendwie antirassistisch, denn der gute Marshall war ein Indianer (amerikanischer Ureinwohner kann man wohl nicht sagen, wenn das nicht mal auf der Erde spielt?). Western-Sciene-Fiction halt!

Robin Hood

Muss ich ja schon von Haus aus mögen… mir gefiel die Serie, heute kann ich mich aber nur noch dran erinnern, dass die Verantwortlichen da irgend so eine abgedrehte Hippie-Umweltstory draus gemacht haben… laut der dann der Sherwood Forest irgendwie ein Bewusstsein hatte und die Bösartigkeit des Sheriffs von Nottingham darin bestand, dass er Bäume hat fällen lassen oder so… o.O

Im Tal der Saurier

Die Serie war wohl gar nicht mal so beliebt, ich finde nicht mal das deutsche Intro… und außer, dass es um eine Familie geht, die in so eine Art „Vergessene Welt“ gerät, weiß ich auch nichts mehr!

Turbo Teen

Ein Typ verschmilzt irgendwie mit seinem schicken Auto und verwandelt sich immer in eben jenes, wenn ihm heiß ist. Wenn ich drüber nachdenke, fand ich das, glaube ich, damals schon leicht grenzwertig o.O

Parker Lewis

Der Typ ist NIE pünktlich zur Schule gegangen. Und viel mehr weiß ich auch schon nicht mehr – aber irgendwie war er cool :mrgreen:

So, ich denke, das reicht für den Anfang und um meinen Punkt klar zu machen: Ich war, bin und werde immer ein TV-Junkie sein :mrgreen:

Damit seid ihr jetzt dran! Gibt es eine Serie, die euch gefehlt hat, was habt ihr besonders geliebt und an welche Abwegigkeiten könnt ihr euch noch erinnern?


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 1: Heidi
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 5: Mila Superstar
Teil 6: Realfilmserien


Na, nostalgisch geworden? Wenn dir das gefallen hat, lasse ich mich gerne via Paypal zu einer Tasse Kaffee einladen. Ich trinke zwar keinen Kaffee, obwohl ich inzwischen erwachsen bin, aber das muss ja niemand wissen.

KiddySerienSpecial! – Teil 6: do it real!

Eigentlich sollte es ja nur um Zeichentrickserien gehen, aber wenn ich an meine Kindheit zurück denke, komme ich auch um ein paar Realfilmserien nicht herum!

 

Beginnen wir mit etwas ganz abgedrehten, einer Serie, die wohl fast völlig in Vergessenheit geraten ist: Wer kennt von euch wohl noch die wundervolle Sitcom Mein Vater ist ein Außerirdischer?
Darin geht es um ein Teenager-Mädchen, das heraus findet, dass sein abwesender Vater, äh, halt ein Außerirdischer ist. Daher kann sie so abgespacte Sachen wie die Zeit anhalten und so (was sie noch konnte, weiß ich gar nicht mehr). Und das führt natürlich zu allerlei Komischkeiten!

Mehr weiß ich darüber gar nicht mehr, ich fand es aber gut.

 

Die frühen Neunziger waren auch die Zeit der frech-frisch-freien Mädels, etwas, was man heute leider im Fernsehen vergeblich sucht. Fast zeitgleich liefen Clarissa und Blossom, zwei Serien, in denen die Hauptpersonen eigentlich nicht viel mehr taten, als den Alltag zu bewältigen und irgendwie ohne Grund ein bisschen bescheuert zu sein. Das war trotzdem immer toll! Und es ist lustig zu wissen, dass die gute Blossom heute die Freundin von Sheldon Cooper ist.

 

Aber da war ich tatsächlich schon ein wenig älter, als ich sowas sah. Viel früher waren natürlich die fantastischen Power Rangers dran!
Superkräfte, Ninjatricks… klar, dass ich das mochte!

Dabei war die Serie echt scheiße, wenn man drüber nachdenkt. Jede Folge lief haargenau gleich ab: Diese komische Trulla (ich weiß nicht mehr, wie die hieß und was ihre Motivation war) schickte ein Monster zur Erde. Die Power Rangers fanden es und kamen darauf erst nicht klar. Sie wurden vermöbelt, bis sie dann ihre Roboter-Saurier-Exoskelette oder was auch immer das darstellen sollte riefen und dem Monster in den Arsch traten. Als es dann so aussah, als würden sie es besiegen, verwandelte die Hexentussi das Monster in Godzilla-Größe. Darauf kamen die Power Rangers dann wiederum nicht klar, bis sie dann ihre super abgespacte Special-Verwandlung durchzogen und dem Monster endgültig in den Arsch traten. Das war’s. Jede Folge. Gefühlt 600 Folgen lang.

Als ich gerade das Intro suchte, kam ich auch nicht klar, und zwar damit, wie alt diese Serie wirkt. Damals fand ich das alles so geil, und heute? Ich glaube, das würde ich keine fünf Minuten mehr aushalten. Allein, wie die aussehen! Und kämpfen konnten sie auch nicht. Überhaupt hab ich nie gecheckt, worum es eigentlich genau geht. Wer ist diese Hexe, wer ist Zordon, was will der, warum sieht der aus wie Supermans Vater in der Festung der Einsamkeit und was ist „Zordon“ überhaupt für ein dämlicher Name?

Aber das Theme ist cool. Das Intro war vermutlich verantwortlich für mehrere Epilepsieanfälle und einige ADHS-Attacken. Ich krieg Herzrasen, wenn ich das Lied höre! (Vielleicht mache ich das zu meinem neuen Weckton)

Manche Sachen fallen einem aber auch erst nach Jahren auf. Es ist ja nett, dass bei der Truppe auch ein Afroamerikaner und eine Asiatin dabei sind, aber müssen die unbedingt der schwarze und der gelbe Ranger sein?

 

Ich glaube, sowas kann man Kindern heute nicht mehr antun, auch wenn zumindest Clarissa und Blossom auch heute noch einen letzten Hauch Charme haben. Aber Realserien altern nun mal wesentlich schneller als Zeichentrickserien. Allein über die Mode könnte man doch wirklich herzlich lachen, wenn es nicht so doof wäre…


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 1: Heidi
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 5: Mila Superstar
Teil 7: Liebe Serien: Ich kannte euch leider kaum.


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KiddySerienSpecial! – Teil 5: Mila Superstar

Animes mit Sportthemen haben ebenfalls Tradition. Meist verfolgt man dabei den Weg eines Underdogs mit großen Talent an die Spitze des sportlichen Erfolges. Beispielhaft für diese Serien soll Mila Superstar stehen.

Die gute Mila lief damals ab ’93 immer mittags auf RTL2 bei Vampy (wer kennt ihn noch?).

Ich war ein großer Fan und habe vermutlich fast alle Folgen gesehen. Natürlich habe ich nur dadurch angefangen, Volleyball zu spielen (oder das, was ich dafür hielt), ein Sport, der mir davor noch völlig unbekannt gewesen war.

Mila ist aus meiner Kindheit fast nicht wegzudenken. Daher hat mich fast der Schlag getroffen, als ich mir vor ein paar Jahren nach langer, langer Pause mal wieder eine Folge ansah.

Mir ist früher nie aufgefallen, wie… wie krass diese Serie ist! Dazu fällt mir nur ein Wort ein: menschenverachtend! Die Trainingsmethoden sind die reinste Folter und auch Mila selbst… das Mädchen hat so dermaßen einen an der Waffel!

„Mila kann lachen wie die Sonne überm Fujiyama“ heißt es im Intro. Das ist schonmal Unsinn: Die Frau hat so gut wie nie gelacht, dafür aber wahnsinnig viel gejammert. Ihr gesamtes Leben besteht nur aus Sport und Disziplin – und dafür opfert sie praktisch ALLES.
Ungefähr in der Mitte der Serie hat ihr Freund einen Autounfall, während sie gerade mitten in einem Spiel ist. Sie bekommt eine Nachricht und soll ins Krankenhaus, um ihn noch einmal zu sehen, bevor es zu spät ist. Aber was macht man da als gute Leistungssportlerin? Man spielt erst das beschissene Match zuende! War ja auch wichtig, es ging um die Meisterschaft! Und letztendlich stirbt ihr Freund dann auch, ohne dass sie sich von ihm verabschieden konnte.

„Äääh, OKAY!?“ kann man jetzt denken, aber es wird noch schlimmer. Weil sie sich bemüht, das Spiel schnell zuende zu bringen (immerhin…), gleichzeitig aber etwas abwesend ist, schafft sie etwas unglaubliches: Ihr Schmetterball verschwindet einfach, so dass die Gegnerinnen ihn nicht sehen und damit natürlich auch nicht annehmen können. Damit ist das Spiel gewonnen und sie kann ins Krankenhaus, aber halt zu spät.
Der unsichtbare Ball, so wird später erklärt, resultierte aus einer physischen Besonderheit: Jeder Mensch hat einen blinden Fleck im Auge und wenn der Ball (äh, also, das Bild vom Ball) da reinfliegt, verschwindet er. Den blinden Fleck gibts zwar wirklich, aber es ist natürlich absoluter Schwachsinn, dass sich der Ball für JEDEN, also jede Gegnerin, jeden Zuschauer und sogar für Mila selbst einfach scheinbar in Luft auflöst, weil natürlich jeder einen anderen Blickwinkel hat.
Naja, trotzdem, lassen wir das mal so stehen: Man kann Bälle zum Verschwinden bringen, wenn man diesen Punkt trifft. Nach dem Spiel muss das natürlich nochmal ausprobiert werden, weil das ja voll der Specialtrick ist, aber was glaubt ihr, wie das gemacht wird? Ganz einfach: Der Trainer verlangt von den Mädchen, sich genauso zu stellen wie in dem Spiel und sich wieder gedanklich-emotional exakt in die Situation dieses Spiels hinein zu denken.
Das muss man sich mal reinziehen: Mila dachte zu diesem Zeitpunkt an ihren sterbenden Freund und dieses Arschloch verlangt von ihr, die Situation nochmal nachzuspielen?!

Eine Folge später sagt ihre beste Freundin (!!) ihr dann noch, sie solle endlich (!!) aufhören wegen des Todes ihres Freundes zu jammern. Ähm, ja, sehr empathisch!

Die Trainingsmethoden waren auch immer allerliebst: Da wurde gejoggt, bis die Mädchen zusammenbrechen, die Handgelenke mit Ketten umwickelt, damit jede Annahme auch nur ja noch ein bisschen mehr weh tut als ohnehin schon und wenn mal wieder jemand nicht spurt oder einfach völlig erschöpft zu Boden sinkt, gibts noch einen Ball voll in die Fresse. Klasse!

Das wäre alles noch okay, wenn die Bewertung dieser Methoden nicht so fragwürdig wäre. Aber leider ist es so, dass die Serie immer nur den Eindruck vermittelt, sowas wäre zwar hart, aber zielführend, und wer da nicht mithalten kann, hat einfach nicht genug Ehrgeiz!

Das ist ein Leistungsstreben, das im asiatischen Raum und in der japanischen Mentalität ja sehr verbreitet zu sein scheint, aber ich finde das einfach nur krank. Leider erreicht Mila dann auch noch tatsächlich ihr Endziel, nämlich bei der Weltmeisterschaft zur besten Angriffsspielerin der Welt gewählt zu werden. Dafür musste sie ja auch nur ihre Freizeit, ihre schulische Laufbahn, ihre Liebe und ihr gesamtes Leben opfern. Was für ein Vorbild!

Daher bin ich wirklich unschlüssig, ob man so eine Serie Kindern überhaupt zumuten kann. Ich finde sowas jedenfalls wesentlich bedenklicher als ein paar grüne Schildkrötenninjas. Geschadet hat es mir zwar nicht, aber man kann ja nie wissen.

Für mich persönlich ist die Serie daher in der rückblickenden Bewertung einfach nur ein Megafail, egal wie gerne ich sie damals gekuckt habe.


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 1: Heidi
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 6: Realfilmserien
Teil 7: Liebe Serien: Ich kannte euch leider kaum.


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KiddySerienSpecial! – Teil 4: Die Gummibärenbande

Disney macht ja nicht nur Filme, sondern bringt auch in regelmäßigen Abstand sowohl Zeichentrick- als auch vor allem in heutiger Zeit Realserien heraus. Heute soll es nun um einen Stellvertreter dieser Kunst gehen!

Es gab viel mehr so richtig tolle Disney-Zeichentrickserien, aber die Gummibärenbande war mir immer die liebste. Auch diese Serie lief schon ziemlich früh (in Deutschland ab 1988, als ich zarte drei Jahre alt war) und wurde natürlich von mir verschlungen!

Handlung: In einer mittelalterlichen Welt leben nahe dem strahlend schönen Schloss Dunwyn die Gummibären unentdeckt in ihrem weitläufigen Höhlensystem in bzw. unter dem Wald. Einst waren Gummibären und Menschen gute Freunde, doch wurden die meisten Gummibären vor Hunderten von Jahren vertrieben. Nur eine Handvoll blieb zurück, um über das Gummibärental zu wachen, bis die anderen Gummibären wieder zurück kehren.
Inzwischen sind die Gummibären für viele Menschen nur noch Legende, doch der junge Knappe Cavin läuft ihnen eines Tages über den Weg und überzeugt sie, dass nicht alle Menschen böse sind. Einer ist es aber ganz eindeutig: Herzog Igzorn, ein verstoßener, da verräterischer Ritter aus Dunwyn, versucht mithilfe seiner Ungeheuer, das friedliche Königreich zu erobern. Nur die Gummibären können ihn mit ihrer überragenden Technologie und ihrer Zauberkraft aufhalten! Und ihr berühmter Gummibeerensaft darf natürlich auch nicht fehlen…

Es gibt viele Kinderserien, bei denen der Erwachsene neben dem Kind vor Fremdscham am liebsten in der Couch verschwinden würde, weil sie einfach unendlich albern und dämlich sind. Die Gummibärenbande gehört nicht in diese Kategorie. Denn die Serie ist vor allem eins: großartige Fantasy! Wenn ihr mir das nicht glaubt, kuckt euch doch mal wieder eine Folge an! Es ist erstaunlich, wie hier sowohl Kinder, als auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen.
Trifft allerdings leider nur auf die frühen Staffeln zu – die Serie geht den Weg, der wohl offensichtlich allen Serien bestimmt ist. Sprich: Sie wird kontinuierlich schlechter. Gerade bei der Gummibärenbande geht immer mehr Authentizität verloren… und für mich war es schließlich ganz aus, als Zummis Zaubersprüche, für mich vorher immer ein besonderes Highlight, plötzlich in Pseudolatein daher kamen (ihr kennt das… sowas wie „Mauerus Verschwindibus!“).
Und dann haben sie auch noch manche Synchronstimmen geändert… sowas ist IMMER der Todesstoß!

Doch bis dahin ist die Serie einfach sensationell und kann jedem Kind bedenkenlos gezeigt werden. Sofern man mit einem manisch hüpfendem Knirps klar kommt :mrgreen: Für mich war ja Mezzo Mix immer Gummibeerensaft (Red Bull kannte ich damals noch nicht und hätte es auch nicht trinken dürfen, obwohl es natürlich besser gepasst hätte – es gibt wohl nichts, was mehr wie Gummibärchen schmeckt) :mrgreen:

Was fehlt noch? Klar, das Intro! Doch hier sei gesagt: Als ich die Serie damals sah, war dieses noch im O-Ton! Da denkt man immer, die Akzeptanz der englischen Sprache wäre mit der Zeit immer größer geworden, aber bei solchen Sachen war das definitiv nicht der Fall!
Und weil das Orginal-Intro nicht nur fantastisch gesungen, sondern auch der englische Text geradezu lyrisch anspruchsvoll ist, während das deutsche Intro klingt, als hätte man einen unbegabten Kastraten mit einem toten Fisch verprügelt, und zumal es Kinder einen Scheißdreck interessiert, ob sie sowas verstehen, solange es sich nur schön anhört – das Original:


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KiddySerienSpecial! – Teil 3: Cartoon All-Stars to the Rescue

Hierbei handelt es sich nicht um eine Serie, sondern einen Film, aber aufgrund der großen Verbreitung dieses Machwerks und den darin enthaltenen Referenzen auf unzählige Cartoonfiguren möchte ich ihn hier dennoch vorstellen. Zudem ist der Film wirklich so großartig, dass ihn jeder sehen sollte.

Und das war Ironie.

Bei Cartoon All-Stars to the Rescue (deutsch Comic-Stars gegen Drogen) handelt es sich um einen PropagandaAufklärungs-Film aus dem Jahre 1990, mit dem Kinder vor den Gefahren des Drogenkonsums gewarnt werden sollten. In Auftrag gegeben wurde er von der Ronald-McDonald-Kinderhilfe (rofl) und autorisiert von der damaligen amerikanischen First Lady Barbara Bush.

Handlung: Michael kifft!!!einself Deutlich wird, wie sehr er im Drogensumpf steckt, als seine kleine Schwester Connie merkt, dass er ihr Sparschwein geklaut hat. Daraufhin erwachen sämtliche Plüschtiere, Lampen, Bilder etc. von Connie (die mehr Merchandising besitzt als Sheldon, Howard, Leonard und Raj zusammen) zum Leben und beschließen besorgt, Michael die negativen Folgen seiner Sucht nahe zu bringen. Gleichzeitig wird dieser von einer diabolischen Figur, die sich aus seinem Kiffrauch gebildet hat, ständig dazu ermuntert, noch mehr Drogen auszuprobieren, weil das ja so cool ist. Die Cartoon All-Stars (darunter Alf (ja, von dem gabs auch mal eine Zeichentrickserie), Alvin und die Chipmunks, Slimer von Ghostbusters, die Looney Toons, die Muppet Babys, die Schlümpfe, Winnie Puh, Tick, Trick und Track etc.) nehmen den Kampf auf!

Ich war fünf Jahre alt, als dieser Film im Fernsehen ausgestrahlt wurde (fast zeitgleich auf fast allen Sendern, damit auch nur ja jedes Kind ihn sehen kann). Ich freute mich drauf, weil Michelangelo von den Turtles auch mitspielte. Meine Eltern unterstützten dies und so saß ich eines Sonntags nach der Kirche vor dem Fernseher und sah mir diesen Film an. Danach war ich natürlich der Ansicht, dass Drogen etwas ganz furchtbar schlimmes sind.
Es hat fast 20 Jahre gedauert, bis ich den Film wieder zu Gesicht bekam, denn Jim Davis, der Erfinder von Garfield, war überhaupt nicht amused darüber, dass man seine Figur verwendet hat, ohne überhaupt zu fragen, weshalb der Film danach nicht mehr gezeigt werden durfte.

Was für ein Arschloch, könnte man jetzt denken. Ist doch für eine gute Sache, sowas boykottiert man doch nicht!

Das sprichwörtliche Teufelchen auf der Schulter und ein potentielles Drogenopfer.
Das sprichwörtliche Teufelchen auf der Schulter und ein potentielles Drogenopfer.
Tja, ich finde, der Mann hat Recht. Dieser Film ist der größte Haufen Scheiße, der je animiert worden ist. Ich halte überhaupt nichts davon, Drogen auf diese Weise zu dämonisieren und die absolute Lächerlichkeit, so zu tun, als würden Dealer und falsche Freunde, die es gar nicht erwarten können, einem eine Spritze in den Arm zu rammen, wenn man mal gerade nicht hinsieht, an jeder Ecke lauern, womit tatsächlich schon Sechsjährige von diesem Übel bedroht sind, muss ich wohl kaum betonen. Leider ist genau dies das forcierte Zielpublikum gewesen: Kinder zwischen 3 und 13, Menschen halt, die Cartoonhelden lieben und auf sie hören.
Das passiert, wenn man kifft!!!einself
Das passiert, wenn man kifft!!!einself

Der Bildungsauftrag geht dann wirklich so dermaßen voll in die Fresse, die Schwarz-Weiß-Malerei ist kaum zu übertreffen: Jeder Zug an einem Tütchen wird früher oder später unweigerlich zum frühen Drogentod führen und das Leben davor ist höllenartiger als alles, was sich Kinder in diesem Alter überhaupt vorstellen können. Alles klar!

Tatsächlich ist Michael maximal fünfzehn Jahre alt (ich schätze sogar eher dreizehn) und seine Schwester, die fast auch noch zum Kiffen verleitet wird, maximal acht Jahre. Eher aber fünf oder sechs. Kinder in diesem Alter nehmen keine Drogen und ältere Minderjährige werden sich von so einem Film nicht beeindrucken lassen. Ein Film, in dem der einzige genannte Grund, Drogen zu nehmen, sogenannte falsche Freunde sind. Mit keiner Silbe werden die Eltern zur Verantwortung gezogen oder vielleicht mal gemutmaßt, dass Jugendliche, die schon sehr früh (<14) zu Drogen greifen, das vielleicht tun, weil sie vernachlässigt werden und ein wirklich beschissenes Leben haben. Aber das wäre ja auch viiiel zu differenziert und kompliziert. Lieber konstruieren wir ein glasklares Feindbild, sprich, "böse" Teenager, die so verrückte Sachen machen wie Lederjacken tragen (!!!) oder sowas und die kein anderes Ziel haben, als andere, brave Kinder in ihren Sumpf mit hinein zu ziehen.
Drogenprävention ist wichtig, aber nicht zu erreichen mit dämlichen Sprüchen wie "Nimmst du Drogen, wirst du betrogen" oder die altbekannte Anklage "Wenn alle anderen von einer Klippe springen, springst du dann auch?!", selbst wenn diese von Bugs Bunny kommt (sic). Jugendliche sind nämlich nicht blöd und merken, wenn jemand, der mit ihnen über Drogen redet, 1. keine Ahnung hat bzw. 2. nur den Teufel an die Wand malen will – gerade in Zeiten wie heute, in denen jeder durch einfaches googlen die ganzen Lügen entlarven kann und es sogar offene Drogenforen mit Erfahrungsberichten zu jeder möglichen Substanz gibt.

Der Film ist daher auf gar keinen Fall für Kinder geeignet und nur als äußerst hirnverbrannter Bad-Taste-Nostalgie-Movie nutzbar. Als solcher lege ich ihn euch gerne ans Herz, denn er ist so dämlich, dass er schon wieder lustig ist. Wie gesagt darf er nicht mehr ausgestrahlt werden und hat es auch nie als Video in den deutschen Handel geschafft, aber youtube bietet natürlich wieder mal alles. Kuckt ihn euch an! Er dauert auch nur knapp ne halbe Stunde – und es wird sogar gesungen. Ui!


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 1: Heidi
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 5: Mila Superstar
Teil 6: Realfilmserien
Teil 7: Liebe Serien: Ich kannte euch leider kaum.


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KiddySerienSpecial! – Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles

Eigentlich sollte diese Serie ganz an den Schluss – sie ist nämlich das absolute Highlight und die Zeichentrickserie, die ich von allen allen allen am MEISTEN geliebt habe!!

Aber es sollte ja chronologisch werden, daher ist sie Teil 2.

Keine Ahnung, wann ich die Serie zum ersten Mal sah, aber ich kann mich daran erinnern, dass ich schon im Kindergarten alle Folgen immer nachspielen wollte, also muss ich logischerweise jünger als sechs Jahre gewesen sein. Von Heidi direkt zu den Turtles springen ist auch eine Art Leistung.

Auch hier eine kleine Zusammenfassung:

Die Turtles sind Schildkröten (Überraschung!), die durch eine mutagene Substanz menschlich geworden sind. Gleichzeitig wurde der japanische Kampfkunstmeister Hamato Yoshi, der (aus fadenscheinigen Gründen) im New Yorker Kanalisationssystem lebt, in eine menschliche Ratte verwandelt. Er nennt sich fortan „Splinter“ und nimmt sich den Mutanten an. Zu Beginn der Serie sind sie absolute Ninjutsu-Profis und säubern im Schutz der Dunkelheit die Straßen New Yorks vor Gesocks. Dabei lernen sie die rasende Reporterin April O’Neill kennen, die zu ihrer damsel in distress wird, aber auch zur hilfreichen Freundin. Und Hilfe können sie gebrauchen, denn Shredder, ein alter Kontrahent von Splinter aus Japan, versucht zusammen mit dem außerirdischen Invasoren Krang und seinen eigenen (dämlichen) Mutanten die Weltherrschaft an sich zu reißen, was nur die Turtles verhindern können!

Comic #1
Comic #1

Durch die Serie wurden die Turtles in Deutschland erst richtig berühmt, das Franchise ist aber schon etwas älter. Das Ganze basiert nämlich auf einem Comic und ist eine Satire auf Superheldencomics, als solche jedoch wesentlich düsterer angelegt als die Serie, die sich eindeutig an Kinder richtete. Auch sind viele Elemente ganz anders (so ist im Comic z.B. Splinter kein Mensch, der zu einer Ratte wird, sondern umgekehrt eine Ratte, die menschlich wird. Ich find ja die Serienversion besser!). Inzwischen existieren nicht nur mehrere Filme, sondern auch noch viele weitere Serien mit den Turtles.

Aber um die soll es nicht gehen, für mich bleibt nämlich Teenage Mutant Hero Turtles das one and only Original! Ich kann mit Worten nicht beschreiben, wie höllencool ich die Serie fand. Und tatsächlich ist sie weitaus besser als ihr Ruf. Ich weiß das, denn ich habe die ersten 25 Folgen auf DVD :mrgreen: Gerade die erste Staffel zeichnet sich durch einen detaillierteren, weniger kindgerechten Zeichenstil aus als die späteren Folgen und hat auch einen weniger albernen Humor. Der nimmt tatsächlich von Staffel zu Staffel zu, aber die ganz späten Folgen habe ich gar nicht mehr gesehen, deshalb zählen die für mich nicht.

Als Kind war die Serie für mich ein absolutes Highlight, kucken durfte ich sie aber wohl nur, weil mein Stiefvater, der damals jünger war als ich heute, sie wohl auch ganz cool fand. Sonst war er es immer, der meinen Fernsehkonsum versucht hat, in vernünftige Bahnen zu lenken.
Als kleiner Tomboy waren Ninja-Schildkröten für mich das Größte und am liebsten mochte ich Michelangelo. Der war immer so witzig (er ist ja auch ein party dude, lol)! Auch seine Nunchakus fand ich höllencool.

nunchaku
höllencoole Nunchakus in Action

Umso schlimmer, als ich herausfand, dass gerade viele Szenen mit seinen Waffen in der europäischen Version herausgeschnitten worden sind! Die Zensoren waren der Meinung, dass Nunchakus zu gefährlich sind, um in einer Kinderserie gezeigt zu werden. Und tatsächlich sind Nunchakus nicht halb so harmlos, wie sie aussehen, nur weil sie keine Spitzen, Zacken oder scharfe Kanten haben, im Gegenteil… mit den Dingern kann man jemanden sogar relativ leicht umbringen (und sich selbst auch KO hauen, wenn man damit nicht umgehen kann). Aber meine Güte!! Wo sollen Kinder Nunchakus herkriegen?! (gut, ICH habe mir damals welche gebaut. Allerdings waren die nur aus Balsaholz und Strickwolle. Keine Panik!) Und Leonardo mit seinen Katana, japanischen Schwertern, ist ja wohl auch nicht besser.

Damit haben diese zensurwütigen Trottel uns um einige der coolsten Szenen gebracht. Das zeigt sich allein schon im Intro. Hier das Intro, das wir wohl alle kennen (allerdings schon mit der Änderung „Ninja“ statt „Teenage Mutant Hero“, wobei das dem Original (Teenage Mutant Ninja Turtles, kurz TMNT) eher entspricht – die gleichen Zensoren waren der Ansicht, eine Kinderserie sollte nicht „Ninja“ im Namen tragen!):

Und hier die ungeschnittene Version, in der mein guter Michelangelo so richtig abgeht:

Der Vergleich lohnt!

Überhaupt, das Intro. Normalerweise sind Synchronisationen etc. immer wesentlich uncooler als das Original, tatsächlich gilt aber das deutsche TMNT-Intro als das beste überhaupt. Es ist bedeutend flotter als das die englische Version und Frank Zander (sic!) leistet als Sänger großartige Arbeit. Irgendein Typ auf youtube dachte gar, hier wäre Lemmy von Mötörhead am Werk :mrgreen:

Natürlich stand die Serie auch immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik, auch heute noch. Es ist der altbekannte Vorwurf: Gewaltverherrlichung. Daher auf keinen Fall was für Kinder.
Ich wehre mich entschieden gegen diesen Stempel! Ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass mir die Serie schon als Kleinkind ein grundlegendes Verständnis für Gerechtigkeit vermittelt hat. Die Turtle s waren ja keine Outlaws, sondern die Guten! Und sie haben Gewalt nur gegen Bösewichte eingesetzt, dabei aber nie jemanden wirklich verletzt. Die meisten Gegner waren Roboter (die „Fußsoldaten“) oder belebte, seelenlose Materie (Steinsoldaten). Nein, ich kann einfach nichts schlechtes daran finden!

Zudem hat Meister Splinter mit seinen fernöstlichen Weisheiten auch eine gewisse Spiritualität in die Serie gebracht (so blöd sich das anhört), die mich immer mächtig beeindruckt hat. Und gekämpft wurde nach einem strengen Moralkodex. Nicht umsonst stürzte sich Leonardo als Anführer immer mit dem Kampfspruch „Turtles kämpfen mit Ehre!“ in jeden Battle!

Die gute April habe ich weiter oben als damsel in distress, also eine doofe Tussi, die immer gerettet werden muss, verbrämt. Das stimmt so eigentlich auch nicht: Sie kam zwar oft in Schwierigkeiten, aber meist nur, weil sie einfach eine absolut unerschrockene, unabhängige Powerfrau war, die als Reporterin keine Gefahren gescheut hat, um an die geilste Story zu kommen. Oft genug hat sie sich selbst wieder aus dem Schlamassel befreit oder den Turtles auf andere Weise geholfen. Also auch hier: Schönes Rollenvorbild für Mädchen!

Daher halte ich auch diese Serie für absolut geeignet für Kinder 😉


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 1: Heidi
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
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KiddySerienSpecial! – Teil 1: Heidi

Ich war schon ein kleiner Serienjunkie, bevor ich überhaupt selbst den Fernseher einschalten konnte. Diese Woche erscheint also jeden Tag ein Artikel zu einer Zeichentrickserie bzw. mehreren Serien, die aber irgendwie thematisch zusammen hängen (und wenn sie das nicht tun, konstruiere ich halt einen Zusammenhang!), die mir aus meiner Kindheit im Gedächtnis geblieben sind. Dabei möchte ich halbwegs chronologisch vorgehen, was nicht immer leicht ist, denn viele Serien hab ich natürlich parallel gekuckt. Den Anfang macht heute die hinreißende kleine Heidi.

Wer kennt sie nicht, die herzige kleine Maid aus der Schweiz? Naja, manche vielleicht tatsächlich nicht. Daher hier die Story in aller Kürze:

Das kleine Adelheid ist Waise und kommt mit ca. 5 Jahren zu seinem Großvater, dem Alm-Öhi, der ganz allein und zurückgezogen lebt. Heidi ist aber so quirlig und fröhlich, dass es das Herz des alten Mannes erweicht. Im Ziegenpeter findet sie dann auch einen allerbesten Freund. Hier könnte die Story schon mit einem Happy End beendet sein, wenn nicht Heidis dumme Tante auf die Idee käme, das naturverbundene Mädel mitten ins großstädtische Frankfurt zu schicken (auch ca. 1880 schon ein rechtes Dreckloch, sofern man von der unberührten Alm kommt), um Gesellschafterin für die gehbehinderte Klara zu spielen. Dort versucht ihr vor allem das zickige Fräulein Rottenmeier, Klaras Gouvernante, sämtliche Fröhlichkeit auszutreiben.

 

Heidi war nachweislich die erste Serie, die ich geliebt habe. Ich besitze ein Video von mir, vielleicht drei Jahre alt, wie ich auf einem Karussell sitze und aus voller Kehle das Heidi-Lied schmettere (nein, leider nicht digitalisiert!). Außerdem hatte ich Heidi-Bettwäsche, eine Heidi-Lampe und meine einzige Puppe, die ich nicht versuchte, im Klo runterzuspülen (ich hasste diese Versuche, mich mit aller Gewalt weiblich zu sozialisieren, schon als Kind…) hieß natürlich „Heidi“!

Ob Kinder schon so früh fernsehen sollten, darf man sich natürlich fragen. Aber wenn schon, dann sollte es doch so was herziges wie Heidi sein. Die Serie ist liebevoll gemacht, bietet für Mädchen ein starkes Rollenvorbild und ist einfach nicht umsonst eine der erfolgreichsten Animes aller Zeiten, die vor allem in der Darstellung des schweizerischen Berglandes zeichnerisch den meisten modernen Serien eindeutig überlegen ist.
Selbst Erwachsene liebten die Serie damals bei Erstausstrahlung. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass das italienische Parlament extra Sitzungen umlegte, damit die Abgeordneten Heidi kucken konnten :mrgreen:

Als angehende Pädagogin interessiert es mich natürlich, ob solche Serien kindgerecht sind oder nicht. Ich selbst bin ja relativ eiskalt in solchen Sachen und wahrscheinlich kein guter Maßstab, aber mir hat die Serie damals nicht geschadet. Extrem empfindliche Kinder könnten höchstens von manchen Folgen, die in Frankfurt spielen, geängstigt werden. Mich hat es damals sehr ergriffen, wie unglücklich Heidi ist und ja, das war schon etwas hart an der Grenze (die Folge, in der das gesamte Anwesen glaubt, es würde spuken, bis sich der vermeintliche Geist als schlafwandelndes, da todtrauriges Heidi entpuppt, war sogar richtig gruselig). Und das Fräulein Rottenmeier ist mit ihrer schwarzen Pädagogik natürlich eine Figur, die ich from the bottom of my heart hasste.
Da sich aber im Endeffekt ja doch alles zum Guten wendet – sogar Klara wird letztendlich sogar von ihrer Lähmung geheilt – ist die Serie sicher nicht die Schlechteste für Kinder. Unvergessen die Folge, in der Klein-Heidi endlich zurück auf die Alm kehrt und überglücklich ihrem Großvater entgegen läuft. Das sind so Serienmomente, die man einfach nicht vergisst!


Weitere Beiträge zur Themenwoche:
Teil 2: Teenage Mutant Hero Turtles
Teil 3: Exkurs: Cartoon All-Stars to the Rescue
Teil 4: Die Gummibärenbande
Teil 5: Mila Superstar
Teil 6: Realfilmserien
Teil 7: Liebe Serien: Ich kannte euch leider kaum.


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Lebst du schon, oder WGtierst du noch?

Man hat ja so Vorstellungen von gewissen Sachen. Manche nennen das ganz unfreundlich „Klischees“, aber was soll’s.

Ich hatte immer solche Ansichten über das Studentenleben. Es gab und gibt einfach Dinge, die ich als „typisch studentisch“ auffasse. Housepartys zum Beispiel. Oder Kellnern. Oder sich tagelang von Pizza und Miracoli ernähren, während man Playstation zockt und den Gedanken an kommende Abgabetermine für Hausarbeiten erfolgreich mit Billigbier und noch mehr Pizza abtötet. Oder eben – eine WG.

Als ich angefangen habe zu studieren, wäre eine WG undenkbar gewesen. Sozialphobisch und schüchtern war ich eigentlich ganz froh, mich in meinem damaligen, winzigen Wohnheimzimmer verkriechen zu können und so wenig wie möglich mit den Leuten auf meinem Flur zu tun haben zu müssen. Es war schon schlimm genug, dass ich mir mit denen Küche und Bad teilen musste (es war ein SEHR billiges Wohnheim).
Aber naja, meine geistige Gesundheit schritt voran und irgendwann (ich wohnte inzwischen in Wohnheimzimmer Nummer 3, das ist aber eine andere Geschichte) kam mir der Gedanke an eine WG nicht mehr beängstigend, sondern verlockend vor. Ich dachte mir, ich würde es später bereuen, diese wichtige studentische Erfahrung nie gemacht zu haben.
Vor allem ein spezielles Problem trieb mich um: Ich studierte zwar schon ziemlich lange, aber ich kannte kein Schwein. Das ist der Nachteil, wenn Freunde von zuhause mit einem studieren: Man hängt immer aufeinander und hat überhaupt keinen Druck, neue Leute kennen zu lernen. Und dann lernt man auch keine kennen. Es ist mir fast peinlich, das zuzugeben, aber ich hatte keine Freunde, nicht mal flüchtige Bekannte in meiner Unistadt. Und wenn meine Freunde in den Ferien zu Hause waren (wo ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr willkommen war), hockte ich allein rum.

Mission also: coole WG finden, Leute kennen lernen! Und da ich eh mal wieder umziehen wollte (dieses Mal näher in Richtung Innenstadt), passte das gut.

Ich freute ich damals wirklich, eine WG und Max und Moritz als Mitbewohner gefunden zu haben.

Die Freude währte nicht lange.

Wenn ich alles aufzählen müsste, was mich an dieser WG stört, wüsste ich nicht mal, wo ich anfangen soll. Eigentlich sind es nur Kleinigkeiten, aber alle zusammen genommen werden sie zu einem riesigen Berg aus… Unbehaglichkeit.

Ich meine… ich bin jemand, der definitiv ab und zu seine Ruhe braucht, aber ich wollte auf gar keinen Fall eine Zweck-WG. Als ich hier einzog, war ich eigentlich sicher, das Gegenteil gefunden zu haben. Doch das war ein Trugschluss, und das ärgert mich.
Ich meine, warum freut man sich tierisch darüber, dass ein Mensch die selben Serien liebt wie man selbst, wenn man eh nie vorhat, sie sich mit diesem Menschen anzusehen? Es gab Tage, da sah ich mir in meinem Zimmer eine „American Dad“-Folge an, während ich durch die Wand hören konnte, dass Moritz gerade „South Park“ kuckte und Max den Flur runter „Family Guy“. Was soll das? Warum sitzen drei Menschen in drei verschiedenen Zimmern, wenn sie genauso gut im Wohnzimmer ZUSAMMEN sein könnten?

Die wenigen Male, als wir probierten, gemeinsam auf die Piste zu gehen, waren auch eher enttäuschend. Max weigerte sich, in eine Metaldisco zu gehen, Moritz war unter keinen Umständen für eine 90er-Jahre-Party zu haben und ich hätte mir eher die Pulsadern aufgeschnitten, als mir House oder Minimal reinzuziehen. Einigung unmöglich. Folge: Projekt „gemeinsam feiern“ abgeblasen.

Das gleiche ist jetzt übrigens auch mit Mattes, unserem neuen Mitbewohner, der im Herbst als Ersatz für Max kam, der Fall. Das fällt aber schon fast unter „Vorspiegelung falscher Tatsachen“! Angeblich ein Fan der rockigen Musik höre ich von ihm eigentlich auch nur Minimal und extrem langweiligen HipHop. Aber was heißt hier langweilig? RISE AGAINST findet er langweilig. Und zwar im Vergleich zu – Minimal.

Ächz.

Das normale Leben gestaltet sich ebenfalls etwas schwierig. Moritz ist… brummig. Oft. Ich glaube nicht, dass das was mit mir zu tun hat, aber dennoch vertrage ich sowas schlicht und ergreifend nicht gut. Ich bin da halt eine Mimose und reagiere ziemlich sensibel auf die Stimmung anderer.
Und Mattes? Ist ein 21jähriger Klugscheißer. Das stört mich vermutlich deswegen so arg, weil ich selbst so eine üble Klugscheißerin bin. Eine Klugscheißerin, die stark auf die Dreißig zugeht und die es nicht mag, ständig von einem Erstsemester verbessert zu werden, selbst bei Themen, von denen er gar keine Ahnung hat.

All das könnte ich vielleicht noch verkraften, wenn die beiden nicht solche Hipster wären – Moritz mehr als Mattes.
Hipster sind einfach infernalisch. Mit Worten kann ich nicht beschreiben, wie sehr ich Hipster hasse mit ihrem lächerlichen Kleidungsstil, ihrer bekackten „Fritz Kola“, ihren Kunstfilmen, ihrer Schusseligkeit, ihrer Arroganz, ihrer kompletten Inkompetenz in ALLEN Bereichen, ihrer beschissenen Musik!!

Ich meine, okay – jeder Mensch kann so leben, wie es ihm gefällt. Ich finde nur einfach nicht, dass Hipster Menschen sind!!!

Puh. Tief durchatmen.

Jedenfalls fühle ich mich hier wirklich nicht wohl, hatte ich mich eigentlich damit abgefunden, in dieser WG zu bleiben, bis ich mein Studium beende. Außerdem bin ich schon so oft innerhalb dieser Stadt umgezogen und habe schlicht und ergreifend keinen Bock mehr drauf!

Tja, und dann kam Kollege David und fragte mich, ob ich in seine WG ziehen will.

Mein erster Impuls war, sofort nein zu sagen, aus oben genannten Grund. David bat mich aber, wenigstens drüber nachzudenken und zeigte mir schließlich auch die Wohnung.
Und… wow. Altbau. Ein absoluter Traum! ALLES in dieser Wohnung ist der Hammer, aber ich sag nur: EINE BADEWANNE!! Ich kann kaum noch an was anderes denken!!!

Ich mach es kurz: Wegen der puren Großartigkeit der Wohnung, des kaum zu überbietenden Sympathielevels von David sowie seines Mitbewohners (der heißt leider auch David, wird zur besseren Unterscheidung allerdings Dave genannt) und dem bequemen Umstand, dass diese Wohnung sogar etwas billiger ist als mein schon sehr billiges WG-Zimmer, habe ich mich letztendlich entschieden, tatsächlich dort einzuziehen!

David war so glücklich, fast hätte er mich geheiratet. Sein aktueller Mitbewohner Nr. 2 ist nämlich ein absoluter Depp. Ich habe ihn nur kurz getroffen, aber sofort verstanden, was David an ihm stört. Der Kerl wirkt einfach creepy und ist zudem einfach komplett durch. Einer, der am Rande des Alkoholismus wandelt und sich fast das gesamte Hirn weggekifft hat.
Aber auch Dave mag mich total. Verstehe ich ehrlich gesagt nicht so wirklich. Er lernte mich erst durch David kennen und hört seitdem gar nicht mehr auf zu betonen, wie sehr er sich darüber freut, dass ich bei ihnen einziehe. Und seine Freundin sogar auch! Sie ist Feministin und war hin und weg, als sie hörte, dass ich auch eine bin. Wir wurden uns in der Kneipe vorgestellt und nachdem das geklärt war, drehte sie sich zu Dave und sagte mit zwei Herzchen statt Augen sowas wie: „Ich finde sie total super!“

Ist es doof, dass mich das irgendwie ein bisschen einschüchtert? Ich habe das Gefühl, als würden mich alle für viel toller halten, als ich bin, so dass sie unweigerlich enttäuscht sein werden, wenn ich erst einmal wirklich eingezogen bin 😦

Es wurde gar noch schlimmer. Als Johanna, Kollegin deux, hörte, dass ich mit David zusammen ziehe, fragte sie mich spontan, ob ich nicht bei ihr einziehen wolle, in ihrer WG würde nämlich auch ein Zimmer frei. Und Tim, mein Aerobicpartner, hat schon vor einem halben Jahr, als meine alte Freundin, deren WG-Partner er war, ausgezogen ist, angefragt, ob ich nicht bei ihm einziehen will.

Das ist ZU VIEL! Ich komme mit so viel freundlicher Aufmerksamkeit nicht klar! Das ist zu viel Druck! Wie soll ich so viel positive Erwartung jemals erfüllen! 😦

Wenigstens auf Moritz und Mattes war Verlass. Als ich ihnen sagte, dass ich ausziehen werde, war die Reaktion wahrlich unterwältigend. Offensichtlich war es ihnen ziemlich scheißegal. Naja, ich kann es ihnen nicht verdenken, mir wäre es nämlich genauso gegangen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich ziehe nächste Woche um! Und da ich jetzt schon in Tränen ausbrechen könnte, wenn ich daran denke, wie viel Arbeit noch vor mir liegt, gibt’s nächste Woche ein kleines Special, das drüber hinweg trösten soll, dass ich wenig Zeit zum Bloggen haben werde. Es bei mir in der gesamten nächsten Woche um Zeichentrickserien meiner Kindheit gehen! Ich hoffe, während ich zwischen Umzugskartons sitze und weine, bringe ich damit meine gleichaltrigen Leser zum nostalgischen Schwärmen, die älteren zum Kopfschütteln und die jüngeren zum Staunen.

Das wird übrigens ein ganz besonders krasser Umzug, da ich aufgrund akuter lahmarschiger Blödheit zu scheiße war, mich rechtzeitig um einen Umzugswagen zu kümmern. Jetzt hab ich keinen. Das wird ein Spaß!

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